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Berliner Republik

Es wird engGregor Gysi – ein Leben mit der Stasi

Von Hubertus Knabe14. Februar 2013
Für Gregor Gysi wird es in der Meineid-Frage richtig eng.
Schrift:

In Deutschland werden linke Verfehlungen milder beurteilt als rechte. Das zeigte sich am vergangenen Wochenende mit besonderer Deutlichkeit, als der Bundestag Gregor Gysis Immunität aufhob

Seite 1 von 3

EIN Wochenende, ZWEI Nachrichten: Die Universität Düsseldorf hat der CDU-Politikerin Annette Schavan den Titel für ihre vor 33 Jahren geschriebene Doktorarbeit aberkannt – die Bundesbildungsministerin tritt von ihrem Amt zurück. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat gegen den Linken-Politiker Gregor Gysi ein Ermittlungsverfahren wegen eidesstattlicher Falschaussage eingeleitet – der Fraktionschef bleibt im Amt, die Partei spricht von einer Kampagne. Nach kurzer Aufregung wendet sich die Öffentlichkeit anderen Themen zu.

In Deutschland werden linke Verfehlungen milder beurteilt als rechte. Das zeigte sich am vergangenen Wochenende mit besonderer Deutlichkeit. Während es im Fall Schavan nur um deren wissenschaftliche Reputation ging, wird gegen Gysi wegen einer Straftat ermittelt. Und nicht Professoren und Studenten fällten über ihn eine Entscheidung, sondern eine Strafverfolgungsbehörde. Diese durfte das Ermittlungsverfahren erst dann einleiten, nachdem klar war, dass ein Anfangsverdacht vorliegt, und der Bundestag Gysis Immunität aufgehoben hatte.

Beim Fraktionschef der Linken geht es auch nicht darum, ob er in seiner Doktorarbeit sämtliche Zitate mit Fußnoten versehen hat. Er steht vielmehr im Verdacht, vor Gericht an Eides statt gelogen zu haben, was mit bis zu drei Jahren Haft bestraft wird. Trifft dieser zu, hat er sich möglicherweise noch eines viel gravierenderen Vergehens schuldig gemacht – nämlich seine Mandanten zu DDR-Zeiten an die Staatsmacht verraten.

Für Gysi wird es diesmal richtig eng. Im Unterschied zu früheren Auseinandersetzungen geht es nicht um den Vorwurf, er habe der DDR-Geheimpolizei als Spitzel gedient. Das hat er mit phantasievollen Erklärungen immer wieder zurückgewiesen (zum Beispiel damit, dass ein anderer Spitzel seine Anwaltsvermerke zur Stasi geschafft oder dass die Stasi aus seinen Berichten an das SED-Zentralkomitee innerhalb von 24 Stunden Spitzelberichte gefertigt haben müsse).  Nachdem seine Akte 1989 offensichtlich ausgedünnt wurde, ist er erfolgreich gegen alle Journalisten vorgegangen, die seine Spitzeltätigkeit als „erwiesen“ dargestellt haben – so wie es der Bundestag schon 1998 getan hat.

Als der NDR-Journalist Hans-Jürgen Börner vor zwei Jahren seinen Fernsehfilm „Die Akte Gysi“ gedreht hat, hat er den Spitzelvorwurf deshalb nur am Rande erwähnt. Anhand verschiedener Fälle beschrieb er stattdessen, wie Gysi bei der Vertretung seiner Mandanten ganz offiziell als Erfüllungsgehilfe des SED-Staates agierte. Dieser zog daraufhin vor Gericht und erklärte, dass er "zu keinem Zeitpunkt über Mandanten oder sonst jemanden wissentlich und willentlich an die Staatssicherheit berichtet" habe. Im Bundestag hatte er sogar behauptet: "Ich brauchte keine Kontakte zur Staatssicherheit. Sie waren gar nicht nötig, entsprachen weder meinem Stil noch meiner Würde."

Nächste Seite: Die pauschale Leugnung könnte Gysi zum Verhängnis werden

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Herzlichen Dank

für diesen Artikel, Herr Knabe. Leider will in diesem Land keiner wahr haben, was Sie bereits in mehreren Büchern dokumentiert haben.
Irgendwann wird man dann wieder sagen, man habe ja von nichts gewußt und es wird wieder zu spät sein.

  • Antworten
Domingo14.02.2013 | 17:27 Uhr

Artikel Gysi

Ich bewundere Ihren Mut, Herr Knabe und bin Ihnen für Ihre Publikationen dankbar. Bitte lassen Sie in Ihren Veröffentlichungen der Wahrheit nicht nach und zeigen auch als Leiter von Hohenschönhausen aller Welt die Wirklichkeit des DDR Regimes.

Werner Sadowski

  • Antworten
Werner Sadowski15.02.2013 | 18:29 Uhr

Nibelungentreue

Spätestens bei dem Einbringen des Wortes Nibelungentreue im Zusammenhang mit der Partei DIE LINKE muss jeder Leser anerkennen, dass dieser Artikel stilistisch hervorragend ist. Inhaltlich zutreffend ist er so wie so.
Chapeau!

  • Antworten
Florian Haake14.02.2013 | 22:24 Uhr

Alle (4) Jahre wieder!

Herr Knabe, Mann oh Mann, sie sind pünktlich wie der Weihnachtsmann!

Kalendereintrag: 2004, 2009, 2013, 2017, 2021, 2015, ...

"Die (rote) Sau durch das Dorf treiben".

Wenn Herr Knabe im Osten gelebt hätte ;-),

würde er wissen, das jeder, ab der kleinsten Leitungsebene,

mit der Stasi irgend etwas zu tun hatte!

Aber das kann er ja nicht wissen!

Er kommt ja nicht von dort.

Sonst hätte er schon längst mit der gleichen Intensität über Gauck, Merkel
und hunderttausende andere Blockflöten und Mitläufer hergezogen.

Aber das kann er nicht, er kommt ja nicht von dort.

Herr Knabe wir hören voneinander in 4 Jahren!

Vielleicht gibt es ja etwas Neues.

Bis dann.

PS. Haben Sie eigentlich einen Doktortitel?

  • Antworten
Differenzierer15.02.2013 | 12:35 Uhr

Gysi

Das ist gelogen. Niemand musste mit der Stasi zu tun haben. Man(n) konnte auch nein sagen. Alle, die das bestreiten lügen. Ich selbst bin der lebende Beweis für ein klares "NEIN".

  • Antworten
Exossi15.02.2013 | 14:19 Uhr

Mutwillige Beschädigung eines populären Politikers

"In Deutschland werden linke Verfehlungen milder beurteilt als rechte. Das zeigte sich am vergangenen Wochenende mit besonderer Deutlichkeit, als der Bundestag Gregor Gysis Immunität aufhob."
Diese Wahrnehmung des Verfassers Hubertus Knabe läßt sich eindeutig widerlegen.

Warum konnte etwa die Neonazi-Organisation NSU in diesem unserem Lande zehn Morde begehen, ohne ernsthaft verfolgt zu werden? Weil diese rechtsradikale Organisation - wie alle übrigen rechtsradikalen Gruppierungen - durch V-Leute der Verfassungsschutzbehörden unterstützt, gesteuert und gedeckt wurden.

Bis heute ist unklar, ob die sogenannten "Verfassungsschützer" wirklich aus dem Neonazi-Umfeld zurückgezogen wurden, damit das beabsichtigte NPD-Verbot nicht erneut durch die enge Verquickung dieser Partei mit den Verfassungsschutzbehörden gefährdet wird.

Linksgerichtete Aktivitäten wurden bisher dagegen mit allen Mitteln und mit aller staatlichen Härte verfolgt. Dabei sind den Behörden nicht etwa linksextreme Gewalttaten ein Dorn im Auge, sondern die Erfolge einer demokratischen linken Partei, nämlich der Partei DIE LINKE.

Diese Partei stellt als einzige hierzulande die Systemfrage, möchte also die Macht und den Einfluß der Herrschenden Klasse, also der Oberen Zehntausend, begrenzen und beschränken und eine Demokratisierung unseres Gesellschafts- und Wirtschaftssystems durchsetzen.

Und genau davor haben alle bisherigen Systemprofiteure, also die Herrschende Klasse der Oberen Zehntausend und deren politische Vertretungen (CDUCSUSPDFDP), eine Heidenangst.

Dies ist der wahre Grund, weshalb beispielsweise Politikerinnen und Politiker der Partei DIE LINKE von den "Verfassungsschützern" beobachtet wurden und immer noch werden.

In Wahrheit schützen diese "Verfassungsschützer" die politische Macht der Großbanken, Konzerne und Wirtschaftsverbände, die über die oben genannten politischen Parteien massiv Einfluß auf politische Entscheidungen nehmen.

Die Hatz auf Gregor Gysi soll folglich dazu dienen, diesen populären Politiker der Partei DIE LINKE zu beschädigen, um dadurch das Ansehen der Partei insgesamt zu schwächen, obwohl sich DIE LINKE längst von den früheren Stasi-Machenschaften distanziert hat.

Wer dies nicht erkennt, will diesen Zusammenhang entweder nicht erkennen, weil er ein "Systemfreund" ist und von unserem Wirtschaftsystem profitiert. Oder es fehlt an politischer Erkenntnisfähigkeit, beeinträchtigt oder gar zerstört durch bestimmte Presseorgane mit Massenauflagen, zu denen CICERO jedoch glücklicherweise nicht gehört.

  • Antworten
Yvonne Walden15.02.2013 | 12:50 Uhr

Der populäre Herr Gysi

Um es vorweg zu sagen, ich weiss nicht ob Gregor Gysi mit oder für die Stasi gearbeitet hat. Tatsache bleibt, die SED hielt sich ihren Sicherheitsapparat. Das war die Stasi. Die Reinwäscherei der SED/PDS/Die Linke erinnert mich immer an die Zeit vor 1968. Da versuchten die ehm.Parteigenossen der Nazipartei immer ihre Mitgliedschaft mit dem Argument zu verteidigen, sie hätten gemusst, oder sie hätten den Jopb nicht bekommmen, oder sie wollten schlimmeres verhindern.
Im Übrigen, die V-Leute sind keine Mitarbeiter des Verfassungsschutz, sie sind Verräter aus der NeoNazi Szene die ihr Wissen gegen gute Bezahlung dem VS offenbaren. Die ca. 500000 IMs der Stasi waren freiwillige Mitarbeiter die ihre Mitmenschen denunziert haben. Also nicht in den Teppich beißen, sondern sich erst informieren.

  • Antworten
Jürgen Großheim15.02.2013 | 13:44 Uhr

ostdeutsche überall

bitte, liebe ostdeutsche, nachdem Ihr ein bisschen demokratie erlernt habt, äußert Ihr Euch aufdringlich zu allem und jedem- und das ist peinlich und penetrant- also, bitte mal schweigen

  • Antworten
villa16.02.2013 | 06:40 Uhr

Unsinnige Vergleiche

Ein ausführlicher Artikel, mit unsinnigen Vergleichen.

1) Herr Wullf ist freiwillig zurück getreten u. nicht, wie der Artikel hier glauben machen möchte, durch Herrn Gysi.

2)In einem Verfahren gegen Frau Schavan ist eine Entscheidung getroffen worden, in dem ihr der Dr. Tittel aberkannt wurde. Gegen Herrn Gysi ist ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, deren Entscheidung noch offen liegt. Also, anders wie Herr Knabe es in seinem Artikel glauben machen will, wurde im Ermittlungsverfahren gegen Herrn Gysi noch keine Entscheidung getroffen.

3) Herr Gysi ist Bundestagsabgeordneter, Fraktionschef seiner Partei die Linke. Er ist weder Bundespräsident, noch hat er ein Ministeramt inne. Die Entscheidung über Herrn Gysis Rücktritt, oder nicht Rücktritt als Fraktionschef seiner Partei, dürfte wohl mehr in den in internen Angelegenheiten seiner Partei liegen u. sollte nicht von außen aufoktroyiert werden. Das wurde mit Herrn Steinbrücks Verfehlungen u. seiner SPD nicht anders gehandelt.

Dass mit den Linken milder umgegangen wird, als mit den Rechten, halte ich für den blanken Unsinn. Welche Partei u. durch welche Motivation, wurde dauernd vom Verfassungsschutz beobachtet? Die Linke. Mit der CDU macht ja so was ja grundsätzlch nicht.

  • Antworten
Hans15.02.2013 | 13:09 Uhr

Dass mit den Linken milder

Dass mit den Linken milder umgegangen wird, als mit den Rechten, halte ich für den blanken Unsinn. Welche Partei u. durch welche Motivation, wurde dauernd vom Verfassungsschutz beobachtet? Die Linke. Mit der CDU macht ja so was ja grundsätzlch nicht.

Was soll das denn, seit wann gehört eine Partei, die nach eigenen Bekundungen "das System ändern" mäöchte zum demokratischen Spektrum?

  • Antworten
Jürgen Großheim15.02.2013 | 13:49 Uhr

Gysi

Dass Herr Gysi Bundestagsabgeordneter sein kann, dass ein Partei wie die Linke nicht verboten ist, zeugt ja wohl von Demokratie. In der DDR war keine Partei zugelassen, die das politische System in Frage gestellt hat. Alle Einzelpersonen, die das in der DDR taten, wurden bis zum Exzess politisch verfolgt. Das System, mit dem uns die Linken wieder beglücken möchten, ist hinlänglich bekannt: Oben Bonzen und Schranzen, die die Mangelwirtschaft verwalten und die wenigen Früchte konsumieren, unten wahlweise "das Volk", die Proletarier, die Werktätigen, die von den Resten leben. Wirtschaftlich am unteren Level, politisch ideologisiert, stets überwacht von der Stasi. Ein schönes Leben frei nach Marx, Lenin und Stalin.

  • Antworten
Exossi15.02.2013 | 14:28 Uhr

Zum totlachen

Nimmt ihn wirklich jemand erst, den Herrn Knabe?

  • Antworten
Reinard Schmitz15.02.2013 | 15:16 Uhr

Am Lachen

erkennt man den Narren.

  • Antworten
Domingo15.02.2013 | 16:45 Uhr

Knabe

Nein, schon lange nicht mehr.

  • Antworten
rehse15.02.2013 | 19:23 Uhr

Gregor Gysi - Ein Leben mit der Stasi

Soweit sind wir nun also in Deutschland schon gekommen, dass IM's öffentlich verteidigt werden können, und wir Exossis als Opfer oder "nur" Verfolgte des DDR-Regimes uns nicht trauen, und uns nur mit einem Decknamen zu dem skandalösen Vorgang melden. Warum werden solch öffentlichen Drohungen: "Haben Sie überhaupt einen Doktortitel?" überhaupt als "Lesermeinung" öffentlich gemacht vom CICERO und nicht, wie in anderen Fällen, vorher herausgenommen?

  • Antworten
Exossi III15.02.2013 | 16:08 Uhr

Keine Demokratie für Gysi?

@ Exossi
"Dass Herr Gysi Bundestagsabgeordneter sein kann, dass ein Partei wie die Linke nicht verboten ist, zeugt ja wohl von Demokratie. In der DDR war keine Partei zugelassen, die das politische System in Frage gestellt hat. Alle Einzelpersonen, die das in der DDR taten, wurden bis zum Exzess politisch verfolgt."

Sehr geehrter Herr Exossi,
möchten Sie die DDR zustände wieder haben? Möchten Sie, dass man mit Herrn Gysi so umgeht, wie man in der DDR mit politischen Gegnern umgegangen ist? Soll Herr Gysi mit Stasi Methoden behandelt werden? Oder was wollen Sie uns mit ihrem Schrieb mitteilen?
Sie haben eines vergessen. Die DDR existiert nicht mehr. D.h., dass die Partei, Die Linke, in einer Demokratie Existenzberechtigung haben muss, wenn wir uns hier in einer Demokratie befinden. Wir können in einer Demokratie die Parteien doch nicht so selektieren, wie es uns passt. Und man muss Sie mal aufklären! Herr Gysi ist nicht die persofinizierte DDR. Ich möchte Sie daran erinnern, dass auch Herr Lafontaine Fraktionschef Der Linken war. Sie wollen doch den Demokraten Herrn Lafontaine nicht vorwerfen, in diesem Lande die DDR wieder einführen zu wollen, nur weil er bei den Linken ist. Das unterstellen Sie Herrn Gysi, weil dieser, anders wie Sie u. Herrn Lafontaine, das Nachsehen hatte, in der DDR leben zu müssen. Und dass stellt, wie Frau Kipping richtig feststellt, tatsächlich eine Diskriminierung der Menschen dar, die damals in der DDR leben mussten. Einem ehemaligen Ossi wird einfach die Demokratiefähigkeit abgesprochen. Man gönnt ihm die Demokratie einfach nicht. Zur Zeit stellt Die Linke, die einzigste Oppositionspartei gegen Neoliberalismus u. Lobbyismus dar. Ohne Opposition ist unsere Demokratie keinen Pfifferling wert. Das sollten Sie sich mal vor Augen halten.

  • Antworten
Hans15.02.2013 | 23:50 Uhr

Anti Liberale

Was haben Sie gegen Liberale? Ein Staat der der Nomenklatura gehört braucht keine Lobby und Liberalität wir abgeschafft.
Die Oligarchen in der Russland kommen alle aus der Nomenklatura der UdSSR und haben sich dieses Land zur Beute gemacht. "Von der Sowjetunion lernen, heisst siegen lernen"

  • Antworten
Jorgos16.02.2013 | 10:45 Uhr

Mein lieber Knabe – gut

Mein lieber Knabe – gut recherchierter Journalismus sieht aber anders aus! Wie hätte sich wohl ihre Schreibe entwickelt, wenn Sie sich wenigstens! mit den derzeitigen Themen beschäftigt hätten? Bot diese Woche immerhin reichlich Möglichkeiten ihre, haltlos in den Raum gestellte Aussage mit realistischen Daten zu hinterfragen. Werter Herr Knabe, das behutsame Vorgehen gegen linke Verfehlungen lässt sich ganz einfach und deutlich in Dresden ablesen. Hier die traurige Bilanz der Verfehlungen (?) Linker und ihr Querstellen gegen Nazis:

Über eine Million Handydatenerfassungen von 330.000 Demonstranten, Anwohnern, Politikern und Journalisten (Februar 2011).
Aufhebung der Immunität von gegen Faschisten demonstrierenden Landtags- und Bundestagsabgeordneten (Frühjahr 2011).
Hunderte Ermittlungsverfahren der sächsischen Justiz gegen friedliche, mutmaßliche Blockierer wegen “Verstoß gegen das Versammlungsgesetz”
22 Monate Haft für Tim H. wegen “Rädelsführerschaft bei besonders schwerem Landfriedensbruch”, für einen unbewiesenen, über Megafon gestützten Aufruf “Kommt nach vorn”.
Der Ausgang des am 19. März beginnenden Prozesses gegen den Jenaer Jugendpfarrer Lothar König steht noch in den Sternen. Immerhin wird ihm vorgeworfen, linke Gegendemonstranten über Lautsprecher zu Gewalt aufgewiegelt zu haben. Die Anklage: Besonders schwerer Landfriedensbruch in Tateinheit mit versuchter Strafvereitelung sowie Beihilfe zum Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Um nur mal 5 Minuten Recherchearbeit zu dokumentieren.

Also Herr Knabe, einfach mal einen kurzen Blick in die wöchentlichen News und den Rest bewältigen die kleinen grauen Zellen. Sie schaffen das.

  • Antworten
Carmen Kästner16.02.2013 | 00:16 Uhr

Unsinn

Selbst im Artikel ist davon die Rede, dass Gysi Dissidenten verteigt und sich für ihre Ausreise in den Westen eingesetzt habe. Dass er diesen Einsatz gegenüber Linientreuen nur 'ungern' erbracht hat, dürfte wohl eher taktischen Überlegungen geschuldet sein.
Daraus Sympathien für SED und MfS abzuleiten, denn darum geht es hier, nicht um eine womöglich unzutreffende, weil nicht präzise genug formulierte eidesstattliche Erklärung, setzt schon ein Weltbild voraus in dem linke Positionen, vor Allem wenn es die von ex-DDR-Bürgern sind, zwangsläufig ein autoritäres Ein-Partei-System wollen müssen. Also bitte einfach mal anerkennen, dass die politische Linke, paramentarisch wie außerparlamentarisch, etwas ganz anderes will als den 'Marxismus-Leninismus'.

  • Antworten
Ingo Bernable16.02.2013 | 00:40 Uhr

These richtig Belege falsch

SgH Knabe,

gefühlt kann ich Ihre These im Ganzen bejahen:
"in Deutschland werden linke Verfehlungen milder beurteilt als rechte" (das ist, hoffentlich richtig zitiert, also nicht plagiiert, im Rahmen eines Kommentars)
mit diesem unscharfen Begriff "gefühlt" ist natürlich kein Blumentopf zu gewinnen. Allerdings hält sich die Aufregung um eine SED, PDS, Linke doch merklich in Grenzen. Natürlich sind die alten Kader nun auch schon seit 89 nun 24 Jahre nicht mehr am Hebel. Damit sind sie auch nicht mehr die Herren über Stasi und Bautzen 2. Das interessiert wirklich nicht so viele Leute. Es ist wirklich interessant mal eine alte Volkskammerrede von Herrn Gysi zu hören. Machen Sie sich Ihr eigenes Bild.

Sie vergleichen hier Äpfel mit Birnen. Ein Verdacht, sei er auch ein Straftatsverdacht enthält noch lange keine klare Aussage.(Wenngleich ich der subjektiven Meinung bin, dass Herr Gysi sicher ein paar Leichen im Keller hat). Eine rechtswirksame Aberkennung eines Doktortitels schon. Diese ist schließlich durchaus fundiert, bei 100 Seiten plagiatsbehafteter Inhalte in einer Dissertation. Man könnte auch argumentieren, dass systematische Umformulierungen von Erkenntnissen anderer eine viel perfidere Variante von Ideenklau darstellt, als beispielsweise das Guttenbergsche Copy & Paste. Also bitte lassen sie solch unpassende Vergleiche.

MfG

  • Antworten
Johannes Schmid16.02.2013 | 10:20 Uhr

Der populäre Herr Gysi

Jetzt sind die bösen Revachisten aus der BRD wieder schuld. Sie wollen den netten, eloquenten Herrn Gysi beschädigen. Dabei wollen die Linken doch nur das Beste für das deutsche Volk. Befreiung vom Neoliberalismus, Kapitalismus und Neofaschismus. Mit dem moralischen Heiligenschein wolle sie vergessen machen, was die DDR war. Eine Diktatur. Aber damit haben sie ja nichts zu tun. Und wieder ist Märchenstunde, nicht es war einmal, sondern es wird einmal sein. Freibier füe Alle. Vorsicht,die roten Sandmännchen sind unterwegs und wiegen euch in den Schlaf.

  • Antworten
Westgote16.02.2013 | 11:10 Uhr

Gysi-Jagd - na toll, Herr Knabe " Haltet den Dieb", wie mutig!!

Sehr geehrter Herr Knabe,

Ihre Publikationen verfolge ich schon einige Zeit mit großem Interesse.Nach meiner Erkenntnis definieren Sie die ehm. DDR ausschließlich mit Mauer, Stacheldraht und Stasi. Das mag ja Ihr gutes Recht sein, noch haben wir eine gewisse Meinungsfreiheit.Solange Sie auf der Mainstream mitschwimmen, was für mich sehr nach Opportunismus "riecht, wird sie das Establishment natürlich loben was Ihnen vermutlich Genugtuung verschafft und Habitus aufwertet. Ich bezweifle allerdings sehr, dass Ihre tatsächliche Kenntnis über die DDR auch nur annähernd ausreicht, um sich ein einigermaßen vernünftiges Urteil bilden zu können.Ich selbst, Jahrgang 1935, habe die DDR von Beginn an bis zu ihrem Ende miterleben dürfen (müssen). Ein widersprüchlicheres Regime als diese DDR es war, ist für mich kaum denkbar. Obwohl ich meine letzten 20 Arbeitsjahre beim Ost-Berliner Magistrat tätig war,hielt ich dennoch eine gewisse Distanz zum System. Da ich mich weigerte der SED oder einer Blockpartei beizutreten, musste ich weit höhere fachliche Leistungen als die "Genossen" erbringen, um etwa gleiche Anerkennung zu finden. Als sich die "Wende" anbahnte, hoffte ich auf eine akzeptable Neugestaltung Deutschlands, was sich schnell als absoluter Trugschluss erwies. Aus heutiger Sicht erscheint mir die DDR in all ihren Facetten weit menschenwürdiger, als unser gegenwärtiges System. Ich möchte Ihnen abschließend meine - vor einigen Jahren selbst erdachte - Metapher zur gefälligen Kenntnis geben: " Eine Medaille hat entgegen der allgemeinen Spruchpraxis nicht nur zwei, sondern vielmehr "drei" Seiten! Denn wir leben in einer für uns wahrnehmbar dreidimensionalen Welt.Immerhin verfügt der "Rand" einer M. über rund 15 % der Gesamtoberfläche einer solchen" Wir sollten diesen Fakt stets bei unseren Urteilen und Beurteilungen berücksichtigen.
Was Gregor Gysi angeht, so kann ich Ihnen versichern,dass er einer der ganz wenigen Politiker auf unserem Erdball ist, der aus seinem Gewissen heraus und nicht aus Eigennutz agiert. Seine Begegnungen mit der Stasi waren für ihn unvermeidbar, ich habe ganz ähnliche Erfahrungen gemacht. Wie solche Zusammenkünfte stasi- seitig jeweils interpretiert wurden,konnte man nicht einmal erahnen. Meine eigene Akte ist beispielsweise eine bunte Mischung von Fakten, Halbwahrheiten und reinen Fantasiegebilden. (Ich galt als äußerst suspekt, da mein älterer Bruder seit 1951 in Canada ansässig war). Ich würde sehr gern in einen persönlichen Diskurs mit Ihnen, sehr geehrter Herr Professor, treten.
Mit freundlichen Grüßen;
Jürgen Reimann

  • Antworten
Jürgen Reimann16.02.2013 | 16:43 Uhr

Schlecht recherchierter Journalismus

Ist Herr Knabe noch da?
Hallo - Jemand zu Hause?

Mal Spaß beiseite.
Wie halten Sie es hier mit Stellungnahmen?
Kann man da was erwarten, oder läuft dieser Beitrag ins Nirvana (buddhistisch interpretiert, also im Ende aller persönlichen Vorstellungen)? Herr Knabe?...

  • Antworten
Carmen Kästner16.02.2013 | 18:23 Uhr

Leider schlecht recherchiert, Herr Knabe!

SgH Herr Knabe,
ich lese Cicero auch deshalb, weil hier, meinem Eindruck nach, kein Kanzlerinnen-Journalismus (Bild, Gala, Bunte - Jubelpresse)betrieben, sondern sauber recherchiert wird. Die Argumente für meine Hypothese, dass Ihnen, Herr Knabe, dies in Ihrem Artikel leider nicht gelungen ist, hat Frau Carmen Kästner in ihrer Antwort bereits sehr deutlich herausgearbeitet. (Siehe Antwort von Carmen Kästner!)

Frau Schavan hätte als Ministerin nicht zurücktreten müssen, wäre Sie meinetwegen Verkehrsministerin gewesen. Aber sie war Wissenschaftsministerin mit zunächst dem Verdacht auf Fälschung ihrer Doktorarbeit (kein Rücktritt - Unschuldsvermutung), bestätigt durch die Universität, die ihr den Titel verliehen, und jetzt aberkannt hat (R(rechtsgültig) und der sie, in Ihrer Eigenschaft als Wissenschaftsministerin, kurz zuvor einen besonderen Qualitätsstatus als Universität verliehen hat. Dieser Sachverhalt im Zusammenhang mit Ihrem Amt als Wissenschaftsministerin hat Frau Schavan dazu gebracht, zurückzutreten, was ich sehr anständig finde.

Gregor Gysi wird seit Jahren, immer wieder vor Wahlen hochgekocht, Stasi-Spitzel-Aktivität vorgeworfen. Ich finde richtig, dass man dem nachgeht. Spätestens wenn ein Gericht ihn verurteilt, mmuss er gehen.

Meines Wissens werden Fraktionsvorsitzende in geheimer Wahl gewählt und/oder abgewählt. Ich finde das Verhalten der Linken - Bundestagsfraktion in diesem Zusammenhang viel bemerkenswerter, als Ihre - verzeihen Sie bitte, ich muss es leider so schreiben, schlecht recherchierte rechts-links-(Hypo-)These. Was man immer von Herrn Gysi halten mag, noch ist er nicht verurteilt - solange sollte die Unschuldsvermutung als Rechtsgut auch für Herrn Gysi gelten. Ich finde es richtig mit Herrn Gysis Ansichten und die seiner Partei mich (politisch) auseinanderzusetzen - das habe ich im Übrigen auch mit der bemerkenswerten Dissertation, die Frau Schavan vorgelegt hat, auch getan. Eine der darin enthaltenen Erkenntnisse die Gewissensbildung als Endpunkt von Erziehung zu betrachten, war zu Beginn der 80er Jahre sicher nicht so weit verbreitet, wie heute und bleibt aus meiner Sicht so oder so eine wichtige Aufgabe der Erziehungswissenschaft.

  • Antworten
Stephan Erb17.02.2013 | 03:08 Uhr

Welch tragische Komik,

Welch tragische Komik,
das hier einige der Hetzjagd einer Person (und Partei) fröhnen, weil die DDR so schlimm war
und dabei garnicht raffen, das sie damit den Weg in eine neue alte DDR ebnen ...

Bestandsaufnahme heute
- Staatspresse
- Parteienkartell (CDU/C(N)SU/SPD/FDP/Grüne)
- gläsernere Bürger

Lässt irgendwie vermuten, das der Mauerfall damals in die falsche Richtung ging

  • Antworten
Senf17.02.2013 | 06:57 Uhr

Was unterscheidet die Stasi von anderen Geheimdiensten oder eine

Was unterscheidet die Stasi von anderen Geheimdiensten oder einem anderen Verfassungsschutz? Nichts! Politisch war die BRD damals auch eine Diktatur. Wie ist denn mit Kommunisten und Andersdenkenden umgegangen worden? Durften diese Menschen Lehrer werden? Oder, oder, oder? Warum wurde Benno Ohnesorg erschossen? Warum wurde der Täter bis heute nicht zur Verantwortung gezogen? Freiheit gab es wohl auch bloß beim Reisen - und Demokratie ist wohl Auslegungssache? Warum wird der Mord an Buback nicht aufgeklärt? Arbeiten Geheimdienste nicht oft mit anderen politischen Sytemen zusammen? Es gibt genügend Berichte darüber. Was erreichen denn (unsere) Politiker in anderen Ländern, in denen Menschen von den Geheimdiensten verfolgt werden? Garnichts! - Weil wirtschaftliche Interessen schwerer wiegen. Kein Land ließ sich bisher von der Bundesregierung belehren.
Wenn ich irgendwelche Nachteile von einem anderen Menschen erlitten hätte o. erleiden müsste, würde ich mich dagegen wehren! Warum ist Gysi noch nicht verurteilt worden? Haben die Geschädigten kein Rückrad oder gibt es gar keine Geschädigten? Ich durfte in meiner beruflichen Laufbahn nicht studieren, weil ich nicht in die SED eintreten wollte. Ich durfte auch nicht in den Westen fahren? Na und, - hat es mir geschadet? - Nein. Ich kenne einige Leute, die der Stasi zuträglich waren, hätten die mir geschadet, wäre ich dagegen vor gegangen, wenn vielleicht auch nicht unmittelbar.
Heute gibt es für jeden Geheimdienst eine große Vielfalt ihre Bürger und jeden anderen Menschen auf diesen Planeten auszuspionieren. Ob das erlaubt ist oder nicht, - es wird gemacht. In Deutschland werden bei Demonstrationen regional alle Handys geortet, um Teilnehmer zu bestimmen, wer wurde da gefragt. Heute müssen nicht mehr unbedingt Menschen genutzt werden, um an Informationen zu gelangen. Ist das jetzt etwa humaner, weil es keine IM´s mehr gibt? Heute können wir keine einzelnen Personen mehr ausmachen, die unsere Gesinnung feststellen sollen. Die Möglichkeiten der Spionage werden immer ausgefeilter, - die deises Zeitalter macht es möglich. Niemand ist mehr sicher, von Spionage ausgeschlossen zu werden!

Kampagnen, egal ob über Sexismus, Stasivergangenheit uvm. sind unterstes Niveau. Es werden eben Wahlausgänge nicht mehr mit politischen Leistungen gelenkt.

Ich wollte ein Buch über die politische u. soziale Situation in unserem Land herausgeben. Leider wurden mir die Rechte, reale Situationen zu schildern, von einigen betroffenen Personen verwehrt. Damit wurde mir die Grundlage für dieses Vorhaben entzogen. Die Betroffenen hatten Angst vor Repressalien von ihren Arbeitgebern, oder bei ihren Kindern.

Soweit zu dem heutigen freiheitlich demokratischen Deutschland. Meine neue Freiheit besteht nur darin, dass ich hinreisen könnte, wohin ich wollte, wenn ich es mir finanziell Leisten könnte, - und damit ist diese Freiheit auch dahin.

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Herr Universal17.02.2013 | 13:13 Uhr

Gysi

Der Zeitpunkt der Wiedereröffnung der Causa Gysi dürfte klar sein: 2014 ante portas! Der Anteil von Wählern der DIE LINKE in Ostdeutschland ist gesamtdeutsch nicht zu vernachlässigen. Die Gefahr besteht, dass das erwartete Kopf- an Kopfrennen zwischen CDU/FDP und SPD/GRÜNE durch einen beachtlichen DIE LINKE - Erfolg im Osten empfindlich gestört werden könnte, sowohl in die eine als auch in die andere Richtung. Daher gilt es, die Wähler der DIE LINKE zu verunsichern, zu versuchen, dass diese enttäuscht zu Hause bleiben oder ihre linken Sehnsüchte bei der SPD/DIE GRÜNEN abladen. It's democracy, stupid.

  • Antworten
Max Hoffmann17.02.2013 | 18:52 Uhr

Den Bock zum Gärtner gemacht

Da schreibt Herr Knabe über Herrn Gysi.
Ahja, Herr Hubertus Knabe! ... derjenige also, der über die ostdeutsche Geschichte redet wie der Blinde über die Farbe. Derjenige, der nur in den Farben "schwarz" und "weiß" denkend öffentliche Kommentare abzugeben pflegt, differenzierendes habe ich von ihm noch nicht gehört. Derjenige, ... der "Links" zu seinem persönlichen Feindbild erklärt hat.
Da hat sich Bock zum Gärtner gemacht. Mit journalistischer Qualität hat das nichts zu tun, nur mit Geltungsbedürfnis.

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Geschockter20.02.2013 | 17:19 Uhr

Herr Knabe hüllt sich in Schweigen

Ich gehe mal davon aus, dass sie ihr Statement "In Deutschland werden linke Verfehlungen milder beurteilt als rechte." nicht weiter erläutern wollen.

  • Antworten
Carmen Kästner22.02.2013 | 22:14 Uhr

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