Jump to Navigation
Startseite

Magazin im Juni:
Deutschland auf dem Weg zum 100-Millionen-Volk

Hurra, wir wachsen!
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Ein verkommenes Luderstück

Berliner Republik

Deutschland und der EuroEin verkommenes Luderstück

Von Ludwig Poullain29. August 2012
picture alliance
Poullain, Merkel, Euro, ungehaltene rede, Cicero-Empfehlung
Schrift:

Der einstige Chef der WestLB – Ludwig Poullain – übt in einem Exklusivbeitrag für CICERO ONLINE harsche Kritik am Krisenmanagement der Kanzlerin in Deutschland und Europa: Erst echauffierte sich die Politik über Banken und Banker, um dann kurzerhand selbst zu Bankern zu werden

Seite 1 von 2

Der Knall, mit dem im Jahre 2008 die wundersame Geldvermehrung zerbarst, schreckte die Politik, die noch wenige Jahre zuvor die deutschen Märkte für den Vertrieb fragwürdiger Finanzprodukte geöffnet hatte, aus ihrem Trott. Der Schock der Finanzkrise traf sie so tief, dass selbst diese Bundeskanzlerin ein persönliches Wagnis einging. Sie garantierte etwas, wozu sie weder befugt noch legitimiert war. Wie panisch muss wohl ihre Furcht vor unbesonnenen Reaktionen ihres Volkes gewesen sein, dass sie den in diesen Moment politisch richtigen Akt vollzog, sich vor laufenden Fernsehkameras für die Sicherheit der Sparguthaben zu verbürgen.

Sehr bald nach dem Finanzeklat verkündete die Bundeskanzlerin, diesmal im Gleichklang mit ihren Kollegen der mächtigen westlichen Staaten befindlich, ungefährdet, die Botschaft, man würde gemeinschaftlich alle jene Banker zur Rechenschaft ziehen und bestrafen, die das Desaster angerichtet hatten. In diesem Falle maßten sich die Regierenden eines Amtes an, das nicht das ihre ist, das der dritten Gewalt in einem demokratischen Staat. Zwar schritten die Regierenden sehr bald zur Versammlung, doch über vage Verlautbarungen und letzthin wirkungslose Ankündigungen kamen sie nicht hinaus.

Hiernach geschah Merkwürdiges. Obschon die Politiker jeglichen Geblüts und Rangstufen die Verursacher des Schlamassels mit allen ihnen geläufigen Verbalinjurien belegten, bewahrten sie deren Institute mit milliardenschweren Zuwendungen vor dem Ruin, und ermöglichten damit gleichzeitig den zu Recht Beschimpften, den Bankern, in ihrem frivolen Tun ungestört fortzufahren.

Dieser Akt gebar eine weitere Merkwürdigkeit: Die Bundesrepublik Deutschland wurde zur Bank, und somit Kanzlerin und Finanzminister zu Bankern. Und weil sie die Wirkung ihres Milliardenspiels bereits in der Finanzkrise durch die Rettung verzockter Banken erfolgreich erprobt zu haben glaubten, wandten sie dieses Modell ungeniert auch auf die in hohen Verschuldungen verstrickten Staaten an. Den ersten Anlass zum Einstieg in das neue Milliardenspiel bot ihnen die Zahlungsunfähigkeit (im geschäftlichen Leben auch „Insolvenz“ genannt) des an der Peripherie Europas gelegenen Kleinstaates Griechenland. Diesen mit dem von ihm selbst angerichteten Debakel selbst fertig werden zu lassen, bedeutete in ihrem Verständnis, den Euro dem Zerfall preiszugeben. Als in der Öffentlichkeit die beabsichtigte „Rettung“ Griechenlands auf Kritik stieß, zündete die Kanzlerin mit dem verwegen klingenden Treibsatz: „Scheitert der Euro, dann scheitert auch Europa“ die nächste Stufe. Seitdem tanzt Deutschland auf dem Vulkan. 

Was sich hinter diesen Milliardenhilfen verbirgt, wann und unter welchen Voraussetzungen die Steuerzahler der Nation in die nächste Stufe geschleust werden oder wo sie das Ende der Tragfähigkeit der Nation und das Finale der Zumutbarkeiten ihrer Bürger sieht, hat die Kanzlerin bislang nicht einmal angedeutet.

Noch schwelen die Zweifel verhalten; doch, und da bin ich mir sicher, mit dem wachsenden Unbehagen wird das Vertrauen in das Tun unserer Oberen bald gänzlich dahingeschmolzen sein. Noch strahlt das Erscheinungsbild der Kanzlerin hiervon unbeschattet. Schaut man es sich etwas genauer an, so ist unverkennbar, dass auf diesem Bild, die aus ihren politischen Handlungen herrührenden Pigmentkörner nur als kleine Sprenkel wahrzunehmen sind. Die eigentliche Leuchtkraft ihres Bildes rührt aus dem Gemisch, das sich aus ihrer scheinbaren Souveränität, aus ihren nach außen hin nur leise vernehmbaren Tönen, aus der Selbstsicherheit, die sie in all ihren öffentlichen Auftritten ausstrahlt, sowie der Gelassenheit, mit der sie die giftigen Attacken ihrer Kontrahenten an sich abtropfen lässt, bildet. Dieses Erscheinungsbild wird zudem noch von der Einfachheit ihres Auftretens und der Bescheidenheit ihres Wesens, den trauten Szenen auf dem Bayreuther Hügel und der Heimeligkeit ihrer kleinen Hütte in der Uckermark in ein sanftes Licht getaucht. Dies Bildnis erscheint dem Volk bezaubernd schön.

  • 1
  • 2
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

zurück zum Dossier
Zu diesem Artikel gibt es
8 Kommentare
Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

SPD-Phantom
„Ich bin nicht kleinlich, sondern real“
Interview mit
Jakob Maria Mierscheid
22.05.2013
Außenminister Timmermans
Die Niederlande, das 17. Bundesland
von
15.05.2013
Euro-Krise
Zurück nach Maastricht!
von
10.05.2013
Kanzlerkandidat Schmitt
„Hauptsache, das Ich gewinnt!”
Interview mit
Oliver Maria Schmitt
03.05.2013
Merkels Spardiktat
„Der Euro spaltet Europa“
Interview mit
Dirk Müller
30.04.2013

zum Dossier ESM und Fiskalpakt als Lösung der Finanzkrise?
Twitter
zum Ressort

zurück zum Dossier
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

SPD-Phantom
„Ich bin nicht kleinlich, sondern real“
Interview mit
Jakob Maria Mierscheid
22.05.2013
Außenminister Timmermans
Die Niederlande, das 17. Bundesland
von
15.05.2013
Euro-Krise
Zurück nach Maastricht!
von
10.05.2013
Kanzlerkandidat Schmitt
„Hauptsache, das Ich gewinnt!”
Interview mit
Oliver Maria Schmitt
03.05.2013
Merkels Spardiktat
„Der Euro spaltet Europa“
Interview mit
Dirk Müller
30.04.2013

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
  • gender
  • gender
Neues Dossier anlegen:

Und nun?

Wie geht es weiter?

Vertragsbrüche ohne Ende, begangen von ganz oben, Verfall der guten Sitten, Politische Dünnbrettbohrer wohin man sieht - warum soll ich mich als Durchschnittsbürger noch an irgendetwas halten?

So geht eine Gesellschaft den Bach runter.

  • Antworten
curiosus_29.08.2012 | 15:15 Uhr

Sittenverfall

So sieht es aus. Und ich bin immer noch der Ansicht, daß dies Desaster nicht so einfach vom Himmel gefallen ist, sondern bewußt angestossen wurde als Schneeball, der dann im Hinabrollen immer umfangreicher und gefährlicher wurde. Dass der zweitstärkste Wirtschaftsraum der Welt eine Konkurrenzwährung hervorgebracht hat, ist der schwächelnden, amerikanischen Wirtschaft nicht genehm. Damit es denn auch endlich vorangeht(abwärts), hat man, wo es möglich war, Goldmänner in Stellung gebracht. Eine ähnliche Situation hat es vor WKI gegeben, wo das schwache amerikanische Wirtschaftswachstum durch die starke deutsche Wirtschaftmacht bedrängt war.
Wir sollten auf jeden Fall bei Solidität, Ehrlichkeit,Rechtskonformität und Solidarität bleiben. Nur Qualität setzt sich durch. (Einigkeit und Recht und Freiheit...).

  • Antworten
chris böhmer29.08.2012 | 16:37 Uhr

Vielen Dank Herr Poullian

Vielleicht wachen durch Ihre Zeilen ein paar Leute mehr auf. Es ist sehr zu begrüßen, wenn ein Bankier (im Gegensatz zu Bankster) Klartext redet. Nützen wird es uns nicht mehr viel, aber die Verdummung hört eventuell etwas früher auf.

  • Antworten
Domingo29.08.2012 | 16:22 Uhr

Herr Poullain weiß, wovon er spricht

"Was sich hinter diesen Milliardenhilfen verbirgt, wann und unter welchen Voraussetzungen die Steuerzahler der Nation in die nächste Stufe geschleust werden oder wo sie das Ende der Tragfähigkeit der Nation und das Finale der Zumutbarkeiten ihrer Bürger sieht, hat die Kanzlerin bislang nicht einmal angedeutet."

Diese Frage würde ich gern an einige der Wir-sind-für-den-Euro-komme-was-da-wolle-Journalisten, die hier in Cicero-Online so gern veröffentlicht werden, weitergeben. Und erzähle mir keiner, der Poullain weiß nicht, wovon er redet. Es ist doch eher umgerkehrt. Einige dieser großspurigen Artikel meist Journalisten linker Couleur, die die Euro-Rettungspolitik bis aufs Messer verteidigen und alle Kritiker dieser Politik als DM-Nationalisten oder verkappte Rechtspopulisten verketzern, beruhen auf einem viel zu geringem Durchblick, welche schlimme Folgen eine Haftung für immer größere Schuldensummen haben wird.

  • Antworten
Grinario30.08.2012 | 07:59 Uhr

Klartext auf slowakisch (mit Untertitel)

Erstaunlicherweise gibt es im slowakischen Parlament keine Zeitbeschränkung, wenn Kritiker eine Rede halten. So war es Richard Sulik möglich ein Grundsatzrede zu halten. Es dürfte recht schwer werden, diesen Mann in die deutsch-nationale rechte Ecke zu stellen.

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=6Nva_51lQ6M

  • Antworten
Domingo30.08.2012 | 11:28 Uhr

Hinweis

Im vorletzten Satz - vor dem Wort "Euro" sollte vielleicht "dieser" eingesetzt werden. Damit wir wissen, in was wir gebissen haben.

  • Antworten
mkveits30.08.2012 | 12:28 Uhr

Dies Bildnis

erscheint, zumindest Teilen des Volkes, eher schaurig als bezaubernd schön.

  • Antworten
Rich Linger31.08.2012 | 18:34 Uhr

nicht Europa erobert

Deutschland hat nicht Europa erobert, aber Unredlichkeit Deutschland. Jedenfalls haben seine Verteidiger äußerst schweren Stand. Poullain und Weidmann, bleibt wenigstens ihr fest.

  • Antworten
Amtsfelder09.09.2012 | 20:22 Uhr

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Bildergalerie

„Die nackte Wahrheit und anderes“ − Aktfotografie um 1900

zur Bildergalerie
Anzeige

Wulf Schmiese

Leicht gesagt. Die Mittwochskolumne von Wulf Schmiese

Von der Volks- zur 20-Prozent-Partei

SPD-Chef Gabriel auf der Pressekonferenz zum Parteijubiläum

Ist alt, sieht auch so aus: Cicero-Kolumnist Wulf Schmiese über den 150. Geburtstag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands


DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Eric Bonse - Lost in EUrope
Brüssels neue Gurke

Die EU-Kommission ist in der Defensive. Nach der umstrittenen Konzessionsrichtlinie zum Wasser…

zum Blogeintrag

Frage des Tages

Kann ein Handelskrieg verhindert werden?
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

150 Jahre SPD: Vom Fürstenfeind zur Kaviarlinken
zum Dossier
Zu viel Nähe zwischen Medien und Politik?
Das Cicero-Meinungsbild

Eine Umarmung zwischen Diekmann und Rösler löst eine Debatte aus

Umfrage
150 Jahre SPD: Ist die SPD noch eine Volkspartei?
Ja, die SPD wird wieder deutlich zulegen
37%
Nein, die SPD ist nicht mehr zeitgemäß
63%
Gesamtstimmen: 116
zur Umfrage
Medizin, Gesundheitssystem, krank
Dossier

Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

zum Dossier

Die letzten 24 Stunden
Dossier

Die letzten 24 Stunden

zum Dossier

Mittelstand,Mittelschickt,Bürgertum,Internetstore AG
Dossier

Mythos Mittelstand

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

„Deutschland wird nicht mehr zu den G8 gehören“

Video
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang