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 > Die Familie bleibt privat

Berliner Republik

Kristina Schröders liberale AgendaDie Familie bleibt privat

Von Katrin Rönicke2. Mai 2012
picture alliance
Kristina Schröder,Familienministerin,Feminismus,Buch,Kritik,Emanzipation
Kristina Schröders tief liberale Grundüberzeugung: Das Private ist privat
Schrift:

In das private Ausgestalten von Frau-Sein und Familie will sich Politikerin und Mutter Kristina Schröder nicht einmischen. Sie liebäugelt lieber mit dem rechten Wählerrand ihrer Partei. Auch wenn diese Agenda im momentanen Medien-Hype viele auf die Palme bringt, ist sie für andere ein notwendiges Beruhigungs- und Nervenmittel

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Die unter anderem für Frauen zuständige Bundesministerin legt dieser Tage ein Buch vor, in dem sie sich über verengte weibliche Rollenmuster echauffiert. Eine heftige und auch emotionale Diskurskritik, welche verhärtete Fronten angreifen will – als solche stellt Schröder ihr mit Caroline Waldeck geschriebenes Buch der Öffentlichkeit vor. Auf der einen Seite des Streits stünden demnach Strukturkonservative wie Eva Herman, auf der anderen Seite die Feminstinnen. Beide definierten ganz enge Verhaltensmuster für das „richtige Frauenleben“ in Deutschland, so argumentierte die Jungautorin während der Vorstellung von „Danke, emanzipiert sind wir selber“ im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg.

Deswegen sind für Schröder auch beide Denkrichtungen von gleichem Übel, denn während der Feminismus keine freie Entscheidung für ein Frauenleben im Heim, bei Herd und Kind ermögliche, sei nach dem strukturkonservativen Weltbild eine freie Entscheidung für Karriere und Berufsleben undenkbar. Beide mischen sich ein – in das nach Schröders Meinung rein Private. Dieses Einmischen in das individuelle Ausgestalten von Frau-Sein und Familie ist nicht nach Schröders politischem Gusto. Ihre im Grunde tief liberale Grundüberzeugung: Das Private ist privat.

Schröders Meinung nach stehen die gesellschaftlichen Strukturen heute keiner Frau mehr im Wege – im Gegenteil: Es seien bereits nahezu alle notwendigen Hebel gedreht, um jeder Frau – so sie sich denn auch entsprechend anstrenge – ein Leben in Emanzipation zu ermöglichen. Der Titel ihres Buches bringt genau diese Grundhaltung auf den Punkt. Selber machen sollen es die Frauen. Mit dieser Sichtweise spricht sie vielen aus der Seele. Vielen Männern, die fürchten, der Feminismus hätte den Bogen bereits überspannt, vielen Frauen, die „keine Quotenfrauen“ sein wollen. Aber – so richtig „flutschen“ will es medial einfach nicht – um es mit Schröders eigenen Worten zu sagen. Denn mit Buch und Betreuungsgeld, mit Flexiquote und Postfeminismus bringt sie tausende Menschen auf die Palme. Und die Journaille fragt unisono: Was tut sie eigentlich für Familien, Senioren, Frauen und Jugendliche?

Dabei hat Schröder schon sehr viel getan. Eines ihrer ersten Projekte war die Verrechnung des Elterngeldes mit Hartz IV. Konnten Arbeitslose vorher beide Leistungen gleichzeitig empfangen, so entfielen mit diesem Eingriff 300 Euro im Monat für eine breite Gesellschaftsgruppe einfach komplett. Auch das geplante Betreuungsgeld, so sickerte es vergangene Woche durch, wird wohl mit dem als Hartz IV bekannten Arbeitslosengeld II verrechnet werden. Diese Politik schiebt man Kristina Schröder in die Schuhe – ebenso wie sie als personifiziertes Betreuungsgeld auftritt, welches ein CSU-Projekt darstellt.

Lesen Sie weiter, warum vielen CDU-Wählern Schröder lieber ist als von der Leyen...

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