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 > „Überwachungs-Software sichert Wohlstand“

Berliner Republik
Trojaner-Affäre

„Überwachungs-Software sichert Wohlstand“

Interview mit Arne Schönbohm 14. Oktober 2011
picture alliance
Das trojanische Pferd
Der Begriff des "Trojaners" hat eine lange Geschichte: Eine Szene aus dem Kino-Film Troja (2004).

Arne Schönbohm ist langjähriger Berater der Bundesregierung für strategische Sicherheitsfragen und Internetverbrechen. Im Interview mit CICERO ONLINE erklärt er, warum von Spionagesoftware unser Wohlstand abhängt und was der Staat tun muss, um seine Bürger vor Angriffen aus dem Internet zu schützen.

Mehrere Bundesländer arbeiten mit einer Spionagesoftware, die technisch mangelhaft ist und weder den Sicherheitsstandards noch den rechtlichen Rahmenbedingungen für polizeiliche Ermittlungen genügt. Wieso wird in Deutschland bei Online-Ermittlungen auf einem Amateurlevel gearbeitet?
Ich denke, der Staat hat die Gefahr erkannt und beginnt gerade erst die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Das Problem ist nur: Vor einer Woche hätten Ihnen alle gesagt, wir haben alles im Griff und es läuft. Nun wurde das Problem öffentlich und plötzlich sieht man die Lücken und Defizite. Es hätte mich gefreut, wenn die Behörden ehrlicher mit diesem Thema umgegangen wären, und gesagt hätten: Wir haben hier Verbesserungsbedarf und müssen noch schneller und besser in der technischen Entwicklung werden.

Warum ist Ihrer Meinung nach der Einsatz von Spionage-Software so wichtig für die Kriminalitätsbekämpfung?
Es gibt Verbrechen und Bedrohungsszenarien, die heute ausschließlich im Internet passieren. Früher hat es vielleicht noch gereicht, den Rechner zu konfiszieren und lokale Festplatten zu durchsuchen. Bei den heutigen Problemen wie Kinderpornographie oder Terrorbanden sind die relevanten Daten auf Internetseiten und virtuellen Daten-Clouds gelagert. Deswegen ist hier der Zugang zu den Datenverbindungen und Online-Netzwerken erforderlich.

Was muss getan werden, um die Gefahrenabwehr und Strafverfolgung zu professionalisieren?
Bund und Länder müssen stärker kooperieren. Nehmen wir als Beispiel die Stadt Hamburg. Hier wurden die Terroranschläge vom 11. September geplant und koordiniert. Hinzu sind in Hamburg wichtige Großunternehmen der deutschen Wirtschaft angesiedelt, die jederzeit Opfer von Wirtschaftsspionage werden können. Das Land hat aber natürlich nicht die Ressourcen, um die nötige Technik und genug Profis für die Online-Ermittlungen bereitzustellen. Daher muss es Kompetenzcluster geben, wo sich mehrere Bundesländer mit dem Bund für bestimmte Bereiche der Kriminalitätsbekämpfung zusammenschließen und spezialisieren.

Die Haushaltslage der Länder ist bescheiden und verleitet zum Einkauf von Sicherheitstechnik, die mehr durch ihren Preis als durch Qualität besticht. Muss der Bund den Ländern auch finanziell unter die Arme greifen?
Alle Experten sind sich einig, dass das Thema Sicherheit und Cyberkriminalität das dominierende Thema der nächsten Jahrzehnte sein wird. Dann sollten wir zu mindestens sagen, dass wir zwei Prozent vom Haushalt des Bundesinnenministeriums zusätzlich für dieses Thema aufwenden. Zwei Prozent bei 5,6 Milliarden macht rund 120 Millionen aus. Das wäre eine sinnvolle Maßnahme.

Wie würden Sie Bürgerrechtlern und linken Politikern diese Maßnahme erklären, die lieber mehr Geld in Bildung und Mindestlohn als für Sicherheitsbelange investiert sehen wollen?
Bei dem Thema der Sicherheit geht es um die Grundlage unseres Wohlstandes. Damit die Unternehmen überhaupt in der Lage sind, die Steuern zu zahlen, die wir für einen hohen Bildungsetat und andere Dinge haben wollen, müssen sie geschützt werden. Klaus-Dieter Fritsche, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, hat berechnet, dass wir von einem Schadenspotential von 50 Milliarden Euro für die deutsche Wirtschaft durch Internetverbrechen pro Jahr ausgehen müssen. Bei der Summe muss ich als Politiker überlegen, was ich tun kann, um das zu reduzieren. Außerdem fordere ich nicht unbedingt mehr Geld. Es geht um eine Umverteilung: nicht einfach den Sicherheitsetat um zwei Prozent erhöhen, sondern vielleicht aus anderen Kriminalitätsfeldern abziehen.

Welche wären das?
Zum Beispiel Polizeipersonal einsparen, dass sich um Handtaschendiebstahl und Sicherheit von öffentlichen Einrichtungen kümmert. Letzteres können auch private Firmen übernehmen.

Sie haben das Schutzinteresse von Großunternehmern angeführt. Verlieren sie da die Bedürfnisse des Durchschnittsbürgers, der kein Privatunternehmer ist, nicht etwas aus den Augen?
Nein. Wenn sich mit dem Einsatz von Überwachungssoftware Internetverbrechen effizienter und kostengünstiger aufdecken lassen, als wenn mehrere Polizisten 24 Stunden im Einsatz sind, kann ich das aus Sicht des gemeinen Steuerzahlers doch nur gut finden.

 

Das Interview führte Julius Jasso.

Foto: Schönbohm Consulting

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44 Kommentare

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Was immer es ist, ich fürchte

Was immer es ist, ich fürchte die Danaer, selbst wenn sie Geschenke bringen.

  • Antworten
Fiona17.10.2011 | 11:50 Uhr

Qualität der Dienstleistung

"Arne Schönbohm ist langjähriger Berater der Bundesregierung für strategische Sicherheitsfragen und Internetverbrechen" - bei dieser windigen "Qualität" der Beratungsleistung würde ich empört mein (Steuer)geld zurückverlangen. Aber es erklärt natürlich einiges.

  • Antworten
Gesto Sumbam17.10.2011 | 12:58 Uhr

Wenn das wenn nur zutreffen

Wenn das wenn nur zutreffen würde...

