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 > Genossen, auf die Eierschleifmaschine!

Berliner Republik

SPD und der Zweifel am KandidatenGenossen, auf die Eierschleifmaschine!

Von Christoph Schwennicke29. November 2012
Peer Steinbrück, Björn Engholm, SPD, Kanzlerkandidat
Schrift:

Ein schlechter Start, ohne Frage. Aber wer jetzt in der SPD meint, man könne schnell noch den Kanzlerkandidaten austauschen, der sei gewarnt. Die Notbremse macht die Not nur größer. Peer Steinbrück bleibt die beste Wahl für diese Wahl. Ein Kommentar

Seite 1 von 2

Neulich hat Peer Steinbrück gesagt, es berühre ihn, dass die SPD sich so um ihn schart in harten Zeiten. Diese Aussage wurde als überraschender Beleg gewertet, dass es sich beim Raubauz Steinbrück um eine durchaus empfindsame Natur handelt. Und als Hinweis darauf, dass es doch noch richtig was werden kann zwischen den „Heulsusen“ (Steinbrück) der SPD und dem Kandidaten.

Der derzeit noch inoffizielle Kanzlerkandidat der SPD sollte sich von den Rührungstränen in den Augen nicht den klaren Blick auf die Dinge trüben lassen. Welche SPD schart sich denn da um ihn, und wer lässt ihn zugleich ziemlich alleine strampeln? Wenn ihm jetzt vor allem die Jusos wie Kätzchen um die Beine streichen, dann ist das kein Grund für Wohligkeit, sondern Anlass zu höchster Besorgnis. Es muss schlimm um einen stehen, wenn die Jusos anfangen zu kuscheln.

Tatsächlich ist der Start des Kandidaten maximal missglückt. Steinbrück wurde wie das letzte Aufgebot der SPD präsentiert, seither stolpert er ohne Konzept und erkennbaren Plan mehr recht als schlecht durch die ersten Wochen. Sein Team wurde zusammengestellt nach dem Prinzip „Verhaftung der üblichen Verdächtigen“, und wo er selbst beim Personal  einmal kreativ und innovativ sein wollte, erlag er dem Charme eines, nun ja, Blenders. Nichts wirkt konzertiert, alles zufällig. Auch der Umgang mit der Debatte um Steinbrücks üppige Nebeneinkünfte. Die kollektive Kampfkraft einer SPD-Kampa, das war einmal.   [gallery:Macht trifft Moral – Die Lieblingsmärchen der Spitzenpolitik]

So weit, so schlecht.

Und weil der Blues als Grundgefühl (und Arbeiterklagelied) in der SPD zu Hause ist, schwelgen die Sozialdemokraten gerade wieder weidlich in Missmut und Selbstzweifeln. Vielen mangelt es an Leidenschaft, den Kandidaten rauszuboxen. Manche denken sogar das Undenkbare, und das direkt vor dem Nominierungsparteitag des Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück.

Ein Austausch eines Kanzlerkandidaten ein knappes Jahr vor der Bundestagswahl? Wäre mal was ganz Neues, oder? So neu dann auch wieder nicht. Ein Blick in die jüngere SPD-Geschichte zeigt: Selbst das Undenkbare ist dort schon geschehen, das nie da gewesene hat bereits stattgefunden in den sturmzerzausten letzten 20 Jahren der Partei. 

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Jeder gönnt Steinbrück tolle Einkünfte!

Die nächste Legislaturperiode wird wichtige Entscheidungen angesichts der Wirtschaftskrise erfordern.

Steinbrück will keine Abwertungsmöglichkeit in der Euro-Zone. Damit ist in Südeuropa nur die 'innere Abwertung' über Lohnverzicht und Arbeitslosigkeit möglich - eine anti-soziale, zwangsläufig autoritäre Politik.

Die Nebeneinkünfte sind ein Bild dafür, dass Steinbrück 'zu gut mit den Bossen ist', und die abgesunkende Mittelschicht nicht vertreten kann.

  • Antworten
janhansen02.12.2012 | 21:28 Uhr

Einzika

Für die SPD als die strukturell kleineren Volkspartei kann es nötig werden, dass entweder in einem Dreierbündnis die Partei zusammengehalten werden muss (hier wäre Gabriel der geeignetste Kandidat gewesen), oder nach einer Wahl bzw. auch mitten in der Legislaturperiode der Koalitionspartner ausgetauscht werden muss (Wowereit hat immerhin die Linke gegen die CDU getauscht), oder aber dass die SPD eine Minderheitsregierung führt (wie es Frau Kraft erfolgreich getan hat). Steinbrück wird die Arbeiterpartei aus seinem Wirtschaftsflügel heraus nicht führen, sondern lediglich benutzen können. Deshalb kann man den Sozialdemokraten 2013 zu ihrem besten nur eine Niederlage wünschen. Und 2017 eine Urwahl, verdammt.

  • Antworten
Michael Hübner02.12.2012 | 21:38 Uhr

Geeigneter Kandidat für ökonomische Herausforderungen?

Eine sehr gute und verständliche Zusammenfassung der ökonomischen Herausforderungen aus wissenschaftlicher Sicht findet sich im aktuellen Magazin Max Planck Forschung

http://www.mpg.de/6609511/F003_Fokus_034-039.pdf

Man kann sich dann überlegen, welcher Partei und welchen KandidatInnen man Lösungen zutraut. Mit der aktuellen Polemik-Masche aller Parteien wird es wohl nicht gehen.

