Winkelmeier-Becker: „Wenn es um die Big Points geht, kann man sich auch schon mal einen Konflikt erlauben“
Die CDU-Frauenpolitikerin Elisabeth Winkelmeier-Becker rechnet mit der Einführung einer gesetzlichen Frauenquote für börsennotierte Unternehmen in dieser Legislaturperiode. „Es besteht eine gute Chance, dass es mit der verbindlichen Quote in der Wirtschaft noch vor der Wahl etwas wird“, sagte die Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Nordrhein‐Westfalen dem Magazin Cicero (Oktoberausgabe). „Freiwilligkeit hat erwiesenermaßen nicht gereicht.“
Die Quote will Winkelmeier‐Becker notfalls auch fraktionsübergreifend mit Abgeordneten der Opposition und im Konflikt mit der Unionsführung durchsetzen. Natürlich müsse erst ausgelotet werden, was in der Union möglich sei. Ihr sei auch wichtig, was Fraktionschef Volker Kauder sage. „Aber sein Segen ist nicht Bedingung, ob ich tätig werde“, erklärte die CDU‐Politikerin. „Wenn es um die Big Points geht, kann man sich auch schon mal einen Konflikt erlauben.“
Der Bundesrat hatte am Freitag eine Gesetzesinitiative beschlossen, nach der Aufsichtsgremien deutscher Großunternehmen künftig zunächst mit 20 Prozent und später mit 40 Prozent mit Frauen besetzt werden müssen. Damit der Entwurf auch eine Mehrheit im Bundestag findet, müssten Abgeordnete der Regierungsfraktionen dafür stimmen. Die CSU‐Landesgruppe hat sich bereits dagegen ausgesprochen, auch die FDP lehnt eine feste Quote strikt ab.
Winkelmeier-Becker brachte auch die Möglichkeit eines fraktionsübergreifenden Gruppenantrags ins Spiel, um eine verbindliche Quote in Aufsichtsräten gesetzlich festzuschreiben. „Einen fraktionsübergreifenden Gruppenantrag fände ich dafür eine gute Option“, sagte sie.











1 Kommentar