Jump to Navigation
Startseite

Magazin im Juni:
Deutschland auf dem Weg zum 100-Millionen-Volk

Hurra, wir wachsen!
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Es war einmal die FDP

Berliner Republik

Klaus HarpprechtEs war einmal die FDP

Von Klaus Harpprecht13. November 2011
picture alliance
Konrad Adenauer, Theodor Heuss, FDP, CDU, Liberale, Bonn, Berlin
Kölner Kante gegen schwäbische Bonhomie: Konrad Adenauer (links) und Theodor Heuss
Schrift:

Sie war die klassische Mitregierungspartei der Bundesrepublik – mal links, öfters rechts. Schlaglichter auf die Geschichte der FDP anlässlich ihres Bundesparteitags

Seite 1 von 3

Man sagte Einst von der Linken, sie pflanze sich durch Zellspaltung fort. Ein Gleiches ließe sich von den Liberalen behaupten: von Beginn der Bundesrepublik an bis zu den Heimsuchungen dieser Tage, bei denen wir nicht sicher sein können, ob die FDP nicht in Wirklichkeit schon dahingeschieden ist.

Die Scheel-Partei der sozialliberalen Koalition ist sie schon lange nicht mehr, und der Bundespräsident außer Diensten sollte es sich verbitten, mit seiner großen Bundestagsrede vor der Abstimmung über den Misstrauensantrag gegen Willy Brandt 1971 von seinen Nachfolgern an der Parteispitze zitiert zu werden: „Diese kleine und mutige, gescholtene und geschlagene, häufig für tot erklärte und immer wieder aufgestandene Freie Demokratische Partei“, rief der damalige Außenminister, „hat mehr für das Wohl dieser Republik bewirkt, als ihrer zahlenmäßigen Stärke zuzutrauen war.“

[gallery:Die Qual der Wahl – Plakatreife Propaganda in der Bundesrepublik]

In der Westerwelle-Wahl vom Oktober 2009 hatten die Freien Demokraten  über ihre Verhältnisse gesiegt. Doch „über die Verhältnisse“ agierten sie seit 1949 oft genug. Denn fast immer brauchte es die dritte Partei, so schwach sie auch sein mochte, um eine regierungsfähige Mehrheit zu bilden. In den 62 Jahren der Geschichte des Bonn-Berliner Staates war sie 42 Jahre lang an der Exekutive beteiligt. Reinhold Maier, der erzschwäbische Gründervater der süddeutschen FDP, sprach mit schlauer Gemütlichkeit von der Rolle des permanenten „Waagscheißerle“. Dass die Partei durch ihre Konflikte gezwungen war, sich immer wieder neu zu erfinden, mag ihre Langlebigkeit erklären.

Das Bündnis mit den Sozialdemokraten Willy Brandts und ihr außenpolitisches Hauptziel, die Ostverträge, gaben damals den Anlass für eine der Spaltungen und Absplitterungen, von denen die Geschichte der FDP markiert ist. Fünf waren es wenigstens seit 1949: die erste 1956, als die Freien Demokraten in Nordrhein-Westfalen den Ministerpräsidenten Karl Arnold, die Führungsfigur der CDU-Linken, aus dem Amt jagten und mit der SPD koalierten. In Bonn protestierten 16 FDP-Abgeordnete (darunter die Bundesminister) und gründeten die „Freie Volkspartei“. Sie ist verschwunden.

Im November 1962 traten die FDP-Minister der vorletzten Regierung des alten Adenauer zurück, weil sie nach der „Spiegel-Affäre“ (als das FDP-Mitglied Rudolf Augstein und seine wichtigsten Mitarbeiter wegen angeblichen Landesverrats verhaftet worden waren) nicht mehr mit Franz Josef Strauß an einem Kabinettstisch sitzen wollten. Für die Freien Demokraten war das eine Zerreißprobe.

1970 schlossen sich Mitglieder des rechten FDP-Flügels aus Protest gegen die Ostpolitik in der „Nationalliberalen Aktion“ zusammen. Schließlich rebellierte 1982 die Parteilinke gegen Hans-Dietrich Genschers und Otto Graf Lambsdorffs Bruch mit Bundeskanzler Schmidt und den großen Schwenk zu Helmut Kohl: Sie bildete die Vereinigung „Liberale Demokraten“, und auch sie versank in der Geschichte.

