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 > Mit Anti-Banken-Populismus in die Offensive

Berliner Republik

SPD-Chef GabrielMit Anti-Banken-Populismus in die Offensive

Von Christoph Seils23. Juli 2012
picture alliance
Sigmar Gabriel,SPD,Wahlkampf,Troika,Thesenpapier
Ob er was gegen Merkel ausrichten kann?
Schrift:

Das Thema Europa hat die SPD der Kanzlerin überlassen. Merkel gilt als verlässliche Krisenmanagerin, da kann die SPD nur verlieren. Stattdessen ruft Parteichef Gabriel mit durchaus drastischen Worten und populistischen Untertönen zum Kampf gegen Banken und Finanzindustrie auf. Doch die Strategie ist nicht ohne Risiko

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Politik ist ein großes Strategiespiel, vor allem dann, wenn ein Wahlkampf bevorsteht. Was eine politische Rochade ist, das hat der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel in den vergangenen Tagen eindrucksvoll und nicht ohne Erfolg demonstriert.  

Am Donnerstag stimmte die SPD im Bundestag den Milliardenhilfen für die spanischen Banken zu. Einmal mehr standen die Sozialdemokraten in Sachen Eurokrise an der Seite der Kanzlerin und der schwarz-gelben Bundesregierung. Doch schon am Freitag setzte Parteichef Sigmar Gabriel ganz andere Akzente. Am Donnerstag lobte Gabriel die Verlässlichkeit der Opposition in wichtigen politischen Fragen. Gleichzeitig strich er die Gemeinsamkeiten von Regierung und Opposition beim europäischen Krisenmanagement heraus. Am Freitag hingegen veröffentlichte der SPD-Chef ein Thesenpapier über die europäischen Banken und die Finanzindustrie, das einen ganz anderen Ton einschlägt und die Bundesregierung frontal angreift.

Von Erpressung ist darin im Zusammenhang mit dem Bankensystem die Rede und von Abzocke, von Manipulation und Beihilfe zur Steuerkriminalität. Die Bundestagswahl 2013 stilisiert Gabriel in seinen acht Thesen zur „Entscheidung über die Bändigung der Banken“. Der SPD-Vorsitzende fordert ein „europäisches Bankeninsolvenzrecht“, er will den Hochfrequenzhandel verbieten und die „unanständigen Gehälter“ von Finanzmanagern und Spekulanten begrenzen. Banker, die mit „krimineller Energie“ Leitzinsen manipulieren oder Beihilfe zur organisierten Steuerkriminalität leisten, sollen die ganze Härte des Strafrechts spüren. „Es kann nicht sein, dass kein einziger Banker hinter Gittern sitzt, weiter Kurse manipuliert und hoch riskante Geschäfte getätigt werden und kleine Leute selbst für’s Schwarzfahren ins Gefängnis kommen“, sagte Gabriel dazu im Interview mit dem Tagesspiegel. Der Bundesregierung wirft Gabriel in demselben Interview vor, sie verschone „die Verursacher der Krise, nämlich die Banken“, bei deren Bändigung habe Merkel „sträflich versagt“. 

Es sind drastische Worte und eine populistische Zuspitzung, die Sigmar Gabriel bei seiner Attacke gegen die Banken und gegen die Bundesregierung wählt. Ein wenig klingt der SPD-Chef dabei wie die Linkspartei, wie Oskar Lafontaine und nicht mehr wie eine Regierung im Wartestand. Doch der Angriff und auch der Zeitpunkt kurz nach der Spanien-Abstimmung im Bundestag sind kühl kalkuliert, sowie das Thema.

Die Kanzlerin setzt in den kommenden Monaten auf einen Wahlkampf rund um das Thema Europa. Das ist nicht zu übersehen und Angela Merkel hat eigentlich auch keine andere Wahl. Schließlich ist ihre Kanzlerschaft seit Jahren auf engste mit der Bekämpfung der Eurokrise verbunden. Für die große Mehrzahl der Wähler sie zudem eine vertrauensvolle Krisenmanagerin. Bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr könnte dies für die Union zum entscheidenden Vorteil werden.

Die SPD kann dagegen wenig ausrichten, mag sie auch noch so häufig darauf verweisen, dass Merkel gegen die Eurokrise erstens viel zu spät und nicht entschlossen genug eingegriffen hat. Dass die Bundesregierung in Sachen Eurorettung zweitens immer wieder Forderungen der SPD aufgegriffen hat, zum Beispiel bei der Finanztransaktionssteuer oder dem Wachstumspakt.

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Gabriels Bankenkritik

Die SPD setzt offenbar auf das schlechte Gedächtnis und die Dummheit der Wähler. Ich entscheide bei den Wahlen nach dem Verursacherprinzip, aber deshalb gewinnt Schwarz/Gelb bei mir trotzdem keinen Blumentopf, geschweige denn meine Wählerstimme, nur Rot/Grün hat das gleiche Glaubwürdigkeitsproblem. Im Bundestag alle Schweinereien der Regierung mittragen,aber danach grosse Klappe und heisse Luft verbreiten. Ergo ist es völlig egal wer regiert, Verantwortung dem Wähler gegenüber erkenne ich nirgends, nur immer haargenau der zahlenden Finanz- Versicherungs- Rüstungs- und Energieindustrie folgend. Aber sich dann über die zunehmende Zahl der Nichtwähler wundern, ich bin extrem politisch interessiert,aber nicht was unsere Politiker und schleimenden Journalisten absondern, sondern kritische Berichte von verschiedenen Fachleuten und Magazinen. Die Quintessenz daraus ergibt mein Meinungsbild, und das ist alles andere als schmeichelhaft.Woher die Meinungsumfragen zu unserer Regierungsgilde kommen frage ich mich jede Woche, wer und wieviele werden da gefragt,um solche Ergebnisse zu erreichen. Die Leserbriefe in der seriösen Presse zeigen eher mein Stimmungsbild, die werden aber offensichtlich nie gefragt.

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Jäger24.07.2012 | 07:25 Uhr

Die Lösung der Sozialen Frage

"Moderner" Sozialismus: Seit es aus der Mode gekommen ist, Produktionsbetriebe zu verstaatlichen, glauben die Sozialisten, sie könnten die Geschäftsbanken verstaatlichen, wenn sie nur genug Banken-Bashing betreiben.

"Weder der Liberalismus noch der Sozialismus vermag in seiner historischen Form (Anmerkung: darüber sind wir bis heute nicht hinaus!) die soziale Frage zu lösen. Die echte Lösung in Form der Natürlichen Wirtschaftsordnung vereinigt die berechtigten Anliegen dieser beiden Bestrebungen, nämlich die soziale Gerechtigkeit mit einem Höchstmaß an persönlicher Freiheit, schließt aber ebenso den kapitalistischen Missbrauch der wirtschaftlichen Freiheit endgültig aus wie ihre Einengung durch staatlich-bürokratische Planwirtschaft. Erst sie begründet eine wahrhaft freie Wirtschaft ohne private Vorrechte und staatliche Bevormundung, eine monopolfreie und darum auch ausbeutungsfreie Vollbetriebswirtschaft, die jedem die gleiche Freiheit und die gleichen Vorbedingungen zur Entfaltung seiner Kräfte gewährleistet.
…Die Natürliche Wirtschaftsordnung fördert das Wohl der Gesamtheit, indem sie dem Wohl aller einzelnen dient. Daher nimmt sie dem Gegensatz zwischen Gemeinnutz und Eigennutz jenen zuspitzenden und unversöhnlichen Charakter, der nur durch die kapitalistische Entartung der liberalistischen Wirtschaft entstand. Sie beseitigt alle Monopole, ohne an ihre Stelle staatliche zu setzen, indem sie lediglich die beiden entscheidenden Monopole, nämlich das Geld- und Bodenmonopol der Kontrolle der Allgemeinheit unterstellt. Der Arbeiter braucht in dieser Wirtschaftsordnung zur Wahrung seiner Rechte weder die Hilfe des Staates noch den Schutz gewerkschaftlicher Organisationen, weil er als gleichberechtigter Vertragspartner ebenso wie der Arbeitgeber seine Bedingungen und Forderungen stellen kann. Denn die … Situation, die im Kapitalismus zu einem erpressten Vertragsabschluss mit Ausbeutung des Arbeiters … führt, erfährt einen grundsätzlichen Wandel, weil die Arbeit … in einer monopolfreien Vollbetriebswirtschaft zur gesuchtesten und daher umworbensten Mangelware wird. Daher steigt ihr Preis bis zum überhaupt möglichen Höchstwert, nämlich bis zur Höhe des vollen Arbeitsertrages auf Kosten der Kapitalrente in allen ihren Formen wie Zins, Dividende und Spekulationsgewinn."

Dr. Ernst Winkler (Theorie der Natürlichen Wirtschaftsordnung, 1952)

Wer "politisch" denkt, hat noch gar nicht angefangen zu denken. Die Makroökonomie ist die Basis allen menschlichen Zusammenlebens und nicht die "hohe Politik". Politik ist nur der Versuch, etwas "regeln" zu wollen, was nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte nicht selbst regelt. Grundvoraussetzung des selbständigen Denkens, sofern es das menschliche Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft, ist die "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion".

Gute Reise: http://www.juengstes-gericht.net

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Stefan Wehmeier24.07.2012 | 10:31 Uhr

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