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 > Der vorgetäuschte Fußballorgasmus

Salon

Frauen tun nur soDer vorgetäuschte Fußballorgasmus

Von Amelie Fried15. August 2012
picture alliance
Frauen,Fußball,Fan,Ronaldo,CR7
Was Frauen am Fußball wirklich interessiert
Schrift:

Nach wochenlanger Fußball-Abstinenz rollt nun endlich wieder das Leder. Unter die Zuschauer mischen sich auch Frauen – die der Spielverlauf aber nur wenig interessiert, meint Amelie Fried. Tatsächlich gucken sie nur auf die schicken Sportlerkörper oder Schweinis Hintern

Früher durften Männer ­rauchend auf dem Krankenhausflur herumgehen, statt im Kreißsaal Schwestern und Ärzte bei der Arbeit zu behindern. Sie durften einmal die Woche zum Stammtisch und am Samstag zum Fußball. Ohne Frauen.

Heute müssen Männer bei ­Geburten dabei sein. Stammtisch ist abgeschafft. Und Fußball ohne Frauen geht auch nicht mehr. Angetan mit Trikot und Fan-Schal drängeln sich die Damen in den Stadien und beim Public Viewing und führen sich auf, als ginge es um ihr Leben. Dabei ist Fußball Männersache. Nie kann man Männer so glücklich und so unglücklich erleben wie beim Fußball. Sie schreien, schimpfen, lachen und weinen.

Sie tun, was sie sonst selten tun: Sie zeigen Gefühl. Während der Ball rollt, ist alles andere unwichtig. Vor allem die Frauen. Und das stinkt denen natürlich. Da zeigen ihre Männer endlich einmal Leidenschaft – und sie sollen nicht dabei sein? Fußball ist der natürliche Feind der Frau. Und wer seinen Feind nicht besiegen kann – der versucht, ihn sich zum Verbündeten zu machen.

Deshalb, meine Damen, nehme ich euch die Fußballbegeisterung nicht ab. Ihr würdet sie gern empfinden, aber sie bleibt Pose. Wie Vampire dockt ihr an der Leidenschaft der Männer an und zapft so viel davon ab, wie es geht. In den 90 Minuten eines Spiels erlebt ihr mehr Spannung als sonst in einem ganzen Jahr eures Lebens. Aber die meisten von euch haben keine Ahnung, was tatsächlich auf dem Spielfeld passiert.

Ihr kommentiert die neue Frisur von Mario Gomez und den Hintern von Didier Drogba, ihr bemitleidet den armen Schweini, weil er den entscheidenden Elfmeter verschossen hat („Schau mal! Er sieht aus wie ein trauriger Welpe!“), und vielleicht rechnet ihr noch aus, wie viele Wellnessurlaube man mit der Ablösesumme von 93 Millionen Euro machen könnte, die Real Madrid für Ronaldo hingeblättert hat.

Bildergalerie: Karikaturen: Politik im Fußballfieber

An sich ist Ahnungslosigkeit in Sachen Fußball keine Schande – man kann damit sogar polnische Sportministerin werden, wie das Beispiel von Joanna Mucha zeigt. Die fragte beim Pokalfinalspiel, wer denn die Mannschaften ausgewählt habe, die gegeneinander antraten. Ein andermal soll sie gefragt haben, warum einer der Spieler nur herumstehe. Es war der Torwart.

Trotzdem, meine Damen. Männer haben’s doch eh schon schwer. Wir Frauen graben ihnen überall das Wasser ab. Stürmen auf der Karriereleiter voran, sind kurz davor, die Führungsetagen zu erobern und erwarten obendrein, dass sie zu Hause den Abwasch machen. Lasst den armen Kerlen wenigstens eine Sache, bei der sie vor uns sicher sind!

Die Schriftstellerin und Fernsehmoderatorin Amelie Fried schreibt jeden Monat für das Magazin Cicero eine Kolumne über Männer, Frauen und was das Leben sonst noch an Fragen aufwirft. Das aktuelle Heft können Sie hier bestellen.

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Ein absoluter Fehlgriff. Ohne

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  • Antworten
Lisa Mülelr15.08.2012 | 13:35 Uhr

Spiegelneuronen

Ich glaube Männer lieben nicht speziell Fußball, es könnte auch jede andere Sportart sein. Entscheidend ist den Sportlern beim Sport machen zuzugucken, wobei es egal ist ob am Fernsehen oder im Stadion. Ich denke, dass die Spiegelneuronen dabei wichtig sind. Diese Neuronen sorgen dafür, dass man im eigenen Kopf mitleidet oder auch sich mit freut, was bei Sport ja ganz wichtig ist. Dem Hirn ist es also egal ob man selber Sport macht oder nur zuguckt. Bei Frauen könnten das Problem nun sein, dass die Fußballer in der Regel Männer sind und vielleicht sprechen da die Spiegelneuronen nicht an. Ich denke, dass Frauen das Problem bei weiblichen Sportlern nicht hätten. Nur würden Männer dann über die neue Frisur und den Hintern der Sportlerinnen sprechen. Gibt es eigentlich Sportarten, wo Männer und Frauen zusammen Sport machen? Wie ist das beim Reitsport oder beim Golf? Eigentlich sollten da beide Geschlechter gleiche Chancen haben, so dass gemischt gespielt werden kann. Kenne mich aber damit nicht aus.

