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Berliner Republik

Sexismus-DebatteSind wir nicht alle ein bisschen Brüderle?

Von Alexander Grau28. Januar 2013
picture alliance
Rainer Brüderle hat sich im Ton vergriffen. Aber dandyhaften Esprit hatten wir bei dem Pfälzer Knappen nie vermutet
Rainer Brüderle hat sich im Ton vergriffen. Aber dandyhaften Esprit hatten wir bei dem Pfälzer Knappen nie vermutet
Schrift:

Brüderles Vergehen kann man mit „grober Unhöflichkeit“ oder „schwülstiger Geilheit“ zusammenbringen – mit Sexismus hat das aber nichts zu tun

Seite 1 von 2

Zur Klarstellung, und weil es all zu häufig vergessen wird: Es gibt kaum etwas Unangenehmeres als Menschen, die angeregt durch gute Laune und Stimulanzien gleich welcher Art anderen Menschen doppeldeutige oder eindeutige Avancen machen und getrieben von der Macht der Hormone die Distanzzone ihres Gegenübers verletzen. Das gilt für den angeheiterten Chef auf der betrieblichen Weihnachtsfeier, für den netten Kollegen nach dem vierten oder fünften Schoppen auf dem sommerlichen Weinfest und auch für Politiker auf launigen Parteiveranstaltungen oder schunkelnden Karnevalssitzungen in der Provinz.

Das gilt aber auch für den coolen Hipster nach der bunten Pille im angesagten Club und für die aufgedrehte Damenrunde nach dem dritten Piccolöchen auf dem Ausflugsdampfer. Egal ob älterer Mann gegenüber junger Dame, ältere Dame gegenüber jungem Herrn, älterer Mann gegenüber jungem Mann und was sich sonst noch so an Geschlechts- und Alterskombinationen denken lässt: Es gehört zur guten Erziehung und zum Anstand, auch bei ausgelassener Stimmung die Privatsphäre meines Gegenübers zu wahren. Alles andere ist schmierig, ekelhaft und peinlich. So viel dazu.

Bildergalerie: #aufschrei: Der ganz alltägliche Sexismus

Und daher ist es auch leicht vorstellbar und gut nach zu vollziehen, dass sich die Kollegin des „Stern“ unangenehm berührt fühlte durch die in der Tat nicht gerade von gentlemanhafter Noblesse getragenen Komplimente des Herrn Brüderle. Doch ehrlich: Dandyhaften Esprit hatten wir bei dem Pfälzer Knappen ohnehin nie vermutet.

Doch es soll hier nicht um Stilfragen gehen, um gute Erziehung oder die schwülstige Geilheit, die sich nach einigen Gläsern mitunter nicht nur über Parteiabende und Dorffeste legt, sondern auch über Discotheken und die Party im Haus nebenan – von den Ballermännern dieser Welt ganz zu schweigen. Auch die fragwürdige Politkampagne der „Stern“, dem die unsägliche Brüderle-Anekdote ein Jahr nach ihrem Geschehen und just in dem Moment einfiel, als der ehemalige Wirtschaftsminister zum Spitzenkandidaten seiner Partei ausgerufen worden war, ist hier nicht das Thema.

Nein, es geht um etwas ganz anderes, es geht um – Sexismus. Rainer Brüderle hat nämlich, glaubt man den einschlägigen Kommentaren, nicht nur eine grobe Unhöflichkeit begangen, er hat sich des Sexismus’ schuldig gemacht. Und das soll wohl, so ahnt man aufgrund der Vehemenz der Anklage dunkel, eine besonders schwerwiegende Form der Verfehlung sein.

Der Begriff „Sexismus“ gewinnt seine anklagende Schlagkraft dadurch, dass er analog zum Begriff des Rassismus gebildet wurde und ähnlich funktioniert. So wie Rassisten Menschen anderer Hautfarbe oder anderer ethnischer und kultureller Herkunft diskriminieren und ihnen im schlimmsten Fall das Menschsein absprechen, so setzen Sexisten Menschen aufgrund ihres Geschlechtes herab. Und in der Tat: Sexismus ist keine Einbildung wild gewordener Feministinnen. Wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechtes Schuldbildung verweigert wird, wenn sie kein Auto fahren und nur die hintere Hälfte eines öffentlichen Verkehrsmittels nutzen dürfen, wenn ihnen der Zugang zu Berufen versperrt ist, die sie genau so gut ausüben könnten wie Männer, dann handelt es sich schlicht um Sexismus: um Diskriminierung aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit, fast immer verteidigt im Namen der Kultur und der Tradition.

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Sind wir nicht alle etwas Brüderle

Danke für diesen Beitrag, der zusammenfasst, was mich seit Tagen beschäftigt, als sässe ich in der Falle.
Jona Jakob, Zürich und Frankfurt

  • Antworten
Jona Jakob28.01.2013 | 16:15 Uhr

Stimmt alles...

... und zwar so was von. Danke für den Beitrag.

  • Antworten
Andreas Breitenstein28.01.2013 | 16:36 Uhr

Sind wir nicht alle ein bisschen Brüderle?

Hallo,
ja, Got sei Dank gibt es die noch, die ein bisschen Brüderle sind; wir würden ja sonst aussterben. Ihr Kommentar hat für mich nur eine kleine Schieflache: es gibt keinen Fall Brüderle, es gibt allenfalls einen Fall Stern und einen Fall Journaille, denn die komplette Journaille hat sich vom Stern missbrauchen lassen, damit der ins Gespräch kommt, um seine sinkende Auflage aufzubessern. Es wird Zeit, das Augenmerk hierauf zu lenken, denn für eine Sexismus-Diskussion ist das, was Brüderle der Dame sagte, nicht geeignet.
Gruß
Karl-Heinz Niwek

  • Antworten
Karl-Heinz Niwek28.01.2013 | 17:01 Uhr

Der Stern scheitert an den eigenen Ansprüchen

Ein Möchtegern-Enthüllungsmagazin, das keine relevanten Enthüllungen zustandebringt, und in Konkurrenz zu Presseerzeugnissen steht, die das schaffen, flüchtet in Pseudo-Enthüllungen. Das war bei den Hitler-Tagebüchern nicht anders als jetzt im Fall Himmelreich. Jedenfalls eine gute Empfehlung, beim Schrumpfen des Marktes für Printmedien in der Avantgarde zu marschieren und das Feld Besseren zu überlassen.

