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 > Warum Sigmar Gabriel Kanzlerkandidat wird

Berliner Republik

SPDWarum Sigmar Gabriel Kanzlerkandidat wird

Von Christoph Seils18. Juni 2012
picture alliance
Sigmar Gabriel, Frank-Weiter Steinmeier, Peer Steinbrück, SPD, Kanzlerkandidat, K-Frage, Wahl 2013, Bundestagswahl
Am Ende wird der Parteivorsitzende Kanzlerkandidat werden
Schrift:

Erst im Frühjahr kommenden Jahres will die SPD ihren Kanzlerkandidaten bestimmen. Immer wahrscheinlicher ist, dass dieser Sigmar Gabriel heißen wird. Die Zeit spielt für ihn

Seite 1 von 3

Die SPD präsentiert sich in diesen Tagen kämpferisch und demonstriert zugleich, dass sie in der Lage ist, unterschiedliche Rollen zu spielen. Am Freitag führten die Sozialdemokraten die schwarz-gelbe Bundesregierung im Bundestag mit einem Abstimmungstrick vor. Am Samstag demonstrierten sie auf ihrem Parteikonvent ihre Regierungsfähigkeit. Am Freitag verhinderte die SPD vorübergehend das umstrittene Betreuungsgeld, am Samstag bekannten sich die Genossen staatstragend zum europäischen Fiskalpakt. Freitag Fundamentalopposition, Samstag Regierung im Wartestand. Immer mit dabei, immer mittendrin: Sigmar Gabriel.

Der SPD-Vorsitzende findet zunehmend Gefallen an seiner Rolle als Oppositionsführer und möglicher Herausforderer von Kanzlerin Merkel. Längst wäre es deshalb keine Überraschung mehr, wenn er im kommenden Jahr auch Kanzlerkandidat der SPD würde. Im Gegenteil: Immer häufiger erweckt Sigmar Gabriel mittlerweile den Eindruck, als habe er sich entschieden, seine Partei selbst in den in den Bundestagswahlkampf 2013 zu führen.

[gallery:Die SPD sucht einen Kanzlerkandidaten – das Casting in Bildern]

Noch allerdings beantwortet die SPD die K-Frage mit ihrer Troika. Noch stehen den Ambitionen von Parteichef Gabriel die Genossen Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück im Wege. Mit dem Dreigespann konnte die SPD in den letzten Monaten unproduktive Personaldebatten vermeiden und vor allem Peer Steinbrück in die sozialdemokratische Parteidisziplin einbinden. Doch mittlerweile ist die Troika ein Bremsschuh.

Das war zuletzt beim sozialdemokratischen Staatsbesuch am Mittwoch vergangene Woche in Frankreich nicht zu übersehen. Noch vor der Kanzlerin wurden Gabriel, Steinmeier und Steinbrück vom neuen französischen Präsidenten im Élysée-Palast empfangen. François Hollande ist der neue starke Mann in Europa, er gibt derzeit den Takt in den europäischen Debatten vor und fordert Angela Merkel heraus. Gemeinsam mit dem französischen Sozialisten wollten die drei deutschen Sozialdemokraten deshalb im Kampf um die Rettung des Euros grenzübergreifende Solidarität demonstrieren, für einen europäischen Wachstumspakt und für einen Schuldentilgungsfonds werben.

Der Sozialist François Hollande ist derzeit das große Vorbild der SPD. Ein bisschen französischer Glanz sollte deshalb in Paris auf die SPD-Troika abstrahlen. Doch neben dem politischen Riesen wirkten die drei sozialdemokratischen Möchtegern-Kandidaten wie politische Zwerge. Es war nicht zu übersehen, die SPD-Troika hat sich überholt, sie ist kein Ausdruck von Stärke, sondern von Schwäche. Nicht für sozialdemokratischen Aufbruch stehen die Drei, sondern für politischen Stillstand.

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Mit Thomas Oppermann zum Neuanfang?

Das Problem der Troika ist, dass mit ihr drei anerkannte Wahlverliere am Start sind. Gelänge es der Opposition, ein unvorbelastetes Gesicht zu installieren, könnte sie den Wahlsieg unschwer einfahren.

  • Antworten
Regierung4tel18.06.2012 | 14:33 Uhr

Überraschungskandidatin Hannelore Kraft?

Thomas Oppermann als Kanzlerkandidat? Davon war bisher nicht die Rede. Alle drei bisher genannten SPD Politiker (Gabriel, Streinmeier und Steinbrück) verkörpern weder Gradlinigkeit noch Glaubwürdigkeit.
Für welche politischen Inhalte stehen die drei SPD-Spitzenleute?
Gabriel sagte irgendwann einmal, daß die SPD den Kapitalismus nicht abschaffen wolle, sondern lediglich "zähmen".
Als ob sich die Kapitalmärkte von einem Bundeskanzler Gabriel "zähmen" ließen!
Von der Installierung eines Demokratischen Sozialismus will die SPD seit ihrem "Godesberger Programm" (1959) offenbar nichts mehr wissen.
Dabei können die krisenhaften Zustände in Deutschland und Europa erst dann bewältigt werden, wenn es zu einer Demokratisierung der Wirtschaft kommt und der Herrschenden Klasse ihre "Geldmacht" entzogen wird.
Davon hören wir allerdings nichts aus der SPD, weil auch diese Partei mittlerweile "an der Nadel des großen Geldes" hängt.
Bisher hat auch ein möglicher Kanzlerkandidat Gabriel keinerlei Kontrastprogramm zur derzeitigen Regierung Merkel/Rösler aufgezeigt.
Eine mögliche SPD-GRÜNE-Regierung wird also wieder das auftischen, was schon immer als Leibspeise galt: Wackelpeter.

