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 > Spongebob, Tinky Winky und die Homo-Ehe

Berliner Republik

GleichstellungSpongebob, Tinky Winky und die Homo-Ehe

Von Marie Amrhein26. August 2012
picture alliance
spongebob, patrick
Spongebob und Patrick mehr als nur Freunde?
Schrift:

Mit der Frage der rechtlichen Gleichstellung von Schwulen und Lesben steht ein Thema auf der politischen Agenda, das die Konservative des Landes in ihre innerparteilichen Gräben treibt. Dabei ist der Kampf schon längst entschieden

Seite 1 von 2

Was haben Spongebob, Teletubbie Tinky Winky und Umweltminister Peter Altmaier gemeinsam? Alle drei bringen die Öffentlichkeit derzeit dazu, über ihre sexuelle Orientierung zu spekulieren. Indizien wie eine rote Handtasche, lila Hautfarbe, die enge Freundschaft zu einem Seestern oder eben keine besonders enge Freundschaft zu einem andersgeschlechtlichen Gegenüber werden zur Untermauerung kruder Thesen herangezogen.

Dass derzeit in Deutschland nicht unbeachtet geliebt werden kann, und wenn überhaupt dann wen – das hängt auch mit einer Diskussion zusammen, die einmal mehr die Schwächen des Konservatismus in der Bundesrepublik aufweist. Denn der steckt in einer tiefen Krise. Deutlich wurde die zuletzt bei der aggressiven parteiinternen Diskussion zur Einführung des Betreuungsgeldes: Das deutsche Familienbild machte der Union zu schaffen.

Und nun schon wieder so ein schwieriges Thema, bei dem das Lieben und Leben der Deutschen den Unionsparteien die Parteiarbeit schwer macht. Zunächst ging es um ein gutes Dutzend CDU-Abgeordnete, die das Ehegattensplitting auch für die 23.000 eingetragenen Lebenspartnerschaften der Schwulen und Lesben möglich machen wollten. Nun zieht sich die Beackerung des Themas in die Länge nachdem der Gesetzentwurf des Justizministeriums mit 40 Angleichungen zur Gleichstellung von sogenannten Homo-Ehen öffentlich wurde. Das Bundesverfassungsgericht hatte den Tenor vorgegeben: Ehe und Lebenspartnerschaft müssen ebenbürtig werden – und die Politik will nachziehen. Es ist ein klares Bekenntnis, das hier formuliert wird.

Während die meisten Parteien nur trocken schlucken und sich der Realität hingeben, geht es für die Konservative darum, ihren Kompass endlich wieder auszurichten. Aber wie schon beim Betreuungsgeld bekommen die Kritiker der Gleichstellung kein argumentatives Bein auf den Boden. Der konservative Berliner Kreis befürchte einen Zerfall der Familie in Deutschland, mit dem sich die Politik abfinden würde, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus dem Entwurf eines Manifests, das die „konservative Wurzel“ der Partei stärken solle. Allein, der Versuch, aus dem achtseitigen Manuskript ein vierseitiges Manifest zu destillieren, er schlug fehl. Termingerecht haben sich die konservativen Vordenker nicht auf eine gemeinsame Linie einigen können. Eine Blamage.

Auf der folgenden Seite: Diverse Einlassungen nützen nichts. Der Kampf ist entschieden  

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Heute hat sich Angela Merkel

Heute hat sich Angela Merkel gegen die Gleichstellung der Homo-Ehe ausgesprochen. Ich schätze da hatte sich der Autor wohl etwas verkalkuliert.

  • Antworten
Albert27.08.2012 | 13:34 Uhr

Hoppala. Recht haben Sie,

Hoppala. Recht haben Sie, Albert. So etwas kommt vor...

  • Antworten
Marie Preuss27.08.2012 | 15:09 Uhr

Es geht überhaupt nicht um Diskriminierungen

Die Schwulenlobby ist doch gar nicht gegen Diskriminierungen oder warum sprechen sich der Vorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Manfred Bruns sowie der schwule Bundestagsabgeordnete Volker Beck gegen die Geschwisternehe oder die Mehrfachehe für Muslime aus?

Wieso hat eigentlich keiner der angeblich so Empörten bislang nichts gegen die Diskriminierung unternommen, dass Mutter und Tochter sich nicht verpartnern dürfen (die Mutter ist z. B. verwitwet, die unverheiratete Tochter wohnt im selben Haushalt
und sorgt für die Mutter - wer Pflichten wie in der Ehe übernimmt,
sollte auch dieselben Rechte zugestanden bekommen, oder habe ich die Argumentation der Homolobby falsch verstanden?). Und was hat jemand der angeblich so Empörten bislang eigentlich gegen die Diskriminierung unternommen, dass mehr als 2 Personen sich nicht verpartnern dürfen (eine Frau hat z. B. Kinder von 2 unterschiedlichen Männern, alle wohnen zusammen in einem Haushalt, alle übernehmen Verantwortung und sorgen füreinander -
wer Pflichten wie in der Ehe übernimmt, sollte auch dieselben Rechte
zugestanden bekommen, oder habe ich die Argumentation der Schwulenlobby falsch verstanden?).

Das Wort Diskriminierung ist nur ein Schlagwort der Schwulenlobby, das hilft, die eigenen Interessen durchzusetzen - mehr nicht!

  • Antworten
Marcus Bauch27.08.2012 | 14:34 Uhr

Danke, Herr Bauch!

Ich bin ganz Ihrer Meinung. Hier handelt es sich nur um Lobbyarbeit! Das Wort "Diskriminierung" wird dabei missbraucht.

  • Antworten
Dr. Tom W.31.08.2012 | 07:45 Uhr

Tinky Winky, das war 1999!

Dass jemand über Spongebobs Schwulsein spekuliert, habe ich noch nie gehört, dürfte ein Scherzkeks gewesen sein, die Sache mit dem Teletubby ist zehn Jahre her, ein amerikanischer Evangelikaler war auf die absurde Idee gekommen, die Albernheit um Altmaier war schnell wieder verschwunden, Amrheins Einstieg und Schlusspointe taugen nichts, und „die Öffentlichkeit“ hat andere Sorgen.

Die Sache mit Tinky Winky ist noch länger her, sehe ich bei Wiki: Das war 1999 und der Evangelikale heißt Jerry Falwell. Spongebobs angebliches Schwulsein kommt aus der gleichen amerikanischen Ecke, James Dobson heißt der Mensch, der diesen Unsinn 2005 behauptet hat. „Alle drei bringen die Öffentlichkeit derzeit dazu, über ihre sexuelle Orientierung zu spekulieren“, schreibt die Autorin - wo denn? Wo spekuliert man über diese drei? In der „Gay Community“ Berlin-Mitte? Hier in Frankfurt jedenfalls nicht.

  • Antworten
Heta28.08.2012 | 15:07 Uhr

Ja, eine Blamage

Dieses Gestrige der Christdemokraten ist einfach nicht zu ertragen. Mir völlig schleierhaft, wie die im "demografischen Wandel" noch Kurs halten wollen. Aber lass die mal machen. Dem Fortschritt tut das nichts.

  • Antworten
Papalapapi08.03.2013 | 23:21 Uhr

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