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 > ...warum Norbert Röttgen in NRW schon verloren hat

Berliner Republik

Sechs Gründe......warum Norbert Röttgen in NRW schon verloren hat

Von Petra Sorge10. Mai 2012
picture alliance
Norbert Röttgen, Kanzlerin Merkel, NRW, Wahlkampf
Röttgen in der Patsche, die Kanzlerin not amused: Hoffnungsloser CDU-Wahlkampf
Schrift:

Egal, wie die Wahl am Sonntag in Nordrhein-Westfalen ausgehen wird, ein Verlierer steht jetzt schon fest: Norbert Röttgen. Eine bequeme Chance zu Beginn des Wahlkampfes hat er gründlich vermasselt. CICERO ONLINE erklärt die sechs Gründe, warum

Seite 1 von 3

Es gibt Momente, da kommt zum Pech auch noch Unglück. Der jüngste TV-Patzer des nordrhein-westfälischen CDU-Spitzenkandidaten Norbert Röttgen war so ein Moment. Als es in der Sendung „Log in“ auf ZDF info um seine Wahl zum Ministerpräsidenten ging, sagte er, etwas erschöpft, diesen Satz: „Bedauerlicherweise entscheidet nicht alleine die CDU darüber, sondern die Wähler entscheiden darüber.“ Der Moderator hakte nach: „Bedauerlicherweise?“ Röttgen versuchte die Situation noch zu retten, sprach von „Ironie“. Wäre er ein souveräner Spitzenkandidat mit hohen Erfolgschancen gewesen, hätte man ihm das vielleicht abgenommen. Doch so ergossen sich im Internet kübelweise Spott und Häme über den strauchelnden Wahlkämpfer.

Bedauerlich war nicht nur dieser Fernsehauftritt – bedauerlich ist eigentlich sein gesamter Wahlkampf. Wenn am Sonntag in NRW gewählt wird, ist zwar noch nicht klar, ob Rot-Grün eine Mehrheit erreichen wird. Aber ein Verlierer steht in jedem Fall schon fest: Norbert Röttgen. In den Umfragen liegt die SPD mit 37 Prozent klar vorn; die CDU erreicht nur 31 Prozent. Damit wäre sogar noch das historische Tief von 34,6 Prozent unterschritten, mit dem sein Parteifreund Jürgen Rüttgers 2010 abgewählt wurde.

Dabei stand Norbert Röttgen noch bis vor kurzem eine glänzende Karriere bevor. In Parteikreisen wurde er oft „Muttis Klügster“ genannt, galt vielen als Hoffnungsträger. Als Merkel ihn 2009 zum Umweltminister machte, war das auch eine besondere Anerkennung, schließlich hatte sie dieses Ressort selbst einmal geleitet. Kaum im Amt, bot Röttgen seiner Partei in der Atomfrage die Stirn – und machte die Energiewende zur Chefsache. Mit seiner Kritik an der Kernkraft sollte er schließlich Recht behalten, nach Fukushima stieg Schwarz-Gelb aus. Im März widmete der Cicero dem smarten Aufsteiger sogar eine Titelgeschichte und bezeichnete ihn als „Kanzler im Wartestand“. Röttgen leugnete diese Ambitionen nie. Und nun – alles dahin? Was ist da schiefgelaufen?

Bildergalerie: Norbert Röttgen: Kanzler im Wartestand?

Die Ursachenforschung geht weiter zurück, sie hat nicht nur mit der Wahlkampfstrategie, sondern auch mit der Persönlichkeit Röttgens zu tun. Hier die sechs wichtigsten Gründe:

Lesen Sie auf der zweiten Seite, wie Röttgen sich viele Feinde in der CDU gemacht hat

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Es ist kein Politiker-Typ, weil er nicht selbtbeherrscht und selbstkontrolliert auf der politischen Bühne agieren kann. Seine Mimik und Gestik verraten, wer er wwirklich ist, ein Polit-Kasper, der eitel ist und sich selbst gefällt und bereits durchgefallen ist.

  • Antworten
Otmar Schütze11.05.2012 | 10:43 Uhr

Gute Analyse

Sehr gute Analyse. Trifft es imho sehr genau.
Punkt 4 & 5 sind wohl die entscheidenden und bedingen sich zudem gegenseitig. Das fehlende klare Finanz-Konzept, dass als konträrer Entwurf zum Rot/Grün Programm zu sehen gewesen wäre, lässt die "Waffe" der Anti-Schuldenkampagne stumpf werden. Und ohne eine solche durchschlagskräftige Waffe lässt sich eben auch nicht angreifen (Punkt 4).
Klare Kante wäre in diesem Punkt sicher besser gewesen als das Verlangen, partout niemanden mit klaren Sparvorgaben abschrecken zu wollen.

  • Antworten
politiksprech11.05.2012 | 11:49 Uhr

...warum Norbert Röttgen in NRW schon verloren hat

wenn ich mir die Worte und Gesten von Hr. Röttgen so anhöre und seine Gesten sehe , bekomme ich das Gefühl nicht los , das er das Amt des MP in NRW überhaupt nicht haben wollte !
Er scheint mir also ein sogenannter Merkelverpflichteter zu sein ?
der eigentlich nicht wollte ? aber musste !

  • Antworten
Peter von Rüsten11.05.2012 | 13:42 Uhr

Nicht ganz zutreffend

Die Analyse hinsichtlich der Person scheint mir treffend, allerdings geht es bei einer Wahl hauptsächlich um Inhalte. Da steht die CDU nun mal für eine Partei, die die Schulden der Zockerbanken übernommen hat und über "Schutzschirme" immer noch übernimmt. Über die Schuldenbremse soll der Bürger dann überzeugt werden, dass er über seine Verhältnisse gelebt hat und dann zahlen soll. Die Umdeutung, dass es sich bei der Bankenkrise um eine Staatsschuldenkrise handele, funktioniert immer weniger, auch dank vieler aufklärender Artikel im Internet. Die CDU ist zu einer Partei von Banken- und Lohndrückerfreunden herabgesunken, die hoffentlich immer deutlicher die Quittung bekommt.

  • Antworten
SuperW12.05.2012 | 12:39 Uhr

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