  • Antworten
Yvonne Walden18.06.2012 | 15:22 Uhr

@ Yvonne Walden

@ Yvonne Walden
Warum immer wieder Berufspolitiker?
Ein Klardenker/in wäre unserer Kanzlerin Frau Dr. Merkel ebenbürtiger und könnte sie ggf. als Vizekanzler unterstützen und möglicherweise auch ersetzen. Falls Frau Dr. Merkel noch intensiver und internationaler wirken muss.
Ob eine solche Persönlichkeit nun unbedingt aus einer aktuellen Volkspartei kommen sollte, bleibt abzuwarten. Vielleicht erstarken ja auch die Freie Wähler kurzfristig oder ähnliches passiert.
Not macht erfinderisch, solidarisch, schlauer und lässt den gesunden Menschverstand breiter dominieren.
Das bei allen Verwerfungen, Lügen und hinterhältigen Betrugssystemen in der aktuellen westlichen Wertegemeinschaft, unsere real wirkende Kanzlerin hat nicht an Bedeutung oder Achtung in der denkenden Masse des Volkes verloren, dies ist erstaunlich.
Wie macht sie das nur?
Sicherlich erkennt sie die einfache Mathematik hinter den Dingen und sieht, dass da nur bank- und finanztechnischen Scheingebaren erkünstelt werden, um weiter als „Unschuldiger“ zu betrügen und plündern zu können (Weltleitwährung Dollar, Euro, Rettungsschirm, ESM, ESFM, Geldschöpfung aus dem Nichts usw.)
Trotz aller herben und auch inhaltlichen berechtigten Kritik, aus der Ferne sieht alles einfach aus. Ich möchte die aktuelle berufspolitische Horde von oft lobbyistisch geführten Miethirnen nicht 1 Sekunde führen wollen.

Es müssen weltweit generell neue Ansätze erfolgen.
Die Stunde „Null“ bzw. eine Bruchstelle muss gefunden werden, dass gilt gegenwärtig ja schon als völlig normal.....
Aber was kommt danach? Wieder nur Betrug?

Ich empfehle: „ Lust auf Neues Geld - Leipzig“ oder Plan B (als Stichwortsuche)

Die gegenwärtigen Hüter des aktuellen perfekt wirkenden kriminellen Geldsystems haben längst begriffen, dass ihr aktuelles Spiel wieder mal am Ende ist. Die Sucht der Selbsterhaltung um jeden Preis, läst sie Gott spielen und abscheuliche Dinge in die Wege leiten. Wie lange noch?
Wenn es auch mit der Hilfe von Frau Dr. Merkel gelingt, einen 3. Weltkrieg zu verhindern und dem westlichen Wertesystem einen ehrlichen neuen Weg zu eben, um ganz einfach zu gesunden - ohne Krieg. Analog des ehemaligen östlichen Systemführer Gorbatschow und seines Teams.
Schafft unsere Kanzlerin dies, wäre sie wahrscheinlich mehr als nur eine potenzielle echte Friedens-Nobelpreisträgerin.

Gabriel wird keinen Wahl- „kampf“ gegen Frau Dr. Merkel führen oder ein derartiges Scheintheater führen wollen.
Weil er sicher davon ausgeht, das weltweit schmerzhafte Prozesse auf der Agenda stehen und ein systemischer Bankrott der westlichen Sphäre, ein möglicher Staatsbankrott der USA und auch der BRD auf der Agenda stehen. Und hier Frau Dr. Merkel, als Kanzlerin klar die Bessere ist, schon weil sie in mehreren Sprachen sachkundiger ist und auch mentaler spüren und denken kann, insbesondere in wichtigen 4 Augengesprächen und ansonsten auch.......usw.
Auch ein souveräner Staat – ein neues echtes weltweit anerkanntes freies Deutschland stehen auf dem Plan (sicher auch im Notizheftchen der Kanzlerin).
Langsam wird klarer, dass sich ein gegenwärtig nur kopfgesteuertes Europa nur über Parteispitzen, mit einem Kardinalfehler im Geldsystem nicht ins Glück führen kann.

Den Steinböcken in der SPD hängt teilweise ein einseitiger Altersstarrsinn eines Altkanzlers im Nacken, das macht befangen. Insofern, liebe Frau Walden, stimme ich Ihnen zu.

  • Antworten
Uwe E. Mertens19.06.2012 | 01:31 Uhr

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