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 > Merkel, die schwarze Witwe?

Berliner Republik

Medienberichte über die KanzlerinMerkel, die schwarze Witwe?

Interview mit Margreth Lünenborg25. Mai 2012
picture alliance
Angela Merkel, Norbert Röttgen, Frau, Gender, männermordende Kanzlerin
Die Medea, die aus Rache ihren Sohn tötet: Merkel und Röttgen
Schrift:

Seit dem Rauswurf Röttgens flammen in Medienberichten wieder krude Beschreibungen über Angela Merkel auf. Für die Medienwissenschaftlerin Margreth Lünenborg ist die „männermordende Kanzlerin“ vor allem eine Bedrohungsfantasie

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Margreth Lünenborg ist Professorin am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität Berlin und Autorin des Buches „Ungleich Mächtig. Das Gendering von Führungspersonen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Medienkommunikation“.

 

Nachdem Merkel ihren Umweltminister Röttgen entließ, wurde sie in Medienberichten als die „männermordende Merkel“ dargestellt. Hätten die Journalisten einen männlichen Kanzler auch so beschrieben?
Ganz offensichtlich nicht. Es ist ein absurdes archaisches Muster, das die Medien verbreiteten: Die Medea, die aus Rache ihren eigenen Sohn tötet. In den letzten Tagen und Wochen konnten wir noch einmal extensiv erleben, wie ihr „Klügster“ von Mutti verstoßen wurde und ihre Gunst und Gnade verlor. Das ist ein so trivialer Rückgriff auf dichotome Geschlechterbilder, dass man eigentlich darüber schmunzeln müsste.

Merkel wurde deswegen auch als unmenschlich beschrieben…
Die gütige Mutter, die für alle Verständnis hat, kann keine Entscheiderin sein. Und die Entscheiderin, die auch mal jemand über die Klinge springen lässt wenn es darauf ankommt, kann nicht warmherzig sein. Die Medien verbreiten Bilder über Merkel, die so polarisierend sind, dass es an einem Ende immer anbrennen muss. Sie sind so schlicht konstruiert, dass Frauen darin gar nicht an der Spitze erfolgreich sein können.

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Gemäß den Medienberichten hat Merkel die Männer allesamt aus dem Amt gejagt, dabei lag das Scheitern meist an den Männern selber.  Warum wird darüber nur wenig berichtet?
Aus all den Metaphern spricht eine Bedrohungsfantasie. Bei Schröder war klar, dass ein Regierender sehr wohl die Gestaltungs- und Entscheidungsmacht hat, um sich von bestimmten Personen zu trennen und zu sagen wo es langgeht. Offenkundig praktiziert Merkel einen anderen Führungsstil.
Es geht ihr nicht um das dramatische Ausleben von Machtritualen, sie arbeitet mehr hinter den Kulissen. Gleichwohl fällt sie immer wieder Entscheidungen, an denen wir sehen können, wofür und wogegen sie ist. Dass diese Entscheidungen mit solch einer Dramatik aufgeladen werden, zeigt, wie bedrohlich eine mächtige weibliche Figur ist.

Bildergalerie: Merkel, ihre Männer und die Macht

Als Merkel ursprünglich für das Kanzleramt kandidierte, wurde viel über ihr Aussehen berichtet, zwischenzeitlich legte sich das wieder. Warum kommen solch geschlechtsspezifischen Beschreibungen jetzt wieder hoch, nach fast sieben Jahren Kanzlerschaft?
Ich stimme Ihnen darin zu, dass die Debatten darum, ob sie es kann - was auch daran verhandelt wurde, ob ihre Frisur angemessen ist - aufhörten in dem Moment, in dem sie die Macht innehatte. Wir haben allerdings festgestellt, dass Journalisten trotz der unangetasteten Machtrolle, die sie als Kanzlerin innehat, immer auf ihr Geschlecht, auf schlichte Begriffe und Muster zurückgreifen. Beim Leser sollen vertraute Arrangements aufgerufen werden.
Und deshalb erscheinen immer wieder dieselben Debatten: Regiert sie nun richtig, haut sie genug auf den Tisch? Wenn sie es nicht tut, dann ist es ein Ausdruck von Schwäche. Wenn sie es jetzt mit Röttgen tut, dann ist sie die mordende Mutter.
Das ist die klassische Form des „double bind“: Agiert eine Frau in der Politik weiblich, wird ihre Kompetenz und ihr Sachverstand zumindest angezweifelt. Agiert sie explizit machtvoll, wird ihre Weiblichkeit in Frage gestellt. Das haben wir bei Merkel in den letzten Tagen nochmals ganz deutlich vorgeführt bekommen.

Ist Hannelore Kraft die Zukunft der mächtigen Weiblichkeit?

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Wär sie es man.

Man stelle sich vor wie sie Hollande und all den Herren das Blut aus den Adern saugt, nachdem die sich in ihrem fein gewebten Spinnennetz hilflos vertsrickt haben, welche ihre Länder auf Kosten des deutschen Steuerzahlers sanieren wollen. Aber machen wir uns keine übertriebenen Hoffnungen, es wird einige faule Kompromisse geben und irgendwann hängt Deutschland so tief mit drin, dass es sowieso egal ist wer regiert. Dann schalten wir alle ab beim Thema Staatshaushalt und starren nur noch auf den privaten Teller und wählen die, die uns jeweils die meisten Würstchen versprechen. Die Hoffnung das es soweit wie Sicherheit jenseits der Virtuosität von Finanzjongleuren gibt, haben wir dann längst verloren und unsere wirtschaftliche und politische Perspektive hat sich auf maximal drei Monate verkürzt. Wir erleben das gerade bei den USA und noch viel stärker in der europäischen Fiskalpolitik.

  • Antworten
Christoph Kuhlmann25.05.2012 | 13:47 Uhr

Ich habe ja viel an Merkel auszusetzen...

...aber das "Mutti Merkel"-Klischee ist weder lustig oder passend. Was ihren Führungsstil angeht, nimmt sie es mit den Großen der Welt auf. An ihrer Kompetenz hatte ich auch (bis zur sog. Energiewende) nie gezweifelt.

Ich glaube, da hat Frau Lünenborg den Nagel auf den Kopf getroffen: Viele Männer fühlen sich verunsichert von einer Frau in einer derartigen Machtposition. Ich frage mich, warum? Frau Doktor Merkel hat in Physik promoviert. Sie ist eine sehr nüchterne und sachliche Person (naja, abgesehen von der AKW-Hysterie... die uns, falls hier nicht ein absoluter Geniestreich geführt wurde, noch teuer zu stehen kommen wird).

  • Antworten
Tobias Hoffmann25.05.2012 | 14:33 Uhr

Ich kann mich nicht erinnern

dass die Wellen in der dt.Politik so hoch schlagen wenn ein Minister von einem maennlichen Kanzler geschasst wurde...Nun hat Frau Merkel endlich erkannt dass Roettgen eine Fehlbesetzung war und bleiben wird und sie hat ihne entlassen.Wo ist das Problem? Oder sind das nur die verletzten Maennergefuehle die sich erregen.

  • Antworten
Karin S.Bryant25.05.2012 | 14:56 Uhr

Na ja,.....

Wir stehen im Nebel – es läuft wahrscheinlich eine hinterhältige Zick - Zack Inszenierung. Die Völker der Welt haben uns längst verziehen, noch läuft das Recht des scheinbar Stärkeren – nur wie lange noch…..? Wer ist eigentlich der Stärkere?
http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2011/08/26/alliierte-gultige-gesetze/
A.M. ist Kanzlerin – abgerechnet wird zum Schluss, noch hat sie Kredit …und das ist auch gut so……, sie gehört zu den intelligentesten Führern, die wir je hatten und sie ist sicher nicht ohne Ziel…….??, und sie hat das Herz einer Boxerin.
Siehe auch: http://www.cicero.de/salon/being-angela-merkel-kuechenpsychologie-aus-der-newsweek/47651
Bleiben wir wachsam und geschickt – vielleicht kann eines Tages, der Geschicklichkeits- Grad in Merkel gemessen werden.
Vielleicht schafft sie einen wesentlichen Beitrag zur weltweit erforderlichen friedlichen Stunde „Null“.
Mögen uns die Berufspolitiker mit dem „Stein“ im Namen erspart bleiben.
Bis neulich

  • Antworten
Uwe E. Mertens26.05.2012 | 16:45 Uhr

Haben sich je dicke Männer über Kohlwitze beschwert?

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als es schick war, Helmut Kohl zu doof zu finden. Um Max Goldt zu zitieren: "Dicke Menschen mit Sprachfehlern erzählen Kohlwitze!" Da war man intellektuell weit vorne, wenn man auf die angebliche Birnenform seines Gesichts und seine Leibesfülle so reagiert hat, wie gerade die links-intellektuellen Kreise sich das vorstellten.
Jetzt gibt es halt mal Merkel als Kanzlerin - und auch an ihr arbeitet man sich mehr oder minder helle ab. Da wird mit Klischées um sich geworfen, das war bei Schröder und sogar bei Strauß nicht anders. Der Unterschied nur: Jetzt kommt eine beleidigte Weiblichkeit ins Spiel - hier sieht wieder jemand den Chauvinismus sein dunkles Haupt erheben. Ich wollte nicht hören, welcher Sturm der Entrüstung durch das Land gegangen wäre, wenn eine Frau so auf ihr Aussehen und auf ihre Gebaren reduziert worden wäre, wie Kohl in seiner Anfangszeit. (Nebenbei: Es gab auch bei Kohl eine ähnliche Debatte mit dem Argument, dass er gute Leute weggebissen hat - "Kanzlerwahlverein" für die CDU sollte den Älteren noch etwas sagen.) Wenn jemand weit oben ist, wird er halt auch von dummen Leuten kritisiert - da kommt auch oft wenig Originelles. Da ist es wirklich egal, ob er eine Frau oder ein Mann ist - okay, die Dummheit tritt das vielleicht in einem ein wenig anderen Kleid auf, aber sonst...

  • Antworten
Kammer29.05.2012 | 00:37 Uhr

Re.

@ Kammer ( Narren-Kommentar, leider nicht sehr hilfreich und zukunftsweisend)

Zur Sache:
Klare Aufgabenstellung für die deutsche Kanzlerin wäre beispielsweise: Gemeinsam mit den amerikanischen Präsidenten Obama u.a., die Abwicklung der deutschen Bank und am Ende die Schließung dieser Bank einzuleiten, wegen derer globaler krimineller Machenschaften. Als erstes gemeinsames Signal an die Völkergemeinschaft zum aktiven Veränderungswillen der westlichen Politik, die aktuelle Geldordnung global zu verändern ….., und diese auf ein weltweites zukunftsfähiges gesundes Fundament stellen zu wollen.Siehe dazu:
http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/verzockt-und-verklagt-die-guten-geschaefte-der-deutschen?documentId=10592810

Die aktuellen perversen globalen Finanzmethoden einer eigenartigen Finanzmafia haben die Qualitätsmerkmale von perfekten Verbrechen, deren Aufklärung oft nicht ganz einfach ist……., aber mit den Mitteln breiter globalen umfassender Information und dem Mut und den Willen der Massen werden wir Weltbürger es schaffen. Die Welt ist ein virtuelles Dorf geworden,das schafft neue Entwicklungschancen für die „Gerechtigkeit gegenüber der Allgemeinheit“ …?

Ich würde mir wünschen, das Sie meinem Kommentar zustimmen und ihn unterstützen, auch wenn Sie mich vielleicht einen Träumer nennen.
( Narren und Träumer sind oft ähnlich – oder?)
Ihren verkleideten Zorn kann ich verstehen...!
Gruß

  • Antworten
Uwe E. Mertens29.05.2012 | 15:08 Uhr

Übrigens, das amerikanische

Übrigens, das amerikanische Und das deutsche Volk wird mit hoher
Wahrscheinlichkeit von den gleichen Kräften, die noch im Hintergrund
argieren, in die "Pfanne" gehauen.
Das verbindet uns und schafft vielleicht hilfreiche Gemeinsamheiten
bei einer notwendigen Veränderung der Dinge.
( Siehe auch google- Prof. Dr. Eberhard Hamer - der Weltgeldbetrug)

  • Antworten
Uwe E. Mertens29.05.2012 | 22:37 Uhr

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