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 > Wie das Netz den bösen Gauck erfand

Berliner Republik

Präsidentenkür im InternetWie das Netz den bösen Gauck erfand

Von Christian Jakubetz20. Februar 2012
picture alliance
Gauck, Internet, Probst
Wie ein rohes Ei wird Gauck im Netz wahrlich nicht behandelt
Schrift:

Zum Jahreswechsel zeigen wir Ihnen noch einmal die erfolgreichsten Artikel aus dem Jahr 2012. Im Februar:

Er gilt im Internet plötzlich als Antidemokrat, Sarrazin-Freund, Occupy-Gegner und Befürworter der Vorratsdatenspeicherung. Die Mär vom bösen Gauck ist ein Paradebeispiel dafür, wie aus journalistischer Verkürzung und der rasenden Schnelligkeit des Netzes eine Welle wird. Auf Faktentreue kommt es dabei längst nicht mehr an

Seite 1 von 3

Julia Probst ist das, was man im Web 2.0 durchaus prominent nennen darf. Sie schreibt ein viel gelesenes Blog, bei Twitter bringt es ihr Account @EinAugenschmaus auf beachtliche 6382 Follower. Kurz nach der Nominierung von Joachim Gauck gab sie ihrer Entrüstung Ausdruck: Wenn das der neue Bundespräsident werde, dann wandere sie zum Sommer aus. Dem Tweet verpasste sie einen Hashtag, der an diesem Twitter-Abend noch öfter zu lesen sein sollte: Notmypresident.

Not my President? Das war schon alleine deswegen erstaunlich, weil dieser Hashtag bis zum Sonntag Abend noch weitgehend Christian Wulff vorbehalten war (und davor ursprünglich mal George W. Bush). Jetzt also ist auch Gauck eine Netz-Person non grata? Der Mann, der noch 2010 in der Netzgemeinde eindeutig als die bessere Wahl gesehen worden war – jetzt unwählbar? Jawohl, unwählbar, schob Julia Probst kurz darauf per Tweet nach. Weil:

#Gauck ist für #VDS, findet die Überwachung der Linken gut, äußerte sich abfällig über #Occupy. Und lobte Sarrazin. Darum unwählbar!

Bildergalerie: Joachim Gauck, der Bürgerpräsident

Tatsächlich blieb Julia Probst mit dieser Auffassung an diesem Netzabend keineswegs alleine. Bei Twitter fanden sich unter den entsprechenden Hashtags nahezu sekündlich neue Einträge, bei Facebook formieren sich seither erste Anti-Gauck-Gruppen, in Blogs wurde Gauck wahlweise als Antidemokrat und als Kandidat von Springers Gnaden bezeichnet. Eine kleine Auswahl von Tweets über den Kriegsbefürworter, Sarrazin-Bruder-im-Geiste, Anti-Demokraten und guten Freund von George W. Bush:

#Gauck ist pro Überwachung im Internet, pro Sarrazin, pro G.W.Bush, pro Irakkrieg. Ausgerechnet den wollen SPD, Grüne und FDP wählen? *ROFL*

Und dieser #Gauck würde auch ein Ermächtigungsgesetz unterschreiben! deshalb #NoGauck

FDP erzwang #Gauck, den Prediger des Neoliberalismus und der Militanz

Durchs Netz geistern des Weiteren: ein Foto Gaucks mit Carsten Maschmeyer und Veronica Ferres, Spekulationen zu einer über eine das normale Maß hinausgehende Nähe des designierten Präsidenten zur DDR-Staatssicherheit, Zitatesammlungen, die mit „Worte eines Antidemokraten und Extremisten“ betitelt wurden. Das ist wenigstens erstaunlich:  Antidemokrat und Sarrazin-Befürworter – und davon will niemand von denen, die 2010 noch ganz hingerissen von Gauck waren, vorher etwas bemerkt haben?

Video

CICERO vor Ort: Was halten Sie von Joachim Gauck?

Video
alle Videos

Stein des Anstoßes bei Gaucks vermeintlichem Lob für Sarrazin war für viele ein Interview, das Gauck dem Berliner „Tagesspiegel“ gegeben hatte. Ein Interview, das exemplarisch die manchmal fatale Wirkung zeigt  zwischen journalistischer Verkürzung und der latenten Neigung im Netz, ohne längeres Verifizieren drauflos zu diskutieren. Tatsächlich schrieb der „Tagesspiegel“ in seiner Zusammenfassung des damaligen Interviews am 30.Dezember 2010 folgendes:

Dem früheren Berliner Finanzsenator und Autor des umstrittenen Sachbuches „Deutschland schafft sich ab“, Thilo Sarrazin, attestierte Gauck, „Mut bewiesen“ zu haben. „Er hat über ein Problem, das in der Gesellschaft besteht, offener gesprochen als die Politik.“ Die politische Klasse könne aus dem Erfolg von Sarrazins Buch lernen, dass „ihre Sprache der politischen Korrektheit bei den Menschen das Gefühl weckt, dass die wirklichen Probleme verschleiert werden sollen“.

Lesen Sie auf der zweiten Seite, wie Gauck zu Sarrazin steht

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Twitter-Rhetorik

Lieber Christian, Du hast das wunderbar auf den Punkt gebracht! Diese Manie, alles auf eine plakative Schlagzeile zu verkürzen, geht mir schon lange auf den Senkel.

  • Antworten
Ulf J. Froitzheim20.02.2012 | 15:51 Uhr

Könnten Sie bitte auch auf

Könnten Sie bitte auch auf Gaucks Kommentare zur Oder-Neisse-Linie, den Vergleich DDR - Deutsches Reich, seine Mitgliedschaft in der Atlantik-Brücke etc. eingehen?

Oder eher nicht?

  • Antworten
Marcus von Brechen20.02.2012 | 16:00 Uhr

Der feine Herr Bürgerrechtler

Nein, eher nicht!
Auch auf den Stasivorgang "Larve" und das Terpe-Papier wird hier wohl nicht eingegangen werden, denn das ist doch alles nur frei erfunden...

http://iknews.de/2012/02/19/im-larve-gibt-es-flecken-auf-gaucks-weissem-kittel/

http://www.freitag.de/politik/0018-wiedersehen-herr-gauck

und was der opprtunistische Geist des Herrn Gauck heute ist kann man sehr schön hier sehen

http://www.nzz.ch/joachim_gauck_1.7937175.html?video=1.7937175

Schönen Gruss aus Ostdeutschland, wenn der Bundespräsident wird habt ihr ´ne Stasikanzlerin (IM "Erika") und `nen Stasibundespräsidenten!
Da sammer wiedaa...
Wieso merkt das eigentlich im Westen keiner?

  • Antworten
Nihil Baxter21.02.2012 | 08:28 Uhr

hehe :-)

hehe :-)

  • Antworten
Crescendo21.02.2012 | 10:16 Uhr

Auch Gauck findet, dass

Auch Gauck findet, dass Ströbele da eine "hysterische Welle aufbaut" , warnt aber einmal mehr davor, die Bürgerinnen und Bürger über neue Maßnahmen im Anti-Terror-Kampf nicht genug aufzuklären: "Sie müssen wissen, dass etwa die Speicherung von Telekommunikationsdaten nicht der Beginn eines Spitzelstaates ist."

Liest sich für mich so, als ob man dem Volk vorlügen soll das die VDS nicht der Beginn eines Spitzelstaates ist. Was mMn ja wohl kaum zu leugnen ist.

Hier ist es meines erachtens mal wieder das typische: "Man muss den Bürger mitnehmen und ihm das nur richtig erklären, dann schluckt er das schon."

Grade als Bürgerrechtler der in der DDR aufgewacht ist sollte man soch etwas aufpassen. Die VDS ist in ihrem Umfang jedenfalls ein Instrument der Überwachung von dem die Stasi nur träumen konnte...

  • Antworten
nati0n20.02.2012 | 16:03 Uhr

mir scheint, der Autor dieses

mir scheint, der Autor dieses Artikels hat die Debatte 2010 in Printmedien wie im Netz glattweg verschlafen. Man kann im übrigen Interviews aus 2009/10 finden, in denen Gauck eben diese abwertende Haltung gegenüber Bürgerbewegten heutiger Tage einnimmt, Gesellschaftskritik als obsolet erachtet, ganz so, als wären wir mit der Verfaßtheit unseres Gemeinwesens schon an das Ende der Geschichte gelangt. Man hat es damals schon richtig verstanden, als Gauck die Verwendung des Titels "Montagsdemonstrationen" in Bezug auf gegenwärtige Belange kritisierte - er will die DDR-Bürgerrechtsbewegung musealisieren und bestreitet, daß es auch heute Gründe geben könnte, sich bürgerbewegt zu zeigen. Die Agenda-Politik z.B. war und ist geeignet, den Verfassungsstaat zu gefährden, ebenso der große Einfluß der Märkte und diverser Lobbyisten auf die Regierungspolitik. Hier noch ein Beitrag aus 2010 mit diversen Links: http://www.freitag.de/community/blogs/jayne/gauck-und-die-sehnsucht-nach-vergangenheit

  • Antworten
Jayne-Ann Igel20.02.2012 | 16:06 Uhr

"im internet gilt er

"im internet gilt er plötzlich als antidemokrat..." bei dem plötzlich habe ich aufgehört zu lesen

  • Antworten
mudo20.02.2012 | 16:10 Uhr

die`neue ...

deutsche Leid(t)Kultur ? gauck & sarrazin ~ oder darum läßt der`Wirt der züricher kronenhalle keinen deutsche / n in sein lokal ... sind Wir überrascht ? ich dachte nur`Wir ösis haben 30%t bodensatz !

mit vorzüglicher hochachtung --- nur ijh dah`ralf

ps... https://twitter.com/#!/anschlagzettl/status/171613059025084417/photo/1

  • Antworten
ralf purkart20.02.2012 | 16:24 Uhr

Was ist daran neu?

Wer sich seit mehr als 10 Jahren auf Diskussionsforen herumtreibt, den wundert es ja nicht das altbewährte Methoden der Stimmungmache bei Twitter und Facebook besonders Verfangen. Es ist ja gerade die Reduktion des Mediums auf den Smalltalk und dessen minimales Volumen pro Beitrag, was das Web 2.0 massentauglich gemacht hat. Insofern erleben wir die massenweise Publikation weitgehend ungefilterter Beiträge auf Klatschniveau, die sich im Falle Twitters auch keinem Diskurs zu stellen brauchen. Bekanntlich erhöht ja Widerspruch die Intelligenz einer Kommunikation. Wo dieser Faktor entfällt bewirkt auch die "Schwarmintelligenz" keine Besserung. Es gibt keinerlei Selektionskriterien als den Unterhaltungswert für eine Vielzahl von Menschen. Was dabei herauskommt sehen wir jeden Abend im Fernsehen. Also worüber wundern wir uns?

  • Antworten
Christoph_Kuhlmann20.02.2012 | 16:55 Uhr

schön zusammengefasst - aber...

... auch hier wird nicht der komplette Wortlaut zitiert, sondern aus dem Zusammenhang gerissen. Und wenn man die gesamten Interviews sich anschaut, dann bleibt ein ziemlich fader Beigeschmack. Gauck ist in seinem Antikommunismus - den ich angesichts seiner Lebensgeschichte absolut nachvollziehen kann - so sehr gefangen, dass er große Probleme mit Kritik am Kapitalismus zu haben scheint. Das ist in sofern problematisch, als der Kapitalismus sich gerade in einer tiefen Krise befindet und dringend der konstruktiven Kritik bedarf.

Ferner bleiben in diesem Artikel - wie von anderen Kommentatoren hier schon bemerkt - einige wichtige Aspekte, die an Gauck kritisiert werden, unbeantwortet. Wahrscheinlich aus gutem Grund.

Gauck ist keine Katastrophe. Aber er ist auch keine gute Wahl.

  • Antworten
flippah20.02.2012 | 17:18 Uhr

Oh Mann, hat Gauck so viel Verteidigung nötig?

Da sind aber plötzlich zahlreiche Helfer die dem Gacuk vom rechten Rand trotz Occupy, Sarrazin, Maschmaier, Ehebruch (vom katholischen Ehebrecher zum evangelischen Ehebrecher Gauck: welch moralischer Fortschritt!) usw. Der Mann scheint es ja mächtig nötig zu haben. Da sieht man in den Verteidigungsreden selbst über die Merkelschen Lügen hinweg: Wri wollen einen gemeinsamen Kandidaten, was so viel heisst wie, dass der rechte Rand unter sich bleibt und die LINKE aussperrt. Süß finde ich auch die Überschrift: Gauck wird Präsident. Schwupp, wird die Budnesversammlung als überflüssig verhöhnt. Die Wahl Merkels mit ihren rechten Genossen und den Parteileichen reciht. Da werden demokratische Institutionen wie die Bundesversammlung oder gar der Bürger, der sich im Netz äussert, völlig überflüssig und man kann ihn verhöhnen und verspotten. Oh what a brave new world! Ein fünftklassiger Kandidat, der es im ersten Wurf nicht geschafft hat und zynisch von Merkel recycelt wird.

  • Antworten
Jan Dark20.02.2012 | 19:19 Uhr

Gauck weiß nicht was Freiheit bedeutet.

Na dieser Artikel entkräftet ja kaum ein Argument gegen den Präsidenten Gauck. Ein missglückter Versuch in seine Interview-Aüßerungen "Differenziertheit" hinein zu interpretieren. Das Gauck nichts übrig hat für Hartz-IV Empfänger, Migrantinnen und Migranten und Occupy-AktivistInnen, lässt sich in vielen seiner Stellungsnahmen belegen. Wem das nicht reicht, der kann ja mal in sein Buch hineinschauen. Da wird schnell deutlich welch einen verkürzten und einseitigen Blick der Mann auf das Thema "Freiheit" hat. Konservativ und Bürgerrechtler ist halt noch nie gut gegangen.

Das man nichtmal ein fortschrittlicher Linker oder ein verborrter DDR-Liebhaber sein muss um Gauck abzulehnen hat die Süddeutsche schon 2010 gemerkt.
http://www.sueddeutsche.de/politik/praesidentschaftskandidat-joachim-gauck-gespalten-statt-versoehnt-1.956510

  • Antworten
Dr. Hans Müller20.02.2012 | 19:23 Uhr

Von der Art her könnte der

Von der Art her könnte der Artikel bzgl. Sarrazin auch in der taz stehen. Tatsächlich hatte Gauck im SZ-Interview zugegeben, das Buch nicht gelesen zu haben, er wusste also nicht genau, was Sarrazin wirklich geschrieben hat, ansonsten hätte er auch gewusst, wie absurd die Vorwürfe gegen Sarrazin sind. Von angeblich "kruden pseudowissenschaftlichen Theorien des Hobby-Biologen Sarrazin" ist seitens Gauck auch gar keine Rede.

Siehe dazu Heiner Rindermann und Detlef Rost:
"(...) Sarrazins Thesen sind, was die psychologischen Aspekte betrifft, im Großen und Ganzen mit dem Kenntnisstand der modernen psychologischen Forschung vereinbar. Hier und da ließe sich sicher eine abweichende Gewichtung vornehmen. Massive Fehlinterpretationen haben wir aber nicht gefunden. (...)"
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/2.1763/die-thesen/intelligenz-von-menschen-und-ethnien-was-ist-dran-an-sarrazins-thesen-11041641.html

Ich finde Gauck ist eine gute Wahl, weil er nicht für die überbordende, politische Korrektheit ist, und für Meinungsfreiheit steht.

  • Antworten
Helana20.02.2012 | 19:39 Uhr

Sarrazin

Sie schreiben:

"Gauck fordert von Sarrazin Differenzierung und vor allem moniert er die kruden pseudowissenschaftlichen Theorien des Hobby-Biologen Sarrazin."

Wo haben Sie denn das her? Sicher nicht aus dem von Ihnen zittierten Interview der SZ, dort heißt es nämlich:

Zitat
sueddeutsche.de: Haben Sie sein umstrittenes Buch Deutschland schafft sich ab gelesen?

Gauck: Nein, habe ich nicht. Aber wie ich die Debatte verfolgt habe, gibt es eben einen Teil, wo man sagen muss: Da weist er auf ein Problem hin, das nicht ausreichend gelöst ist. Das andere sind seine biologistischen Herleitungen.
Zitat Ende

Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass Herr Gauck auch mit den Herren Honecker und Ulbricht derart "differenziert" umgehen würde.

  • Antworten
Florenz Villegas20.02.2012 | 19:58 Uhr

Ulbricht/Honecker Sarrazin

bei aller notwendigen Kritik an Sarrazin - man kann ihn doch wohl kaum mit den verbrechern der alten SED- Diktatur vergleichen

  • Antworten
koporip21.02.2012 | 15:31 Uhr

Unsachlichkeit bei der TAZ: "Ein Stinkstiefel namens Gauck"

In der TAZ geht die Stimmungsmache munter weiter. Was der TAZ-Autor wohl Demokratie hält?
(Zitat:) "Die Personalie Gauck zeigt, was dabei rauskommt, wenn in diesem Land so gut wie alle einer Meinung sind (und die übrigen aus den falschen, weil ostalgischen Gründen einer anderen): nichts Gutes." Quelle: http://www.taz.de/!88071/

  • Antworten
Jens20.02.2012 | 20:42 Uhr

Und der Autor macht, was er kritisiert :)

"Das (...) erhobene Wörtchen „albern“ verwendete Gauck in einem anderen Kontext, nämlich bezogen auf die Utopie, man müsse sich einfach von „den Märkten“ befreien. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete über die Äußerung Gaucks am 17. Oktober so:

´´Die Antikapitalismusdebatte halte er für "unsäglich albern": Der Pastor betonte, dass der Traum von einer Welt, in der man sich der Bindung von Märkten entledigen könne, eine romantische Vorstellung sei. (...)``"

Als Beispiel... sich einer Bindung entledigen und sich einem Ding selbst entledigen macht natürlich keinen Unterschied. So ist es das Selbe, wenn ich mich der Bindung zu einer Frau entledige, sie also verlasse, oder wenn ich mich ihr entledige, sie verschwinden lasse. ;D

Ansonsten ist natürlich die Aussage "Ich habe in einem Land gelebt, in dem Banken besetzt waren." eine tolle Seifenblase: Glänzend, leer und zerplatz wenn man sich genauer mit ihr beschäftigt...

  • Antworten
Großes_Kino20.02.2012 | 20:44 Uhr

zum Theologen der Herzlosigkeit

Der medial als „Kandidat der Herzen“ inszenierte Gauck ist der Theologe der Herzlosigkeit / Holocoust-Verharmloser und neoliberal

Die Kirche in der DDR war nicht nur das Nest der Opposition - sie war auch der Hort der Reaktion. Herr Gauck mit seinen autoritär-reaktionären Vorstellungen wird mit seinen Sprüchen den Weg der Bundesrepublik in eine marktgängige Demokratie/Finanzmarkt­-Diktatur "moralisch" abfedern.
Es ist doch bemerkenswert: Wulff ist erst nach seiner Lindauer Rede bei den Eliten und Medien in Ungnade gefallen ...

Nun kriegen wir einen Bundespräsidenten, der als Schönredner des Irak- und Afghanistan-Krieges Kriegführen und Zivilversagern für unterstützenswert hält, seinem Anti-Kommunismus entspricht, die geheimdienstliche Überwachung der Linkspartei für angemessen zu halten, das Buch von Thilo Sarrazin hält er politisch für vorbildlich, Kapitalismus-Kritik ist für ihn albern, soziale Einschnitte und Rente mit 67 notwendig, den Atomausstieg stuft er als „gefühlsduselig“ ein und für die berechtigte Sorge weiter Teile der Bevölkerung um ihre Lebensqualität hat er kein Verständnis.

Wir kriegen einen neuen Lautsprecher für den weiteren Demokratie-Abbau in Deutschland! Gauck wird das Land spalten und SPD und Grüne haben mit ihrem Pyrrussieg ein Eigentor hingelegt! - Aber was soll man von denen auch noch anderes erwarten? Oder gibt es noch Reste innerparteilicher Demokratie, die sich dem demokratischen Zentralismus der gewerbsmäßigen Parlamentarier von Rot-Grün widersetzen?

Wolfgang Lieb hat auf den NachDenkSeiten heute treffend analysiert:
„Yes we Gauck“ – Springer hat sich durchgesetzt - "Die Präsidentschaft von Joachim Gauck ist ein Produkt der Springer-Presse. Der rechtskonservative Zeitungskonzern hat nicht nur zur Popularität Gaucks wesentlich beigetragen sondern den Kandidatenvorschlag durch FDP, CDU/CSU und SPD sowie durch die Grünen erst möglich gemacht. Mit Gauck hat Schwarz-Gelb einen willkommenen Wahlhelfer gefunden, zumindest aber ist er ein Garant gegen jede Alternative zu einer neoliberal geprägten Politik in Deutschland."

  • Antworten
Peter Rath-Sangkhakorn20.02.2012 | 20:45 Uhr

Konservativer Segeljournalismus

Ihr lasst euch wohl für jede Schaukelfahrt einspannen. Selbst eine Meinung bilden wäre nicht schlecht, aber im Rudel lebt es sich wohl leichter ...

  • Antworten
PeterProtest20.02.2012 | 20:50 Uhr

Bürgerrechtler

Kann bitte mal jemand erklären weshalb Joaachim Gauck immer mit dem Ehrentitel "Bürgerrechtler" versehen wird? Laut Wikipedia-Eintrag hat er sich erst im Oktober 1989 der DDR-Opposition angeschlossen. Was machte ihn zum Bürgerrechtler?

  • Antworten
Dieter Hofmann20.02.2012 | 21:26 Uhr

Plump

Ein äußerst plumper Beitrag.

Der Autor interpretiert die Worte Gaucks.
Jeder Schüler weiß, welchen Wert Interpretationen haben, wenn diese selbst aus dem Kontext heraus getätigt werden.

Daher sollte sich der Autor mit der Personalie Gauck eingehender befassen.

Ps.
Auch ich lasse mich nicht vergauckeln.

  • Antworten
Reiner Keller20.02.2012 | 21:32 Uhr

Aus allen Rohren

Wenn man sich schon mal auf Bundespräsidenten eingeschossen hat, dann sollte man halt solange feuern, wie Munition vorhanden ist. Die kann man notfalls selber herstellen. Nach zwei Tagen ist es gar nicht mehr so einfach etwas zu finden, was dieser Gauck nicht noch alles ist oder war. Jedenfalls ist er ganz böse. Wahrscheinlich noch viel böser, als der böse Wulff. Warum der böse war, stand ja in jeder Bildzeitung. Es muß also was viel schlimmeres sein.

Leute, die schon mal bei einem politisches Umsturz mitgemacht haben, sind eigentlich schon schlimm genug. Das hätte der Wulff nie gemacht.
Der Gauck hat nicht mal die SED-Genossen bei den Linken gefragt, ob sie ihn denn als Präsidenten haben wollen. Gehört sich denn sowas?
Möglicherweise redet der den Leuten noch ein, sie müssten, wie damals 1989, für ihre Rechte eintreten, um Veränderungen herbei zu führen.
Da wäre der linke und der recht politische Rand vollends aufgeschmissen. Von den anderen ganz zu schweigen. Falls dem auch noch auffallen sollte, dass dieser verstaubte Zettel von damals teilweise wieder aktuell ist, gibt es möglicherweise sogar größere Unannehmlichkeiten.

http://www.hdg.de/lemo/html/dokumente/DieDeutscheEinheit_aufrufNeuesForum/index.html

Aber soweit muß es ja nicht kommen. Falls der auch nicht den ESM-Vertrag unterschreiben will, fliegt er sowieso, genau wie seine beiden Vorgänger.

  • Antworten
Maria Funke20.02.2012 | 21:47 Uhr

Gauck, der Moralische?

Gauck ist, belegt durch viele seiner Zitate, klar ein Neoliberaler und ein Freund des Kapitals. Damit ist er Unterstützer jener, die Millionen Kinder verhungern lassen, die weltweit und gerade wieder in Griechenland grosse Armut verursachen und sich einen Dreck um einfache Menschen kümmern. Gauck sprach positiv über Hartz-IV, da könnte er vom CDU-Geissler noch dazu lernen.
Gauck als moralische Instanz ? Nein, danke !
Gauck vertritt die Moral der Mächtigen und der Reichen.

  • Antworten
luistrenker20.02.2012 | 22:03 Uhr

Es geht doch gar nicht....

...um die Eignung Gaucks als Präsident, die hier diskutiert werden soll. Auch nicht darum, ob man für oder gegen ihn ist. Das darf in einer Demokratie ja schließlich jeder halten wie er mag. Aber wenn man denn schon irgendwas an ihm kritisiert, dann wenigstens auf der Basis korrekter Zitate. Die dann womöglich sogar noch im richtigen Kontext stehen. Es ist halt einfach illegitim, aus der Bemerkung Gaucks, Sarrazin habe mit dem Veröffentlichen seines Buchs "Mut" gezeigt, die Zusammenfassung "Gauck lobt Sarrazin" zu machen. Oder gar: "Gauck ist für Sarrazin".

Was mich ebenfalls massiv stört: Gauck vertritt Meinungen und Haltungen und wenn mich nicht alles täuscht, wollten wir eigentlich immer alle einen Präsidenten, der Meinungen und Haltungen vertritt. Die kann man gut finden oder auch nicht. Was aber momentan in den meisten Äußerungen durchklingt, ist die Haltung: Er ist ungeeignet, weil er nicht meiner Meinung ist. Komische Haltung in einer Demokratie.

(HInweis: Ich habe diesen Artikel da oben verfasst.)

  • Antworten
Christian Jakubetz20.02.2012 | 23:54 Uhr

Ich wundere mich auch...

...über das "plötzlich". In allen Foren der Online-Zeitungen wurden bereits 2010 die gleichen Diskussionen geführt wie heute. Ich selbst habe mich lebhaft daran beteiligt. Übrigens sollte sich der Autor auch mal die Frage stellen, wie es kommt, dass Gauck angeblich so fürchterlich missverstanden wird. Könnte nicht Gauck selbst mit seiner kapitalismusbesoffenen, mitunter aggressiven Rhetorik der Anlass sein?

  • Antworten
LaGioconda21.02.2012 | 00:06 Uhr

Gauck ist keine Katastrophe. Aber er ist auch keine gute Wahl.

@flippah

Das kann ich angesichts der Tatsache, dass der BP derjenige ist, der auch Gesetze durchwinken oder zur Korrektur vorlegt, nicht mehr so sehen. Angesichts der soziodemographischen Entwicklung steht das System steht vor einem Kollaps, weil man 40 Jahre lang nichts anderes gespielt hat als Personenkarussell im Kasino. Weite Teile der Bevölkerung dürften ihn sehr wohl als eine Katastrophe empfinden.

  • Antworten
Simone Semmel21.02.2012 | 06:48 Uhr

@ Fr. Semmel

@ Fr. Semmel

Weite Teile der Bevölkerung halten einen BP Gauck sehr wohl für eine gute Wahl. Sarrazin und Häme für gesellschaftlich Engagierte sind derzeit ja auch sehr hip. Demokratie funktioniert schon. So wie damals.

  • Antworten
Gauckler21.02.2012 | 10:36 Uhr

Richtig falsch und doch nicht so verkehrt

Gibt es denn den "optimalen" BP ? Ich denke nicht, es sind immer neue Gesichter, auf immer neuen Stühlen, die allseits gewünschte weisse Weste hat doch niemand von uns. Wir sind schließlich keine Neugeborenen. Ob Gauck, Wulff Hinz oder Kunz, es wird bestehen was bestehen muss, es wird laufen wie es laufen muss. Da ändert keine Wahl, keine Demo kein irgendwas etwas. Ein System muss sich am laufen halten. Und, das tut es doch ganz vorbildlich. Es könnte tausendmal schlechter sein für alle. Mir ist langsam egal wer mich verarscht, solange mir derjenige nicht versucht einzureden er würdem ich nicht verarschen. Schön wäre es jedoch wenn der Bundestag mit Menschen bestückt wäre die aus dem realen Leben kommen und nicht seit Jahrzehnten von einem Amt ins nächste Rutschen, heute Familiäres, morgen Finanzen, dann mal Gesundheit und Wirtschaft. Entweder regieren uns Multitalente mit fachlicher Kompetenz auf allen gebieten oder eben Leute die, sobald einmal im Spiel versuchen mit aller Gewalt im Spiel zu bleiben. (Es hält sich am Laufen). Da kann man noch so sehr versuchen Sand im Getriebe zu sein, gegen alles, gegen jeden, für nichts. Das ganze Polit-Gedödel nervt von A bis Z. Wenige können niemals die Meinung einer Gesamtheit vertreten. Der nächste kommt, er tut was er tun muss/will/kann, bis er geht oder gegangen wird. Opferlämmer, Sündenböcke und Täter in einem. Lebt's euer leben, es wird von Politischer Seite her eh immer die gleiche "Scheisse" bleiben. Die jüngsten Ereignisse in der Welt zeigen doch, dass Völker nach dem Befreiungsschlag sich dem nächsten Unterdrücker ausgesetzt sehen.

Ich wünsche allen ein frohes, freies, Demokratisches Leben.

  • Antworten
Benjamin L.21.02.2012 | 10:37 Uhr

Jaja, das oberflächliche und

Jaja, das oberflächliche und kurzlebige "internet" - und die hart recherchierenden, investigativen und ausgewogenen Printmedien... Was die Preßmafia beim Fall gauk wieder abgeliefert hat - kein Wunder dass sich die leute im netz zum Gauk-Bashing zusammenrotten, anders kann man das ja nicht aushalten.

  • Antworten
steffenzi21.02.2012 | 10:40 Uhr

Verkürzung auch in der Recherche?

Nicht "die" Kirche war die einzige legitime Oppostion in der DDR. Sie bot lediglich den Freiraum für jene. Und wer immer noch glaubt das da Christentum gleichbedeutend mit Auflehnung war oder gar Automatismen in Sachen freiheitlicher Aufklärung beinhaltete, der irrt bekanntermaßen. Die Rolle der Ost-CDU und insbesondere der Evangelischen Kirche in der DDR ist in den letzten 20 Jahren auch durch Männer wie Gauck erheblich schön geschreddert wurden. Jo Gauck ist im Vergleich zu Werner Widrat oder Friedrich Schorlemmer in etwa das gleiche wie Atze Schröder im Vergleich zu Charlie Chaplin.

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ronjaRT21.02.2012 | 11:27 Uhr

Unsinnige Verkürzungen

Dass die Kritiker Gaucks seine Aussagen falsch und verkürzt wiedergeben, ist ja unbestritten und leicht zu beweisen.

Die interessante Frage ist aber ja, warum es zu dieser Falschdarstellung seiner Aussagen kommt.

Ist es böse Absicht, Faulheit, Dummheit oder auch dumpfer Zeitgeist seiner Kritiker?

Bisher dachte ich immer, dass das böse Absicht ist, dass sich hier einfach die Kommunisten, Sozialisten, Neider usw. gegen Gauck, Wulff usw. verschwören.

Ich befürchte inzwischen allerdings, dass wir es in den Medien, und gerade im Internet, vermehrt mit dem Problem der Faulheit und Dummheit bei den ganzen Bloggern, Twitterern, Kommentatoren, Pseudo-Redakteuren usw. zu tun haben. Hinzu kommt der Zeitgeist der Verrohung.

Ich erlebe es selbst oft in Gesprächen, in Talkshows usw., dass die Leute dauernd über etwas reden, wovon sie nicht wirklich viel Ahnung haben. Es gibt keine Kontrolle mehr, jeder Mist gelangt ins Netz usw. Jeder ist Experte für alles.

Auch moralisch wird nicht mehr kontrolliert, es darf in den Medien inzwischen auf unterstem Niveau beleidigt und polemisiert werden. Die Politiker machen es vor, die dumpfe (linke wie rechte) Netzgemeinde äfft diesem Stil nach.

Ironischerweise muss man das als die BILDisierung des Netzes und der Medien bezeichnen: Irreführende Titel, irreführende Texte, Beleidigungen, Rufmord, Spannertum usw. sind zum Standard geworden, gerade auch unter Linken. Das ist die Ironie der Geschichte.

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KritischerLeser21.02.2012 | 12:25 Uhr

Gauck

Demokratie ist ein hohes Gut, das wir behalten wollen. Genau diese Personen, die Sie anprangern, schützen die Demokratie in Deutschland. Seien Sie versichert, die Obrigkeit findet die Menschen immer Dumm.

Mäßigen Sie sich in Ihren Aussagen, Ironie ist kein Gefühl, denn in Ihrem Kommentar haben Sie genau das getan, was Sie anprangern, Beleidigt, Rufmord des Netzes, Spannertum, ..., Dummheit, Faulheit ... der Menschen...
Haben Sie noch mehr Ironie auf Lager?

Ich bin gegen Joachim Gaucks Kandidatur. Ein Präsident darf kein Priester einer Bestimmten Religion sein. Ich spreche aus Erfahrung und die Geschichte der Menschheit ist keine Ironie.

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maziarworld22.02.2012 | 08:47 Uhr

Und was war bei der Hatz auf Wulff anders?

Ich wundere mich über diesen Artikel. Was war denn bei der Hatz auf Wulff anders? Da haben doch die "Moralbuddhas der Medien" (NZZ vom 18.2.2012) das gleiche Theater aufgeführt. Fakten: i-wo, da braucht man doch nicht.

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bleibtreu21.02.2012 | 12:58 Uhr

Ein sehr schwacher Artikel

Was Ihre Skepsis gegenüber dem "Treiben" im Internet betrifft, so kann ich diese durchaus teilen. Aber dem Netz die Erfindung des "bösen Gauck" anzulasten,geht doch ein wenig zu weit. Für diese "Erfindung" hat allein Gauck das Patent. Sarrazin betreffend zitieren Sie aus einem Artikel der SZ-Online von heute, weil in diesem Fall seine Worte tatsächlich ziemlich verdreht interpretiert wurden. Warum zitieren Sie aus dem gleichen Artikel nicht weitere Beispiele, die das dummdreiste Denken und Gerede dieses Herrn eindeutig und nicht "im Netz verfälscht oder verdreht" widergeben? Weil Sie dann Ihren ganzen Artikel nur noch in den Papierkorb schmeißen könnten.

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Gabriele Rack21.02.2012 | 13:14 Uhr

Welcher Monthy Python-Sketch?

Worauf bezieht sich denn der Autor mit: "Kurz gesagt und in Anlehnung an Monthy Python: Gauck hat Sarrazin gesagt!"?

Könnte mir da jmd. freundlicherweise Nachhilfeunterricht geben? Danke im Vorraus!

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Kenny Nitt21.02.2012 | 13:53 Uhr

Das bezieht sich auf den Film

Das bezieht sich auf den Film "Das Leben des Brian", genauer: auf die Steinigungsszene darin.
"Er hat Jehova gesagt!"

[link=http://www.youtube.com/watch?v=m-9DW32rdHg]

siehe auch:
http://mundmische.de/bedeutung/28651-Er_hat_Jehova_gesagt

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Steve McQ21.02.2012 | 15:38 Uhr

Gott sei Dank macht Cicero

Gott sei Dank macht Cicero nun alles anders und stellt richtig. Während im bösen Internet Bilder von Gauck (Zitat aus http://www.cicero.de/berliner-republik/wie-das-netz-den-boesen-gauck-erfand/48369 am 21.2.2012 um 14:03 Uhr) "umhergeistern" stellt ihr eine "BILDERGALERIE: JOACHIM GAUCK, DER BÜRGERPRÄSIDENT" online... Ihr seid die Guten, echt jetzt

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Olaf21.02.2012 | 14:05 Uhr

Kaum zu glauben ...

... was da so an Kommentaren zusammengebraut wird.
Aus welcher "Klapse" kommen eigentlich die ganzen Verschwörungstheoretiker und Apokalyptiker, die regelmässig die Foren mit Ihrem kruden Gedankengut überschwemmen.
Und dann noch Internet-Links, die auf noch krudere Quellen wie den STASI-Verharmloser, IM- und Doping-Verteidiger Peter-Michael Diestel, der seine Ergüsse ausgerechnet in einem eher linken Medium wie dem Freitag verbreitet. Oder "Infokrieger-News", so eine "superseriöse" Verschwörungsplattform.
Manchmal würde es auch einfach helfen, zuzuhören, was die Leute tatsächlich sagen anstatt bei bei Reizwörtern gleich in eigene Vermutungen abzudriften (Huch, er hat "Sarrazin" gesagt).
Und wenn man dann mal solchen Begriffen wie "Stasivorgang Larve" und "Terpe-Papier" hinterhergooglet findet man natürlich auch nur die allerseriösesten Quellen. Aber was hab ich auch erwartet, die Medien sind ja eh alle unterwandert und auf Linie gebracht.
Wie lebt es sich eigentlich in so einer geschlossenen Verschwörungswelt?

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Thomas Matthies21.02.2012 | 14:57 Uhr

Ach, die niedliche EinAugenschmaus! ;0)

Julia Probst hat einfach dank durch Medien und Twitter gelernt. Sie kritisierte ziemlich spät via Twitter über Gauck, obwohl sie damals für Gauck befürwortet hatte. Ist genauso wie Angela Merkel, wo die Bundeskanzlerin sich erst sehr spät für Gauck zustimmte und zuvor einen Gauck als Kandidaten mit aller Macht verhindern bzw. ablehnen wollte. Das ist die Freiheit! Sollte Gauck neuer Bundespräsident werden, hatte Julia Probst selbst getwittert, dass sie mit ihre Argusaugen irgendwo auswandern will. :)

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hewritesilent21.02.2012 | 18:43 Uhr

Kommentar Gauck

Es geht bei der Causa Gauck keinesfalls um Fehlinterpretationenseiner Aussagen, Die sind eher ziemlich eindeutig, wie die Ablehnung der Oder-Neisse-Grenze zu Polen im Stile von Altnazis. Und auch die Tatsache, dass er ein Begünstigter und Privilegierter der Stasi der DDR war, lässt sich nicht leugnen

Hier eine gute Zusammenfassung des Falles Gauck mit etlichen Quellenangaben http://juergenmeyer.blogger.de/stories/2004089/

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Jürgen Meyer21.02.2012 | 18:54 Uhr

Ahja...

Mir war der Inhalt der Gespräche mit Gauck über Sarrazin durchaus bewusst. Und dennoch ist es ein Quark und Unsinn, der UNERTRÄGLICH bleibt. Wenn man das nicht so sehen möchte, kann man natürlich behaupten, es wäre "verkürzt" und damit falsch wiedergegeben worden. Nur wird damit genau das getan, was der Vorwurf sein soll:
Behauptungen aufstellen ohne zu prüfen.
Gratulation zur Heuchelei.

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Anti-Gauck21.02.2012 | 19:18 Uhr

Welchen Präsi hättens gern?

Manche täten gut daran, morgens eine Viertelstunde früher aufzustehen. Dann hätten sie mehr Zeit für Tiefgründigers und würden nicht nur billige Schlagzeilen aus Massenblättern konsumieren.Aber Schwarzseher und Endzeitler verschaffen sich immer wieder Gehör. Nicht in jedem Fall gefährdet Lesen unsere Dummheit!Deshalb-Gauck vor Präsident!

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Tim Buktu21.02.2012 | 22:17 Uhr

Na dann mal los..

Lol. Man sucht Twitter ab, und wundert sich, dass da nur verkürzte Zitate zu finden sind. ^^
Na, nun flattern ja auch ein, zwei längere Sachen in der "Netzgemeinde" rum, hrhr

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Fail22.02.2012 | 08:18 Uhr

Der richtige Mann!

Es ist so lächerlich mit anzusehen, sie sich die ganzen roten Socken ins Hemd kacken, weil der böse böse gauck Präsident wird. Diese ganzen aus Halbwissen resultierenden Behauptungen sind völlig haltlos. Stasi Begünstigter? Artikel beweist das Gegenteil: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-17269572.html

Und auch die restlichen Thesen der verblödeten anti-Gauck community sind einfach erbärmlich. Er ist konservativ und steht für Meinungsfreiheit. Jetzt muss er nur noch Rückgrat beweisen. Der richtige Mann ist er in jedem Fall!

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Lord Hammel22.02.2012 | 10:03 Uhr

An @Lord Hammel

@Lord Hammel, ich habe vorhin in meinem Kommentar zu Ungunsten mancher Gauck-Kritiker fest gestellt, einiges sehr Unsachliches in einem anderen Blog gelesen zu haben. Ihr Kommentar zeigt nun, dass diese Feststellung nicht nur bei manchen Gauck-Kritikern, sondern auch bei manchen Befürwortern zu finden ist.

Zum Thema "Alles sagen zu dürfen, was man meint", also der Meinungsfreiheit, ist zunächst zu sagen, dass sie sowohl den Konservativen, als auch den - wie sagen Sie so schön "roten Socken" oder noch feiner, den Leuten der "verblödeten Anti-Gauck Community" zu stehen. Wem es mit der Meinungsfreiheit ernst ist, der muss ihr auch die Möglichkeit einräumen, dass sie gelend gemacht werden kann, natürlich auf dem Boden universeller Menschenrechte und dem Grundgesetz.

Eine Haltung "Ihr dürft alles sagen" aber "wir machen doch, was wir wollen" ist schon ziemlich hohl. Noch hohler finde ich "Ihr dürft, solange es mit unserem Wirtschaftsverständnis d'accord geht, alles sagen" und "wir machen dann doch, was wir wollen." Das ist ähnlich wie das "Jeder ist seines Glückes Schmied" aber "Wir bestimmen die Regeln, nach denen geschmiedet werden darf".

Der Hofnarr durfte auch alles sagen, allerdings gehörte er selbst zum absolutistischen System dazu.

Wertkonservativ und im nicht bloß formalistischen Sinne für Meinungsfreiheit bin ich auch und in diesem Zusammenhang finde ich es amüsant, wenn sogenannte Konservative mit Meinungsfreiheit kommen, aber dann im Folgenden Meinungen aus dem linken Spektrum Hausarrest erteilen wollen.

Das ist meines Erachtens erbärmlich, Monsieur Hammel.

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Holgerw22.02.2012 | 12:37 Uhr

Zur Kritik an der Gauck-Kritik

Zunächst einmal kann ich dem Anliegen des Artikel-Autors darin zustimmen, dass einseitige Kritk schlechte Kritik ist. Und ich muss zugeben, dass ich in einem anderen Blog einen eher hysterischen Diskussionsverlauf gegen Gauck mitlesen durfte. Geltungstheoretisch gesehen ist es gleich, ob Gauck gläubiger Pfarrer oder atheistisch ist, ob er verheiratet, unverheiratet mit jemandem zusammen lebt oder lieber ein Single ist.

Der Artikel beklagt nun einen Mangel vieler Kritiker, nämlich den, nicht in Kontexten zu denken und vieles aus dem Zusammenhang zu reißen. Sollte im Falle Gauck und seinen Äußerungen zu Sarrazin dies passiert sein, hat der Artikel-Schreiber meine Zustimmung.

Wer nun allerdings Kontextmängel unterstellt, sollte bemüht sein, das anderen Unterstellte selbst zu vermeiden. Doch gerade das verfehlt der Autor:
So wird zu Beginn suggeriert, die Gauck-Kritik sei erst wenige Tage alt, es wird das Bild gezeichnet, eine Bloggerin hätte diese Kritikwelle gestartet.
Das ist ein Fehler. Die Kritik von Gauck ist schon weitaus älter, schon im Juni letzten Jahres konnte man auf den www.nachdenkseiten.de von Wolfgang Lieb und anderen mehrere kritsche ausführliche Kommentare zu Gauck lesen, die nun mit der hysterischen unsachlichen Blogkreischerei, wie sie mancherorts zu lesen ist, gar nichts zu tun hat.

Der Autor zählt zu Beginn einige Stichworte seitens der Gauck-Kritiker auf, die er dann im Verlauf durch ausführliche Zitate relativieren möchte. Ich habe hier schon mit Spannung erwartet, was der Autor aus dem Punkt macht, dass Gauck eine Überwachung der Linken durch den Verfassungsschutz befürwortet. Fehler Nummero zwei, dieser Punkt wird gar nicht mehr im Folgenden auf gegriffen.

Und die Krönung: Das Plädoyier dafür, Dinge in der Diskussion um Gauck nicht aus dem Kontext zu reißen, hätte der Autor wunderbar untermauern können durch den Verweis auf ein dickeres Buch, das, man höre und staune, schon seit 2009 auf dem Markt ist und aus der Feder von Gauck daselbst stammt und den Titel trägt:
Winter im Sommer - Frühling im Herbst.
Wolfgang Lieb hat sich auf den Nachdenkseiten die Mühe schon im vergangenen Sommer gemacht, das Buch zu kaufen, zu lesen und zu rezensieren, sogar mit der Aufforderung an die Leser, sich das Buch doch selbst zu kaufen, um sich ein Bild zu machen. Der Autor des Cicero-Artikel hingegen scheint dieses Buch gar nicht zu kennen.

In Anbetracht dieser Mängel des Artikels geht meines Erachtens bei aller berechtigten Kritik an Einseitigkeit der Schuss nach hinten los. Ich bezweifle, dass der Autor hier exemplarisch für ein kontext gerechteres Denken plädieren möchte.

  • Antworten
Holgerw22.02.2012 | 10:40 Uhr

wider den Strom

Cicero verwechselt im Titel Ursache und Wirkung, denn das eigentlich spannende ist weniger die Reaktion im Netz sondern die vorausgegangene Stromlinienförmigkeit beinahe sämtlicher wesentlicher Parteien und Medien, die "den guten Gauck" erfanden - allen voran die Springer-Presse.
Erst aufgrund dessen entstand die Gegenbewegung im Netz, einerseits als hoch demokratische Bürgerbewegung, andererseits zum Großteil auch viel besser begründet (siehe z.B. Nachdenkseiten), als es manch einer zu gerne wahr haben möchte.

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walter koppe27.02.2012 | 01:06 Uhr

Das normale Maß

>> über eine das normale Maß hinausgehende Nähe
>> des designierten Präsidenten
>> zur DDR-Staatssicherheit

Es gab also ein normales Maß der Nähe zur Stasi?
Hat Herr Gauck in seinem blinden Haß auch nur einem einzigen anderen DDR-Bürger dieses Normalmaß zugebilligt? Stolpe? Gysi? IRGENDWEM?

Wie ist denn bitte ein Stasijäger zu beurteilen, der selbst (gerechtfertigt oder nicht) Stasivorwürfen ausgesetzt und vor Beginn seiner Jagd stundenlang mit seiner Akte allein war? Wie kann der einem tatsächlichen Stasiopfer überhaupt noch ins Auge sehen?

Und was soll die Bezeichnung DDR-Staatssicherheit? Existiert denn auch eine in der BRD?

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Schandmäulchen23.02.2012 | 13:35 Uhr

Herzlichen Glückwunsch dem

Herzlichen Glückwunsch dem braven Untertan, der den Artikel verfasst hat. Wo kommen wir denn hin, wenn der künftige heilige Ersatzmonarch der mittelständischen Volksgemeinschaft kritisiert wird!

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D. Schaffdichab23.02.2012 | 15:54 Uhr

Aber, Aber, Aber

Gauck wurde "demokratisch" von den Politikern gewählt. Da gibt es nichts zu kritisieren!

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Gagamehl26.02.2012 | 22:21 Uhr

Die "Anti-Gauck-Welle" im Netz

Ich habe mir erlaubt, hier auch mal ein wenig gegen die Gauck-Hetzer zu hetzen. Mal sehen was ich jetzt zu hören bekomme.

http://www.stammhirnrinde.de/2012/02/24/herr-gauck-bitte-treten-sie-sofort-vom-amt-des-bundesprasidenten-zuruck/

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Andreas Lerg24.02.2012 | 21:12 Uhr

Wie das Netz den bösen Gauck erfand

Die Notwendigkeit zusätzlicher Pro-Gauck-Initiativen erscheinen mir nicht nur ähnlich sinnvoll wie das Aufstellen von Sandkästen in der Wüste, sie beinhalten auch den entscheidenden Fehler, den Sand des Mainstream allgemein gülteiger Normen akzeptiert zu haben; inklusive dem künstlichen Kasperltheater der FDP gegenüber Merkel und einer basistoten Grünen Partei, die inzwischen scheinbar alles akzeptiert, was Roth, Özdemir und Trittin aus ganz ähnlichen machttaktischen Überlegungen heraus in die Gegend pupsen. Es existiert weder kritische Auseinandersetzungen mit dem eigenen Führungspersonal, noch über das Für und Wider zu deren Kandidaten. Während die aktuellen Occupy-Bewegungen vor Jahrzehnten ohne die Grünen kaum vorstellbar gewesen wären, läuft man heute einem Kandidaten hinterher, der genau das Gegenteil der ehemals grünen Bewegung darstellt. Grün sein heisst spätestens seit heute: keinerlei Banken- und Finanzkritik - Weil man inzwischen selbst sehr gut an den Trögen der Macht Teil hat?
Nicht anders verhält es sich mit den Themen Afghanistan, Atomkraft, oder soziale Gerechtigkeit, ... Überall dort, wo es einmal auch deutliche Positionen der Grünen gab, ist Gauck gegenteiliger Meinung. Und so fragt auch keiner mehr, ob die Mitgliedschaft von Gaucks Eltern (beide NSDAP-Mitglieder der ersten Stuinde) mit dem späteren Hass gegenüber dem DDR-Regime und allem Linken zu tun hatte, und auch weiterhin zu tun hat. Da braucht man die Zitate in ihrer Einzelheit gar nicht bis in den letzten Kontext hinein zu analysieren, wenn er die heutige Linke mit "Kommunisten" und "Stasi-Partei" gleich setzt, also inklusive Lafontaine und Klaus Ernst. Spätestens damit, und wenn er die eigene "Freiheit" zur Unfreiheit der anderen erklärt, disqualifiziert sich Gauck für ein solches Amt, das den Ausgleich aller zum Ziel haben sollte. Dieser Präsident ist ganz sicher nicht meiner.
Walter Koppe, Ex-Grünes Mitglied der Linken, in HartzIV

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walter koppe26.02.2012 | 21:43 Uhr

Gauck

Gut, wenn in die Diskussion mal wieder ein paar sachliche Ebenen eingezogen werden, das ist schon richtig. Hätte ich abzustimmen, bekäme Herr Gauck trotzdem meine Stimme nicht. a) Ich will auf diesem Posten keinen Pfaffen sehen (angeblich sind wir ein säkularer Staat) und b) gibt es tatsächlich genügend Gründe, Herrn Gauck nicht für einen netten Märchenonkel zu halten (s. Kommentar Holgerw)

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Peer Spektive27.02.2012 | 14:52 Uhr

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