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 > Wie kam es zu Pofallas Ausfall?

Berliner Republik
Bosbach-Attacke

Wie kam es zu Pofallas Ausfall?

von 
Stephan-Andreas Casdorff
4. Oktober 2011
picture alliance
Ronald Pofalla, Wolfgang Bosbach, Fresse nicht mehr sehen, EFSF, Rettumgsschirm
Ronald Pofalla soll eigentlich leise seines Amtes walten - Ziel verfehlt.

"Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen": Kanzleramtsminister Ronald Pofalla hat sich bei seiner Verbalattacke gegen Wolfgang Bosbach am vergangenen Freitag nicht in bester Verfassung gezeigt. Wie konnte es so weit kommen?

Seite 1 von 2

Soll keiner sagen, Ronald Pofalla wäre mit einem goldenen Löffel im Mund geboren worden. Und aufgewachsen ist er so erst recht nicht. Der Vater war Schichtarbeiter, später Wachmann, die Mutter starb, als er 20 war. Der Mann aus Weeze am Niederrhein, einem Ort, den hierzulande niemand kennt, aber auch in Nordrhein-Westfalen weiß Gott nicht jeder, hat sich hochgearbeitet, immer schon. In der CDU, seitdem er 16 war, und im wirklichen Leben. Er kam von der Hauptschule bis zum Fachabitur und nach dem Studium der Sozialpädagogik (FH) mit einem weiteren Studium der Rechtswissenschaften bis in die Kanzlei von Stephan Holthoff-Pförtner. Das ist der Anwalt von Helmut Kohl, der außerdem ein wichtiges Wort mitzureden hat bei der großen WAZ, einer Mediengruppe mit vielen Zeitungen im Ruhrgebiet bis zum Niederrhein.

Ja, Pofalla hat gearbeitet, hat gekämpft, sonst wäre er auch nicht da, wo er heute ist: oben, fast ganz oben. Er ist Chef des Bundeskanzleramts und „Bundesminister für besondere Aufgaben“ von Angela Merkel.

Dieser Titel hat seit dem Wochenende einen ganz besonderen Klang. „Für besondere Aufgaben“ – das war bisher nicht so ausdrücklich wie seit diesem Wochenende mit der Aufgabenstellung verbunden, Parteifreunde der Bundeskanzlerin durch Maßregelungen auf Linie zu bringen. Mindestens nicht öffentlich. Und mit Ronald Pofalla als Person hätte solche Pöbeleien wie gegen den CDU- Abgeordneten Wolfgang Bosbach so schnell auch keiner verbunden. Gilt Pofalla doch eigentlich als Mann des zweiten Satzes, will sagen: nicht als einer, der einfach draufhaut. Wer ihn erlebt, der wird den Eindruck eines freundlichen, wachen, zugewandten Mannes gewinnen, der zur Ironie fähig ist und nicht nur entlang der Parteilinien denkt. Einer, der wegen seiner Herkunft und Lebenserfahrung offen ist für Argumente – und auch ein guter Sozialdemokrat sein könnte, wie einer seiner Lehrer mal gesagt hat.

Alles das stimmt auch. Daneben berichten Weggefährten, die lieber nicht genannt werden wollen, anderes. Sie kennen einen Pofalla, der diese Seite, die jetzt offenbar geworden ist, immer ebenfalls gehabt haben soll. Ob in der Jungen Union, deren nordrhein-westfälischer Landeschef er bis Anfang der neunziger Jahre war, oder in seinen frühen Jahren als Mitglied des Bundestages ab 1990.

Lesen Sie auf Seite zwei, warum ausgerechnet Bosbach zum Pöbelopfer wurde.

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Pofalle: Ich kann Deine Fresse nicht mehr sehen

Ist das die Umgangssprache der Bundeskanzlerin in Ihrem Kabinett? Gut, das auf diese Weise zu erfahren! Pofalla kennt das auf Grund seiner Kinderstube nicht anders! So hat man bei Ihm zu Hause wohl täglich gesprochen! Armes Deutschland

  • Antworten
Ernst Palm04.10.2011 | 13:11 Uhr

Profalla-Mobbing Spezialist

Mobbing ist ein Vergehen und damit straffällig und dewegen ist Profalla aus diesem Amt zu entfernen.Im Betrieb ist dies ein Grund zur Entlassung.Wenn ein Vorbild uns in der CDU so zusetzt und gegen die Gewissensfreiheit auffordert und erpresst ist für uns Bürger -CDU-Mitglieder und Wähler untragbar und nie wieder zu einem öffentlichen Amt berufen.

  • Antworten
Hubert Busse04.10.2011 | 15:57 Uhr

Pofalla hat den Staat und seine Symbole verunglimpft, § 90a StGB

Pofalla hat sich weniger Bosbach als Person vorgenommen, dass Bosbach erst persönlich angesprochen haben, kann man als Vortat bezeichnen, denn dass, was dann auf die Reizung Bosbachs von diesem kam, nämlich die Rechtfertigung, Zitat: "Ronald, guck bitte mal ins Grundgesetz, das ist für mich eine Gewissensfrage" beantwortete Pofalla wohl aus persönlicher Überzeugung, die er tagtäglich als MdB ( gewählter Bundestagsabgeordneter ) und dem Grunde nach wegen der Gewaltenteilung (-trennung) unzulässig gleichzeitigem Inhaber eines Ministeramtes wie das des Kanzleramtsministers in Gestalt des Geheimdienstkoordinators. Er antwortete nämlich, Zitat:"Lass mich mit so einer Scheiße in Ruhe."

Die Tatbestandsmerkmale des § 90a StGB ( Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole ) sind hier alle gegeben: Die Tathandlung ist in der Öffentlichkeit erfolgt. Die Sitzung in der Landesvertretung NRW war bereits beendet.Die Tathandlung in der Form der Äußerung „Lass mich mit so einer Scheiße in Ruhe“ stellt eine böswillige Verächtlichmachung der Bundesrepublik Deutschland und ihrer verfassungsmäßigen Ordnung dar.Da dem o.a. Ausspruch des Roland Pofalla die Aufforderung des MdB Bosbach vorausgegangen ist, Zitat:„Ronald, guck bitte mal ins Grundgesetz, das ist für mich eine Gewissensfrage“ wird deutlich, dass mit „Scheiße“ das Grundgesetz und die absolute Freiheit eines jeden Bundestagsabgeordneten bei seinen Entscheidungen gemäß Art. 38 Abs. 1 GG gemeint waren. Der Kanzleramtsminister hat böswillig gehandelt, denn als Kanzleramtsminister stand es ihm nicht zu, einen nur seinem Gewissen verpflichteten Abgeordneten des Deutschen Bundestages öffentlich zu beschimpfen, nur weil der sich dem im Bonner Grundgesetz ausdrücklich nicht verankerten Fraktionszwang nicht unterwerfen wollte." Hier geht es also um mehr, denn Pofalla ist der Koordinator der Geheimdienste, die u.a. auch die Aufgabe haben, die freiheitlich-demokratische Grundordnung auf dem Boden des Bonner Grundgesetzes als ranghöchste Rechtsnorm der Bundesrepublik Deutschland zu schützen und zu verteidigen. Da kann es nicht verschwiegen werden, dass diese Person sich persönlich den Staat und seine Symbole verunglimpfend geäußert hat.

Da es aber sowohl in der Bevölkerung als auch unter Journalisten an ausreichenden Kenntnissen was das Bonner Grundgesetz, dessen Inhalt und Wirkweise als ranghöchste Rechtsnorm der Bundesrepublik Deutschland mangelt, das System hat bis heute erfolgreich dazu beigetragen, sind Staatsschutzdelikte nicht sogleich für jedermann erkennbar, so dass Täter wenig bis gar keine Gefahr laufen, wenn sie Angeordnete sind und / oder auch Staatsämter bekleiden, wegen ihrers staatsfeindlichen Tuns zur Verantwortung gezogen zu werden. Die Sensibilität gegen Verfassungsfeinde ist in der Bundesrepublik Deutschland wenn überhaupt auf Links- und Rechtsextremismus / Terrorismus fixiert, daher auch das bewusst und gewollte Pflegen einer NPD am rechten Rand und alles funktioniert wie von selbst. Die wirklichen Verfassungsfeinde sitzen jedoch in der Mitte der bundesdeutschen Gesellschaft, die z.B. Sprüche wie "Recht ist, was der Freiheit dient" verkünden, gleichzeitig jedoch bis heute nicht dafür Sorge tragen, dass z.B. Rechtsverordnungen, die aus Hitlers Diktatur stammen und auf dem Ermächtigungsgesetz besieren, daher nun überhauptnicht mit dem Bonner Grundgesetz und dessen zwingenden Gültigkeitsregeln vereinbar sind, ohne mit der Wimper zu zucken anwenden lassen. Diese Personen sind die wahren Verfassungsfeinde und davon gibt es noch immer oder wieder eine ganze Menge in diesem unserem Lande.

Inzwischen sind Strafanzeigen gegen Pofalla wegen Verstoßes gegen § 90a StGB sowohl bei der Generalstattsanwaltschaft in Karlsruhe als auch der Berliner Polizei, der Berliner Staatsanwaltschaft als auch der Polizei in Kleve, dem Wahlkreis Pofallas, erstattet worden.

  • Antworten
insider08.10.2011 | 08:14 Uhr

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