Jump to Navigation
Startseite

Magazin im Juni:
Deutschland auf dem Weg zum 100-Millionen-Volk

Hurra, wir wachsen!
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Hurra, die schwarz-gelbe Wende ist da – Die Frauen-Ministerin entdeckt die Männer-Politik

Berliner Republik

Hurra, die schwarz-gelbe Wende ist da – Die Frauen-Ministerin entdeckt die Männer-Politik

Von Hugo Müller-Vogg14. April 2011
Die Begeisterung für den Pflegerberuf steht diesem jungen Mann förmlich ins Gesicht geschrieben.
Die Begeisterung für den Pflegerberuf steht diesem jungen Mann förmlich ins Gesicht geschrieben.
Schrift:
Der Staat bricht Geschlechterrollen. Girls' Day war gestern. Jetzt sind die Jungs dran – und ziehen scharenweise in Kindergärten und Altenheime. Politisch nicht ganz korrekte Anmerkungen zum ersten „Boys’ Day“ am Emanzipationsstandort Deutschland.
Vielleicht werden unsere Kinder und Enkel uns eines Tages fragen, wie wir denn den 14. April 2011 erlebt haben? Denn das war – der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sei Dank – beileibe kein Tag wie jeder andere. Es war der erste „Jungen-Zukunftstag - Boys’ Day“, den diese Republik erlebt hat. Und das „auf meine Initiative“ hin, wie die stolze Ministerin Kristina Schröder (CDU) verkündete. Wer es bisher nicht bemerkt hat: Offenbar ist sie endlich da, die geistig-politische Wende der christlich-demokratischen Koalition. Unter Rot-Grün wurden bekanntlich die Frauen gefördert. Die sollen es auch unter Schwarz-Gelb gut haben – mit und ohne Quote. Aber die Ministerin will von nun an ebenso die Männer fördern. Männerpolitik im Frauenministerium – darauf muss man erst einmal kommen. (Ob da nicht eine Umbenennung in „Ministerium für Familie und Menschen“ angezeigt wäre?) Diese neue Zeit begann am 14. April damit, dass zwölf oder vierzehnjährige Jungen sich in Kindergärten oder Altenheimen umschauen durften. Da sollten sie erfahren, dass Erziehung und Pflege keineswegs typische Frauenberufe sind. So wie Mädchen zeitgleich – beim 11. „Girls’ Day“ – erleben sollten, wie „cool“ es zum Beispiel ist, an einem Auto herumzuwerkeln. Nun ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, dass junge Leute möglichst früh lernen, wie viele verschiedene Berufe es gibt. Und dass nirgends geschrieben steht, dass „mann“ sich für Technik zu interessieren habe und „frau“ fürs Fürsorgliche. Oder dass junge Männer sich zum Studienrat berufen fühlen, junge Frauen dagegen eher zum Grundschuldienst. Fragt sich nur, ob der Staat hier zum Eingreifen verpflichtet ist. Anders gefragt: Fällt ausgerechnet einer CDU/FDP-Regierung nichts Besseres ein, als auf die Ministerialbürokratie zu setzen, wenn der Anteil von Studentinnen in den naturwissenschaftlichen Fächern unterdurchschnittlich ist? Oder sind hier nicht in erster Linie Wirtschaft und Wissenschaft gefordert? Gleiches gilt für den vom Schröder-Ministerium beklagten Mangel männlicher Erzieher in Kitas. Falls es pädagogisch sinnvoll und für das Gemeinwesen förderlich ist, wenn die lieben Kleinen nicht nur von „Tanten“, sondern auch von „Onkeln“ betreut werden, müssten sich dann nicht in erster Linie die privaten wie öffentlichen Träger der Kindertagesstätten darum kümmern und nicht Berliner Ministerialräte? Nein, das Abendland ist nicht gefährdet, wenn eine Frauen-Ministerin versucht, ihr eigenes Tätigkeitsfeld auf Männerpolitik auszuweiten. Da bricht sich nicht unbedingt eine übersteigerte Staatsgläubigkeit der CDU-Politikerin Schröder Bahn. Vielmehr dürfte es sich um eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für ein Ressort mit kleinem Radius und unscharfem Profil handeln. Wer glaubt, die berufliche Neugier von Kindern in bestimmte Bahnen lenken zu müssen, der kann eigentlich nicht früh genug damit beginnen. Da läge es – zugespitzt formuliert – eigentlich nahe, Eltern würden verpflichtet, ihre Söhne mit Puppen und ihre Töchter mit Autos spielen zu lassen. Damit bei den einen die eventuell vorhandene pflegerische Neigung geweckt und bei den anderen der möglicherweise verborgene Sinn für Technik gefördert werden kann. Sollten Eltern dem nicht nachkommen, bliebe immer noch die Kürzung des Kindergeldes als Sanktion. So weit denken sicher noch nicht einmal die entschiedensten Gesellschafts-Veränderer in Schröders Ministerium. Doch bleibt ein gewisses Unbehagen: Ein Staat, der – aus welch edlen Motiven auch immer – stets nach neuen Betätigungsfelder sucht, der strebt den betreuten Bürger an, nicht den selbstbewussten und selbständigen – und zwar ohne Rücksicht aufs Geschlecht.
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort
Zu diesem Artikel gibt es
1 Kommentar
Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:


Twitter
zum Ressort
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
  • gender
  • gender
Neues Dossier anlegen:

Es ist durchaus zu begrüßen, dass die ausschließliche Förderung von Frauen zurückgefahren wird, (junge) Männer sind schließlich nicht Menschen zweiter Klasse und Frauen müssen auch nicht Behinderten gleichgestellt werden, um an der Gesellschaft teilhaben zu dürfen!

  • Antworten
Michael Schneider15.04.2011 | 00:00 Uhr

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Bildergalerie

„Die nackte Wahrheit und anderes“ − Aktfotografie um 1900

zur Bildergalerie
Anzeige

Wulf Schmiese

Leicht gesagt. Die Mittwochskolumne von Wulf Schmiese

Von der Volks- zur 20-Prozent-Partei

SPD-Chef Gabriel auf der Pressekonferenz zum Parteijubiläum

Ist alt, sieht auch so aus: Cicero-Kolumnist Wulf Schmiese über den 150. Geburtstag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands


DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Göttinger Demokratie-Forschung
Tivoli zu Gotha, Gründungsstätte der deutschen Sozialdemokratie

Heute feiert die SPD ihren 150. Geburtstag. Doch ein 2. Parteijubiläum steht bevor: Im Tivoli…

zum Blogeintrag

Frage des Tages

Wo steht die SPD im Jahr 2013?
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

150 Jahre SPD: Vom Fürstenfeind zur Kaviarlinken
zum Dossier
Sollte die Bundeswehr Drohnen kaufen?
Das Cicero-Meinungsbild

Das Verteidigungsministerium will unbemannte Flugkörper kaufen. Ist das ethisch zu vertreten?

Umfrage
150 Jahre SPD: Ist die SPD noch eine Volkspartei?
Ja, die SPD wird wieder deutlich zulegen
36%
Nein, die SPD ist nicht mehr zeitgemäß
64%
Gesamtstimmen: 88
zur Umfrage
Medizin, Gesundheitssystem, krank
Dossier

Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

zum Dossier

Die letzten 24 Stunden
Dossier

Die letzten 24 Stunden

zum Dossier

Mittelstand,Mittelschickt,Bürgertum,Internetstore AG
Dossier

Mythos Mittelstand

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

„Deutschland wird nicht mehr zu den G8 gehören“

Video
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang