Jump to Navigation
Startseite

Magazin im Mai: Nichts klappt, alle lieben sie: Das Geheimnis der verschlunzten Hauptstadt

Babel Berlin
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Scheitert die Betreuungsquote?

Berliner Republik

Rechtsanspruch auf Kita-PlatzScheitert die Betreuungsquote?

Von Hans Monath30. Mai 2012
picture alliance
Kita,Betruungsquote,Schröder,Familienministerin,Kinderbetreuung
Scheitert die Betreuungsquote?
Schrift:

Ab August 2013 soll es den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung geben. Am heutigen Mittwoch stellt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) dafür ihren 10-Punkte-Plan vor.  Wie will die Bundesregierung das noch schaffen?

Der Ausbau der Kinderbetreuung für unter Dreijährige ist eine organisatorische Mammutaufgabe und zugleich ein Test, wie glaubwürdig Politik ist. Die nämlich hat hohe Erwartungen geweckt mit dem Versprechen, dem Wunsch vieler Eltern nachzukommen und Beruf und Familie besser vereinbar zu machen. Am heutigen Mittwoch stellt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) ihren 10-Punkte-Plan zum Ausbau der Kinderbetreuung vor. Dabei geht es auch um das umstrittene Betreuungsgeld.

Wie weit ist der Ausbau der Kinderbetreuung vorangekommen?

Auf dem sogenannten Krippengipfel verabredeten Bund, Länder und Kommunen vor fünf Jahren, bis Mitte 2013 für 35 Prozent aller Ein- bis Dreijährigen einen Betreuungsplatz zur Verfügung zu stellen, 500 000 neue und damit insgesamt 750 000 Plätze versprach die Politik. Damit würden, nach damaliger Prognose, 35 Prozent der unter Dreijährigen versorgt. Wegen der niedrigeren Geburtenzahlen rechnete man inzwischen mit einem Versorgungsgrad von 38 Prozent.

Doch es ist absehbar, dass dieses Ziel verfehlt wird. Das Familienministerium spricht gegenwärtig von 130 000 fehlenden Plätzen, die kommunalen Spitzenverbände dagegen sogar von rund 200 000. Laut den Zahlen des statistischen Bundesamtes vom März 2011 besuchten rund 520 000 Mädchen und Jungen Kindertagesstätten oder wurden in anderer Form betreut, etwa von Tagesmüttern. Das entsprach einer Quote von nur 25,4 Prozent. Selbst wenn man den bisherigen Zuwachs bis Mitte 2013 unterstellt, bleibt eine große Lücke.

Weshalb liegt man nicht im Plan?

Das Ausbautempo hat sich verlangsamt, was vor allem mit der schlechten Finanzlage der Kommunen zusammenhängt. Im Jahr 2010 wurden bundesweit noch 55 000 neue Plätze geschaffen, ein Jahr später nur noch 45 000. Bund, Länder und Kommunen schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu. Der Bund unterstützt den Ausbau mit vier Milliarden Euro. Laut Ministerin Schröder haben die Länder bislang mehr als 700 Millionen Euro noch nicht abgerufen. Direkte Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern verbietet das Grundgesetz. Die Kommunen wiederum klagen darüber, dass die Länder ihnen Geld vorenthalten.

Tatsächlich verbrauchen viele Bundesländer erst die Bundesmittel für den Ausbau und planen dann Landesmittel ein, obwohl sie sich selbst auch zur Finanzierung verpflichtet haben. Wegen der Schuldenbremse fällt es ihnen dann schwer, eigene Mittel auszuweisen. Deshalb variiert die Ausbaudynamik von Land zu Land. Ohnehin liegt die Betreuungsquote in Ostdeutschland – historisch bedingt – mit 48,1 Prozent deutlich über dem Niveau in Westdeutschland, wo sie nur 17,4 Prozent beträgt. Daneben gibt es in manchen Kommunen auch andere praktische Probleme: „Erzieherinnenmangel und fehlende Grundstücke für Neubauten sind echte Aufbauhindernisse“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Stephan Articus.

Was droht dann im August 2013?