  • Antworten
Robert15.08.2012 | 19:04 Uhr

Sexismus bekämpfen! Immer & Überall!

Schöner Sarkasmus!
Aber selbst der macht in dieser sexistischen Gesellschaft keinen Spasz mehr, da ihn nicht mehr jede_r versteht.
Deswegen würde ich solche Artikel lieber in den Schredder werfen, als sie über das Internet zu verbreiten.

  • Antworten
Anonym16.08.2012 | 10:02 Uhr

Ich kotze im wahrsten Sinne...

...darüber dass solche ein Artikel (schon tausendmal gehört und ausdiskutiert *gähn*) dann ausgerechnet von einer Frau stammt.

(seit 5 Jahren in einem Fanclub aktiv, seit 6 Jahren im Besitz von Dauerkarten, seit Jahren zu wenig Urlaub, weil dieser für Auswärtsfahrten draufgeht... meinen "Kerl" hab ich übrigens in "mein" Stadion mitgeschleppt)

  • Antworten
Frau XY16.08.2012 | 10:10 Uhr

Das ist nicht Ihr Ernst, oder?

Sollten Sie das wirklich denken, wäre es vielleicht sinnvoll, wenn Sie sich bei Ihren Artikeln wieder den (Ihnen) wichtigen Dingen Kinder, Küche, Kirche widmen.

Mein Favorit unter den idiotischen Bemerkungen: Kommentare von Frauen zum Aussehen der Fußballer. Hierzu verweise ich auf die hunderte vom Kommentaren der männlichen Betrachter zum Beachvolleyball der Damen. In denen es natürlich NUR um den Sport geht, nicht wahr?

*rhythmisch den Kopf auf den Tisch schlagend nach unten ab*

  • Antworten
huehnerschreck16.08.2012 | 10:14 Uhr

Facepalm

Sehr geehrte Frau Fried,

wenn Sie von etwas keine Ahnung haben, dann ist es die Leidenschaft und Begeisterung für Fußball. Die teilen sich Männer und Frauen gleichermaßen. Ach ja, nochwas: Sexistische Kackscheiße ist übrigens nicht lustig.

  • Antworten
Paule16.08.2012 | 11:13 Uhr

Fußball ist und bleibt Privatsache

Wichtig wäre es, dem Fußballsport im öffentlichen Raum weniger Bedeutung zuzumessen.
Fußball gerät zur Psychose, Fußballer werden vergöttert. Die Medien spielen dieses aufgetakelte Spiel willig mit und heizen die Atmosphäre zusätzlich an.
Mit Sport hat auch Fußball reichlich wenig zu tun, denn es handelt sich bekanntlich um Kampfsport, also um eine Sportart, die zu Verletzungen führen kann und nicht zur reinen Körperertüchtigung.
Ich bin seit langem dafür, sämtliche sogenannte Sportveranstaltungen, also auch Fußballspiele, im speziellen Sportkanal zu übertragen.
Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF sollten sich stattdessen auf Information einerseits und Unterhaltung andererseits verlegen.
Dann würden die Programmabläufe nicht andauernd durch Weltmeisterschaften oder Olympiaden gestört und verändert. Überlegenswert?

  • Antworten
Yvonne Walden16.08.2012 | 14:57 Uhr

wie wahr...

Ich mag Fußballbegeisterte Frauen wirklich sehr.
In diesem Artikel geht es doch vermutlich eher um Großereignisse wie WM/EM.
Und da treffen die Aussagen wirklich haargenau zu!
Die meisten Frauen sagen doch "Ich mag Fußball nicht besonders, aber wenn Deutschland spielt guck ich´s mir an."
Da geht es dann aber wirklich nur um die Frisur von Gomez oder den kleinen süßen Mario Götze mit dem Babygesicht zum knuddeln...
Entweder ich interessiere mich dafür und ich habe auch etwas Ahnung von diesem Sport oder ich lasse es bleiben, geh zur Akrobatiksportgruppe und lasse den Kerl allein oder mit Kumpels Fußball schauen.

  • Antworten
Eric16.08.2012 | 16:42 Uhr

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