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Berliner Republik

Nach LafontaineKann dieses Frauen-Duo die Linke retten?

Von Cordula Eubel, Peter Mlodoch24. Mai 2012
picture alliance
NRW,Katharina Schwabedissen,Katja Kipping,Linke,Frauen,Doppelspitze
NRW-Chefin Katharina Schwabedissen (l.) und Katja Kipping aus Sachsen
Schrift:

Der Zoff um die Spitze in der Linken offenbart eine tiefe Krise. Ein junges Frauen-Duo hat nun seine Kandidatur erklärt. Doch Parteichef Klaus Ernst spricht sich für eine Kandidatur von Sahra Wagenknecht aus - und diese schließt das nicht aus.

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Nach Oskar Lafontaines Absage, für die Parteispitze zu kandidieren, herrscht Chaos in der Linkspartei. Wurde über ihn und die Bedingungen seiner Kandidatur gestritten, wird nun erst recht debattiert, wer die Partei führen und inhaltlich wieder auf Kurs bringen soll.

Wie will die Partei aus dem Kandidaten-Dilemma finden?

Klar ist nur eins: Auf dem Parteitag in Göttingen in anderthalb Wochen muss die Linke eine Doppelspitze wählen, in der mindestens eine Frau vertreten ist. Der Ost-West-Proporz ist zwar nicht in der Satzung vorgesehen, gilt aber als ungeschriebenes Gesetz. Ebenso sollten möglichst die Parteiflügel ausgewogen vertreten sein.

Bisher zeichnet sich noch keine eindeutige Lösung ab, hinter der sich die gesamte Linkspartei versammeln könnte.

Nach Lafontaines Rückzug geht es seinen Anhängern zuerst einmal darum, seinen Herausforderer Dietmar Bartsch zu stoppen. Parteichef Klaus Ernst und Lafontaines Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht forderten Bartsch zum Verzicht auf seine Kandidatur auf, weil diese insbesondere bei Genossen im Westen sehr umstritten sei.

Bartsch hatte Anfang 2010 auf Druck von Lafontaine als Bundesgeschäftsführer zurücktreten müssen. Bei zahlreichen Ost-Reformen (und einigen Realos aus dem Westen) genießt Bartsch jedoch Unterstützung, weil er für einen pragmatischen Kurs der Annäherung an die SPD steht und als langjähriger Parteimanager wie kaum ein anderer die Linke kennt. Sie sehen außerdem nicht ein, dass Lafontaine ihnen indirekt zu diktieren versucht, wer auf dem Parteitag kandidieren darf und wer nicht. [gallery:Oskar Lafontaine: Das Ende eines Instinktpolitikers]

Mit Lafontaines Rückzug ist die Westlinke unter Druck geraten, wen sie als prominentes Gesicht aus ihren Reihen aufbieten kann. Daher werden die Rufe nach Wagenknecht wieder lauter. Ernst sprach sich am Donnerstag für eine Kandidatur von Wagenknecht aus. Die Vizefraktionschefin habe „Ausstrahlung weit über die Partei hinaus“, sagte Ernst der „Süddeutschen Zeitung“. Die stellvertretende Parteivorsitzende Wagenknecht scheint eine Kandidatur für die Parteispitze nicht mehr auszuschließen: „Ich hoffe, dass diese Variante nicht notwendig sein wird, und wir trotzdem eine gute Lösung finden“, erklärte sie auf Nachfrage der
Nachrichtenagentur dpa.

Die frühere Wortführerin der Kommunistischen Plattform stammt zwar aus dem Osten, hat aber viele Anhänger im Westen und sitzt für die NRW-Linke im Bundestag. Sie steht für einen klaren Kurs der Abgrenzung von der SPD. Mit ihrer Kandidatur würden allerdings auch die Chancen von Bartsch steigen, Parteichef zu werden. Eine Doppelspitze aus der talkshowerprobten Wagenknecht und dem Politprofi Bartsch fände auch im Osten zahlreiche Unterstützer. „Die beiden wären in der Lage, die Breite der Partei abzubilden“, wirbt etwa der Berliner Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich. Wagenknecht selbst hat eine solche Zusammenarbeit aber bislang strikt abgelehnt – vermutlich auch aus Rücksicht auf Lafontaine, für den Bartsch ein rotes Tuch ist. Ob Liebichs Appell, noch einmal neu über ein solches Duo nachzudenken, fruchtet, ist ungewiss. In dieser festgefahrenen Situation entfaltet für viele eine Lösung Charme, die als „dritter Weg“ bezeichnet wird:  eine weibliche Doppelspitze.

Seite 2: Kann ein Frauen-Duo die Partei retten?

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ist ja ganz nett, aber die Medien sollten einer Partei, die gerade 2,6 % bei einer Wahl eingefahren hat und noch kräftig Potential nach unten hat, nicht mehr so viel Raum schenken. Über andere Splitterparteien wird ja auch nicht berichtet.
Kleiner Tip: die Linke wird nichts retten, die Wähler denken wieder selbst!

  • Antworten
Mauermer24.05.2012 | 09:31 Uhr

linke

mit dem führungsduo ernst/lötzsch begann der anfang vom ende der
linkspartei.

  • Antworten
fritz fr. illing25.05.2012 | 11:16 Uhr

Powerfrauen in den Parteivorstand

Der Beitrag von Cordula Eubel und Peter Mlodoch erweckt den Eindruck, als liege Die Linke in den letzten Zügen.
Das genaue Gegenteil ist der Fall. Inzwischen stellten sich neben Dietmar Bartsch die beiden Powerfrauen Katja Kipping und Katarina Schwabedissen zur Wahl für den Bundesvorsitz der Partei Die Linke.
Auch Sahra Wagenknecht und Bodo Ramelow wurden als Kandidatin bzw. als Kandidat benannt.
Es wird also auf dem Göttinger Bundesparteitag der Linkspartei - im Gegensatz zu den Parteitagen übrigen Parteien - eine echte (Aus-)Wahl geben und nicht lediglich eine Aklamation für die von der Parteiführung auserwählten Kandidatinnen oder Kandidaten.
Wenn es dem neuen Parteivorstand dann noch gelingt, die programmatischen Unterschiede zwischen der Partei Die Linke und den übrigen kapitalistisch-orientierten deutschen Systemparteien zu verdeutlichen und dem Wahlvolk plastisch zu vermitteln, dürfte es bei der Bundestagswahl 2013 für Die Linke wieder deutlich aufwärts gehen.
Von "Rettungsübung" oder "Wiederbelebung" kann also bei der Partei Die Linke überhaupt wirklich nicht die Rede sein.

  • Antworten
Yvonne Walden25.05.2012 | 16:13 Uhr

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