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 > „Koch und Kellner? Das war mal!“

Berliner Republik

SPD und Grüne„Koch und Kellner? Das war mal!“

Interview mit Sigmar Gabriel und Jürgen Trittin31. Mai 2012
Picture Alliance
Gabriel und Trittin: Durch dick und dünn
Ein Herz und eine Seele–zumindest in politischen Fragen
Schrift:

Gipfeltreffen: Der SPD-Chef und der Fraktionsvorsitzende der Grünen setzen ein gutes Jahr vor der Bundestagswahl den Grundstein für eine Neuauflage von Rot-Grün im Bund. Sigmar Gabriel und Jürgen Trittin über die Ursachen der Krise, den marktradikalen Neoliberalismus und zu sparsame Friseurbesuche

Seite 1 von 4

Herr Gabriel, was schätzen Sie an Ihrem Kollegen Jürgen Trittin?
Sigmar Gabriel: Seinen Humor, auch wenn er sich gegen mich richtet. Und seine absolute Verlässlichkeit.

Und umgekehrt, Herr Trittin?
Jürgen Trittin: Sigmar Gabriel ist ein Homo politicus, wie er im Buche steht. Und ich kann mich, was seine Verlässlichkeit angeht, nicht beklagen.

Warum haben Sie sich dann in der Vergangenheit so böse Sätze um die Ohren gehauen? Herr Gabriel, Sie haben Trittins Grüne als Bionade- oder Latte-macchiato-Partei verspottet. Und Sie, Herr Trittin, haben sich Belehrungen durch Sigmar Gabriel verbeten.
Trittin: Wahr ist, wenn Sigmar ­Gabriel öfter bei McDonald’s wäre, wüsste er, dass es dort mittlerweile Bionade wie Latte Macchiato gibt.
Gabriel: Dann hätte ich das natürlich nicht zu sagen gewagt.

Sie wollen gemeinsam im nächsten Jahr die schwarz-gelbe Regierung unter Angela Merkel ablösen. Können Sie, Herr Trittin, sich vorstellen, Vizekanzler unter Sigmar Gabriel zu sein?
Trittin: Ich habe mir schon 1998, bevor wir die schwarz-gelbe Regierung von Helmut Kohl abgelöst haben, keine Gedanken darüber gemacht, was ich selbst werden könnte. Es war damals klar, dass schwierige Aufgaben vor uns liegen – und heute haben wir eine ähnliche Situation. Derzeit erleben wir ja eine allmähliche Abwahl von Schwarz-Gelb im Bund über die Länderparlamente, und jetzt müssen wir uns auf das konzentrieren, was ansteht. Dass der Parteivorsitzende der SPD genauso wie der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen eine Rolle spielt, ist doch klar.

[gallery:Die SPD sucht einen Kanzlerkandidaten – das Casting in Bildern]

Die Frage war aber, ob Sie beide auch menschlich miteinander klarkämen – als Koch und Kellner nämlich, wie Gerhard Schröder seinerzeit die Rollenteilung von Rot-Grün festlegte.
Trittin: Im Wortsinn – also in der Küche – bin ich wohl der bessere Koch als Sigmar Gabriel.
Gabriel: Und ich der bessere Esser, wie man leider sieht. Aber im Ernst: Koalitionen werden geschlossen auf Augenhöhe, da helfen Koch-Kellner-Vergleiche nicht weiter. Und zwar unabhängig davon, wie die Größenunterschiede der koalierenden Parteien sind. Weil nämlich keiner ohne den anderen kann. Im Übrigen funktionieren Koalitionen auch besser, wenn man sich Metaphern von wegen Koch und Kellner erspart. Was zählt, sind die politischen Gemeinsamkeiten, und da ist die Schnittmenge zwischen SPD und den Grünen sehr groß.

Aber gerade in der SPD halten viele Genossen die Grünen doch für klassische Juniorpartner.
Gabriel: Die SPD ist für eine Mehrheit jenseits der Union das strategische Zentrum. Das ändert aber nichts daran, dass die Grünen keine Teilmenge der SPD sind. Es stimmt: Einige wenige bei uns halten die Grünen für so etwas wie die Kinder der Sozialdemokratie. Das ist natürlich falsch, denn die Grünen haben eine völlig andere Entstehungsgeschichte als wir. Es gibt nicht wenige, die aus der SPD zu den Grünen gewechselt sind; trotzdem sind die Grünen weit mehr als eine Abspaltung der SPD, die man einfach nur mal wieder auf den richtigen Weg bringen müsse.
Trittin: Dass die SPD das inzwischen begriffen hat, macht es übrigens leichter. Schauen Sie doch einfach nur mal auf die vielen rot-grünen Landesregierungen, in denen – ungeachtet von Konflikten – kollegial und vertrauensvoll zusammengearbeitet wird. Das war nicht immer so.

Haben Sie eigentlich eine Präferenz in Sachen Kanzlerkandidat der SPD, Herr Trittin?
Trittin: Nein, das muss die SPD für sich entscheiden. Wir als Grüne würden uns umgekehrt auch verbitten, dass sich Sozialdemokraten in unsere Personalentscheidungen einmischen.

Seite 2: Was Rot-Grün zur Bewältigung der Eurokrise vorschlägt…

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waren diese nicht vor kurzer Zeit an der Macht?

  • Antworten
arthur31.05.2012 | 14:14 Uhr

Danke

dass den beiden mal wieder die Gelegenheit gegeben wird, klar auszusprechen, dass SPD und Grüne noch mehr als Union und FDP durch unbegrenzte Transfers deutscher Steuergelder an den eigenen und Dritte Staaten den deutschen Bürgern und deren Nachkommen auf Dauer den Lebensstandard für die Finanzierung anderer Leute Partys senken will.

  • Antworten
Very Serious Sam01.06.2012 | 08:40 Uhr

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