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 > Geht Europa auch demokratisch?

Berliner Republik

Grundgesetz vs. EUGeht Europa auch demokratisch?

Von Daniel Martienssen16. Juli 2012
Wikimedia Commons
tizian,gemälde,raub_der_europa,zeus,stier
Raub der Europa
Schrift:

Wolfgang Schäuble hat über ein Verfassungsreferendum in Deutschland nachgedacht und damit eine Debatte um mehr europäische Integration angeheizt. Mittlerweile kursieren mehrere Modelle. Ein Überblick

Seite 1 von 4

Das Grundgesetz war als Provisorium gedacht. Die Väter des Verfassungskonvents vom Herrenchiemsee waren sich im Jahre 1948 weitgehend einig, eine „richtige“ Verfassung erst zu verabschieden, wenn Deutschland wiedervereinigt sei. Diese Gelegenheit, eine neue Verfassung für Gesamtdeutschland zu erarbeiten, bot sich 1990 bei der Wiedervereinigung an.

Damals ist man in der Bundesrepublik Deutschland aber lieber den bequemen Weg gegangen und hat neue Bundesländer gründen lassen, die am 3. Oktober 1990 schlicht dem Grundgesetz beigetreten sind. Die Befürworter einer neuen Verfassung sind 1994 mit einer Mini-Reform des Grundgesetzes abgespeist worden. Nun währt das Provisorium Grundgesetz mehr als 63 Jahre und könnte ausgerechnet von der City of London und der New Yorker Wall Street zu Fall gebracht werden.

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Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die europäische Integration unfreiwillig beschleunigt. Wolfgang Schäuble ist vorgeprescht und hat ein Verfassungsreferendum über Artikel 146 des Grundgesetzes ins Spiel gebracht. Nun kursieren verschiedene Modelle, die das schwelende Demokratiedefizit überwinden können.

1. Modell: Verfassungskonvent ohne anschließende Volksabstimmung

Das Modell, ein Verfassungskonvent einzuberufen, würde ähnlich funktionieren wie die Wahl zum deutschen Bundestag. Es wären Wahlen zu einer so genannten verfassungsgebenden Versammlung, in der sich Parteien mit ihren Kandidaten – Politiker, Personen aus der Wissenschaft und Menschen aus der Bevölkerung – aufstellen ließen.

Genauso wie bei der Bundesversammlung müssten aus Bund und Ländern Repräsentanten entsendet werden. Sobald die Wahl durchgeführt wäre, könnte der Verfassungskonvent seine Arbeit aufnehmen und eine neue Verfassung erarbeiten, die letztlich den Weg frei macht, Deutschland mehr Kompetenzen nach Brüssel übertragen zu lassen.

Mittel- bis langfristig würde die Bundesrepublik als ein Gliedstaat unter mehreren EU-Ländern in einem europäischen Staatsgebilde aufgehen. Parallel müsste auch ein europäischer Verfassungskonvent einberufen werden, um die europäischen Institutionen wie Europäische Kommission und Europäisches Parlament voll demokratisch zu legitimieren und zu einer richtigen Regierung und Völkervertretung auszubauen.

Das Europäische Parlament hätte neben der Kommission gleichrangig die Gesetzesinitiative und der Rat der Europäischen Union, in der die Regierungen der Mitgliedsstaaten sitzen, könnte in eine Art Senat nach US-amerikanischen Vorbild umgewandelt werden.

Wahrscheinlichkeit: gering

Dieses Modell rückt allenfalls dann in den Mittelpunkt, wenn Karlsruhe im Zuge der ESM-Klage die rote Linie im Grundgesetz für mehr Integration erreicht sieht. Um die Kluft zwischen dem derzeitigen Staatenverbund Europäische Union und einem neuen Staatengebilde Europa zu überbrücken, könnte eine solche verfassungsgebende Versammlung von der Bevölkerung in Deutschland eingesetzt werden, die dann unter Hochdruck offeneres Grundgesetz erarbeiten müsste.

Eine Volksabstimmung über die neue Verfassung wäre nicht zwingend notwendig. Die verfassungsgebende Versammlung wäre durch die Wahleinsetzung prinzipiell hinreichend legitimiert.

Auf der nächsten Seite, wann eine anschließende Volksabstimmung unentbehrlich ist 

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Europa am Scheideweg

Europa steht an einem Scheideweg.
Agefangen hat alles aus rein wirtschaftlichen Gründen als EWG.
Daraus entwickelte sich die europäische Union.
Eine Union ist aber meist ein Konstrukt, das nach sachlichen Kriterien geschaffen ist.

Eine Gemeinschaft ist eine gewachsene Struktur.
Innerhalb einer gemeinschaft entwickelt sich ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Zusammenhalt.
Lider wird die europäische Union fälschlicherwise als Gemeinschaft bezeichnet.
Aber sie ist ein verordnetes Konstrukt. Gemeinschaft kann man aber nicht verordnen. Das haben ähnliche Konstrukte wie UdssR, GuS, Jugoslawien und CSSR gezeigt.

Um in Europa eine Gemeinschaft entstehen zu lassen hat man aber keinerlei Anstalten unternommen. Die Bürger/innen wurden nie in die Entwicklungsprozesse eingebunden. Für die Bevölkerzung der Mitgliedsstaaten war immer nur erkennbar, dass einzelne Mitgliedsstaaten immer ihre nationalen Interessen über die der Gemeinschaft gestellt haben.

Dazu kommt Europa ist von einer Einigung sehr weit entfernt.
Wir haben einmal Kontinentaleuropa, dem alle europäischen Staaten angehören. Dann Staaten die der EU beigetreten sind und noch mal Staaten die der Währungsunion angeschlossn sind/wurden.

Selbst dieser gravierende Schritt wurde nicht generell nach einer Volksabstimmung getroffen. Manche Regierungen haben das einfach in eigenem Ermessen getan.

Europa hat auch in vielen Ländern kein hohes Standing. In Deutschland wird Europa akls Sammelbecken national geschiterter Politiker wahrgenommen. unter solchen Voraussetzungen ist kaum Vertrauen innerhalb der Bevölkerung zu wecken.

Wohin also?
Europa kann sich weiter durch Verordnungen ausbauen, bis hin zu einer gemeinsamen Politik in relevanten Bereichen. Man kann immer mehr Souveränität an das EU-Parlament und de EU-Kommission übertragen. Doch besteht immr die Gefahr, dass die Bürger dagegen mobil machen. Natürlich kann man dagegen dann Statsgewalt setzen, wie im Vertrag von Lissabonn vorgesehen. Aber ist Europa dann nicht auf dem Irrweg, den der OPstblock jahrzehnte lang beschritten hatte, in dem Widerspruch im Keim erstickt wurde.

Oder wir bekennen uns zu einer europäischen Wirtschafts- und Zollunion. Dieser Union können auf Basis der KSZE Beschlüsse alle europäischen Nationen beitreten.
Statt eines europäischen Parlamentes genügt ein europäischer Rat. Hier können Verträge geschlossen und gekündigt werden. Alles auf Augnhöhe, jedes Land entsendet ein Ratsmitglied.

Gleichzeitig müssen gemeinsames Lernen, gemeinsame Wissenschaftsprojekte, Forschungs- und Wirtschaftsprojekte Kunst- und Kulturveranstaltungen vorangetrieben werden.
Dadurch werden Berüührungsängste abgebaut. Gemeinsinn kann sich entwickeln und nur daraus entstehet langfristig Gemeinschaft, getragen von der Mehrheit der europäischen Bevölkerung.

Ich halte das für den beseren Weg, auch wenn sich dann kein Politiker derzeit die europäische Einigung auf die Fahne schreiben kann.

  • Antworten
Hans-Peter Merkel18.07.2012 | 12:07 Uhr

Bürgerkonvente in Deutschland und EU j e t z t!

CARL MARIA SCHULTE
http://ob-in-spe.de >Demokratieinnovation: Konvent, Bürgersenat etc.

Die Konvente sollten keine Parteindominanz haben, zumal die deutschen Parteien schon zu republikwidrigen Staatsparteien (von Arnim) mutiert sind. Zur Hälfte sind die Mitglieder zu wählen, die übrigen per Los zu bestimmen. Das verspricht Kreativität und unabhängiges Denken, also gute Ergebnisse, wie das Buch "Demokratie und Lotterie" zeigt.
Es wird dem Gemeinwohl dienen, die Sachthemen ohne parteitaktik und Machtgeilheit zu diskutieren!
Karlsruhe kann dafür anläßlich der EURO-Entscheidung den Weg freimachen. Vorher sind noch zwei Richter auszuwechseln, wegen Befangenheit: Huber und Müller. Die Anträge sind von mir gestellt worden.

IM NAMEN DES VOLKES!

  • Antworten
Carl Maria Schulte11.09.2012 | 03:40 Uhr

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