Aber das tut's nicht :]

  • Antworten
Textbaustein17.10.2011 | 13:19 Uhr

ich fürchte es immer

Er hat es schon erfasst, dass Wohlstand und Sicherheit Hand in Hand gehen. Um "meinen" Wohlstand zu verwerten, brauche ich aber insbesondere Sicherheit vor demjenigen, welcher über das Gewaltmonopol verfügt.

  • Antworten
Thomas Ewert17.10.2011 | 14:42 Uhr

Das ist ja unglaublich...

Jahrelang hat man die tolle Videoüberwachung gepredigt, dafür Personal eingespart. Und nun werden auf den verwaisten aber toll videoüberwachten Berliner Bahnhöfen ständig Leute niedergeprügelt.. die sich übrigens einen Scheiss um die Videokameras kümmern. Und der Kerl bahuptet tatsächlich das hier?!?!:
"sondern vielleicht aus anderen Kriminalitätsfeldern abziehen. Zum Beispiel Polizeipersonal einsparen, dass sich um Handtaschendiebstahl und Sicherheit von öffentlichen Einrichtungen kümmert. Letzteres können auch private Firmen übernehmen."

Mir klappt die Kinnlade runter. Ich dachte der eine oder andere hätte mal angefangen zu überlegen. wie viele Polizistenstellen und Ausbildung man betreiben hätte können für 13 Millionen Euro, die einer privaten Firma für eine Rotzsoftware die auch noch zusammengeklaut wurde, in den Arsch geschoben wurden.
Überhaupt, wie spart man denn indem man Polizei abzieht und das Private machen lässt, arbeiten die so viel billiger oder was?

  • Antworten
U.H.17.10.2011 | 16:06 Uhr

Aber sicher arbeiten die

Aber sicher arbeiten die billiger! Nur für die 3,50€/ Stunde halten die ihren Kopf auch nicht hin, wenn's mal hart auf hart kommt. Was ich mehr als verstehen kann...

  • Antworten
K.S.17.10.2011 | 16:48 Uhr

also dass mit den geplanten

also dass mit den geplanten maßnahmen ausnahmslos die privatwirtschaft geschützt werden soll, die dies eigentlich selbst zu finanzieren und zu verantworten hat, ist ja bereits ein skandal. dafür jährlich 120 mio zu verbrennen setzt dem noch die krone auf. aber richtig angst wird mir bei dem satz:

"Zum Beispiel Polizeipersonal einsparen, dass sich um Handtaschendiebstahl und Sicherheit von öffentlichen Einrichtungen kümmert. Letzteres können auch private Firmen übernehmen."

das kann er unmöglich ernst gemeint haben. um gottes willen, bringt diesen mann schnellstmöglich zur vernunft!

  • Antworten
walther17.10.2011 | 16:10 Uhr

doch, das meint der ernst.

doch, das meint der ernst. diese leute haben es sich so schön auf ihrem feldherrenhügel gemütlich gemacht, wie es uns hier unten geht, ist denen schon seit mindestens 1933 egal - eher länger.
die sicherheitsindustrie steht schon in den startlöchern, um uns im namen der konzerne und hedgefonds zu versklaven.

  • Antworten
cowboy horst17.10.2011 | 16:33 Uhr

ja da sind sie ja wieder die

ja da sind sie ja wieder die guten terrornetzwerke. vor denen hab ich als deutscher auch dermassen angst. gab ja schon massenweise internationalen terror bei uns ...
liest sich wie ein arsch der von der volksangst lebt, so leute sollten ehrlich ihr geld verdienen müssen!!(denn) morgen wären sie verhungert...

  • Antworten
tobe17.10.2011 | 16:10 Uhr

Scheinheilige Argumentation

Die Argumente Schönbohms sind auf den Kopf gestellt. Der ohnehin kommende Überwachungsstaat soll mit äußerst fragwürdigen Argumenten vom Bürger selbst finanziert werden.

  • Antworten
George Orwell17.10.2011 | 16:14 Uhr

Reduzieren Sie die Anzahl der

Reduzieren Sie die Anzahl der URLs doch bitte auf ein bis zwei, die inhaltlich direkten Bezug auf den vorangehenden Absatz nehmen. So nahmen die URLs mehr als dreimal so viel Platz ein wie Ihr inhaltlicher Beitrag.
Wir wollen nicht zensieren, was inhaltlich beiträgt und nicht beleidigt, aber so war Ihr Kommentar einfach nur unleserlich. Sie könnten Shortlinks erstellen oder auf eine Link-Sammlungs-Seite verlinken.
Mit freundlichen Grüßen

  • Antworten
Woody Mues18.10.2011 | 09:56 Uhr

Uiuiui, da weiß man gar nicht wo anfangen...

Deshalb nur ein Punkt: Terror und Kinderpornographie sind doch die Vokablen der Angstmacher! Und gegen die kommt man mit Spähprogrammen auch nicht an. Deshalb wurde der Trojaner ja auch gegen eine Online-Apotheke und Kleiderdiebe eingesetzt. Und das nennt man mit Kanonen auf Spatzen schießen. Und dabei reißt man das demokratische Haus inklusive Bürgerrechten gleich mit ein.
Ein eigentümliches Verständnis von Rechtsstaat hat dieser Mann. Vielleicht sollte sich mal der Verfassungschutz um ihn kümmern..

  • Antworten
memoe17.10.2011 | 16:14 Uhr

Erstklassige Satire

Die Kommentare zeigen, daß auch heute noch gute Satire nicht sofort erkannt wird ...

BTW: Das Zertifikat in der Werbeanzeige rechts hier auf der Webseite läuft in 38 Tagen schon ab. Sowas kann man sich der der freien Wirtschaft nicht leisten! Da müssen neu ausgegebene Zertifikate mindestens ein Jahr halten. Und sowas schreibt über Internetsicherheit ...