Die Devotion vor dem mächtigen Kanzler Adenauer, die Zerwürfnisse, die wechselnden Aus- und Abgrenzungen entsprachen durchaus der Tradition der liberalen Parteien in Bismarcks Großpreußen und Kleindeutschland. Der Erzkanzler brauchte den Rückhalt der freisinnigen Bürger bei der Konstruktion des Zweiten Reiches. Er war in seinem ruchlosen „Kulturkampf“ auf die Liberalen angewiesen – jener irrationalen Kampagne gegen den Vatikan, gegen die Jesuiten, den deutschen Klerus und die Zentrumspartei (die politische Armada des Katholizismus). Freilich verstörten ihn couragierte Parlamentarier wie Eduard Lasker, Führer der liberalen Linken, der sich vergebens für die gesetzliche Sicherung der Pressefreiheit ins Zeug warf und 1873 mit der Enthüllung eines gigantischen Eisenbahnskandals (in den auch Mitarbeiter Bismarcks verstrickt waren) ein Finanzdebakel auslöste, das fast so verheerend war wie der „Krach“ von 1929.

Bismarck schmähte seinen gefährlichsten Widersacher im Reichstag als „die eigentliche Staatskrankheit“ – eine Diffamierung, die dem damals wuchernden Antisemitismus entsprach.

Lasker brachte es immerhin zuwege, Bismarcks Sozialistengesetze durch kleine Korrekturen ein wenig zu entschärfen. So stimmten die Liberalen zu, so schandbar es auch war, auch der linke Flügel, der später als „Fortschrittspartei“ firmierte. Doch sie verweigerten (partiell) den Gehorsam, als die großagrarischen Standesgenossen des Kanzlers und die Schwerindustrie 1878 das System der „Schutzzölle“ erzwangen.

Auf der nächsten Seite lesen Sie, wie die FDP Bündnispartner der Regierung unter Adenauer wurde

  • 1
  • 2
  • 3
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

zurück zum Dossier
Zu diesem Artikel gibt es
2 Kommentare

Weiterführende Links

Am liberalen Abgrund

Westerwelles Kritiker machen es sich zu leicht

Schirrmacher, das Bürgertum und die Krise der FDP

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

Flüchtlingscamp
Hunger und Isolation mitten in der Hauptstadt
von
24.05.2013
Fracking
Öko-Horror oder Energie-Hoffnung?
von
22.05.2013
Barbie Dreamhouse
Abstieg in die pinke Hölle
von
16.05.2013
Bundesdatenschützer
Schaarmützel in der Friedrichstraße
von
08.05.2013
CDU
Bei von der Leyen werden Merkels Waffen stumpf
von
06.05.2013

zum Dossier Die FDP in der Dauerkrise
Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 
November 2011
 des Magazins Cicero – Hier bestellen
Twitter
zum Ressort

zurück zum Dossier

Weiterführende Links

Am liberalen Abgrund

Westerwelles Kritiker machen es sich zu leicht

Schirrmacher, das Bürgertum und die Krise der FDP

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Flüchtlingscamp
Hunger und Isolation mitten in der Hauptstadt
von
24.05.2013
Fracking
Öko-Horror oder Energie-Hoffnung?
von
22.05.2013
Barbie Dreamhouse
Abstieg in die pinke Hölle
von
16.05.2013
Bundesdatenschützer
Schaarmützel in der Friedrichstraße
von
08.05.2013
CDU
Bei von der Leyen werden Merkels Waffen stumpf
von
06.05.2013

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
  • gender
  • gender
Neues Dossier anlegen:

Das ewige "Zünglein an der Waage"

Wenn diese FDP wieder genesen will, müßte sie klare Konturen zeigen. Einerseits sollte sie zeigen, für welche politischen Ziele sie als Partei steht und andererseits deutlich machen, für welche gesellschaftlichen Gruppierungen oder Schichten es lohnend wäre, die FDP wieder zu wählen.

Eine Partei jedoch, die sich stets als Mehrheitsbeschafferin betätigte und dies weiterhin beabsichtigt, dürfte entbehrlich sein.

Und wenn sich in der Parteispitze keine wirklichen Persönlichkeiten finden, die ein Wahl- bzw. Parteiprogramm glaubwürdig und ehrlich vertreten, werden ihre Überlebenschancen schwinden.

Es wäre dann vielleicht auch besser so.

