Mit ihrem Pochen auf den Kandidaten Gauck hoffte die FDP, verloren gegangene Glaubwürdigkeit zurückzuerobern. Umfragen zufolge sieht es aber nicht danach aus, als könnte der Partei das gelingen. Forsa-Chef Manfred Güllner fasst die Reaktionen auf die Kür des künftigen Bundespräsidenten zusammen
Dass sich die Union, die FDP, die SPD und die Grünen dafür entschieden haben, Joachim Gauck zum neuen Bundespräsidenten zu wählen, finden die meisten Bürger richtig. In einer für den Stern durchgeführten Umfrage meinen 69 Prozent aller Bundesbürger, die Nominierung Gaucks sei eine gute Entscheidung. Nur relativ wenige (15 Prozent) sagen, jemand anderes wäre für das Amt des Bundespräsidenten besser geeignet gewesen. 16 Prozent der Befragten haben noch kein klares Bild vom Kandidaten Gauck und äußerten keine Meinung.
Die Entscheidung für Joachim Gauck wird von einer Mehrheit aller Wählergruppen für gut befunden. Von den Anhängern der Grünen und der CDU/CSU sind mit 84 bzw. 78 Prozent noch mehr mit Gauck als neuem Präsidenten einverstanden als im Durchschnitt aller Bürger. Von den SPD-Anhängern finden 73 Prozent, dass die Entscheidung für Gauck richtig ist. Etwas verhaltener ist die Zustimmung bei den derzeitigen Sympathisanten der Piratenpartei mit 64 Prozent.
Obwohl die Linkspartei die Kandidatur Gaucks nicht unterstützt, sondern die Entscheidung kritisiert, findet es auch die Mehrheit der Anhänger der Linke (55 Prozent) richtig, dass Gauck neuer Bundespräsident werden soll.
Überdurchschnittlich groß ist die Zustimmung für Joachim Gauck mit 74 bzw. 75 Prozent in der Altersgruppe der 45- bis 55- sowie der über 60-Jährigen. Von den 18- bis 29-Jährigen halten 58 Prozent die Entscheidung für Gauck für richtig. Gaucks Rückhalt ist auch bei den Bürgern mit Abitur oder Hochschulstudium mit 75 Prozent noch größer als im Durchschnitt aller Bürger.
Während in den alten Bundesländern 70 Prozent Gaucks Nominierung begrüßen, ist die Zustimmung zu Gauck in den neuen Ländern mit 62 Prozent nicht ganz so ausgeprägt.
Lesen Sie auf der zweiten Seite, warum die FDP kaum von der Nominierung profitieren dürfte











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