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 > Deutschland bekommt einen Bürgerpräsidenten

Berliner Republik

Joachim GauckDeutschland bekommt einen Bürgerpräsidenten

Von Christoph Seils19. Februar 2012
picture alliance
Joachim Gauck
Joachim Gauck soll Bundespräsident werden, Union, FDP, SPD und Grüne wollen ihn in der Bundesversammlung gemeinsam wählen.
Schrift:

Der Machtpoker um die Wulff-Nachfolge war kurz und heftig. Nun bekommt Deutschland einen Bürgerpräsidenten, der die bisherige Logik der Kandidatenkür in der Parteiendemokratie sprengt. Doch was wie eine Niederlage für Angela Merkel aussieht, könnte sich für die Kanzlerin als Glücksfall entpuppen. Ein Kommentar

Seite 1 von 2

Die Sensation ist perfekt. Joachim Gauck soll Bundespräsident werden. Union und FDP, SPD und Grüne wollen den 72jährigen ehemaligen DDR-Bürgerrechtler der Bundesversammlung am 18. März gemeinsam zur Wahl vorschlagen. Dies haben sie am Sonntagabend in Berlin beschlossen.

Kurz und heftig war der Machtpoker. Am Sonntagabend blieb der Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzenden gar nichts anderes mehr übrig, als über ihren Schatten zu springen und die Personalie Gauck zu akzeptieren. Die Wahl des ostdeutschen Pfarrers und ersten Chefs der Stasi-Unterlagenbehörde zum Nachfolger des am Freitag zurückgetretenen Christian Wulff gilt als sicher.

Bildergalerie: Joachim Gauck, der Bürgerpräsident

Deutschland bekommt damit einen Bürgerpräsidenten, der die bisherige parteipolitische Logik bei der Präsidentensuche sprengt. Gauck gehört nicht nur keiner Partei an, sondern er hat auch keine parteipolitische Karriere hinter sich. Das Land bekommt einen Bundespräsidenten, der aus seiner Distanz zu der politischen Klasse nie einen Hehl gemacht hat und einen Bundespräsidenten, der von Anfang an mehr ein Kandidat der Menschen als ein Kandidat der Parteien war. Auch wenn es der Grünenpolitiker Jürgen Trittin war, der den Kandidaten Gauck vor knapp zwei Jahren erfunden hat und dieser im Mai 2010 schließlich von SPD und Grünen gegen den Regierungskandidaten Christian Wulff nominiert worden war.

Nun wird Joachim Gauck der Nachfolger des gescheiterten christdemokratischen Parteisoldaten, gegen den dieser vor 20 Monaten noch im dritten Wahlgang unterlegen war.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum es zur Nominierung von Gauck keine Alternative gab

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Joachim Gauck - ein guter Bundespräsident für Deutschland!

Frau Merkel hat ihren Widerstand gegen den schon im Jahre 2010 und auch jetzt wieder mehrheitlich vom Volk gewünschten Herrn Joachim Gauck aufgeben - dies ist endlich einmal eine gute Entscheidung!

Mehr denn je brauchen wir in Deutschland in einer Zeit, in der wir einen zunehmenden Werteverfall zu beklagen haben, als Staatsoberhaupt eine Persönlichkeit, die als glaubwürdige moralische Instanz, quasi als integerer, nicht zwingend fehlerfreier, aber authentischer und überzeugender Mahner für eine wertschätzende Umgangskultur in allen gesellschaftlichen Bereichen auftritt.

Auch ich traue ebenso wie viele andere Menschen in unserer Republik dem früheren DDR-Bürgerrechtler durchaus zu, diese schwierige Aufgabe zu meistern sowie den ramponierten Ruf und die angeschlagene Autorität des Amtes des Bundespräsidenten wiederherzustellen.

Ich wünsche Herrn Gauck dafür alles Gute und allzeit eine glückliche Hand!

  • Antworten
Guido Schümann19.02.2012 | 23:43 Uhr

Gauck - Wahl

Donnerwetter,
ich denke an Günter Guillaume und Markus Wolf!

Rein instinktiv - komisch...abwarten und grusinischen Tee trinken.

Bis neulich!

Ihr Uwe E. Mertens

  • Antworten
Uwe E. Mertens19.02.2012 | 23:48 Uhr

Es sollten Proporzaspekte

zwar nicht überbewertet werden, aber neben einer ostdeutschen Kanzlerin nun auch einen ostdeutschen Bundespräsidenten zu bekommen, wird im Süden Deutschlands wenig Freude hervorrufen.

Die Berliner Republik ist sehr stark nord- ostdeutsch geprägt,der Süden hat kaum Einfluss. Als Zahlmeister im Länderfinanzausgleich gut, als Entscheidungsträger unter ferner liefen - das ist schwer akzeptabel.

  • Antworten
VerySeriousSam20.02.2012 | 07:38 Uhr

Der Süden

der Republik hat sich leider, dank E.Stoiber und K.T.zu Guttenberg selbst politisch etwas in Abseits manövriert.

Ich finde den Ansatz der "ostdeutsch-sozialisierten" politischen Doppelsitze durchaus spannend, und sehe darin nicht zuletzt auch eine Aufwertung der sog. "neuen Bundesländer".

Dem designierten Präsidenten Joachim Gauck wünsche ich von Herzen Glück und Erfolg im Amt!

  • Antworten
esther scheiner20.02.2012 | 10:37 Uhr

Gauck-Nominierung

Herr Gauck bezeichnet sich als Lehrer der Demokratie: Dieses oberlehrerhafte Getue nervt mich. Auch die Wessis haben ihre Ost-Erfahrung, aus anderer Persektive, aber eine wesentliche Persektive.
Die ständigen Belehrungen und das Lamentieren der "Berufsossis" stören nur.

Ich kann mir vorstellen, dass die Art und Weise, wie die FDP Herrn Gauck durchsetzte, ein wesentlicher Sargnagel für die FDP war!

M. Höfer

  • Antworten
M. Flöger20.02.2012 | 09:39 Uhr

Re. auf Beitrag M.Flöger

Na komm, lieber/liebe M. Flöger,was heißt hier: Oberlehrer? Zauberer? Gaukler?
BP Joachim Gauck wird die außerordentliche geniale Fähigkeit nutzen können, einem ganzen Saal voller Bürger, den Teppich unter den Füßen weg zu ziehen ohne das jemand dies bemerkt.....!
Und die dabei entstehende Reibungswärme verströmt eine Behaglichkeit,
die auch die beste Fußbodenheizung der Welt nicht bieten kann.
Das ist Magie - fraglich ist nur die Farbe des Tuches über dem Zauberkasten - es wird spannend auf der Bühne...
Großer Jubel, Ernüchterung, Schuldige werden gesucht - Unbeteiligte werden ausgezeichnet...! Wie schon so oft... es geht erstmal zum nächsten Akt - Des Kaisers neue Kleider.
Wir werden stauen.
Und Ost und West werden gemeinsam lachen und weinen können,
das bringt uns wieder etwas näher - oder?

Bis neulich ! Herzlichst Ihr Uwe E. Mertens

  • Antworten
Uwe E. Mertens20.02.2012 | 13:22 Uhr

Wasman über Gauck wissen sollte

Doch eine „kleine“ Äußerung sollte alle abhängig Beschäftigten, Hartz IV - Empfänger und aktuelle Rentenbezieher aufhorchen lassen. Am 07. Juni 2010 stellte Joachim Gauck die Grundwerte unser sozialen Sicherungssysteme unter Generalverdacht.

Zitat Auszüge / Welt - Online:

„Wir stellen uns nicht gerne die Frage,

ob Solidarität und Fürsorglichkeit nicht auch dazu beitragen, uns erschlaffen zu lassen.

Als Gerhard Schröder einst die Frage aufwarf, wie viel Fürsorge sich das Land noch leisten kann,

da ist er ein Risiko eingegangen. Solche Versuche mit Mut brauchen wir heute wieder“.

Zitat Ende.

Damit stellte sich der vorgebliche Kandidat der Herzen glasklar auf die Seite der Sozialstaatvernichter und Befürworter der Agendapolitik. Denn wer Hartz IV, Aufstockertum, Leiharbeit und die Riester - Rente befürwortet, der outet sich als Feind unserer Gesellschaft, quasi der Mehrheit.

Ein solcher Bundespräsident würde weitere hinterlistige, bösartigere Kürzungen im Sozialstaat mit einem Lächeln unterschreiben. Wer mehr Freiheit für die Eigeninitiative in seinen Fokus stellt, „DER“ gehört eindeutig ins Lager der Neoliberalen.

  • Antworten
GWalter20.02.2012 | 09:59 Uhr

"Was man über Gauck wissen sollte ..."

Zum Kommentar GWalter 20.02.2012 | 09:59 Uhr

Diesen Aspekt habe ich auch vor Augen. Aber es ist nicht nur das. Auch die privaten Verhältnisse Gaucks sind nicht ganz ohne. Vielweiberei im Schloss Bellevue etwa? In Ordnung? Wo bleibt die moralische Vorbildwirkung, die Beachtung der Ausstrahlung von Seriosität durch Gauck? In der Stasiunterlagen-Behörde sind immer noch etwa hundert ehemalige Stasileute am Werkeln, am Ausmisten, am Schwärzen, die Gauck seinerzeit als 1. Chef dieser Behörde unbekümmert und ohne Skrupel - zumindest den politischen Opfern des „DDR-Regimes“ gegenüber – beherbergt und denen ein erkleckliches Einkommen zugeschanzt hat.

  • Antworten
Klaus R.22.02.2012 | 10:50 Uhr

Gauck

Joachim Gauck ?

Nicht was er bis heute war, konnte und tat ist die Frage,
sondern was er zukünftig tun wird, ist entscheidend

Der Joachim Gauck von gestern ist geeignet und deshalb zunächst voll akzeptabel als unser zukünftiger Bundespräsident. Er ist ein Mann von Ehre, gebildet, wurde von den Erfahrungen eines Lebens in Unfreiheit geprägt, hat sich deshalb von Jugend an für Recht und Freiheit eingesetzt. Er ist kein Träumer sondern konstruktiv konservativ, vom Typ her sozialkonservativ, liberalkonservativ. Er kann rücksichtsvoll oder energisch auftreten, ist ehrgeizig, ohne unbescheiden zu sein. Er ist 72 Jahre jung und – nun ja – kann reden.
Das also, was der Kandidat mitbringt, dürfte ausreichen für eine Gauck-Amtsperiode im Schloß Bellevue. Aber allein wird es nicht ausreichen auch für Deutschland. Denn: Das Deutschland von 2012, das deutsche Volk, die deutsche Demokratie benötigen dringend einen Sprecher, der einen Weg aufzeigt, der über die erreichten Ziele Einigkeit und Freiheit hinausführt, hin zu den für die Zukunft aktuell wichtigen Zielen Sicherheit und Gerechtigkeit, Vertrauen, Zuversicht.
Zwar ist der deutsche Bundespräsident - zurecht - nicht ermächtigt, Gesetze zu erlassen, gar die Verfassung zu ändern; aber er darf und sollte es mutig wollen, unbedingt notwendige Gesetze auf den Gebieten Wirtschaft, Soziales, Frieden, Umwelt dem Volk zielvorzustellen, diese so ins Gespräch zu bringen, sie im Rahmen seiner Amtsrechte zu initiieren. Denn Deutschland, seine Menschen und die deutsche Demokratie brauchen entsprechende Reformen.
Die hierzu erforderliche Kreativität hat Joachim Gauck nicht bereits mitgebracht, er muß sie gewiß erst noch erwerben. Er muß wohl diesbezüglich noch lernen – und das nicht nur wie bisher aus der Vergangenheit - sondern für die Zukunft. Er muß nicht nur vergangene Diktaturen abarbeiten wollen sondern bewirken, daß zukünftig keine mehr hochkommt. - Was er da zukünftig tun wird, das wird entscheidend sein.
Günter Woltmann-Zeitler
Arnbach

  • Antworten
Günter Woltmann-Zeitler20.02.2012 | 10:34 Uhr

Mister Gauck sollte mit

Mister Gauck sollte mit seinen Worten die immer noch bestehende Mauer in den Köpfen von Besserwessis und Jammerosssis zertrümmern.
Die reale Mauer war von den Ossis leichter einzureißen!

http://dierkschaefer.wordpress.com/2012/02/19/was-%E2%80%9Edie-welt-so-unter-entschadigung-versteht/

  • Antworten
Frank Kampehl21.02.2012 | 15:16 Uhr

Schon interessant

Da hat man nun mal einen für´s ganze Volk gefunden, weil man als Politikerkaste nicht mehr weiter weiß, und schon kommen wieder die Trennstriche zwischen Ost und West, Nord und Süd, katholisch und evangelisch, sozial und neoliberal und was es sonst noch alles gibt.
Vielleicht solte man es mal mit einer gesamtdeutschen Wiederbelebung des NEUEN FORUM versuchen? Zumindest könnte Gauck so etwas wie der Auslöser dafür sein.

  • Antworten
Peter Müller20.02.2012 | 10:52 Uhr

Antwort an Peter Müller - Ein neues - Neue Forum-

Sehr geehrter Peter Müller,
Joachim Gauck war kein Erstunterzeichner „ des Aufbruches 1989“ ärgerlich – oder?
Auch das Neue Forum bildete zunächst nicht unter seiner Federführung.
Zu den internen Feierlichkeiten des Neuen Forums zum 20. Jahrestages war auch er nicht anwesend – warum wohl?
Ein gesamtdeutsches Neues Forum – ja – die Wende ist noch nicht vollbracht – siehe Zivile Koalisation e.V…!
Bis neulich! Ihr Uwe E. Mertens

  • Antworten
Uwe E. Mertens20.02.2012 | 13:48 Uhr

So sieht es aus

Dass sich die FDP im Regierungslager gegen Widerstände aus CDU/CSU und wohl auch gegen Merkel durchgesetzt hat, kann nur diejenigen erstaunen, die sich dem Gauck durch die Medien verpasstes Image des rhetorisch begnadeten Freiheitskämpfers haben blenden lassen. Gaucks Freiheitsbegriff ist mit demjenigen der FDP nahezu identisch.
Um das bestätigt zu finden braucht man nur Gauck einmal selbst zu lesen, nämlich seine 2009 erschienenen Erinnerungen „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“. Er vertritt dort das abstrakte Freiheitsideal des Liberalismus, das sich auf die bürgerlichen Abwehrrechte gegen den Staat beschränkt und in dem ansonsten jeder seines Glückes Schmied ist. Wie bei den Ordoliberalen à la Friedrich August von Hayek gelten auch für Joachim Gauck solche Gesellschaftsvorstellungen, die auf eine materielle soziale Basis für die Verwirklichung von Freiheit drängen, als tendenziell totalitär.

Ich habe mich mit Gaucks Bekenntnis anlässlich seiner Gegenkandidatur gegen Wulff vor zwei Jahren ausführlich auseinandergesetzt und verweise – um Wiederholungen zu vermeiden – auf meinen damaligen Beitrag „Ein traumatisierter Präsidentschaftskandidat“. Seine Gläubigkeit an die Rationalität der Märkte wurde seither auch durch die Finanzkrise nicht etwa erschüttert, im Gegenteil: Im Gegensatz zu manchen geläuterten Marktradikalen beschimpfte er die Finanzmarktkritiker als „unsäglich albern“. Er bestätigte sein nicht verarbeitetes DDR-Trauma indem er laut Spiegel der Occupy-Bewegung entgegenhielt, der Traum von einer Welt, in der man sich der Bindung von Märkten entledigen könne, sei eine romantische Vorstellung: “Ich habe in einem Land gelebt, in dem die Banken besetzt waren.”