  • Antworten
Yvonne Walden13.11.2011 | 17:50 Uhr

Noch eine Chance für die Liberalen?

Es ist ja schon interessant, dass der Artikel sich schwerpunktmäßig mit den Jahren 1949 bis 1982 beschäftigt.

Die FDP spielte in dem damaligen Parteienlandschaft eine Schlüsselrolle, und diese Scharnierfunktion im politischen System bestimmte auch die programmatischen Debatten. Hinzu kommt, dass der Liberalismus eine erstaunliche ideologische Spannbreite hat.

Sozialliberalismus und Linksliberalismus sind nicht - wie oft angenommen - identisch. Der klassische Nationalliberalismus aus dem 19. Jahrhundert ist so gut wie ausgestorben. Bleibt ein Wirtschaftsliberalismus, der sich aber auch für Bürgerrechte und eine bessere Bildungspolitik einsetzen kann. Die sozialliberale Phase der frühen siebziger Jahre wird ebenfalls kein Comeback erleben; die "Freiburger Thesen" von 1971 waren ohnehin ein Kompromisspapier. Der linke Flügel war in den Medien stark vertreten, aber die Basis der Partei hörte lieber auf Georg Gallus oder Horst Riemer als auf William Borm oder Karl-Hermann Flach.

Die FDP reduzierte sich seit den achtziger Jahren auf wirtschaftsliberale Themen. Die freisinnigen Traditionen, die es auch noch zur Zeit des Erich Mende gegeben hatte - und die Mende auch pflegte oder gewähren ließ - wurden aufgegeben.

Das kann gut gehen, wie die Bundestagswahl 2009 zeigte. Mit Erfolg bot sich die FDP als Partei für das Bürgertum an, für Wähler, denen die CDU mittlerweile zu sozialdemokratisch ist. Aber dann braucht es auch einen Schuss bürgerliche Tüchtigkeit, um wenigstens konstant zwischen 6 bis 9 Prozent der Wählerstimmen zu bekommen. Die Führungsriege der Liberalen entspricht diesen Erwartungen keineswegs.

Der FDP wurde oft der Niedergang prophezeit, aber nicht selten gab es Wähler, die sich eine Bundesrepublik ohne diese FDP nicht vorstellen konnten. Ich nehme an, dies wird auch 2013 so sein. Als Interessenträgerin der Wirtschaft oder populistischer Rechtsintellektueller, die den Begriff "nationalliberal" missbrauchen, wird die Partei vielleicht überleben. Aber die FDP, die Klaus Harpprecht beschreibt - die ist Geschichte.

  • Antworten
Katharina K.12.03.2012 | 00:09 Uhr

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Bildergalerie

„Die nackte Wahrheit und anderes“ − Aktfotografie um 1900

zur Bildergalerie
Anzeige

Wulf Schmiese

Leicht gesagt. Die Mittwochskolumne von Wulf Schmiese

Von der Volks- zur 20-Prozent-Partei

SPD-Chef Gabriel auf der Pressekonferenz zum Parteijubiläum

Ist alt, sieht auch so aus: Cicero-Kolumnist Wulf Schmiese über den 150. Geburtstag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands


DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Eric Bonse - Lost in EUrope
Brüssels neue Gurke

Die EU-Kommission ist in der Defensive. Nach der umstrittenen Konzessionsrichtlinie zum Wasser…

zum Blogeintrag

Frage des Tages

Wo steht die SPD im Jahr 2013?
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

150 Jahre SPD: Vom Fürstenfeind zur Kaviarlinken
zum Dossier
Zu viel Nähe zwischen Medien und Politik?
Das Cicero-Meinungsbild

Eine Umarmung zwischen Diekmann und Rösler löst eine Debatte aus

Umfrage
150 Jahre SPD: Ist die SPD noch eine Volkspartei?
Ja, die SPD wird wieder deutlich zulegen
38%
Nein, die SPD ist nicht mehr zeitgemäß
62%
Gesamtstimmen: 107
zur Umfrage
Medizin, Gesundheitssystem, krank
Dossier

Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

zum Dossier

Die letzten 24 Stunden
Dossier

Die letzten 24 Stunden

zum Dossier

Mittelstand,Mittelschickt,Bürgertum,Internetstore AG
Dossier

Mythos Mittelstand

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

„Deutschland wird nicht mehr zu den G8 gehören“

Video
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang