Der Piraten-Hype ist ungebrochen. Dabei haben sie kein Programm, keine schlagkräftige Organisation und keine Strategie. Aber es gibt trotzdem sechzehn Gründe, die ihren momentanen Erfolg erklären
Auch auf ihrem Parteitag in Neumünster hat sich wieder gezeigt, die Piraten haben kein Programm, keine schlagkräftige Organisation und keine Strategie. Trotzdem ist der Piraten-Hype ungebrochen, in Umfragen kommen sie auf bis zu 13 Prozent. Der Einzug in die Landtage von Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen scheint sicher zu sein. Längst hat die Piratenkogge Kurs auf den Bundestag genommen. Die etablierten Parteien können machen was sie wollen, jede Kritik prallt von der jungen Partei und ihren Anhängern ab. Die Partei hat einen Lauf und fast scheint es, als könne die Partei nicht einmal über sich selber stolpern.
1. Die Piraten sind neu
Die Piraten sind eine junge Partei. Ihr Erfolg bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im September vergangenen Jahres kam völlig überraschend. Seit dem sind sie in aller Munde. Die Wähler sind neugierig und entschuldigen fast jeden Anfängerfehler.
2. Die Piraten sind sympathisch unprofessionell
Die etablierten Parteien sind professionelle Marketingmaschinen. Kampagnen werden bis zum letzten Komma perfekt inszeniert. Dagegen wirken die unbeholfenen Piraten mit ihrer improvisierten Öffentlichkeitsarbeit und manchem Dilettantismus richtig liebenswert.
3. Piraten nehmen das politische System auf die Schippe
„Vertrau keinem Plakat“ heißt es auf einem der erfolgreichen Wahlkampfplakate der Piraten, mit dem sie die Materialschlacht in Wahlkämpfen und auch sich selbst ironisieren.
4. Die Piraten bieten niedrige Schwelle für Politeinsteiger
Piraten funktionieren wie ein Franchise-Unternehmen. Jeder kann mitmachen. Eine orangene Fahne reicht, schon ist man Partei. Eine stotterfreie Rede reicht für die Wahl in den Vorstand. Aber auch verborgene politische Talente erhalten plötzlich ihre Chance.
5. Die Piraten bedienen die Klaviatur des Populismus
Die Piraten versprechen alles. Kostenlose Downloads, kostenlosen Nahverkehr und bedingungsloses Grundeinkommen. Da lässt sich so mancher Wähler billig ködern.
6. Die Piraten sanktionieren den kollektiven Rechtsbruch
Urheberrechtsverletzungen sind im Internet Volkssport. Die Piraten legitimieren dies politisch und präsentieren mit der Content-Industrie gleich noch einen übermächtigen Feind, gegen den alles erlaubt scheint.
7. Die Piraten interessieren sich nicht für die politischen Schlachten der etablierten Parteien.
Worüber wird in Deutschland nicht alles gestritten. Über Atomausstieg, Betreuungsgeld und Mindestlohn, Europa und Afghanistan. Doch selbst aus ihrem Desinteresse machen die Piraten keinen Hehl, stattdessen erklären sie selbstbewusst: Wir haben keine Antworten, sondern Fragen.
Seite 2: Weitere Gründe für den Erfolg der Piraten











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