Von diesem Datum an haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihr Kleinkind. Die kommunalen Spitzenverbände rechnen mit einer Klagewelle, wenn dieser Anspruch nicht erfüllt werden kann. Das Deutsche Jugendinstitut hat die Rechtslage geprüft und kommt zu dem Schluss, dass die Eltern vor Gericht gute Erfolgsaussichten hätten. Der Kieler Oberbürgermeister Torsten Albig (SPD) erwartet, dass berufstätige Mütter oder Väter, die keinen Betreuungsplatz finden und ungewollt pausieren müssen, von den Kommunen dann das entgangene Arbeitseinkommen verlangen werden. Städte wie München, Frankfurt am Main oder Nürnberg rechnen zudem mit einem Betreuungsbedarf von mindestens 50 Prozent, Stuttgart gar mit 60.

Was will die Familienministerin mit ihrem 10-Punkte-Plan erreichen?

Die Opposition bezeichnet die Bundesfamilienministerin auch wegen des Stockens des Betreuungsausbaus als Totalversagerin und fordert einen neuen Krippengipfel. Selbst in der schwarz-gelben Koalition gilt Schröder nicht eben als starke, glücklich agierende Ressortchefin. Auch wegen des umstrittenen Betreuungsgeldes hat die Union ihre zwischenzeitliche politische Hegemonie in der Familienpolitik eingebüßt. Für die junge Ministerin geht es darum, mit ihrem 10-Punkte-Plan den Vorwurf der Untätigkeit zu kontern und die Verantwortung der anderen Akteure herauszustellen.

Daneben wird sie auch praktische Vorschläge unterbreiten. So will sie unter anderem Anreize für Tagesmütter und Betriebskindergärten schaffen. An die Länder und Kommunen appelliert sie, auf bestimmte Bauvorschriften wie Vorgaben für Deckenhöhen zu verzichten, da die Umsetzung des Rechtsanspruchs in vielen Kommunen auch durch zu strenge Baunormen behindert werde. Die SPD kritisiert, Schröder wolle „die Tür für Billig-Kitas öffnen“. Auch der Städtetag vertritt generell die Linie, dass beim Betreuungsausbau Quantität nicht auf Kosten von Qualität gehen darf.

Worin besteht der Zusammenhang zwischen 10-Punkte- Plan und Betreuungsgeld?

Soeben, also praktisch parallel zu ihrem 10-Punkte-Plan, hat Ministerin Schröder auch den Gesetzentwurf für das Betreuungsgeld vorgelegt, das von vielen CDU-Abgeordneten abgelehnt wird. Die Sprecherin der „Gruppe der Frauen“ in der Unionsfraktion, Rita Pawelski (CDU), bekräftigte am Dienstag, sie könne dem Gesetz nicht zustimmen. Schröder will den Eindruck zerstreuen, die Regierung kümmere sich zu wenig um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und setze stattdessen allein auf die umstrittene neue Geldleistung, die auch von den meisten Familienverbänden, den Gewerkschaften und den Spitzenverbänden der Wirtschaft abgelehnt wird. Der 10-Punkte-Plan soll zeigen: Der Krippenausbau hat weiterhin Priorität.

Einige Medien wollen erfahren haben, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) persönlich einschalten und den Zuschuss des Bundes zum Ausbau der U-3-Betreuung erhöhen will, um die Kritiker des Betreuungsgeldes in den eigenen Reihen zu besänftigen. Belastbare Hinweise auf einen solchen Plan gibt es bislang allerdings nicht. Die FDP hat zudem schon vorsorglich gewarnt, dass sie nicht höhere Staatsausgaben für ein Projekt genehmigen will, das sie ohnehin nur widerstrebend mitträgt, weil es nun einmal im Koalitionsvertrag steht.

Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

zurück zum Dossier
Zu diesem Artikel gibt es
1 Kommentar
Die Frage das Tages stellt Cicero online in Kooperation mit
Der Tagesspiegel

Weiterführende Links

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

Neologismen aus Politikernamen
„Wulffen versteht jeder”
Interview mit
Daniel Steckbauer
16.03.2013
Europa
Agenda 2010: nicht exportgeeignet
von
13.03.2013
Blödsinns-These der Familienpolitik
Wir brauchen gar nicht mehr Kinder
von
06.02.2013
David Cameron, die Briten und die EU
Der Wackelkandidat
von
24.01.2013
Niedersachsen
Stephan Weil, Ministerpräsident in Spe?
von
02.01.2013

Mehr Fragen des Tages finden Sie beim Tagesspiegel.

zum Dossier Betreuungsgeld - Herdprämie oder Wahlfreiheit?
Twitter
zum Ressort

zurück zum Dossier
Die Frage das Tages stellt Cicero online in Kooperation mit
Der Tagesspiegel

Weiterführende Links

Diese Artikeln könnten Sie auch interessieren:

Neologismen aus Politikernamen
„Wulffen versteht jeder”
Interview mit
Daniel Steckbauer
16.03.2013
Europa
Agenda 2010: nicht exportgeeignet
von
13.03.2013
Blödsinns-These der Familienpolitik
Wir brauchen gar nicht mehr Kinder
von
06.02.2013
David Cameron, die Briten und die EU
Der Wackelkandidat
von
24.01.2013
Niedersachsen
Stephan Weil, Ministerpräsident in Spe?
von
02.01.2013

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
Neues Dossier anlegen:

Natuerlich wird die Betreuungs Quote scheitern

schliesslich kann man Kitas als Gebaeude nicht aus dem Boden stampfen und schon garnicht qualifiziertes Personal; momentan wird zwar drueber geredet Langzeit Arbeitslose zu Kita Personal umzuschulen,ob das funktioniert ist fraglich.Langzeit-Arbeitslose waren ja schon mal im Visier der Regierung.Damals wollte man sie zur Pflege in Alters-und Pflegeheimen einsetzen. Das war auch kein Erfolg und man muss sich schon fragen ob es so einfach sein wird Hartz IV Empfaenger dazu zu verdonnern auch gut fuer die betroffene Kleinkinder ist.
Der Mangel an qualifizierten Betreuern der auch durch schlechte Bezahlung verursacht wurde, wird nicht so schnell behoben sein wenn die Verguetung nicht verbessert wird.Wenn der Beruf einer Kita Betreuerin nicht mehr bezahlt als was Hartz IV jetzt schon bekommt dann wird sich niemand um so eine Umschulung bemuehen, jedenfalls nicht freiwillig. Dazu kommt noch dass es bis zu 5 Jahren dauern kann bis jemand wirklich gut ausgebildet ist um anspruchsvolle Kindererziehung zu gestalten. Viele Staedte und Gemeinden werden mit gerichtlichen Klagen rechnen muessen das sie nicht genuegend Kitaplaetze abbieten koennen. Fuer so manche Stadt oder Gemeinde wird das ein teurer Spass.

  • Antworten
Karin S.Bryant04.06.2012 | 15:21 Uhr

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Bildergalerie

20 Gründe, auf den Mars umzuziehen

zur Bildergalerie
Anzeige

Marie Amrhein

Sonntagskolumne: Mein Sozialstaat

Angie, gib' die Wohnung frei

Deutschland ächzt unter akutem Wohnungsnotstand

In Deutschland herrscht akuter Wohnungsmangel. So zumindest wirkt es für die Menschen in den Ballungsräumen der Republik. Und dabei geht es nicht nur um den schönen Altbau mit Balkon im Prenzlauer Berg, Mitte oder Kreuzkölln


DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Eric Bonse - Lost in EUrope
Hollandes Offensive kommt zu spät

Frankreichs Staatschef Hollande will eine Wirtschaftsregierung für die Eurozone. Auf einer…

zum Blogeintrag

Frage des Tages

Klone der Schöpfung
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

150 Jahre SPD: Vom Fürstenfeind zur Kaviarlinken
zum Dossier
Sollte die Bundeswehr Drohnen kaufen?
Das Cicero-Meinungsbild

Das Verteidigungsministerium will unbemannte Flugkörper kaufen. Ist das ethisch zu vertreten?

Umfrage
Die Türkei muss in die EU, fordert Gerhard Schröder im Cicero. Hat er Recht?
Ja, ein Beitritt ist dringend nötig, um die Region zu stabilisieren
16%
Nein, die EU wäre heillos überfordert
84%
Gesamtstimmen: 685
zur Umfrage
Medizin, Gesundheitssystem, krank
Dossier

Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

zum Dossier

Dossier

Nordkorea zündelt

zum Dossier

Mittelstand,Mittelschickt,Bürgertum,Internetstore AG
Dossier

Mythos Mittelstand

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

„Deutschland wird nicht mehr zu den G8 gehören“

Video
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang