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 > Nicht mehr Koch und Kellner

Berliner Republik

Jürgen und SigmarNicht mehr Koch und Kellner

Von Christoph Schwennicke24. Mai 2012
Picture Alliance
Jürgen und Sigmar durch dick und dünn
Rot-Grün: Wer wird Koch sein und wer Kellner
Schrift:

Die Atmosphäre ist eine ganz andere, als seinerzeit, ein gutes Jahr vor der Bundestagswahl 1998. Die Kollegen des Sterns hatten damals kaum die Aufnahmegeräte in Stellung gebracht, da blaffte Gerhard Schröder ansatzlos in Richtung Joschka Fischer, in einer rot-grünen Koalition müsse schon klar sein, „wer Koch und wer Kellner ist“
 

Dieser Klassiker, das Koch-und Kellner-Interview von Schröder und Fischer war 15 Jahre später die Vorlage für das Cicero-Gipfeltreffen von SPD-Chef Sigmar Gabriel und Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin, den beiden Schlüsselfiguren eines etwaigen Rot-Grün II im Bund nach der Bundestagswahl im Herbst 2013. Und hatte nicht auch Gabriel vor einiger Zeit über die Latte-Macchiatio-Grünen geätzt und Trittin sich dessen Einmischungen in grüne Angelegenheit verbeten?

Aber nichts davon. Er sei wohl der „bessere Koch“, meinte Trittin jovial auf die Koch-und Kellner-Frage, und Gabriel fügte hinzu: „Und ich der besser Esser.“ Im übrigen aber begegne man sich „auf Augenhöhe“ und Vergleiche wie jene von Koch und Kellner würden nicht weiterhelfen. Eine klare Distanzierung Gabriels von Schröders Konfrontationskurs gegenüber den Grünen.

„Jürgen“ und „Sigmar“, wie die beiden sich wiederholt ansprachen, machten während des rot-grünen Cicero-Gipfels in der Sache klar, dass sie bereit dafür sind, gemeinsam durch dick und dünn zu gehen – mit einer ungewöhnlichen  Wahlkampfstrategie. Weil die Leute „ganz genau wissen, dass es so nicht weitergeht“, (Trittin) werde Rot-Grün für eine höhere Staatsquote und mehr Steuern für Reiche an den Start gehen.

Eine riskante Strategie, die bisher noch nie funktioniert hat. Als Angela Merkel 2005 mit Hängen und Würgen Bundeskanzlerin einer Großen Koalition wurde, da hatte sie mit der Wahlkampfankündigung einer höheren Mehrwertsteuer keine gute Erfahrung gemacht.

Möglicherweise haben  sich die Zeiten geändert. Gabriel jedenfalls macht in dem Gespräch deutlich: „Wir habe ein klares politisches Gegenmodell. Damit werden wir Merkel stellen.“ Und Trittin sieht die Chance auf einen Wahlsieg nach einer Reihe von Wahlniederlagen der Union als gestiegen an. Merkels „Demobilisierungsstrategie“ sei „gerade krachend gescheitert. Norbert Röttgen ist das jüngste Opfer“.

Das ganze Interview lesen Sie in der Juni-Ausgabe des Cicero:

Das Geheimnis der Glucke
Warum wir Angela Merkel noch lange haben werden

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Höhere Staatsquote

Nach Berechnungen der OECD liegt Deutschland bereits an der Spitze, was die Belastung (direkte + indirekte Steuern + Sozialabgaben) des Durchschnittsangestellten angeht. Soll dieser Spitzenplatz jetzt ausgebaut werden, wenn von einer höheren Staatsquote die Rede ist? Damit machen SPD und Grüne sich für mich unwählbar. Ich halte statt dessen die konsequente Beschränkung staatlicher Aufgabenfelder und Leistungen für angebracht.

  • Antworten
Benedikt24.05.2012 | 13:35 Uhr

Koch und Kellner

Ich wünsche es uns allen, dass dieser beklemmende Zustand der Hilflosigkeit, stts auf Kosten des Steuerzahlers, sich alsbald ändert.
Die Deutschen im Osten haben darunter besoinders gelitten, dass nichts voran geht und nur die Armut dazu gewonnen hat.

  • Antworten
Otmar Schütze25.05.2012 | 08:29 Uhr

Geldgetriebene Politik

Das Leben der Bürgerinnen und Bürgern nach den Bundestagswahlen 2013, wird wieder einmal bestimmt werden von knallharten Fakten und weniger von Weltanschauungen und Überzeugungen. Alle, die weniger als 60 000 Euro im Jahr verdienen, sollen angeblich entlastet werden, alle anderen sollen mehr Steuern und Abgaben zahlen. Das bedeutet erneut, dass alle Leistungsträger in Deutschland zur Kasse gebeten werden, damit noch mehr Geld in die Staatskassen fließt. Das zerstört jeglichen Leistungswillen und Motivation, es ist demoralisierend. Ach ja, wir müssen ja das politische Phantasieprojekt Euro retten, koste es, was es wolle. Da brauchen wir viel Geld, sehr viel Geld. Woher nehmen und nicht stehlen? Durch höhere Staatseinnahmen natürlich. So war es immer bei den Sozis, ihre konzeptionelle Kompetenz beschränkte sich schon immer auf die zwanghafte Umverteilung, oder heute wird wieder populistisch die Systemfrage gestellt. Ist das billig. Nicht staatliche Strukturreformen scheinen gefragt zu sein, sondern wieder einmal Umverteilung. Dabei wäre die erste Maßnahme für eine zukunftsorientierte Politik, die alles beherrschende und zerstörerisch wirkende Finanzmarktbranche zu regulieren, damit endlich mit der Spekulation und ihren schweren Schäden für ganze Volkswirtschaften Schluss gemacht wird. Das ist ein politisches Gegenmodell.

  • Antworten
bernhard jasper25.05.2012 | 10:13 Uhr

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