  • Antworten
Lutz Donnerhacke17.10.2011 | 16:21 Uhr

windelweich

was für ein armseliges, windelweiches interview. wieso wird da nicht gefragt, mit welchem recht so mal eben auf die verfassung geschissen wird. Wieso wird nicht gefragt, wie man denn in zukunft sicherstelen will, dass nicht wieder ähnliche trojaner mit ähnlichen funktionen eingesetzt werden, mit denen bürgern gefälschte beweise untergeschoben werden können.
wieso wird nicht gefragt, ob und wie regierung, parlament und justiz, denn jemals kontrolleiren und beurteilen wollen, ob solche einsätze wirklich verfassungskonform sind?
einfach läppisch, das!

  • Antworten
cowboy horst17.10.2011 | 16:22 Uhr

zum sichern des wohlstandes?

Herr Schoenbohm,

die mangelhafte Software, deren Einsatz in der Form rechtswidrig ist, wurde aber fast ausschliesslich gegen andere delikte als terrorismus und kinderpornographie eingesetzt, zumindest wenn man dem noch-innenminister von bayern glauben darf. insofern wirkt es jetzt merkwuerdig, den einsatz solcher software weiterhin mit kinderpornographie und terrorismus zu rechtfertigen.
was ich auch nicht verstehe ist, wie eine etliche millionen (10 bis 13 miillionen gingen laut TED an die DigiTask) schwere anschaffung durch den staat zur bekaempfung von kleinkriminellen (der trojaner wurde ja in bayern haeufig gegen illegalen arzneimittelhandel und drogenhandel eingesetzt) den wohlstand schuetzen soll. aus meiner sicht stimmt da das kosten- / nutzenverhaeltnis nicht.
koennten sie mir also vor allem das mit dem erhalten des wohlstandes noch mal erklaeren?

danke.

  • Antworten
Udo Haber17.10.2011 | 16:22 Uhr

Unkritisch, Uninformiert, Unreflektiert

Wenn Arne Schönborn "langjähriger Berater der Bundesregierung für strategische Sicherheitsfragen und Internetverbrechen" ist, dann sollte er wissen, dass kein Fall bekannt ist in dem der Staatstrojaner gegen vermeindliche Terroristen oder Dokumentation von Kindesmißbrauch eingesetzt wurde. Zudem sollte Herr Schönborn wissen, dass die Komprimietierung von Netzwerken mit Fremdsoftware, welche "Scheunentore" (Wortlaut CCC) für Kriminelle öffnet und zudem immenses Mißbrauchspotential aufweist, in keiner Weise von Unternehmen positiv bewertet wird. Mit dem Staatstrojaner wurde unverhältnismäßig und ohne Abwägung in grundlegende Bürgerrechte eingegriffen um triviale Kriminalität zu verfolgen. Dabei wurde sich allen Anschein nach Bewußt über Gerichtsurteile des LKA und des Bundesverfassungsgericht hinweg gesetzt. Dies ist ein Skandal sondergleichen!

  • Antworten
Daniel Baulig17.10.2011 | 16:24 Uhr

Omni Consumer Products

Jones observes in RoboCop that OCP has "gambled in markets traditionally regarded as non-profit: hospitals, prisons, space exploration. I say good business is where you find it."

Und in ein Privates Polizeiwesen. Wir erinnern uns, der Film ist aus den 80gern.

  • Antworten
MacroTool17.10.2011 | 16:24 Uhr

Starke Sache,

Starke Sache,
hat man den Artikel gelesen weiß man wo die Verfassungsfeinde sitzen!
So rund und feist, wie sie eben sind...

  • Antworten
lmike17.10.2011 | 16:29 Uhr

So viel Unsinn ....

"Zum Beispiel Polizeipersonal einsparen, dass sich um Handtaschendiebstahl und Sicherheit von öffentlichen Einrichtungen kümmert."

Brilliante Idee. Noch besser legalisiert Handtaschendiebstahl und stellt die Überwachung von öffentlichen Einrichtungen (wie Krankenhäusern, Kindergärten, Schulen oder auch dem Bundestag)vollständig ein.

Das können private Firmen VIEL besser. Und diese privaten Firmen machen das auch aus einem Wohltätigkeitsgefühl heraus. Die wollen da kein Geld für. Sprich dadurch hätte die Bundesrepublik wirklich Mittel zur Bespitzelung der eigenen Bürger sinnvoll freigesetzt. (Achtung Ironie)

Auch die Aussagen: "Nun wurde das Problem öffentlich und plötzlich sieht man die Lücken und Defizite"
"[Und wenn die Behörden ...] gesagt hätten: Wir haben hier Verbesserungsbedarf und müssen noch schneller und besser in der technischen Entwicklung werden."

Sind einfach so etwas von krass weltfremd. Es ging in den letzten Tagen nicht (nur) darum das die Behörden in völliger Inkompetenz fehlerhafte Schadsoftware auf Rechner von deutschen Bürgern installiert haben, sondern das dies entgegen geltendem deutschem Recht geschah. Sprich deutsche Behörden brechen deutsches Recht, und Herr Schönbohm fordert das wir diesen Abteilungen das Budget um rund 120 Millionen erhöhen und dafür beim Polizeipersonal in anderen Funktionen sparen ..... "Das wäre eine sinnvolle Maßnahme."

  • Antworten
Arno Nym17.10.2011 | 16:31 Uhr

Chance verpasst und die

Chance verpasst und die wichtigen Frage nicht gestellt: Vereinbarkeit mit freiheitlicher Demokratie, Verhältnismässigkeit. Dieses Interview liesst sich wie Werbung.

  • Antworten
Michael17.10.2011 | 16:33 Uhr

Tolle Fakten!

1.) 50 Mrd ist eine schöne runde Summe, aber eine Quelle dazu sollte der Mann schon preisgeben. Raffelhöschens haben wir genug im Lande.

2.) "Vor einer Woche hätten Ihnen alle gesagt, wir haben alles im Griff und es läuft. Nun wurde das Problem öffentlich und plötzlich sieht man die Lücken und Defizite." Als ob es die Diskussionen niemals gegeben hätte und als ob in Landshut keine Gerichtsentscheide gefällt worden wären. Wenn die staatlichen Behörden damals nicht begriffen haben, worum es geht, dann verstehen sie es heute auch nicht.

3.) Alle Bedrohungsszenarien sind niemals wahr geworden. Die Sauerlandgruppe ist durch Internetüberwachung (in der Leitung) und nicht am PC selbst (in der Sprechmuschel) überwacht worden.

4.) Ich dachte, dass wir weniger Staat brauchen? Also warum übernehmen nicht die Unternehmen selbst den Schutz ihrer Daten?

5.) Ich habe das unbestimmte Gefühl, dass da ein Vertreter seiner Zunft sich neue Aufträge herbeireden will.

  • Antworten
Naseweis17.10.2011 | 16:35 Uhr

Ich frage mich....

was der gute Mann eigentlich meint?! Also sollen Polizisten vom Schutz "öffentlicher" Einrichtungen abgezogen werden, um Verbrechen an "privaten" Unternehmen zu verhindern. Für den Schutz der "öffentlichen" Einrichtungen sollen wiederum private Sicherheitsdienste genutzt werden?! Sprich der Staat schützt Einrichtungen der privaten Hand und Firmen aus der Privatwirtschaft den Staat? Hä?
In jedem Fall ist die Argumentation wenig Schlüssig und wirft mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt.
Und so was will Berater sein?!

  • Antworten
R.C.17.10.2011 | 16:35 Uhr

Die Probleme mit der geringsten Internetaffinität

Da kommt das Totschlagargument:

"Kinderpornographie oder Terrorbanden", aha! Wer hat neulich nachgewiesen, dass KiPo-Handel eigentlich kaum im Internet passiert? Und Terrorbanden! Wenn die ihre Sache professionell machen, kommt da kein Trojaner auf deren Computer.

  • Antworten
Abdul Ramen17.10.2011 | 16:49 Uhr

Schlechtes Interview

Herr Schönbohm geht direkt nur auf die technischen Mängel der Software ein, ignoriert aber den verfassungsrechtlichen Aspekt komplett. Warum haken Sie da nicht noch mal nach?

Des weiteren redet er zuerst von "Problemen wie Kinderpornographie oder Terrorbanden" (und disqualifiziert sich im selben Satz als alter Mann mit Kugelschreiber durch die Erwähnung von "virtuellen Daten-Clouds") und wenig später geht es dann plötzlich um Wirtschaftsspionage. Auch da hätte eine Erinnerung an den wissentlichen Rechtsbruch (DigiTask hat den Quellcode des Trojaners den Käufern zur Begutachtung geöffnet) der Behörden sicher zu interessanten Ergebnissen geführt. Oder daß es bei den tatsächlichen Einsätzen nicht mal um Kinderpornographie oder Wirtschaftsspionage (von rechtsstaatsbedrohendem Terrorismus ganz zu schweigen) sondern um Hehlereien und Anabolika ging.

Einen Kommentar zu seinen weiteren Aussagen spare ich mir hier mal.

  • Antworten
Alexander Brüning17.10.2011 | 16:50 Uhr

Was füre ein Stuss

Der Typ labert doch nur richtigen Müll heraus!
Wir müssen alle überwachen damit der Wirtschaftsschaden niedriger wird, 50 Milliarden € pro Jahr durch das Internet? Wir ist der auf diese zahl gekommen?!

Und wegen Cloudservice brauchen wir Trojaner? Fragt doch beim Hoster nach. Der hat von IT echt 0 Ahnung. Und was machen wir mit den arbeitslosen Polizisten? Schicken wir die dann zu den Privatunternehmen um "Verbrecher" zu fassen? Da wo sie einen Rechtsfreien Raum haben und so vollends austoben können mit Pfefferspray und Schlagstock?

Jeden Satz was aus den seinen Mund kommt ist totaler Bullshit...

  • Antworten
Manuel G17.10.2011 | 16:59 Uhr

Ich hoffe...

...jetzt wurde auch dem letzten bewußt der am Samstag nicht auf einer Demo war, bei der nächsten dabei zu sein. Dieser Kungel aus Politik und Wirtschaft/ Finanzwirtschaft muß in die Grenzen gewiesen werden. Umso länger gewartet wird,
umso häßlicher wirds dann wieder werden. Nicht zuviel Wut aufstauen, jetzt handeln. Wir haben nur eine Demokratie die diese Verfassungsfeinde uns immer mehr wegnehmen, weil jeder nur zuschaut. Also auf gehts, o`zapft is - fürs Volk!

  • Antworten
Frank17.10.2011 | 17:00 Uhr

die SED hat zu ihrer Zeit

die SED hat zu ihrer Zeit nichts anderes behauptet...

und wie sicher das Internet erst wird, wenn die fiesen Terrorbanden merken, dass sie sich nur bei der billigsten Security Firma bewerben müssen...

  • Antworten
Dolly R. Parton17.10.2011 | 17:22 Uhr

Consulter zu Pflugschaaren!

Arne Schönbohm: " Zum Beispiel Polizeipersonal einsparen, dass sich um Handtaschendiebstahl und Sicherheit von öffentlichen Einrichtungen kümmert. Letzteres können auch private Firmen übernehmen. "

Ach, und die privaten Firmen machen das dann kostenlos?
Oder bedienen die sich dann aus den geklauten Handtaschen selbst?

Ist Arne Schönbohm, der Sohn von Jörg "Law & Order" Schönbohm?
Wenn ja, erklärt das alles...

  • Antworten
Zeolith17.10.2011 | 17:29 Uhr

was'n Experte!

Meine Güte, was ist das denn für ein "Experte"?

Er macht Panik und redet von Terroristen und Kinderporno, dabei wurden die (illegalen - wegen Screenshots und Nachladefunktion) Trojaner nur bei Medikamten- und Drogenhandel und gefälschter Markenkleidung eingesetzt…

"Überwachungs-Software sichert Wohlstand" - "Krieg ist Frieden! Freiheit ist Sklaverei!"

  • Antworten
Weirdo Wisp17.10.2011 | 18:18 Uhr

Berater FÜR

Berater FÜR Internetverbrechen.

Andere können das auch ohne Berater :)

  • Antworten
Heinz Meier17.10.2011 | 18:20 Uhr

Schutzinteressen?

Früher sagten sie immer "Denk doch mal jemand an die Kinder ..." und heute ist eben die Wirtschaft. Da frage ich mich nur, warum alle bisher aufgeflogenen Fälle des Trojanereinsatzes wegen Drogendelikten und Hehlerie, bzw. Arzeneimittelverstoß waren. Wo bleibt denn der Schutz für unsere tolle, steuerzahlende deutsche Wirtschaft? Wie will er mit seinem popeligen Trojaner einen chinesischen Hacker davon abhalten Firmengeheimnisse zu entwenden?

  • Antworten
Schattenlos17.10.2011 | 18:35 Uhr

ein paar Fragen

1) 50Mrd? Die Quelle, bitte!
2) Wieso erkennt der Staat die Gefahren erst jetzt? Sie hätte den zuständigen doch spätestens nach der Entscheidung des BVerfG klar sein müssen, allerspätestens jedoch nach der Entscheidung des Landshuter Gerichts.
3) Privatisieren wir doch bitte auch den Schutz der Großunternehmen. Das ist das einzig konsequente, wenn wir weiter die Staatsquote senken wollen. Die Märkte informieren uns dann schon, wenn die Sicherheit zu gering ist. Den Schutz der Straße überlasse ich dann doch lieber den Herren in blau.
4) Die Terroristen lassen auch durch Internetüberwachung erwischen. So geschah es mit den Sauerländern. Ohne, dass deren Computer angezapft worden wären.

  • Antworten
Naseweis17.10.2011 | 19:29 Uhr

Was heißt hier bitte Industriespionage?

Unternehmen verdienen viel Geld mit ihren Industriegeheimnissen und verklagen sich gegenseitig auf immense Summen bei Patent- und Markenrechtsverletzungen. Da können sie wohl auch ihr eigenes Geld in den Schutz des eigenen Kapitals investieren. Wieso wird hier nach dem Staat gerufen, wo sonst (wenn es um die Förderung der Absatzmärkte geht) das Argument „der Markt wird das selbst regeln“ lautet?! Das ist doch wiedermal typische Doppelmoral.

  • Antworten
nik17.10.2011 | 19:55 Uhr

Unglaublicher Unfug

"Es geht um eine Umverteilung: nicht einfach den Sicherheitsetat um zwei Prozent erhöhen, sondern vielleicht aus anderen Kriminalitätsfeldern abziehen."

*nächster Satz:*

"Zum Beispiel Polizeipersonal einsparen, dass sich um Handtaschendiebstahl und Sicherheit von öffentlichen Einrichtungen kümmert. Letzteres können auch private Firmen übernehmen."

Ah ja, private Sicherheitsfirmen kosten ja kein Geld, das ist also eine reine Umverteilung! Kraftwerke brauchen wir übrigens auch nicht, den Strom kommt ja aus der Steckdose!

Doch damit noch nicht genug der Milchmädchenrechnungen:

"...Schadenspotential von 50 Milliarden Euro für die deutsche Wirtschaft durch Internetverbrechen..."
Durch Kinderpornographie und Terror? Wohl eher durch fiese Raubmordkopierer, und hier sieht man mal, wohin das ganze führen soll.

Ich kann, ehrlich gesagt, nicht klar erkennen, ob Herr Schönbohm extrem dumm ist oder extrem dreist lügt, aber mit solchen intellektuellen Glanzlichtern im Beraterstab der Bundesregiereung wundert mich gar nichts mehr.

  • Antworten
Maxell17.10.2011 | 20:27 Uhr

Mangel an Expertise

Da wird natürlich klar, woher die Regierung ihren selbst eingestandenen "Mangel an Expertise" bezieht: es gibt spezielle Beratungsfirmen dafür. Dafür und für "Internetverbrechen".
Wenn's nicht zum Weinen wär'...

  • Antworten
Quousque Tandem17.10.2011 | 23:42 Uhr

Lücken & Defizite

Berater der Bundesregierung für strategische Sicherheitsfragen und Internetverbrechen.

Er ist Berater für Verbrechen. Da passt der Rest doch.
Ich vertraue darauf, dass bald ganz offensichtlich wird, wem er mit seinem Quatsch Staatsgelder in die Tasche zaubern will....

Von der Idiotie, noch mehr Polizei einzusparen,
über die Furz-Idee weiter Sicherheit zu privatisieren,
über das Geschwiemel von Kinderpornographie und "Nine-Eleven"
bis zur entlarvenden Verschweigen des eigentlichen Problems:
Die angeblichen Schützer sind die Angreifer.

  • Antworten
Grinse, Atze18.10.2011 | 04:38 Uhr

Ein wenig undurchsichtig, aber die Bildherkunft sagt einiges.

Es wäre schon schön gewesen, wenn man expliziter darauf hingewiesen hätte, dass dieser Mann für ein privates Unternehmen arbeitet und natürlich ein gesteigertes Interesse daran hat seine Dienstleistung auch in Zukunft weiter zu verkaufen. Sicher sieht er auch gerne seinen Markt wachsen. Das einem schlecht bei den angeführten Argumenten wird haben ja andere schon angemerkt. Insgesamt wird Herrn Schönbohm hier ein seriöser und objektiver Anstrich verpasst, der unter Berücksichtigung seiner offensichtlich privaten Interessen unangebracht ist. Da könnte Cicero schon ein ganzes bisschen kritischer sein und die Aussagen hinterfragen. Ansonsten bitte als Werbung markieren!

  • Antworten
Marco18.10.2011 | 06:36 Uhr

Herzlichen Glückwunsch zu Ihren Lesern

Werte Cicero-Redaktion,
herlichen Glückwunsch zu Ihren Lesern!

Es ist eindrucksvoll und unglaublich beruhigend, dass es hier selbst-denkende Menschen gibt. Da sind keine kritischen Nachfragen nötig: Schönbohm entlarvt völlig freiwillig, was er für ein krankes, realitätsfernes Weltbild hat. Auch der Zusammenhang zu seinen eigenen, egoistischen Interessen war nicht schwer herzustellen. Man musste nur hinsehen. Leser, die das können, bekommt man nicht einfach so. Sie müssen wirklich einiges richtig gemacht haben, also weiter so!

  • Antworten
Thomas18.10.2011 | 11:58 Uhr

Kommentar zu den Kommentierenden

Sehr geehrte Kommentierende,

ich kann es mir nicht nehmen lassen, Licht hinter diese zum größten Teil unqualifizierten Kommentare zu bringen:

1) Ihre Wortwahl
Es zeugt schon von wahrer Stärke und qualifizierter Ausdrucksweise zu schreiben:…Der Typ labbert doch nur Müll heraus! Oder…Sohn von Jörg „Law&Order“ Schönbohm…etc. Gut das wir unsere Meinungsfreiheit hier auf einem so HOHEN Niveau halten!

2) Zur Quelle des Schadenspotentials von 50 Mrd. €
Wenn ich richtig lese, so nennt er doch die Quelle „Klaus-Dieter Fritsche, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, hat berechnet..“ – oder habe ich ein anderes Interview vor mir??? Wenn man das googled, so gelangt man zu den entsprechenden Artikeln /Verweisen (mehrfach zitiert in Focus / SZ etc.).

3) zum Statement… zusätzlich 120 Million für das Thema Cyberkriminalität aufwenden
Die USA investieren zusätzliche 55 Mrd. $ in den nächsten Jahren in Cyberabwehr – die UK z.B. 650 Millionen Pfund. Die Brisanz dieser Gefahr scheint hier nicht klar geworden zu sein. Laut dem aktuellen Symantec Bericht „Cybercrime 2011“ ist Deutschland im europäischen Vergleich das Lieblingsland der Cybercriminals. So wurden z.B. in der Bundesrepublik 473.480 unterschiedliche bot-infizierte Computer erkannt, d.h. durchschnittlich 1.946 aktive Bots pro Tag. Ich sehe das als eine wirkliche Bedrohung an und möchte, dass die Regierung uns davor schützt. Ich möchte gerne weiterhin die Annehmlichkeiten und Zugewinne (ob privat oder beruflich) durch das Internet nutzen. Auch sind 120 Million bei unserem Haushaltsbudget nun wirklich noch eine kleine Summe. Oder möchten Sie z.B. Ihre Kreditkartenangaben gerne freiwillig an die Kriminellen weitergeben? Ich nicht – also hängt mein Wohlstand (Bankguthaben) nun mal davon ab!

4) Neueinsatz der Polizisten und Outsourcing einiger Verantwortungsbereiche
Es scheint so als ob die ca. 170.000 Arbeitnehmer privater Sicherheitsdienstleister (Quelle BDSW) keinen guten Job leisten und Ihren Aufgaben nicht gewachsen sind. Tja, ihre „Unfähigkeit“ erlebt man ja täglich – besonders bei unserer WM 2006. Es waren dort mehr PSFs im Einsatz als Polizisten und sie haben einen genialen Job gemacht!
Außerdem meint Herr Schönbohm nicht, Polizisten „einzusparen“, sondern Einigen neue Einsatzgebiete zuzuteilen (so verstehe ich den Artikel). Handtaschendiebstähle sind nun wirklich nicht so bedrohend, wie die Gefahren aus dem Netz – noch verursachen diese so einen hohen Schaden wie Cybercrime!!!!

5) Nun zum eigentlichen Thema: Einsatz Bundestrojaner
Ich stimme hier der Meinung Herrn Schönbohms zu 100% zu. Die Regierung muss schneller im Bereich der Bekämpfung der Internetkriminalität werden – besonders in der technischen Entwicklung. Es geht ja schließlich hier um Technologien, die als Waffe gegen uns alle eingesetzt werden. Zudem ist er doch der Meinung, dass die Regierung ehrlicher mit dem Thema hätte umgehen sollen – dies entspricht doch den Vorstellungen der meisten hier!!

Abschließend noch Eines: Ich habe hier das Gefühl, dass es gar nicht so sehr um das Interview und den Inhalt geht, sondern (entsprechend der „Occupy Proteste“) geht es hier um Staat und Finanzwirtschaft etc. – Hier ist nicht der richtige Ort dafür.
Danke, Herr Schönbohm, für Ihre gutes und vorausschauendes Interview / MFG

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Hallo18.10.2011 | 12:59 Uhr

Ich weiß nicht, ob das nun

Ich weiß nicht, ob das nun ein Versuch von Satire war, oder ob Sie das ernst meinen. Falls Sie das ernst meinen, dieses "mehr Markt, weniger Staat"-Geschimpfe, dann frage ich mich aber doch, auf welchem fernen Kontinent Sie gemeinsam mit Herrn Schöhnbohm die letzten 10, 15 Jahre verbracht haben, abgeschnitten von allen Nachrichten.

Ansonsten kann ich da nur raten, schnell den Browser zu schließen, wenn Sie solche Angst davor haben, dass sich Cyberverbrecher durch Ihre Leitung quetschen könnten, während Handtaschenraub oder realer Einbruch dagegen scheinbar eher Lappalien für Sie darstellen. Auf Mehrheiten für Ihre krude Weltsicht sollten Sie aber nicht bauen.

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Gesto Sumbam18.10.2011 | 15:56 Uhr

Umverteilung

Wenn der Industrie ca. 50 Milliarden € Schaden pro Jahr entstehen, dann wäre es doch eine Sinnvolle Investition, dass sie die Gegenmaßnahmen selbst bezahlt. IT-Sicherheit fängt schliesslich im eigenen Haus an. Und wenn sie dann kein geeignetes Personal finden wäre es sicher vorteilhaft, IT-Sicherheits-Ausbildung zu finanzieren, ein wachsender Markt mit tollen Aussichten.

Wer 50.Mill. Verlust macht, setzt auch einiges um. Dem Steuerzahler ist in keinem Fall zuzumuten, dass er für die Versäumnisse der Industrie aufkommt. Warum die alleinerziehende Mutter für die strategischen Versäumnisse DAX-notierter Unternehmen zahlen? By the way, Hacker gibs seit über 30 Jahren und das Internet kam auch nicht erst gestern.
Traurig nur, dass solchen Lobby-Puppen überhaupt ein Forum geboten wird. Herr Schönbohm hat der Debatte wirklich nichts sinnvolles hinzuzufügen.

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Pim18.10.2011 | 16:36 Uhr

@Hallo

zu 1.) Also, wenn Law&Order schon eine Beleidigung ist, dann müssen eine Menge von Politikern gerade wegen RAF-Vergleichen bzgl. der Feuerflaschen auf den Berliner Bahngleisen sich verantworten. Einen Politikstil so zu charakterisieren ist durchaus keine Beleidigung. Wer immer nach den härtesten Massnahmen ruft, der darf sich nicht wundern, wenn man ihn auch so beurteilt.
Desweiteren ist nicht falsch, familiäre Verbindungen zu überprüfen. Der Vorwurf der Vetternwirtschaft schwebt natürlich immer im Raum, muss aber doch widerlegt werden, anstatt ihn einfach zu verneinen und als unqualifiziert abzutun.
Leider haben wir in den letzten Jahren gerade bei Poltikern aus höheren Amtssphären eine steigende Tendenz zu dem, was nachgelagerte Korruption genannt wird. Das sorgt für massives Misstrauen in der Bevölkerung.

zu 2.) Im SZ Artikel steht schon mal 20 - 50 Mrd. Möglicherweise ist es also nur die Hälfte oder gar weniger als die Hälfte von 50 Mrd. 20Mrd. ist immer noch ein große Summe, aber es ist MÖGLICH! Nicht Tatsache, sondern MÖGLICH!

dazu:
In einer kleinen Anfrage der CDU NRW, aufgrund der im obigen Artikel zitierten genannten Summe, wurde am 11. Februar 2011 folgendes von der NRW-Regierung geantwortet:

"Bei den wenigen erfolgreichen Angriffen auf Webangebote der Landesverwaltung handelt es sich regelmäßig um Vorfälle geringen Ausmaßes. Im Übrigen sind die meisten bisher er-kannten Attacken nicht gezielt gegen die Landesverwaltung gerichtet und in der Auswirkung regelmäßig nicht relevant, weil die betreffenden Schwachstellen in den Systemen nicht exis-tieren oder seit langem abgestellt wurden." (http://schulze-foecking.de/anfragen/2011/ka_15_1291_cyber_antwort.pdf)

Da in den letzten Wochen durchaus festgestellt werden durfte, dass die deutschen Behörden nicht wirklich kompetent in Sachen Datensicherheit sind, ist das angesichts des massiven wirtschaftlichen Vernichtungspotentials dieser Bots und Co. doch recht verwunderlich, wie gering der Schaden in Wirklichkeit ist.
Da die großen Industrieunternehmen finaziell besser aufgestellt sind als die Behörden, gehe ich davon aus, dass die das im Griff haben.

Und sebst wenn nicht, dann ist das in Zeiten der Deregulierung ihre ureigenste Aufgabe. Ein Verrat an der Wahrheit des Marktes!

zu. 4. und 3.) Ziehen wir die Polizei aus ihrem UREIGENSTEM Bereich ab, nämlich dem alltäglichen Schutz der Bürger, dann brauche ich mir nicht mehr die Kreditkartendaten stehlen lassen, sondern nur noch den Geldbeutel mit meiner Kreditkarte.
Jetzt sagen sie, dass das doch bitte die privaten Sicherheitsdienste machen sollen...
Entschuldigen Sie, bitte! Die mögen ja einen guten Job bei der WM gemacht haben, aber IM ALLTAG??? Da möchte ich doch einen Beamten haben, der meine Sicherheit garantiert. Diese Menschen werden jahrelang dafür ausgebildet und ständig geschult.
Ausserdem haben wir durch den Beamtenstatus einfach eine relativ guten Schutz vor Bestechung der unteren Kader.
Das ist bei privaten Sicherheitsfirmen nicht gegeben, da diese meistens schlechte Gehälter bezahlen.

Dazu kommt, dass das wie eine Umverteilung des staatlichen Schutzes von unten nach oben aussieht. Der Geldbeutel von Frau Meier ist nicht soviel wert wie der von Siemens. Die Guten für oben, die schlechten für unten.

Was ist mit dem Gleichheitsgrundsatz? Haben Unternehmen mehr Gelichheit als einzelne Bürger?

Und nochmal zu den 20-50 Millarden. Es könnte sein. Es ist ein Potential.

Die Berechnungsgrundlage möchte dann bitte doch geliefert werden. Zum Beispiel: Welche Sicherheitsvorkehrungen müssen geschaffen werden, damit es 0 Mrd. sind, welche damit es 50 Mrd sind?

Weiterhin ist die Frage, was durch eine andere Art der Industriespionage jährlich an Umsatz verloren geht.

Zuletzt: Wenn es nur 120 Mio Euro sind, dann können das gerne die Unternehmen stemmen. Wir haben laut Handelsblatt mehr als 3 Mio Unternehmen in Deutschland. Das sind also pro Unternehmen weniger als 40 € im Jahr und 3,30 € im Monat.

Und deswegen wollen sie eine Reihe von Sicherheitsfirmen die Straßen kontrollieren lassen??? Wegen 3,30 € im Monat? Großartig!

zu 5) Sie scheinen nicht begriffen zu haben, was das Bundesverfassungsgericht gesagt hat. Abgesehen davon wird es immer Kriminalität geben.

zu ihrem letzten Punkt: Jawohl! Sehr viele Menschen empfinden es als ungerecht, dass in den 15-20 letzten Jahren die Reallöhne der Arbeitnehmer um 5% gesunken sind, während Unternehmen immer größere Gewinne machen und die reichsten Bürger um mindestens 20% reicher geworden sind. Wer das als gerecht empfindet, der, entschuldigen Sie die Ausdrucksweise, ist einfach nur blind oder dem Glauben an die Privatisierung verfallen.

All diese Privatisierungen haben doch letztlich zu einer Verteuerung der Alltagsbedürfnisse geführt. Strom ist bspw. teurer geworden. Energie allgemein. Die Müllabfuhr. Das einzig positive Beispiel ist die TK. Neben vielen anderen Negativbeispielen.

Und da wollen sie sagen, dass Privatisierung eine tolle Sache ist?

Ich kann Sie da leider nicht ernst nehmen. Sollte ich das tun, dann müsste ich Angst vor Ihnen haben.

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Naseweis18.10.2011 | 17:43 Uhr

Info an die Cicero-Redaktion

Es sind die Kriminellen, die Spionagesoftware benutzen.

Im Übrigen, wenn eine deutsche Firma sich so unfassbar dämlich anstellt und sensible Daten auf Festplatten lagert, die am Netz sind, dann handelt es sich womöglich um informellen Suizid. Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass man in deutschen Konzernen so blöde ist. Hier wird also ein Pappkamerade aufgestellt. In Wirklichkeit geht es um die Überwachung der Bevölkerung, um die Errichtung eines Polizeistaates.

Und der Cicero hilft mit, herzlichen Glückwunsch! Sie sind Antidemokraten!

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Hase19.10.2011 | 17:00 Uhr

Interview offenbart die Propaganda eines Befangenen

Hr. Schönbohm behauptet: „plötzlich sieht man die Lücken und Defizite“.
„Man“? Wer sind „man“? Bürgerrechtler, Datenschützer, Experten, der CCC, die Piratenpartei und viele Andere - aber die, welche an den Schalthebeln der Macht sitzen oder sich von Regierungsseite lauthals zu Wort melden, diese sind in den „man “ eben nicht includiert!
Nach Bundesinnenminister Friedrich hätten die Landesbehörden "völlig zu Recht" darauf hingewiesen, "dass sie die Grenzen dessen, was rechtlich zulässig ist, nicht überschritten haben“ - mit anderen Worten: alles i.O.! - und glaubt die Schuld beim CCC und Piraten verorten zu können http://heise.de/-1361814,
der bayrische Innenminister Herrmann ist sich sicher, dass alles rein rechtsstaatlich zuging http://www.merkur-online.de/nachrichten/bayern/herrmann-das-internet-wird-tatort-1457205.html - er weist alle Vorwürfe als ungerechtfertigt zurück, um dann ebenfalls gegen die Überbringer der Botschaft zu wettern http://heise.de/-1365296 und ein Uhl schwadroniert vom Staat, der von Sicherheitsbeamten geleitet wird http://www.heise.de/tp/artikel/35/35762/1.html - wo auch kein Grund zur Besorgnis besteht. Von Einsicht KEINE SPUR!

Wenn Hr. Schönbohm behauptet, „der Staat hat die Gefahr erkannt“ dann ist das doch nur schönfärberische Propaganda, welche angesichts der vormals ausgeführten Fakten keine Entsprechung in der Realität findet.

So geht der von Schönbohm verbreitete Unsinn fröhlich weiter - er behauptet: „Es gibt Verbrechen und Bedrohungsszenarien, die heute ausschließlich im Internet passieren.“ Der kundige Leser wird sich an die von purer Inkompetenz getragenen hohle Phrase „im Internet geboren“ erinnert fühlen.
Schönbohm versäumt es dann auch nicht, Beispiele zu nennen:
„Bei den heutigen Problemen wie Kinderpornographie oder Terrorbanden sind die relevanten Daten auf Internetseiten und virtuellen Daten-Clouds gelagert.“
Da sind sie wieder, das Zwillings-Pärchen der Totschlag-Pseudoargumente, wenn es um die weitere Beschneidung von Bürgerrechten geht: „Kinderpornographie oder Terror“ - wie gesagt: im Kontext von „die heute ausschließlich im Internet passieren“. Deutlicher hätte Schönbohm seine Inkompetenz oder womöglich sogar seine bewusste Wahrheitsverdrehung nicht zum Ausdruck bringen können:

Nur ausschnittweise, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit:
1)
Kinderpornographie wird, wenn man den Experten glauben darf, auf ganz vielfältige Weise ausgetauscht - insbesondere auch auf dem postwege
2)
Sowohl Kinderpornographie wie auch Terrorpläne mögen auf eigenen oder fremdem Servern gelagert werden, aber sicher in in der Claoud
3)
Der der „Kinderpornographie“ zugrunde liegende Kindesmissbrauch kann OHNE AUSNAHME NUR in der realen Welt stattfinden. Noch nie wurde ein Kind oder sonst jemand im Internet körperlich vergewaltigt - und daran wird sich auch nichts ändern. Wenn Hr. Schönböhm im Kontext von „ausschließlich im Internet passieren “ ausgerechnet Kinderpornographie bemüht, dann könnte das kaum weiter von der Wahrheit entfernt sein. Und man muss sich fragen: kann Hr Schönböhm derart unbeleckt von jeglicher Sachkenntnis sein oder ist seine der Realität Hohn sprechende Behauptung womöglich einer bewussten Wahrheitsverdrehung geschuldet?
4)
Warum wurde bisher nicht ein einziger Fall bekannt, wo Pädoverbrecher oder Terroristen per Quellen-TKÜ oder Online-Durchsuchung überführt wurden, sondern immer auf konventionellem Weg?

Hr. Schönbohm behauptet weiter:
"Alle Experten sind sich einig [Anmerkung: Achtung, die vorgenannte Phrase ist ein deutliches Indiz, dass eine Unwahrheit folgen wird!], dass das Thema Sicherheit und Cyberkriminalität das dominierende Thema der nächsten Jahrzehnte sein wird."
ALLE Experten? Niemals! Und für wen wird „Sicherheit und Cyberkriminalität das dominierende Thema der nächsten Jahrzehnte sein“? Für Sicherheitsfanantiker? Unbenommen. Aber z.B. in der Bevölkerung dominiert derzeit ein ganz anderes Thema (Euro). Wieder war sich Schönbohm nicht zu schade, eine unmittelbar durchsichtige Realitätsverzerrung als Wahrheit auszugeben.

Alsdann schwadroniert Schönbohm von den zu schützenden Unternehmen und nennt irgendein fabulöses SchadensPOTENTIAL [Anmerkung: Möglichkeiten kann man wer weiß wie hoch stilisieren]. Hr. Schönbohm möchte im Internet die Sicherheit von Unternehmen durch Trojaner schützen?
Selbst das Schutzbedürfnis der „Normalbürger“ glaubt Schönbohm „mit dem Einsatz von Überwachungssoftware ...effizienter und kostengünstiger aufdecken“ zu können."

Dabei ist der Anlass für dieses Interview ein Skandal, wie verfassungsmäßige Grundrechte seitens des Staates mittels rechtswidriger Trojanern mit Füßen getreten wurde - welche hanebüchenen Absurditäten muss sich der Leser denn noch bieten lassen?

Verwundern kann das alles nicht, denn als „langjähriger Berater der Bundesregierung für strategische Sicherheitsfragen“ ist Schönbohm in höchstem Maße befangen.
Ausgerechnet von diesem Mann eine kritische, der Sachlage angemessene Würdigung des Trojanerskandals zu erwarten, hieße, nach dem Sternen zu greifen und den Bezug zur Realität verloren zu haben.

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Logos26.10.2011 | 14:07 Uhr

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