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 > Röttgens Niederlage ist Merkels Problem

Berliner Republik

CDURöttgens Niederlage ist Merkels Problem

Von Christoph Seils14. Mai 2012
picture alliance
NRW-Wahl, Norbert Röttgen, Angela Merkel, CDU, Niederlage, Wahlschlappe
Eigentlich müssten in der gesamten Union die Alarmglocken schrillen
Schrift:

Der tiefe Sturz der CDU in Nordrhein-Westfalen ist für die Partei historisch ohne Beispiel und wird auch für Angela Merkel Folgen haben. Trotzdem ist die Bundeskanzlerin in einer völlig anderen Situation als ihr sozialdemokratischer Vorgänger Gerhard Schröder 2005

Seite 1 von 3

Was für ein Debakel für die CDU. Bei der Landtagswahl am Sonntag in Nordrhein-Westfalen erzielte die Partei das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte an Rhein und Ruhr. Der Absturz beendet nicht nur die politische Karriere eines christdemokratischen Hoffnungsträgers, sie ist auch für die ganze Partei ohne Beispiel.

Das Ausmaß ihrer Niederlage wird allerdings erst im größeren, historischen Kontext deutlich. Sieben Jahre ist der große Triumph der Christdemokraten und von Schwarz-Gelb in Nordrhein-Westfalen her. Bei der Landtagswahl 2005, als Rot-Grün in Düsseldorf abgewählt wurde und sich Kanzler Schröder anschließend in Neuwahlen flüchtete, hatte die dortige CDU  44,8 Prozent erzielt. Am Sonntag kam sie nur noch 26,3 Prozent. Vor sieben Jahren wählten noch 3,6 Millionen Wähler des Landes CDU, vor zwei Jahren, bei der Bundestagswahl 2009 waren es immerhin noch 3,1 Millionen, am Sonntag nur noch 2 Millionen. Innerhalb weniger Jahre ist die Wählerbasis der Partei im bevölkerungsreichsten Bundesland erodiert.

Hinzu kommt: Ergebnisse im 20-Prozent-Keller kennen die Christdemokraten bislang nur aus den drei Stadtstaaten sowie aus Ostdeutschland. Seit fast einem halben Jahrhundert hingegen hat die CDU in keinem westdeutschen Flächenland nicht mehr so schlecht abgeschnitten. Und sieht man einmal von einer Landtagswahl 1966 in Hessen ab, dann hat die westdeutsche CDU so schlechte Wahlergebnisse zuletzt in den 1950er Jahren eingefahren, in den Anfängen der Bundesrepublik.

Ausgerechnet in Nordrhein-Westfalen, wo die CDU in den Nachkriegsjahren als Bündnis von Konservativen und katholischem Zentrum gegründet wurde, ausgerechnet dort, wo die Partei in den Nachkriegsjahren ihre erste Hochburg hatte, ist sie nun so tief gestürzt. Zuletzt hat die CDU immer wieder betont, sie sei die einzige verbliebene Volkspartei in Deutschland. Das wird ihr jetzt kaum noch jemand abnehmen.

Eigentlich müssten in der gesamten Union nun die Alarmglocken schrillen. Am Wahlabend waren die Christdemokraten stattdessen eifrig damit beschäftigt, den dramatischen Absturz kleinzureden und die Schuldfrage von der Bundes-CDU sowie vor allem von Kanzlerin Merkel fernzuhalten. Landespolitische Gründe wurden für die katastrophale Schlappe verantwortlich gemacht, die beliebte sozialdemokratische Ministerpräsidentin und der schlechte Wahlkampf des Spitzenkandidaten Norbert Röttgen. Doch so einfach kann die CDU es sich nicht machen. Eine knappe Niederlage hätte die Bundespartei auf die Landespolitik schieben können, doch stattdessen ist nicht zu übersehen: Röttgens Niederlage ist Merkels Problem.

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Ich stimme mit der in dem Artikel ausgedrückten Meinung weitgehend überein. Ich würde nur ganz gerne von Ihnen erklärt bekommen, wo die Kanzlerin denn so großes Ansehen genießt und angeblich so beliebt ist. Alle von ihr gepushten Protegés fahren irgendwie und irgendwann gegen die Wand und werden dann schnell fallen gelassen. Andere haben sich selbst aus der Partei "rausekeln" lassen. Auf internationaler Bühne verliert Merkels Europapolitik immer weniger Unterstützung. Was ist denn jetzt mit dem großen Ansehen. Ich kann es beim besten Willen nirgends festmachen. Mein Eindruck ist eher, diese Frau ist für alle ein riesiges Rätsel und wissen nicht, wie mit ihr umzugehen ist. Ein machtbewusster Mensch ist sie auf jeden Fall.Machtmenschen "genießen" ihre Macht aber nicht einmal das ist ihr richtig anzumerken.

  • Antworten
Gabriele Rack14.05.2012 | 12:54 Uhr

Sehr geehrter Herr Seils,

Sehr geehrter Herr Seils,

ich kann ihrer klaren Analyse nur zustimmen. Die Merkel'sche Machtpolitik droht über ihre eigenen Beine zu stolpern. Zu wünschen bleibt Deutschland dennoch, dass diese pragmatische Kanzerlin es trotzdem schafft 2013 mit einer großen Koalition weiterzumachen. Meiner Ansicht nach wäre ein solches Bündnis weitaus handlungsfähiger, weil mehr inhaltliche Übereinstimmungen vorhanden wären als bei schwarz-gelb.

Ausschlagebend dafür wird aller Vorausicht nach das deutsche Wirtschaftswachstum sein. Ansonsten kehren sich die "Euro-Erfolge" der Kanzlerin sehr schnell in das Gegenteil.

MfG W. Echter

  • Antworten
Wolf Echter14.05.2012 | 13:34 Uhr

Düsseldorf

Die unlängst verbreitete These, es gäbe in Deutschland keine Wechselstimmung zur Wahl 2013, hat sich sehr schnell von selbst erledigt.

  • Antworten
Otmar Schütze14.05.2012 | 13:53 Uhr

Merkel-Röttgen

Die CDU glaubt jahrelang eine Politik gegen die Lebensinteressen der Bürger betreiben zu können und hat nun die Quitrtung dafür bekommen. Die CDU war nicht einmal bereit, die durch ihre eigene Politik verursachten Probleme im Zusammenhang mit der deutschen Wiedervereinigung aufzugreifenb und zu lösen und nun hat die ihre Zeit begonnen, unwiderruflich abzulaufen.

  • Antworten
Otmar Schütze14.05.2012 | 18:39 Uhr

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