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Berliner Republik

CDU-NetzpolitikerDie linke Deutungshoheit im Netz durchbrechen

Interview mit Peter Tauber11. April 2012
c-netz.info
cnetz, Jarzombek, Tauber, CDU, CSU, union, Netzpolitik, Beckedahl, Digitale Gese
Ein piratiger Farbtupfer in der monochromen Fläche
Schrift:

Ob SPD, Grüne, Linke oder FDP: Die meisten etablierten Parteien haben mit eigenen Initiativen auf die Piraten geantwortet, jetzt zieht die Union mit dem „cnetz“ nach. Der Bundestagsabgeordnete und Mitbegründer Peter Tauber über christliche Werte, Computerspiele und die „sozialistische“ Konkurrenz

Seite 1 von 4

Herr Tauber, Sie bekommen derzeit viel Spott ab für die Namensgebung „cnetz“. In den neunziger Jahren trug das letzte analoge Mobilfunknetz der deutschen Telekom den selben Namen. In seiner Ironie klingt das fast schon wieder gewollt.
Natürlich ist der Name retro. Uns ist schon klar, was das „cnetz“ war. Wenn man einer Partei angehört, die das C im Namen trägt und sich wie ich mit Leib und Seele dieser Partei verbunden fühlt, die netzaffinen Mitglieder erreichen will, dann funktioniert das in einer visualisierten Welt über Symbole und Schlagwörter. Das C ist ein Hinweis auf die Nähe zur Union und das Netz definiert das Politikfeld, mit dem wir uns befassen. So einfach ist das.

Aber deutet der Name nicht auch an, dass Sie sich an Menschen orientieren, die im Netz noch nicht angekommen sind?
Nein. Die Mitglieder sind alle „Netzbewohner“. Wir sind damit aber schon bei einem ganz spannenden Punkt. Die Häme resultiert aus meiner Sicht daraus, dass es viele ärgert, dass ihre linke Deutungshoheit, was Netzpolitik ist und welche Positionen Netzpolitiker zwangsläufig vertreten müssen, damit in Frage gestellt wird. Die Menschen empfinden es als einen Affront, dass sich da Leute mit konservativen und dezidiert bürgerlichen Überzeugungen in „ihrem“ Internet tummeln. Die fühlen sich in ihren Kreisen gestört. So sieht doch die Wahrheit aus, deshalb sind die Reaktionen teilweise so polemisch. Denen kann man nur sagen, dass sie sich mal locker machen sollen.

Die Netizens tun so, als wüssten die blöden Christdemokraten gar nicht, wie blauäugig diese Namensgebung aussieht.
Wir haben extra mit der Telekom geklärt, ob es noch Rechtsansprüche auf diesen Namen gibt.

Hätten Sie den Verein auch so schnell an den Start gebracht, wenn es den Eklat um Ansgar Heveling nicht gegeben hätte? Ist der Verein auch eine Nachhilfeeinrichtung für übermütige Unionspolitiker?
Der Verein ist vor allem dazu da, einen Meinungsbildungsprozess zu beschleunigen oder zu begleiten. Wir haben in der Union viele Menschen, die einen besonderen Bezug haben zur Netzpolitik, aber nicht in der ersten Reihe sitzen und keine gewählten Abgeordnete sind. Von den derzeit 83 Mitgliedern sind keine 14 Prozent Berufspolitiker. Das ist ein Hinweis darauf, dass es in der Partei ein großes Interesse gibt und wir bei weitem mehr als nur ein paar Funktionsträger ansprechen. Außerdem steht das „cnetz“ auch Leuten offen, die sich der Union verbunden fühlen, aber eben kein Mitglied sind. Das ist ein Vorteil. Wir hoffen, dass wir dadurch viel inhaltlichen Sachverstand für netzpolitische Debatten fruchtbar machen können.

Wie das?
Wir stellen derzeit die Tools dafür bereit. Ob man in München oder Gelnhausen sitzt, jeder kann sich an den Debatten online beteiligen. Wir hoffen, so auch Know-How einholen zu können.

Von wem denn, wenn schon die Gründungsmitglieder eher älteren Semesters sind und kaum Bezug zur Kerngruppe der informationstechnologischen Dienstleister aufzeigen können?
Von den neunundfünfzig Mitgliedern waren gerade mal drei über fünfzig. Übrigens ist Thomas Jarzombek, der wie ich als Sprecher von „cnetz“ fungiert, selbst Geschäftsführer eines IT-Unternehmens gewesen und sicherlich ein echter Fachmann. Wir haben auch Leute aus der IT-Branche, die uns die Tools für digitale Demokratie wie Adhocracy aufsetzen.

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Unglaublich,

da legt Herr Teuber anderen Menschen Aussagen in den Mund, die diese Personen niemals getätigt haben, dann schwingt er auch noch die vollkommen überzogene und populistische sozialismus Keule und Sie veröffentlichen so einen Blödsinn auch noch unkommentiert?
Was halten Sie eigentlich von einer sachlichen und fairen Herangehensweise an dieses sehr komplexe Thema?

  • Antworten
Rainer13.04.2012 | 15:49 Uhr

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