  • Antworten
janhansen03.12.2012 | 00:42 Uhr

Die SPD täte gut daran, einer

Die SPD täte gut daran, einer Kandidatin oder einem Kandidaten die Kanzler-Kandidatur anzutragen, die/der sich klar für eine neue, gerechtere Sozialordnung in Deutschland, für eine vollkommen andere Einkommens- und Vermögenspolitik einsetzen würde.
Das dürfte allerdings nicht leicht sein für eine Partei, die sich nach 1959 mehr oder minder willenlos dem vorherrschenden kapitalistischen System in dieser Republik ergeben hat.
Und die sogenannten "Linken" innerhalb der SPD sind in Wahrheit Schein-Linke, die lediglich die Funktion haben, Wählerinnen und Wähler "vom linken Rand" für die SPD zu gewinnen.
Andrea Nahles ist das beredte Beispiel einer "Schein-Linken."
Warum Schein-Linke wählen, wenn das Original, DIE LINKE, eine echt-alternative Wirtschafts- und Sozialpolitik (Stichwort: Demokratischer Sozialismus) anbietet?

  • Antworten
Yvonne Walden03.12.2012 | 14:08 Uhr

Keine Alternative Steinbrück

Christoph Schwennicke hat recht: Peer Steinbrück mag einige Schwächen haben und Fehler gemacht haben im Umgang mit seinen üppigen Redehonoraren. Doch von allen denkbaren Kandidaten ist er noch der beste und aussichtsreichste. Mitten im Fluss das Pferd zu wechseln, kaum dass die SPD ins Wasser gestiegen ist, würde nur zum sofortigen Ertrinken führen. Sprich: dann könnte die SPD ihren Wahlkampf gleich abblasen. Wird auch so schwer genug gegen die Teflon-Kanzlerin, an der nichts hängen bleibt, auch nicht ihre verfehlte Austeritätspolitik in der Eurokrise.

  • Antworten
Ludwig Greven03.12.2012 | 15:15 Uhr

Genossen auf die Schleifmaschine

CICERO ist keine objektive Zeitschrift mehr sondern - beginnend mit
Naumann (und denen, die ihn verpflichtet haben)zu einem Schmalspur-
SPD-Blatt verkommen. Man will ganz eindeutig, daß die SPD die näch-
sten Wahlen gewinnt, kritisiert lediglich was sie intern falsch macht und "beschwört" geradezu was sie richtig machen müßte, damit
ein SOZI Kanzler wird. Alle anderen Parteien - vornehmlich die "rech-
teren" - werden nur in Nebensätzen erwähnt und negativ dargestellt.
Das heißt: CICERO berichtet und analysiert NICHT PARTEI-NEUTRAL.
Ich habe seit Naumann NOCH NIE eine aufbauende Kritik über eine/n
CDU/CSU, FDP - Kandidaten/in) gelesen obwohl der derzeitige FÜhrungs-
kader - bei allen Fehlern - mindestens soviel richtig macht und er-
folgreich löst wie eine LINKSregierung.
Ich bin kein Parteimitglied, möchte aber bemerken: Es geht uns heute
DEUTLICH besser als vor 60 Jahren; etwa 2/3 dieser Regierungszeit
fällt NICHT auf ein LINKSbündnis. Das hat doch Gründe...ODER???

  • Antworten
G.Thiel03.12.2012 | 18:40 Uhr

Ich finde es interessant,sehr

Ich finde es interessant,sehr geehrter Herr Thiel, dass Sie vorgeben, regelmäßiger Cicero-Leser zu sein - ohne bemerkt zu haben, dass Cicero "unter Naumann" zahlreiche prominente und durchaus tüchtige CDU-Politiker (aber auch CSU-Prominenz wie Peter Gauweiler) porträtiert hat - und zwar fair und manchmal auch, weil die Autoren es so sahen, con amore. Z.B. Herrn Strobl, Frau Klöckner, Herrn Schäuble, und und und. Nein, Sie treibt ein animus, den Sie nicht erklären können. Ihr Problem, aber Gottlob auch nicht mehr meines. Legen Sie Ihre Scheuklappen neben die ungelesenen Ausgaben von Cicero und bleiben Sie dem Magazin treu, ob Sie's lesen oder nicht. Ihr Michael Naumann

  • Antworten
michael naumann03.12.2012 | 21:47 Uhr

Genossen, auf die Eierschleifmaschine

Nach meinem Empfinden disqualifiziert sich mit dieser Formulierung
der Kanzlerkandidat Steinbrück. Seine schnodderige Art müsste erst
einmal -auf welcher Maschine auch immer - so abgeschliffen werden,
dass er auf internationaler Ebene als Vertreter Deutschlands nicht
alle anderen mit seiner Besserwisserei nervt. Diplomatisches Gespür ist jedenfalls nicht seine Stärke ! So viel zur Emotion.

Zur Sache : Die Befähigung positive finanzielle Ergebnisse zu
erzeugen, wurde bisher nicht nachgewiesen. (NRW)
Soziale und moralische Befähigung fehlt ebenfalls.
Siehe Nebeneinkünfte.
Wahlen als Ministerpräsident gewonnen ? Fehlanzeige !

Fazit : Die SPD kann keinen befähigten Kanzlerkandidaten -oder
Kandidatin mit den für diese Amt unverzichtbaren Erfahrungen
und Kenntnissen anbieten !

  • Antworten
Sirius04.12.2012 | 18:05 Uhr

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