  • Antworten
Karl Schade28.01.2013 | 18:06 Uhr

Querdenker sagt:

und Teppichhändler und plagiatskandidaten, und lügner, und gegen Mindestlohn sein, und Fahrerflüchtlinge, und....................

  • Antworten
reiner tiroch28.01.2013 | 17:15 Uhr

Schöne Zusammenfassung

... die aber vermutlich im allgemeinen Sexismus Geschrei untergehen wird. Die differenzierte Betrachtung, dass viele Frauen sich sexistisch verhalten, geht nämlich ziemlich unter.
Wir alle - und huch: sogar Männer - müssten in dem Alter, in dem die Frau Himmelreich ist, gelernt haben, mit unangenehmen Mitmenschen umzugehen oder ihnen aus dem Weg zu gehen. Das Leben ist kein Ponyhof, außer für Frauen, die durch Frauenquote auf lukrative Posten kommen, wenn das Pony nicht vorher vom Mann, besser noch Ex-Mann, finanziert wurde. Und das ist nun wirklich ein sexistischer Beitrag.

  • Antworten
GAST28.01.2013 | 17:43 Uhr

Frauen haben statistisch

Frauen haben statistisch belegt mehr und bessere Schulabschlüsse, Studienabschlüsse und kommen trotzdem nur per Quote auf die adäquaten Posten. Was läuft denn hier falsch? Lauter alte Gäule auf dem Ponyhof, um beim Bild zu bleiben, oder was?

  • Antworten
Wilhelmine Molt29.01.2013 | 13:41 Uhr

Ganz einfach: Frauen setzen andere Prioritäten,

mitunter die falschen, um Karriere zu machen.

Die Wahl des Studienfaches spielt schon mal eine ganz entscheidende Rolle. Wenn Frauen mehrheitlich geisteswissenschaftliche Studiengänge belegen, dann nutzen die besseren Abiture auch nichts. Studienabschluss ist nunmal nicht gleich Studienabschluss.

Frauen heben häufig die Kommunikationsfähigkeit als Vorteil der Weiblichkeit hervor. Das muss doch zulasten zu etwas anderen gehen, beispielsweise bei den Fachkenntnissen. Der Vorteil des Mannes ist es nunmal, eine hohe Begeisterung für Dinge entwickeln zu können und die Begeisterung bringt ein Unternehmen voran und weniger die Begeisterung für Menschen.

Es ist common sense, dass Frauen wie Männer im Durchschnitt(!) die gleiche Intelligenz, d.h. das gleiche geistige Potential haben. Ich wiederhole: Im Durchschnitt. Aber die Varianz ist unterschiedlich. Bei Männern gibt es mehr Bekloppte (salopp ausgedrückt), aber dafür auch mehr Hochbegabte. Und genau hier stößt die Gleichmacherei an ihre biologische Grenzen. Es wird die Frauenquote für Topppositionen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gefordert, verkennt aber dabei, dass Topppositionen Topppersonal erfordert. Und man wird da eher unter Männern fündig. Die Frauenquote kann dann sogar gesamtgesellschaftlich extrem negative Auswirkungen haben, wenn Unternehmen plötzlich gute Männer abweisen, um einer schlechten Frau einen gut dotierten Posten zuzuschanzen.

Übrigens: Die Benotung in der Schule ist nicht ehrlich. Die Schule begünstigt ruhig dazusitzen, nicht aufzubegehren und "Mitarbeit" (anstelle von Studium). Das macht aber nicht den Lebenserfolg aus.

  • Antworten
Turing01.02.2013 | 16:35 Uhr

Frauen haben statistisch ...

Sie haben absolut recht, aber die jungen Gäule sind kein bischen besser.

  • Antworten
Rapunzel02.02.2013 | 20:10 Uhr

Sind wir nicht alle ein bisschen Brüderle?

Insgesamt stimme ich Ihnen zu. Auch ich fand das Verhalten von Brüderle - wenn es denn so war, wie geschildert - einfach "nur" blöd, plump und peinlich, aber nicht im eigentlichen Sinn diskriminierend.
Ich würde auch sagen, nicht jede Unverschämtheit eines Mannes gegenüber einer Frau ist per se sexistisch, sondern möglicherweise schlicht und einfach - unverschämt.
Allerdings finde ich, es geht bei der "Sexismus-Debatte" nicht nur um das, was manche Männer sich herausnehmen, sondern auch darum, wie damit umgegangen wird. Wenn eine Frau - wie es ja offenbar häufig geschieht - sich über die Unverschämtheit eines Mannes beschwert, und dann nichts geschieht oder ihr (ob nun von einem Mann oder einer Frau) zu verstehen gegeben wird, sie brauche sich nicht aufzuregen, er sei eben nun mal ein Mann - dann finde ich das sehr wohl sexistisch. Und zwar im doppelten Sinn: Einerseits weil der Mann - einfach deswegen, weil er männlich ist - zu einem schwanzgesteuerten Wesen ohne Hirn degradiert wird und andererseits die Frau zu einem Menschen mit Persönlichkeitsrechten zweiter Klasse.

  • Antworten
Andreas Müller28.01.2013 | 17:43 Uhr

"Und in der Tat: Sexismus ist

"Und in der Tat: Sexismus ist keine Einbildung wild gewordener Feministinnen. Wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechtes Schuldbildung verweigert wird..."

-Inzwischen sind unsere Jungen die Verlierer dieses Bildungssystems. Etwas dagegen unternommen wird meines Wissens nichts.

"...wenn sie kein Auto fahren und nur die hintere Hälfte eines öffentlichen Verkehrsmittels nutzen dürfen.."

-Ist es in der EU für allein reisende Männern nicht inzwischen verboten neben Kindern zu sitzen?

"..wenn ihnen der Zugang zu Berufen versperrt ist, die sie genau so gut ausüben könnten wie Männer.."

-So wie z.B. Gleichstellungsbeauftragte.

"..dann handelt es sich schlicht um Sexismus: um Diskriminierung aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit.."

  • Antworten
Klaus Kotzki28.01.2013 | 18:47 Uhr

wirklich nicht

warum werfen nur alle immer alles durcheinander? Bei dieser Debatte geht es im Grunde nicht um ein Flirtverbot, im Gegenteil kann der deutsche Mann/die deutsche Frau wahrscheinlich gar nicht genug flirten (lernen). Dabei würde er/sie lernen, dass echter Flirt sich erstens vor allem im privaten Bereich abspielt und zweitens eine gewissen Augenhöhe voraussetzt und "bergauf-bergab" nicht so toll ist (keine Ahnung, warum Sie in Ihrem Artikel hier auf Altersgefälle insistieren?). Bei dem, was wir hier sehen, geht es um die Ausnutzung von gesellschaftlicher/politischer Macht (in Deutschland immer noch eher männlich) und daraus abgeleiteten Rechten in die persönliche Sphäre eines anderen Menschen sehr weit einzudringen - das ist eher das Gegenteil von charmantem Spiel zwischen Menschen, oder? Die Sexualisierung von Machtasymmetrien ist hier das Problem, nicht der Flirt.

  • Antworten
rimbaud2828.01.2013 | 18:53 Uhr

Mehr Sachlichkeit von allen Beteiligten

Eine seriös und ernsthaft geführte Debatte beginnt erst einmal mit einer Definition vom Begriff Sexismus-, und was alles nicht unter diesen marktschreierischen Begriff fällt. Das war bislang entweder nicht möglich- oder wurde (ganz gezielt?) unterlassen. Und nun palavern wir um einen Gegenstand herum, den wir zwar namentlich klar benennen- aber inhaltlich kaum fassen können. Es wird endlich Zeit, dass diese Diskussion jenseits der bislang aufgerissenen Gräben sachlich von allen Beteiligten, Frauen wie auch Männern, mit dem dazu notwendigen Augenmass weiter geführt wird: Wir dürfen dieses Feld nicht dogmatischen FanatikerInnen überlassen, dazu ist es viel zu wichtig!

  • Antworten
Marcel Zufferey28.01.2013 | 19:02 Uhr

Sex Sells?

Was ist bloß mit unseren Medien los? Das fragt sich der halbwegs aufgeklärte Bürger und Rezipient in diesen Zeiten. Allgemein werden zunehmend gewissermaßen Entlarvungen, Sensation und Skandal ohne Analyse geliefert. Wem nützt das? Themen ohne die Suche nach Lösungen servieren? Empörungsjournalismus, Tratsch und Klatsch als Gegenöffentlichkeit? Das soll die Auflage steigern? So wird natürlich die Chance ein gesellschaftlich relevantes und wichtiges Thema zu verhandeln vertan, wie z.B. die Modernisierung des Frauenbildes in den Medien, oder moderne und traditionelle Frauen- und Rollenbilder und natürlich symmetrisches oder dominantes Gesprächsverhalten. Die mediale Massenkultur geht auf diese Dinge nicht ein, das Gegenteil ist der Fall. Von allen Seiten werden uns inzwischen sexuelle Bilder vorgespiegelt, in einer von Widersprüchen bestimmten Welt des Scheins. Kauf mich! Hier wird Sexuelles zur Ware und in technisch massenhafter unbegrenzter Weise verbreitet. Der Weg zur Prostitution und Zuhälterei in den Medien ist nicht mehr weit. Wir hatten gehofft, dass das emanzipatorische Gewicht irgendwann einmal stärker als das der Vereinnahmung sein sollte.

  • Antworten
bernhard jasper28.01.2013 | 19:32 Uhr

Leider bin ich über Details uninformiert

und werde es wohl auch bleiben, weil ich auf den Kauf der Stern-Ausgabe bewusst verzichte, die mit dieser "Story" Auflage machen möchte. Nebenbei bemerkt macht der Stern pikanterweise auch Auflage über Titelbilder, die diesem Magazin den Vorwurf des Sexismus eingetragen haben, weil sie den weiblichen Körper zum Objekt erniedrigen, der einen Kaufanreiz bei dem männlichen Leser bewirken soll.
Soviel glaube ich verstanden zu haben (irre mich aber möglicherweise): Da spricht eine junge Journalistin eine Politiker nachts in einer für ihn privaten Situation an, weil sie sich ein Interview verspricht, für das sie wahrscheinlich keinen Termin hatte. Er ist in Feierabendlaune, sie spricht ihn unaufgefordert an. Anstatt sie auf die unpassende Situation aufmerksam zu machen oder ihr einen Korb zu geben, macht er (möglicherweise) eine blöde Bemerkung. Sie könnte sich das zuverbitten und sich verziehen, aber sie bleibt, von der Chance (für ein Interview) verführt, da und hört sich das schmierige Gerede, das eher in eine private Situation hineinpasst, an.
Wenn ein junger Journalist eine Politikerin in einer für sie privaten Situation beruflich angesprochen hätte und die hätte mit einem dummen Spruch geantwortet, wahrscheinlich hätte der nur darüber gelächelt und keinen Aufstand gemacht. Er hätte gemerkt, dass er irgendwie die Situation falsch eingeschätzt hat.
Und hier beginnt die Instrumentalisierung des Begriffs, der Situation, des eigenen Berufs, des eigenen Geschlechts, eines Mainstreams zur Manipulation der Öffentlichkeit: Die Dame verzieht sich nicht, nachdem sie dem Mann die passende Antwort gegeben hat, sie wartet ein Jahr, um dann als schutzloses Opfer des Sexismus eine öffentliche Debatte anzuheizen, die - und da haben Sie völlig recht - bei einer solchen alltäglichen Lappalie gar nicht stattfinden dürfte, zumal unklar ist, wer hier wen inwiefern und wieviel belästigt hat.
Hier wird das Augenmerk von den Problemen abgelenkt, die in unserer Gesellschaft tatsächlich wegen der Unterdrückung oder der systematischen Ungleichbehandlung von Frauen existieren.
Danke für die differenzierte Einordnung und Bewertung dieser öffentlichen "Diskussion"!

  • Antworten
tizian28.01.2013 | 19:43 Uhr

Es geht doch längst nicht

Es geht doch längst nicht mehr um den Brüderle. Diesen massenhaften Attraktor im Netz mit einem einzelnen 'Dirty Old Man' erklären zu wollen, zeigt nur, dass man das Anliegen zigtausender Frauen dort beim Aufschrei gar nicht verstanden hat. Es war doch nicht die Frau Himmelreich, welche diese Resonanz bewirkt hat. Und es ging auch schon eine Woche vor dem 'Stern' mit der Frau Meiritz los.

All den Frauen geht es gewissermaßen um ein Ende der 'Ära Brüderle', in der auch ein Schreiber wie Alexander Grau virtuell jetzt mit ihm Schmolles trinkt. Personen sind irrelevant, es geht um kulturellen Wandel, um den Verlust der Dominanz für eine 'männliche Klasse', um das 'Ende der Ära des weißen Mannes', wie irgendeine Frau irgendwo sehr richtig schrieb ...

  • Antworten
Klaus Jarchow28.01.2013 | 20:41 Uhr

Großer Unsinn

Brüderle hätte sich nie einer Frau so genähert, die seiner Position oder seinem Alter entspricht und zwar nicht weil sie ihm weniger gefallen hätte, sondern einzig aus dem Grund, weil er glaubt bei jungen Journalistinnen sich alles erlauben zu können. Das hat mit Flirten nichts und mit Machtausübung jede Menge zu tun. Und es ist jedem Fall und unbedingt vermeidbar.

  • Antworten
BBC28.01.2013 | 21:04 Uhr

Aha

Schön, dass Sie wissen, was Brüderle hätte und glaubt - solche immer alles Wisser braucht das Land.

  • Antworten
gast30.01.2013 | 11:12 Uhr

Höflichkeit ist eine Tugend

Hier haben Sie, lieber Herr Grau, wie ich finde, den Nagel auf den Kopf getroffen. Als Frau wurde ich mit Sprüchen aus der Brüderle-Schublade oder obszönen Gesten und Witzen "natürlich" (!?) auch schon konfrontiert. Wenn der Sprücheklopfer der Typ 'pubertärer, Testosteron gesteuerter Junge' war, dachte ich: Unverschämt, muss sich noch selbst finden; Wenn so etwas vom Typ 'Familienvater' kam, dachte ich: Was ist das für eine Frau, die mit so einem liiert ist; Und wenn es der 'Kollege' war: Überraschend, dass ein erwachsener, studierter Mann die Regeln des Anstands vergisst. Wenn so etwas passiert, ist frau und man fassungslos, schockiert und/oder meint, beleidigt worden zu sein. Vor allem Frauen vergessen aber, dass Männer im Alltag sehr oft Dinge sagen oder tun, die unüberlegt sind oder mit denen sie ihr männliches Ego behaupten wollen. Dass Frauen das als nervig empfinden - auf diese Idee kommen nur wenige Männer.
Daher sehe ich es so wie Sie, Herr Grau: Brüderle war nicht sexistisch, er wurde schlicht und ergreifend so sozialisiert und hat dies in einer für ihn ungünstigen Situation zum Ausdruck gebracht. Ich behaupte, dass viele junge gut ausgebildete Großstadtfrauen ein anderes Verhalten erwarten: einen respektvollen, anständigen und höflichen Umgang, in dem Komplimente und und ernst gemeinte Anmachen erlaubt sind. Vielleicht hat dieser "Kulturschock" nach dem Prinzip: 'Alter, gebildeter Volksvertreter kann sich nicht benehmen' den Stein ins Rollen gebracht?

  • Antworten
Anette28.01.2013 | 21:32 Uhr

Ein hervorragender Artikel,

jedoch sei erlaubt, das Wort " Sexismus " auf seinen etymologischen Kern zu überprüfen. Was ist Sex ? Sexus heißt lat. einfach " Geschlecht ". Wer des Lateinischen nicht mächtig ist, kann dies an jedem beliebigen englischsprachigen Dokument überprüfen, in welchem enthalten ist : sex male oder female, also in diesem Sinne wertneutral. Was ist ein - ismus ? Ein ismus ist eine Ideologie ohne realen Bezug zu einem Sachverhalt. Ob dies nun Kapitalismus, Islamismus , Alpinismus oder ein sonstiger -ismus ist, ist beliebig gleich unsinnig. Sexismus ist demnach - ja was eigentlich ? Ich scheitere hier jedenfalls an der Definition. Jedenfalls würde ich es nicht wagen, im Hinblick zum Beispiel auf den Bestimmtheitsgrundsatz der Zivilprozeßordnung, vor einem Gericht diesen Ausdruck zu verwenden.

  • Antworten
Peter Lyssy28.01.2013 | 22:46 Uhr

bisschen Brüderle

na ja, bisschen Brüderle, diese manchmal etwas peinliche anbaggerei kenne ich zur Genüge. Kluge Frau weiss was sie sofort zu tun hat um so eine Situation nicht ins peinliche ausufern zu lassen. Ich frag mich nur: diese intelligente Frau hat das wie lange über sich ergehen lassen? Und warum? Entweder um jetzt hier im Rampenlicht zu erscheinen: sie könnte ja Job-mässig Karriere machen. Oder aber: so ein Fall wie bei Herrn Kachelmann. Das fände ich einfach nur "schäbig", und zwar von Beiden.

  • Antworten
Rapunzel28.01.2013 | 22:48 Uhr

Der Fall Himmelreich

„grobe Unhöflichkeit“ oder „schwülstige Geilheit“? Ich lese wohl nicht richtig. Wie großzügig von Herrn Grau, wenigstens zuzugestehen, dass das mit Sexismus nichts zu tun hat. Das ist starker Tobak! Damit wird im Grunde nur die Demontage des eigentlichen Opfers fortgesetzt. Es gibt ein von Laura Himmelreich behauptetes, und von Medienhyänen hochgegeigtes "Vergehen", und sonst nichts - bis zum Beweis des Gegenteils.

  • Antworten
Eugen Maus28.01.2013 | 23:34 Uhr

"Sehen wir einmal von den

"Sehen wir einmal von den beteiligten Individuen, ihrer öffentlichen Rolle und dem Umfeld ab. Was ist dann passiert?"

Also genau da lag mir eigentlich die Pelz im Laus. Es war der Wirtschaftsminister gegenüber einer Redakteurin. Was er da gemacht hat, war im wohlwollendesten Fall eine krasse Unprofessionalität. Man kann durchaus überlegen, ob er diesen zwar persönlichen, aber beruflich geprägten Anlass genutzt hat, um sie an zu machen. Das wäre dann eine Herabsetzung von einer Person, die man aufgrund ihrer Profession empfängt zu einer bloßen potentiellen Sexualpartnerin. Das hat durchaus Züge von sexistischem Verhalten.

  • Antworten
Ingo Kognito29.01.2013 | 00:02 Uhr

Ein

gelungener Artikel!

Außerdem: Plumpe Annäherungsversuche kann man ja erst einmal charmant zurückweisen. Wenn das nicht reicht, kann frau oder man auch mal deutlich werden.

  • Antworten
Katharina K.29.01.2013 | 00:59 Uhr

Brüderle wird zurücktreten (müssen!)

Brüderle soll schweigen! Es reicht doch schon, was man über diesen prominenten Vertreter der christlich-liberalen bürgerlichen Koalition erfahren durfte.

Interessanter ist, dass bei der causa Brüderle das Thema verbreitert wird, wir Männer sind irgendwie alle Brüderles, wie geht die Gesellschaft mit “Skandälchen, wie diesem um” – Sonntag/27/1/2013 im DRadio. Manche Medien versuchen den Focus, der zunächst auf Brüderle gerichtet war, zu verbreitern auf die Gesellschaft im allgemeinen!

Bei Steinbrück hat man diese Verbreiterung nicht gemacht. Man hätte forschen können, wer so alles 25.000€ für Vorträge bekommt, Richard v- Weizsäcker etc. Olaf Henkel – da hätte es Massen von RednerInnen gegeben, welche 9 Spitzenverdiener im Bundestag neben Steinbrück wie viel verdient haben- aber der Focus sollte bis zur Niedersachsenwahl auf Steinbrück gerichtet bleiben/werden.

Und jetzt gilt es, das Thema Sexismus so weit zu verbreitern, dass man Brüderle total vergisst!!

Ein Lehrstück für SPD, GRÜNE und LINKE

  • Antworten
friedrich schreyer29.01.2013 | 08:16 Uhr

Nein, sind WIR nicht

Und meine volle Zustimmung zum Kommentar von IngoKognito. Und dass hier so viel Zustimmung signalisiert wird zu Brüderles Verhalten irritiert mich, zeigt aber die dringende Notwendigkeit solcher Debatten.

  • Antworten
Marc Laumann29.01.2013 | 09:56 Uhr

Der Kommentar von Ingo

Der Kommentar von Ingo Kognito ist einer der albernsten, den ich in dieser Debatte gelesen habe. Und angesichts der Albernheit der ganzen Debatte ist das schon eine Kunst.

Wenn man mit einer Frau lieber Sex als ein Interview haben will, ist das eine Herabsetzung? Das schreit ja schon nach Neo-Puritanismus. Sex ist nicht schlimm. Sex ist nicht schmutzig. Sex macht Spaß! Männern und Frauen. Mit jemandem Sex haben zu wollen, ist daher keine Herabsetzung. In der Debatte wird mal wieder deutlich, wieviele Menschen ein gestörtes Verhältnis zu Sexualität haben.

Brüderle stand abends an der Bar, da kommt eine Journalistin an und pfeffert ihm einen Spruch zu seinem Alter an den Kopf. Im Zuge des Gesprächs kommt man zum Thema Oktoberfest und Brüderle stellt fest, dass sie ein Dirndl ausfüllen könnte. Mehr ist nicht passiert. Ein paar launige Zoten spätabends an der Bar und der Reigen war von der Journalistin eröffnet worden. Wo ist da ernsthaft das Problem?

Die Debatte ist so kindisch und verklemmt. Und da meint man, wir lebten im aufgeklärten 21. Jahrhundert.

  • Antworten
Nils Wilke29.01.2013 | 11:59 Uhr

Es geht nicht um verklemmte Sexualität!

@Nils Wilke: nur dass es eben nicht um verklemmte Sexualität geht. Sondern darum, eine Kampagne anzuzetteln, mit dem ein ideologisch versteinerter Feminismus die Niederlage im Fall Kachelmann wieder ausbügeln will, indem ein männlicher Vorführschurke konstruiert und durch die medialen Spießruten getrieben wird.

Und ein Brüderle muss es sein, weil sich ein Strauss-Kahn, der die Rolle des übergriffigen Machtmenschen immerhin glaubwürdig ausfüllt, auf deutschem Boden gerade nicht finden will.

  • Antworten
djadmoros29.01.2013 | 12:51 Uhr

1. Anstatt sich ernsthaft und

1. Anstatt sich ernsthaft und mit dem nötigen Respekt dem Vorwurf und dem Aufschrei vieler Frauen auseinanderzusetzen, verfallen viele Männer (und auch Frauen) in dieser Diskussion in eine für mich unerträgliche, das Thema klein reden wollende Argumentation.

2. Brüderle war doch nur der Auslöser! Die Ereignisse an jenem Abend stehen symbolisch für die Situationen, wie sie viele Frauen (ok, sicher auch manche Männer) erlebt haben - und zwar NICHT an einer Bar, sondern im Alltag: in der Schule, am Arbeitsplatz, auf der Straße usw. Das zeigen die Tweets der Frauen auf Twitter.

3. Wieso meinen Männer zu wissen, was vielen Frauen unangenehm ist?

4. Bei dem Thema geht es um den nötigen Respekt im Umgang miteinander. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Männer oft gar nicht merken, wenn sie über die Stränge schlagen. Sie machen einfach weiter und ignorieren "Ausweichen" oder eine abwehrende Körpersprache. Eigentlich hilft da nur konkretes "Nein-Sagen", aber das haben viele Frauen nicht gelernt oder es fällt ihnen in dieser Situation schwer.

5. Fazit (gilt eigentlich grundsätzlich für unser Miteinander): Achtet mehr auf das Verhalten eures Gegenübers! Fasst niemanden unaufgefordert an! V. a. bei Fremden: KEINE Anspielungen auf das Äußere.

6. zu Punkt 5: Männer, Ihr schafft das ;-)!!

  • Antworten
Katharina D.29.01.2013 | 12:53 Uhr

Respekt

@Katharina D.: Leider wird Männern insbesondere von den Medien schon lange nicht mehr so etwas wie Respekt entgegengebracht, und wenn Männer darauf hinweisen, heißt es, sie würden "jammern".

Würde das Problem als ein Problem von Machtausübung verhandelt und nicht als das Problem, männlichen Geschlechts zu sein, dann ließe sich auch sachgerecht darüber diskutieren. Aber es ist ja schon schwer genug, die Tatsache durch die Wahrnehmungsfilter zu bringen, dass in entsprechenden Konstellationen in nicht unerheblichem Maße eben auch Männer von Frauen belästigt werden.

Und genau an dieser Frage sieht man sehr schnell, ob es den Beteiligten an dieser Diskussion wirklich um die Sache geht oder eben mehr darum, alte Feindbilder neu zu beleben. Ich weiß ja nicht, ob Sie sich gelegentlich durch die feministische Bloglandschaft lesen - also das Milieu, dem Kampagnen-Starterin Anne Wizorek entstammt - was Sie dort finden, ist aus männlicher Sicht einfach nur noch unterirdisch (und "sexistisch" ohnehin)!

Ich mache mir einen Ratschlag von Sibylle Berg zu eigen, die im Spiegel dazu aufforderte, nicht mehr "nett" zu sein, weil das nicht weiterhilft: ich werde auch nicht mehr nett sein, bloß um das Ego von im Narzissmus gestrandeten bloggenden Gören zu schonen, die sich anmaßen möchten, zu entscheiden, wie angemessene Antworten von Männern auf den Sexismus-Vorwurf auszusehen haben.

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djadmoros29.01.2013 | 13:31 Uhr

Nein,

wir sind nicht alle ein bisschen Brüderle. Auf keinen Fall!

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Funki29.01.2013 | 12:57 Uhr

Die üblichen Muster in der Diskussion...

Gute Punkte im Artikel, übliche Muster in der Diskussion darüber. Müssen wir denn wirklich jederzeit Männer gegen Frauen, Jungs gegen Mädchen ausspielen? Frauenquote = Sexismus gegen Männer? Frauenförderung als Benachteilung? Erfolg von Mädchen in der Schule macht Jungs gleich zu Bildungsverlieren (institutioneller Sexismus)? Ich wünsche mir in unserer Gesellschaft Achtsamkeit für ein respektvolles Miteinander mit INDIVIDUEN jenseits der Geschlechterkliches. Als Frau kann ich sagen, dass sich für mich diese Debatte noch nicht erledigt hat solange an unseren Spielplätzen Sprüche wie "Susi ist eine F***e" geschmiert werden, solange mich der Biolehrer mit Bücherstapel in der Hand augenzwinkernd fragt, ob ich ihm den Schlüssel aus der Hosentasche fummeln könnte, der Trainer im 1. Hilfe-Kurs in der Pause zum Entertainment ein Stripvideo über den Beamer laufen lässt(mit weiblichen Akteuren selbstverständlich), und solange man meinem Mann eine totale Inkompetenz im Haushalt unterstellt während ich die "zu viele Stunden" in Teilzeit arbeitende Rabenmutter (und schlechte Hausfrau da er tatsächlich - der Arme - bügeln muss) bin. Die Debatte sollte vielleicht besser "lasst-uns-im-Gegenseitigen-Respekt-leben" heissen, aber das wäre wohl nicht einfach genug für unsere so einfach gestrickte Talk- und Diskussionskultur in Deutschland. Und klar, gegenseitiger Respekt bedeutet auch, dass ich als Frau meine gelegentlichen Männerwitze vorher gründlich überdenken sollte bzw. wenn schon dann nicht unbedingt im Beisein des einzigen Mannes in der Frauenrunde, meines Praktikanten etc von mir geben muss.

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Lena29.01.2013 | 13:51 Uhr

Sexismus ist keine ' Maennerkrankheit"

sondern, ob es geglaubt wird oder nicht, auch Frauen sind davon befallen. Nur wird davon nicht so viel gemacht da es sich nicht so gut verkauft wie Geschichten wie die vom Bruederle,der offenbar eine Midlife Krise hat und der den Alterstatterich mit dem Kribbeln im Bauch verwechselt hat.

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Lill-Karin Bryant29.01.2013 | 15:35 Uhr

Sexismus

Die Gender-Mainstream-Ideologie hat uns doch permanent eingeredet, es gäbe nicht „typisch weibliches“; was wundert, dass Mann glaubt, Frauen denken und empfinden genauso wie er. Wenn dazu noch durch das Gender „social engineering“ die eigentlichen weiblichen Vorteile und Überlegenheiten ausgeredet oder gar negativ bewertet werden, ist die innere Identität von Frauen zerstört und es bleiben nur noch Äußerlichkeiten, die dann kultmäßig in den Mittelpunkt rücken (Diäten, Schönheitsoperationen, Castingshows usw.) Die Kommunikationswissenschaftlerin Petra Grimm hat bereits 2010 erkannt: Mädchen ziehen zunehmend Selbstbewusstsein daraus, Jungen als Sexobjekte zu dienen. [Siehe Buch „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie", 3. Auflage, Logos-Verlag, Ansbach, 2013]

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Nonnen29.01.2013 | 15:54 Uhr

Einhalt gebieten

Als Vater zweier Töchter sage ich nur eins : Hätte der "alte Sack" meine Töchter auf diese Art und Weise angemacht, gäbe es ein paar hinter die Ohren - gelinde gesagt.

Ich glaube es gibt zu wenig Männer und Väter die solchen Männleins Einhalt gebieten.

Oder?

.

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Differenzierer29.01.2013 | 16:24 Uhr

Erst über Benachteiligung von Männern reden??

@djadmoros: Wir können gerne auch - zu gegebenem Anlass - über die Benachteiligung von Jungen oder den fehlenden Respekt der Medien gegenüber Männern diskutieren. Ich verabscheue jegliche Ungleichbehandlung!

Doch wir versuchen derzeit über die durchaus verbreiteten verbalen und körperlichen Anzüglichkeiten von Männern zu diskutieren. Warum funktioniert das nicht? Sollen wir erst über die Benachteiligung der Männer sprechen, um uns dann - endlich - dem "Randthema" Sexismus gegenüber Frauen zu widmen (bzw. widmen zu dürfen)?

@Lena: "Gefällt mir" ;-)

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Katharina D.29.01.2013 | 18:10 Uhr

Leider ist die Debatte bigott!

@Katharina D.: Ich bin auch dafür, sich auf Fragestellungen zu konzentrieren anstatt sich zu verzetteln. Aber diese Sexismus-Debatte wird nicht aufrichtig geführt. Anstatt mal ergebnisoffen zu fragen: "Wer ist denn eigentlich alles betroffen, und wie äußert sich das?" wird der Diskurs von vornherein schon wieder auf das Muster eingeschränkt: "Wir Opferfrauen erwarten von euch Tätermännern, dass ihr endlich einen Fünfjahresplan eurer moralischen Umerziehung vorlegt! Und ihr kriegt keinen Keks dafür!" Auch Sie gehen doch diesem Schema auf den Leim!

Was hier schon wieder zementiert wird, ist das alte Dogma: "Männer sind in dieser Gesellschaft niemals nicht Opfer von garnix - auch nicht von sexistischen Übergriffen! Sondern per definitionem allzeit und allseits privilegiert! Und wer widerspricht, ist ein plärrendes Weichei!" Und darum hat diese Sexismus-Debatte nichts mit irgendeiner Gerechtigkeit zu tun, sondern mit dem Versuch, eine (nach Kachelmann beschädigte) feministische Diskurshoheit zu verteidigen.

Wer es nicht lassen kann, Männern insgesamt und fortgesetzt den im Übrigen selbst sexistischen Revolver der moralischen Erpressung an die Schläfe zu drücken, braucht sich nicht zu wundern, wenn die tatsächliche Debatte abseits des eigentlichen Problems stattfindet.

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djadmoros30.01.2013 | 11:31 Uhr

Schlimm, wenn eine erwachsene

Schlimm, wenn eine erwachsene Frau, die sich in solchen Kreisen bewegt, dermaßen weltfremd ist. War es eine Anmache? Ja. Eine harmlose, zu fortgeschrittener Stunde. Würden Männer nicht irgendwann an's Eingemachte gehen, gäb's nur noch platonische Beziehungen. Oder will man sich selbst befruchten?

Die Thematisierung von Sexismus ist sicherlich wichtig, denn Sexismus ist ein reales Problem und kann Frau wie Mann schaden. Allerdings hat Brüderle, so wie ich das sehe, diese Frau nur eine Anmache der harmloseren Art angedeihen lassen, sie nicht aber in ihrer Persönlichkeit deshalb gekränkt, weil er sie als Frau für minderwertig hält.

Beschämend, jetzt aus ihm den Sündenbock zu machen. Man kann ihn für das verurteilen, was er getan hat (Hinweis: Flirts sind Privatsache), nicht für das, was andere getan haben.

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Tobias Hoffmann30.01.2013 | 11:56 Uhr

Für die, die es nötig haben

Sex, auch in der aktuellen Variante Sexismus, ist und bleibt das Thema eins.

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Jonardo Tenner30.01.2013 | 17:32 Uhr

causa Brüderle

Eigentlich geht es bei den Brüderle-Sätzen nicht um Sexismus, sondern um Alkohol. Trinken führt zum Kontrollverlust; in dieser Disziplin sind Journalisten und Politiker auf Augenhöhe! Wer an Bar und Tresen Zitate sammelt, ist anschließend nicht zur trockenen Analyse fähig!
Gernot Fritz

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Gernot Fritz31.01.2013 | 18:49 Uhr

Der Ton macht die Musik

Wir waren nicht dabei, wie wär's mit dieser Version: Frau sagt "... sind Sie nicht zu alt für eine Spitzenposition", Mann antwortet gereizt : "Na, Sie würden auch in ein Dirndl passen" ... übersetzt: "So wie Sie als Frau in ein frauenentsprechendes Kleidungstück passen würden, passe ich als Politiker in eine Sptizenposition." Mann bemerkt, dass es sich um die nette Journalisten handelt, der er schon mehrfach begegnet ist (und die, glaubt man den Bildern, vertraut mit ihm war - nicht mehr, nicht weniger) und bekundet zusammengefasst ironisch-versöhnlich seine Sympathie mit der Anmerkung "Darf ich Ihnen meine Tanzkarte geben", signalisiert aber auch ob des journalistischen Angehens in einer eher privaten Situation eine gewisse Distanz und greift damit den "Altersvorwurf" auf, verbunden mit der versteckten Aufforderung, bitte doch bestimmte formelle Regeln beachten - z. B. in so einer Runde die Arbeit sein lassen. Könnte durchaus so gewesen sein, muss aber nicht. Vielleicht war er auch nur ein sabbender Testosteronbolzen. Aber eben auch nur vielleicht.
Der wahre Schuldige bei dem Ganzen: ein auflagengeiler Chefredakteur. Auch nicht besser.
Dass sich nun noch zwei Stern-Reporterinnen ob Brüderle gemeldet haben - das riecht nach vorauseilendem Gehorsam gegenüber dem Chef und der Mission "FDP kleinmachen".
Witzig für mich: vor etlichen Jahren waren wir als Agentur eingeladen beim G+J, mit Treffen von einem Stern-Redaktionsoberfuzzi im Allerheiligsten, dem Sitzungsraum. Lakonische Antwort auf die kritisch-erboste Frage einer (emanzipatorisch engagierten) Mitarbeiterin ob der vielen nackten Busen auf den Sterntiteln: "Sex sells"

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R. Kullius31.01.2013 | 19:37 Uhr

Meines Erachtens ein

Meines Erachtens ein provokanter aber guter Artikel - im übrigen war die Journalisten in keinem Abhängigkeitsverhältnis (wie es bei Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Chef und Assistentin der Fall wäre) und hat inzwischen ja wohl tausend mal mehr macht über ihn als andersrum...

Solange Frauen Männer toll finden, die Geld haben, erfolgreich sind, in Führungspositionen arbeiten und sich teils sogar extra provokant anziehen oder mit ihren reizen spielen um gewisse dinge zu erreichen finde ich es gefährlich sich auf diesem dünnen Eis zu bewegen.
Brüderle ist das falsche Beispiel und alles was nur ansatzweise mit Belästigung oder Sexismus zu tun hat wird in einen Topf geworfen. Warum können wir nicht ernsthaft über ungerechte Lohnunterschiede sprechen und über Erpressungen und Anspielungen am Arbeitsplatz statt sich über eine Anmache aufzuregen bei der die Journalisten alles andere als unschuldig war wenn sie mit einem so provokanten Spruch auf ihn zugeht.

  • Antworten
Carmen01.02.2013 | 14:46 Uhr

Brüderle und Himmelreich

Es ist doch ganz einfach. Brüderle hat sich anscheinend daneben benommen, bzw. eine Bemerkung gemacht, die sich nicht gehört.
Himmelreich hat sie sich nicht verbeten, sondern am anderen Tag brühwarm in der STERN-Redaktion verbreitet.
Der Chefredakteur Osterkorn hat ihr einen Maulkorb verpasst und ihr mitgeteilt, jezt im augenblick passt dies nicht in die Berichterstattung des STERN. Wir warten den richtigen Zeitpunkt ab. Wann kam er? Ein Jahr später zu einem Bericht über Brüderle. Nun ein Aufschrei der Nation. Welcher Sexismus. und dann von einem Mann wie Brüderle. Was tat die Frau Himmelreich? Bei den zahlreichen Fernsehauftritten von Herrn Osterkorn, wie z.B. bei JAUCH und LANZ durfte Frau Himmelreich nicht erscheinen. Das machte Herr Osterkorn allein. Fazit: Der STERN dar sexistische Titelbilder zur Auflagensteigerung veröffentlichen. Wer regt sich die? Nur die "EMMA-Mutter" der Nation. Wo regt sie sich nicht auf? Bei JAUCH!!! Über die #titelbilder meine ich natürlich. Aber über herrn Brüderle. Wer regt sich noch auf? Frau Nahles von der SPD. Die furchtbare Tante der Grünen. Alle wollen nur politisch Stimmen sammeln. Wer stht dumm da? Frau Himmelreich, denn wer will mit ihr als Journalistin noch reden? Ganz einfach. Ich habe mein langjähriges STERN-Abo gekündigt. Berichterstattung nach einem Jahr ist für mich kein Journalismus, Herr Osterkorn. Da lese ich lieber den SPIEGEL.

  • Antworten
Michael02.02.2013 | 22:04 Uhr

Die Konsequenz?

Erste Politiker schließen Journalistinnen von informellen Informationen aus. Da das ja diskriminierend ist, wirds auch bald die Journalisten erfassen. Beide dürfen dann wie in USA noch noch "Offizielles" erfahren und berichten. Und wer hats verbockt? Die Mädels. Weil die nicht kapieren, dass man entweder auch mal einstecken können muss (das geht Männern doch genauso) ODER aber EINFACH klar sagt, dass man das Geschwätz nicht mag. Aber nein: da wird bohai betrieben, völlig unnütz. Und die wollen künftig die Hälfte der Führungspositionen, weil sie gute Noten haben? Goldig, da steht uns ja was bevor.

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Leo03.02.2013 | 18:22 Uhr

Irgendwie bekomme ich immer mehr den Eindruck

daß diese Sexismus Debatte am Leben gehalten wird obwohl das eher eine Nebenbaustelle ist um von anderen,wichtigeren Themen abzulenken....

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Karin Stutz06.02.2013 | 01:27 Uhr

Ich sehe das ähnlich. Über

Ich sehe das ähnlich. Über Interesse freue ich mich: http://artikuliert.wordpress.com/2013/02/06/eine-lanze-fur-sexismus/

... "Klar muss sein: Wenn, wie aktuell gegen die vielfachen Klagen in der Brüderle-Debatte, von „Hysterie“ zu hören ist, dann darf das überhaupt keinen Zweifel daran lassen, dass jede Frau, die sich (gleich wie massiv) sexuell behelligt sieht, sich zur Wehr setzen soll – und wenn sie zehnmal „F… MICH“ auf dem T-Shirt stehen hatte.

Vielleicht mag sie ja einfach blöde T-Shirts.

Wenn ein Mensch, der sich sexuell exponiert, sexuell wahrgenommen und in der Folge gegen seinen Willen sexuell behandelt wird: Dann kann das – nicht erst wo es physisch aggressiv wird – sehr wohl eine Sauerei sein, sehr wohl auch ein strafwürdiges Vergehen.

Nur sexistisch ist es nicht." ...

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Martin Hagemeyer15.02.2013 | 01:52 Uhr

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