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 > Bundespräsident: Vertrauen ins Amt völlig ramponiert

Berliner Republik
Umfragen

Bundespräsident: Vertrauen ins Amt völlig ramponiert

von 
Manfred Güllner
9. Februar 2012
picture alliance
Schloss Bellevue, Bundespräsident, Deutschlandflagge, Wulff
Nicht einmal jeder dritte Deutsche vertraut noch dem Amt des Bundespräsidenten

Das Ansehen von Politikern und Parteien hat in den vergangenen Jahren nicht zuletzt durch das Handeln der Amtsträger gelitten. Nirgends ist das so deutlich wie beim Bundespräsidenten: Die Affäre um Christian Wulff hat das Amt nachhaltig beschädigt. Forsa-Chef Manfred Güllner fragt sich: Wem vertrauen die Deutschen?

Seite 1 von 2

Dass der Unmut der Bürger über die Art und Weise, wie viele politische Akteure Politik betreiben, groß ist, zeigen viele Ergebnisse der politischen Meinungsforschung. So trauen fast 60 Prozent keiner Partei mehr zu, Lösungen für die im Lande anstehenden Probleme zu finden. Und der Anteil derer, die die Politiker, so wie sie derzeit agieren, für das größte Problem in Deutschland halten, steigt kontinuierlich. Beispiel Energiepolitik: Viele Bürger hielten die abrupte Kehrtwende für „kollektiven Irrsinn“. Sie empfanden die Wende sogar als größeres Problem (35 Prozent) als den Reaktorunfall in Fukushima selbst (30 Prozent).

Dass die politischen Parteien vor dem Hintergrund des steigenden Unmuts auch im neuesten Stern-Vertrauens-Ranking der Institutionen mit 18 Prozent nur einen geringen Vertrauenswert aufweisen, ist insofern wenig überraschend. Doch wie schon in den Vorjahren zeigt sich auch in diesem Jahr wieder, dass nicht nur den Politikern, sondern auch Institutionen aus anderen gesellschaftlichen Bereichen von den Bürgern wenig Vertrauen entgegengebracht wird. So sind die Vertrauenswerte der Manager-Kaste (mit 18 Prozent), der katholischen Kirche (mit 21 Prozent) oder der Banken (mit 22 Prozent) ähnlich niedrig wie die der der politischen Parteien.

Noch geringer ist der Vertrauenswert des Zentralrats der Muslime mit 16 Prozent. Und das geringste Vertrauen bringen die Bürger den Werbeagenturen entgegen, zu denen nur 12 Prozent noch Vertrauen haben. Alle, die viel Geld für Werbung ausgeben, wären also gut beraten, genau zu prüfen, ob das, was ihnen die Kreativen jedweder Agentur vorlegen, bei den Menschen wirklich so wie gewünscht ankommt. Wie handwerklich unbefriedigend manche Werbung geworden ist, lässt sich alleine an der Wahlwerbung ablesen. Gemessen etwa am Adenauer-Plakat von 1957 – dem besten bisherigen Wahl-kampf der CDU/CSU – oder dem Brandt-Plakat von 1969 – dem besten bisherigen Wahlkampf der SPD – wirken die Werbemittel fast aller nachfolgenden Wahlkämpfe eher dilletantisch.

Nicht besonders groß ist auch das Vertrauen zu Versicherungen (26 Prozent) oder zum Papst (29 Prozent).

Seite 2: Vertrauen ins Amt des Bundespräsidenten um 30 Prozentpunkte abgestürzt

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Vertrauen der Bürger

Diese Einschätzung ist richtig und der Grund liegt wohl darin, dass sich niemand von den Politikern den Interessen bzw. Problemen der Menschen im Land verpflichtet fühlt. In der DDR waren die Politiker als Bonzen verschrienen und alls wussten, die sorgen in erster Linie für sich selbst. Das brauchen sie heute nicht mehr, sie werden durch die Lobby hinreichend versorgt und betreiben deren Geschäft. Die Politik agiert heute ohne Moral und ohne Prinzipien, dafür gibt es ein bekanntes Beispiel. Mit genügend Geld kann man alles machen, sogar für Frau Merkel die Umfragewerte stylen. Der Staat ist längst in der Hand der Lobbyisten und die sind beauftragt. Staat und Wirtschaft sind bereits in eng verflochten. Wenn die Arbeitsgeber für die Kürzung der Witwenrente sind, wird es auch irgendwann geschen. Griechenland bleibt ja auch nur in der Euro-Zone gegen alle Vernunft, weil wir dorthin expotieren wollen.

  • Antworten
Otmar Schütze10.02.2012 | 09:04 Uhr

Herr Güllner, Sie wissen doch,

Meinungsbildung, Information, Unterhaltung, diese Funktionen werden den Massenmedien zugeordnet. Dabei können „Öffentlichkeitsarbeiter“ als Propagandisten, als Informationsvermittler, als Kontrolleure oder auch als Unterhalter wirken.
„Problemlösungskompetenz“ war schon immer gefragt!

  • Antworten
bernhard10.02.2012 | 19:19 Uhr

Nostalgie und Selbstbeweihräucherung

Also die Zahlen sind natürlich erschreckend - immer noch 22% vertrauen Banken, 18% Managern und 26% vertrauen Versicherungen, die, wenn einmal gefordert sofort zurückzucken, teurer werden oder einem neue Versicherungverträge aufschwatzen wollen, die weniger Schutz umfassen (so geschehen bei uns nach der Flut 2002 - die Allianz wollte unseren Vertrag ändern) und die letztlich auch nur die Lebensversichrung verzocken.
Ich frage mich auch, warum 77% oft profilneurotischen, nicht selten genauso bestechlichen (wenn auch dann Fördergelder genannt) Universitätsmitarbeitern vertrauen. Das einzige wirklich Progressive aus den Universitäten seit Luther waren die Studenten.
Naja und die Plakate sind nicht wirklich originell - wenngleich ehrlich - aber heute wird niemand für gute Absichten oder Strumpfhosen gewählt. Da haben sich einige Vorraussetzungen geändert.
Zuletzt ist es nicht überraschend, dass ein Meinungsforschunginstitut herausfindet, dass es wirklich gebraucht wird. Ist ja gut zu wissen und man tut ja auch alles um im Gespräch zu bleiben - obwohl sie jetzt schon bei den letzten beiden Bundestagswahlen ziemlich falsch lagen. Manchmal wünsche ich mir die Woche vor der Wahl würde ewig dauern.

  • Antworten
quaestor11.02.2012 | 02:41 Uhr

Wulff

Der Mann besitzt psychopathologische Merkmale, wie sonst kann sich jemand derart in aller Öffentlichkeit demolieren lassen. Aber er hat zwei Halteseile, das eine ist Frau Merkel. Das zweite Halteseil: Ein derartig gutes Schnäppchen bekommt ein Schnäppchenjaäger nie wieder.

  • Antworten
Otmar Schütze13.02.2012 | 08:58 Uhr

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