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 > Hoffnungslos, aber nicht ernst

Berliner Republik

Die Linke nach LafontaineHoffnungslos, aber nicht ernst

Von Michael Naumann23. Mai 2012
picture alliance
Oskar Lafontaine, Rückzug Vorstandskandidatur Linke, Linkspartei
Rückzug!
Schrift:

Mit seinem Verzicht auf die Vorstandskandidatur hat Oskar Lafontaine die Linke in eine schier ausweglose Situation manövriert. Es ist die beleidigte Niederlage eines ebenso ehrgeizigen wie hochbegabten politischen Talents, die für die Partei Folgen haben wird. Ein Kommentar

Seite 1 von 2

Als Ferdinand Lassalle, einer der Gründerväter der Sozialdemokratie, in Ronsdorf, einem Städtchen in der „Sektenschlucht“ des Wuppertals, im Jahre 1864 eine (später hoch gerühmte)  Rede halten wollte, trugen ihn zwölf weiß gekleidete proletarische Jungfrauen in einer Sänfte auf den Marktplatz. 2000 Menschen hörten zu.

Als „Krönung seines politischen Lebens“ hatte sich Oskar Lafontaine seine unangefochtene Salbung zum Partei-Vorsitzenden der „Linken“ vorgestellt; indes, es kamen weder Sänfte noch Jungfrauen zuhauf, sondern sein altböser Gegner Dietmar Bartsch und mehrere Kandidatinnen: Der ehemalige Oberbürgermeister von Saarbrücken, SPD-Vorsitzende a.D. und Ex-Finanzminister der ersten rot-grünen Bundesregierung, zog sich beleidigt aus dem demokratischen Wettbewerb der „Linken“ zurück – sein persönlicher Rachefeldzug gegen die SPD endete mit der finalen Niederlage eines ebenso hochbegabten wie maßlos ambitionierten politischen Naturtalents.

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Das absehbar kurze Leben der „Linken“ als gesamtdeutsche Alternative zur SPD hatte sich in den letzten Landtagswahlen im Westen der Republik als wahrhaft moribund herausgestellt – zweifellos beschleunigt durch die intellektuelle und ideologische Hilflosigkeit der doppelt besetzten Parteiführung unter Klaus Ernst und Gesine Lötzsch. Der eine kämpfte verbissen gegen die Agenda-Politik der Schröder-Regierung, als sei die Zeit stehen geblieben; die andere hing ihrem naiven kommunistischen Internationalismus an und machte mit Geburtstagsgrüßen an Fidel Castro von sich reden – zwei Vergangenheitspolitiker, denen zur globalen Finanzkrise nicht mehr einfiel als jedem zweiten deutschen Leitartikler. [gallery:Oskar Lafontaine: Das Ende eines Instinktpolitikers]

Wer die endlosen parteiinternen Herrschaftskämpfe der europäischen und amerikanischen Arbeiterbewegung der letzten zwei Jahrhunderte kennt – unter anderem getreu nachgezeichnet in der Korrespondenz zwischen Marx und Engels – erinnert sich an Marx‘ Charakterisierung des englischen Mitgründers der sozialistischen Arbeiterbewegung Englands, Henry Hyndman: „Ein seufzender Bourgeois.“ Der ewig Beleidigte und glanzvolle Redner hatte als begeisterter Lassalle-Fan seine politische Karriere begonnen und nach einer persönlichen Niederlage eine neue, erfolglose Arbeiterpartei, die British Socialist Party,  gegründet. Sie verschwand in der Geschichte.

Seite 2: Nur die Medien werden Lafontaine jetzt noch nachtrauern

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Achje, die Grüße an Castro

Achje, die Grüße an Castro wieder. Unsere Politik handelt in Höhe von Millionen und Milliarden mit den übelsten Menschenschlächtern, redet Saudi Arabien schön, wenn es darum geht, mit diesen Panzer Deals zu machen und zum Unstaat der Welt, wenn es darum geht, den Islam als Feindbild hinzustellen. Aber natürlich ist eine GRUSSKARTE(!) ein Problem, na klar.

Oder man erwähnt Kommunismus, oh mein Gott, wo doch jeder weiß, dass Kommunismus der Feind unseres Gottes ist, Sie wissen schon, dieses Konstrukt, dass in seiner Mechanik seit Jahrtausenden existiert (teils sogar unter der Selbstzeichnung "Kommunismus", weil man sich ja gerne als etwas anderes ausgibt, als man ist) und immer wieder für die Zerstörung mühsam aufgebauter Zivilisationen sorgte, die von der Gier Weniger gesellschaftlich zerrissen wurden, da selbst Sklaven irgendwann der Kragen platzt.

Niemals ein Wort davon, dass es nunmal die Linke war, die beständig mit allen Warnungen seit über einem Jahrzehnt recht behielt, die schon 1998 mit klaren Worten von Gysi die Problematik eines Euro erklärte, was auch exakt so eintrat.

usw.

Und natürlich kein Wort von der massiven medialen Hetzkampagne im Namen der vorherrschenden Ideologie gegen die Linke und gerade auch Lafontain, bei dem jegliches Verhalten grundsätzlich falsch ist, weil man es einfach so will.

Einmal Merkel und Co so derart zerlegen, die es einem wirklich leicht macht, bei all den Fehlern und dem Versagen.

Einmal ein Artikel über die Entwicklung des Privatvermögens in diesem Land und wie diese den Staat zwangsläufig zerstören wird, völlig egal, wie sehr man sich das zurechtredet.

Aber sowas wird es wohl niemals geben, abseits kleiner blogs und Co. wie den Nachdenkseiten, usw..

  • Antworten
seyinphyin23.05.2012 | 18:11 Uhr

Der letzte Schritt ist der schwerste

Die Tragödie eines alten Mannes ist, dass er zum Schluss seine altes Wissen nur noch kommentierten kann, während die Karawane weiter zieht. Dies als eine Altersweisheit einzushen, wird die letzte große Aufgabe Oskar Lafontains sein.´Sie hat wenig mit Politik zu tun.

  • Antworten
Heinz Pelzer24.05.2012 | 11:08 Uhr

Frauen-Power für eine sozial-gerechtere Republik

Wenn auf dem Göttinger Parteitag ein neuer Parteivorstand gewählt wird, haben die neuen Führungs-Persönlichkeiten alle Chancen, Überzeugungsarbeit für die Partei Die Linke zu leisten.
Es muß nicht unbedingt Oskar Lafontaine sein, der der Partei vorstehe, es gibt auch sehr viele weitere Möglichkeiten, die Partei zu neuen Ufern zu führen.
Wichtig ist nur, daß sich Die Linke nicht - wie etwa Die Grünen - an die SPD anbiedert und dabei das Ziel eines Demokratischen Sozialismus aus den Augen verliert.
Die SPD will lediglich einen abgemilderten Kaptalismus, aber dies ist und bleibt eine Schimäre, also ein trügerisches Hirngespinst.
Denn im Kapitalismus bestimmt das Großkapital "die Richtlinien der Politik", wenn auch nicht offen, sondern subtil (und durch Spendengelder "gesteuert").
Die Lage der Partei Die Linke ist also weder aussichts- noch hoffnungslos.

  • Antworten
Yvonne Walden24.05.2012 | 15:29 Uhr

Was haben Sie von Herrn

Was haben Sie von Herrn Naumann erwartet?

http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Naumann

  • Antworten
Zbig30.05.2012 | 19:21 Uhr

Die deutsche Linke hat es schon immer geschafft

sich ins Abseits zu manövrieren. Das wird ihr auch wieder gelingen. Die letzten Hoffnungsträger nehmen sich Gegenseitig aus dem Spiel und was dann kommt wird in der Öffentlichkeit kaum noch wahrgenommen. Wozu auch? Mehr als ein Stimmenparkplatz für Protestwähler ist diese Partei westlich der Elbe höchstens im Saarland und auch dort wird sie ohne Oskar Lafontaine marginalisiert. Übrig bleibt eine Truppe von No Names, die keine attraktiven politischen Angebote hat, weil das Leistungsprinzip bereits in der politischen Willensbildung dermaßen außer Kraft gesetzt wird, dass die 5% Hürde zur Wand wird, vor die die Partei gefahren wird. Alles beim Alten. Viel Spaß dabei.

  • Antworten
Christoph Kuhlmann25.05.2012 | 12:30 Uhr

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