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 > Wer wird neuer Boss im Schloss?

Berliner Republik
FRAGE DES TAGES Wulffs Nachfolger

Wer wird neuer Boss im Schloss?

von 
Hans Monath
Cordula Eubel
Matthias Schlegel
18. Februar 2012
picture alliance
Joachim Gauck, Nachfolge Bundespräsidentenamt, Wulff Rücktritt
Alles läuft auf ihn zu: Volksliebling Joachim Gauck

Die Suche nach dem Nachfolger des zurückgetretenen Bundespräsidenten ist bereits im Gange. Wir analysieren, wer infrage käme – und warum

Seite 1 von 3

Der Volksliebling

Theoretisch müsste alles auf ihn zulaufen: Joachim Gauck, zu DDR-Zeiten Pastor in Rostock, in den 90ern erster – nicht unumstrittener – Stasi-Akten-Verwalter, parteilos, war zur Bundespräsidentenwahl im Juni 2010 von SPD und Grünen ins Rennen geschickt worden, obwohl er eher als Bürgerlich-Konservativer zu verorten war. Gaucks Kandidatur nötigte dem späteren Bundespräsidenten einen dritten Wahlgang ab. Und der Ostdeutsche genoss als „Präsident der Herzen“ den Rückhalt in breiten Bevölkerungskreisen. Was damals ein Coup von SPD und Grünen war, um die Regierungskoalition zu ärgern, könnte nun zum Bumerang werden: Als überparteilicher Kandidat entspräche der 72-jährige dem wichtigsten Kriterium der Kanzlerin.

Bildergalerie: Wer ist im Rennen um die Wulff-Nachfolge? Eine Kandidatenschau
  • Schloss sucht neuen Boss, Bundespräsident, Nachfolger, Christian Wulff
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SPD und Grüne könnten angesichts der damaligen Begeisterung für Gauck kaum von ihm abrücken – und müssten verschmerzen, dass sie einen „Schwarzen“ ins Amt hieven würden. Zuletzt hatte sich Gauck mit abfälligen Äußerungen über die Occupy-Bewegung unbeliebt gemacht. Gauck selbst bat am Freitagnachmittag um „noch ein wenig Zeit“ zum Überlegen. Später lobte ihn SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier in der ARD: „Er hat an seinen Qualitäten noch nichts verloren.“ Gauck selbst zog es am Abend bei einer Lesung in Kassel dann vor, gar nichts mehr zu sagen.

Der Loyale

Die Fähigkeit, sich nicht zu allzu wichtig zu nehmen, hat Thomas de Maizière erst kürzlich unter Beweis gestellt: Ihm werde die Ausstrahlung einer Heftklammer nachgesagt, behauptete er. Richtig ist: Der Verteidigungminister hat sich mit seiner sachlichen, zurückhaltenden Art einen Ruf als loyaler Staatsdiener erarbeitet. Das kommt offenbar gut an, wie die Umfragewerte des CDU-Politikers belegen. Der Merkel-Vertraute hat im Lauf seines politischen Lebens allerdings schon so viele Ämter ausgefüllt, dass sich mit seiner Person kein eigenes Thema verbindet. Der 58-Jährige hat bislang nicht den Ehrgeiz erkennen lassen, über die Union hinaus zur gesellschaftlichen Sinnstiftung beizutragen.

Allenfalls fällt er mit gelegentlichen großkoalitionären Signalen auf. Zwar achten viele Oppositionsabgeordnete Gründlichkeit und Fairness des Ministers. Doch allen ist bewusst, dass de Maizière seit Jahren zum engsten Kreis um Merkel gehört. Das ist keine gute Voraussetzung für einen Präsidenten, der, wenn nötig, auch die Kanzlerin kritisieren muss. Zudem hat die Opposition schon signalisiert, keinen derzeit aktiven Minister akzeptieren zu wollen. De Maizière selbst bezeichnete die Spekulationen am Freitag auf seiner Rückreise aus den USA als „abwegig“. hmt

Seite 2: Der Parlamentarier

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Sogenannte Demokratie

Eigentlich dachte ich, die Bundesversammlung bestimmt den Präsidenten. De facto wird das aber - trotz der jüngsten, erhellenden Erfahrungen - an deren Willensbildung vorbei in kleinen Runden ausgekungelt, ihr wird dann ein handverlesener Kandidat vorgestellt, und den nickt sie dank Fraktionsdisziplin ab. Nicht einmal das machtlose Amt des Bundespräsidenten gönnt man dem Volk. Stellen wir doch der Bundesversammlung Vorschläge vor, über die sie unbefangen und ohne de-facto-Weisungen abstimmt. Wer kann denn einen geeigneteren Kandidaten nennen als Gauck? Frau Merkel ist die falsche, diese Fragen zu entscheiden. Sie hat gezeigt, weder mit Lügnern noch mit Betrügern an der Spitze des Staates ein Problem zu haben, wenn es denn nur in ihre Machtspielchen passt. Ich finde das alles nur noch unerträglich.

  • Antworten
Helgoo18.02.2012 | 11:59 Uhr

Werner Herzog? Och kommt,

Werner Herzog? Och kommt, Kinder... Roman Herzog! Der Filmemacher war noch nie BP....

  • Antworten
iNick18.02.2012 | 12:00 Uhr

Das wäre die Krönung

Ich schlage vor beide zu wählen, sozusagen als einen präsidialen Gattungsmenschen.

Joachim Gauck, übernimmt mehrheitlich den Part des christlich vielfach gesalbten Volkslieblings, der seine Ratschläge direkt vom lieben Gott erhält und Thomas de Maizière als Ergänzung die Rolle des Politikers, der lieber tausend Dinge tun möchte als in einem Fach zu zeigen, dass er ein Meister ist.

Es wäre ein begnadeter Rollen tauschender Gattungstyp mit beachtlicher politischer Umdrehungsgeschwindigkeit, der einen direkten Draht zum lieben Gott hätte. Das wäre die Krönung.

  • Antworten
Heinz Pelzer18.02.2012 | 12:21 Uhr

Angela Merkel

Angela Merkel
Kanzleramt 1
Berlin

Padenstedt, 17.02.12

Bewerbung zur Ernennung zum Bundespräsidenten

Sehr geehrte Frau Merkel,

ich bewerbe mich für das Amt zum Bundespräsidenten, da ich der Meinung bin, eine Person zu sein die Parteilos und mit keinen Kontakten zur Wirtschaft, unbefangen ist. Mein polizeiliches Führungszeugnis ist lückenlos unauffällig, mein gesellschaftliches Interesse ist hoch.
Ich kenne die Nöte unserer Bürger, die Verfehlungen der Parteien, die Strukturen einzelner Politiker und der Weltpolitik. Ich kenne die schönen Seiten unserer Republik, diese werde ich mit Würde hervorheben, um das deutsche Volk wieder ein Gefühl für unser Land zu geben. Wenn Sie sich für mich entscheiden, entscheiden Sie für das Volk. Ich werde das Recht und die Pflichten des einzelnen Bürgers in den Mittelpunkt stellen, um den Sinn unserer Gemeinschaft wieder in den Fokus zu rücken. Europa wird durch freien Handel und Einführung des freien Kapitalismus wieder in eine Handelsabhängigkeit versetzt. Unterstützte Monopole werden beseitigt und strafrechtlich verfolgt, widerrechtlich vergebene
Subventionen werden dem Volksvermögen zurücküberführt.
Die Mitarbeiter unseres Rechtssystems werden ausgetauscht und strafrechtlich verfolgt. Politiker handeln im Sinne des Allgemeinwohls, bei Verfehlungen und grober Fahrlässigkeit werden diese zur Verantwortung gezogen.
Diplomatische Mitarbeiter anderer Länder werden bei Verfehlungen strafrechtlich verfolgt, es gilt die Gleichbehandlung.
Mein Handeln unterstützt das Leistungsprinzip einer sozial eingestellten Gesellschaft, die auf unserer Verfassung und dem Grundgesetz basiert.
Das höchste Gut ist die Bürgermeinung und Mitbestimmung, die durch Rätegemeinschaften, direkt vom Bürger gewählt, ständig Kontakt zu mir halten, um andere Amtsträger auf die Finger zu schauen.
Sie haben es in der Hand, besetzen Sie das Amt wieder mit einen Ihrer Wohlgesonnenen, geht es mit Deutschland und Europa weiter Berg ab.
Meine Person kommt mit unbefangenen Ideen und keinem wirtschaftlichen Interesse, um Deutschland und den Bürgern ein Leben in Frieden und Ideologie der Gemeinschaft zu ermöglichen.
Mein Weitblick, meine Lebenserfahrungen prädestinieren mich für das höchste Amt in unserer Lebensgemeinschaft.
Ich werde loyal das deutsche Volk vertreten, meine Lebensgefährtin ist nett anzuschauen, was für das Amt wieder einträglich ist.
Frank Poschau
www.frank-poschau.jimdo.com

  • Antworten
Frank Poschau18.02.2012 | 14:22 Uhr

Nächster Versuch

Das eigentliche Problem der alternativlosen und parteienübergreifenden Oligarchie besteht wohl darin, jemanden zu finden, der die weiteren Garantieleistungen des Landes an internationale Finanzinstitute bedenkenlos absegnet. Einer ist zurückgetreten,der andere wurde zurückgetreten. Der eigentliche Grund war wohl diese Rede:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/tagung-der-wirtschaftsnobelpreistraeger-die-rede-von-christian-wulff-in-lindau-11124112.html

Es wäre sicher absolut kein Problem, in diesen Kreisen noch ein paar Leute mehr zu finden, die keine blütenweiße Weste haben.

Ob Gauck oder Lammert, alles abnicken würden bleibt äußerst fraglich. Jemanden zu finden, der noch pflegeleichter ist als Wulff, wird schwer - oder doch nicht?

  • Antworten
Domingo18.02.2012 | 14:42 Uhr

Amt, Ehre und Würde

Würde sich doch nur ein "Pionier" finden, welcher auch vorlebt und tut was "gepredigt wird" und das Amt des Bundespräsidenten ehrenamtlich über nehmen und auch ausfüllen. Wie Beispiel gebend wäre dies! ach Träume

  • Antworten
SaulusPaulus18.02.2012 | 18:15 Uhr

Präsidenten

So bliebe noch, wenn alle Stricke reißen sollten, die Möglichkeit,
da sich der Karneval seinem Ende nähert, bei den Roten oder Blauen
Funken in Köln anzufragen, ob einer der Präsidenten eventuell be-
reit wäre für die Zwischenzeit einzuspringen.

  • Antworten
Pequod19.02.2012 | 10:28 Uhr

Herr Gauck wäre ein würdiger Bundespräsident!

Herr Christian Wulff hat sich durch verschiedenartige Verstrickungen in ein Netz der Gewährung gegenseitiger Gefälligkeiten selbst zu Fall gebracht und nun endlich durch seinen überfälligen Rücktritt den Weg für einen Neuanfang im Berliner Schloss Bellevue frei gemacht.

In einer Zeit, in der wir einen Werteverfall auf breiter Front erleben, kommt dem deutschen Staatsoberhaupt eine bedeutende Rolle als moralische Instanz in unserem Lande zu, quasi als integerer, nicht zwingend fehlerfreier, aber überzeugender Mahner für eine wertschätzende Umgangskultur in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Großes Ansehen im Volk und auch bei mir genießt Herr Joachim Gauck, dem ich zutraue, den ramponierten Ruf und die angeschlagene Autorität des Amtes des Bundespräsidenten wiederherzustellen. Ich würde mir wünschen, dass sich eine große und parteiübergreifende Mehrheit in der Bundesversammlung für diesen unerschrockenen Verfechter von Grund- und Bürgerrechten einsetzt.

  • Antworten
Guido Schümann19.02.2012 | 16:18 Uhr

Braucht es ihn noch - den BuPräs?

Nun kommt er also doch: Joachim Gauck! Bitte nicht missverstehen, ich wünsche ihm viel Glück, für hoffentlich zumindest eine komplette Regierunsgszeit, mehr hat ja schon keine Tradiion mehr in Deutschland. Er verfügt sicher über ganz viele Eigenschaften, die ein BuPräs haben muss: er ist loyal, geerdet, seriös, ohne Vorstrafen, eloquent, verfügt auch sicher über eine hervorragende Kenntnis der Gesetze. Kurz, ein Mann, den man sich für dieses Amt nur wünschen kann. Aber: ganz tief in mir spüre ich ein dummes Gefühl. Gauck, war das nicht der, der schon mal..... ach ja, ...... im dritten Wahlgang. Und dann kommt bei mir die Frage hoch: warum lässt er sich instrumentalisieren, um die Koalition zu retten?
Aber trotzdem, ich wünsche ihm einfach nur viel Glück!

  • Antworten
esther scheiner19.02.2012 | 22:09 Uhr

Der Köng ist tot,es lebe der König.

Gib uns unser täglich Brot.

Herr Gauck,
Sie wollten sich um jeden in unserem Volk bemühen, nun lassen Sie sich feiern und antworten nicht auf Schreiben vom Volk.
Könige haben wir schon zur genüge, die Kirche ist uns auch nicht so wichtig, das täglich Brot liegt uns am Herzen.
Gehen Sie endlich an Ihre Arbeit, Schnittchen essen und Schulterklopfen dachten wir mit Herrn Wulf abgelegt zu haben.
Mir schleicht sich der Verdacht ein, “der König ist tot, es lebe der König”.
Frank Poschau

Brot in der Not

Erst die Süße der Mutter,
lerne schnell, voller Bauch,
Brot dick mit Butter,
ein halbes Schwein tut es auch.

Fett zu Fett, schwillt an,
Sinn nach Maß woher,
andere hungern dann,
fressen Lehm übers Meer.

Gezüchtet für die Gier,
Masse der Industrie,
geschunden das Tier,
was drin, wissen wir nie.

Haut wirft Blasen,
Krebsstand hoch wie nie,
erfinden neue Basen,
hoch der Farmerindustrie.

Stehen wir dann im Zenit,
muss eine Krise her,
es kein Mehr mehr gibt,
sind alle Bäuche leer.

Dann schmeckt das Brot,
ohne Belag wie Kuchen,
nichts lernend in der Not,
den Super-GAU suchend.
Frank Poschau
22.04.12

  • Antworten
Frank Poschau06.05.2012 | 17:30 Uhr

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