Gauck passt also ganz gut zu Merkels Vorstellung der „marktkonformen Demokratie“.

  • Antworten
GWalter20.02.2012 | 12:36 Uhr

Ein unbequemer Demokratielehrer?

Seltsam, alle Parteien jubeln das Joachim Gauck ein unbequemer Bundespräsident sein wird. Ein neuer Demokratielehrer, wie Frau Merkel vermutet. Zwei ostdeutsche Protestanten, die uns die Welt erklären werden. Seit wann lieben ein Volk oder die betroffenen politischen Parteien, egal welcher Couleur, einen Bundespräsidenten, der ihnen die Leviten liest. Jubeln tun immer nur die, die davon nicht betroffen sind. Aber vielleicht bekommen wir alle eine Proporzschelte in Sachen Demokratie. Egal, wie er es anstellen wird, er wird Partei ergreifen müssen für oder gegen Etwas, sonst wird der Volksliebling unsichtbar. Im schlimmsten Fall ein Langweiler und kein Demokratielehrer mit Kante, von dem 50% der Gesellschaft so schwärmen.

Und überhaupt, woher nimmt Joachim Gauck die Weitsicht, dass er das Richtige vom Falschen trennen kann. Seine wesentliche Reputation beruht darauf, dass er gegen einen Unrechtsstaat antrat. Dazu gehörte Mut, zugegeben. Das Ziel aber lag eindeutig vor ihm: Der Unrechtsstaat muß weg. Darin war er sich mit dem ostdeutschen Volk einig und mit westdeutschen sowieso. Diese Gewissheit hat er heute nicht. Heute muß er im Labyrinth der komplexen politischen Geschehnisse das richtige Ziel für das gesamte Volk immer neu finden. Mal sehen, wie oft er auf das falsche schießt? Es ist auf jeden Fall ein Ziel, dass nicht so klar vor ihm liegt wie der ehemalige Unrechtsstaat der DDR. Ich bin gespannt, ob der sogenannte unbequeme Demokratielehrer Joachim Gauck dass Fett, das alle abkriegen richtig verteilt.

  • Antworten
Heinz Pelzer20.02.2012 | 13:45 Uhr

Der Theologie der Herzlosigkeit

Der medial als „Kandidat der Herzen“ inszenierte Gauck ist der Theologe der Herzlosigkeit

Die Kirche in der DDR war nicht nur das Nest der Opposition - sie war auch der Hort der Reaktion. Herr Gauck mit seinen autoritär-reaktionären Vorstellungen wird mit seinen Sprüchen den Weg der Bundesrepublik in eine marktgängige Demokratie/Finanzmarkt­-Diktatur "moralisch" abfedern.
Es ist doch bemerkenswert: Wulff ist erst nach seiner Lindauer Rede bei den Eliten und Medien in Ungnade gefallen ...

Nun kriegen wir einen Bundespräsidenten, der als Schönredner des Irak- und Afghanistan-Krieges Kriegführen und Zivilversagern für unterstützenswert hält, seinem Anti-Kommunismus entspricht, die geheimdienstliche Überwachung der Linkspartei für angemessen zu halten, das Buch von Thilo Sarrazin hält er politisch für vorbildlich, Kapitalismus-Kritik ist für ihn albern, soziale Einschnitte und Rente mit 67 notwendig, der Atomausstieg stuft er als gefühlsduselig ein und für die berechtigte Sorge weiter Teile der Bevölkerung um ihre Lebensqualität hat er kein Verständnis.

Wir kriegen einen neuen Lautsprecher für den weiteren Demokratie-Abbau in Deutschland! 

Wolfgang Lieb hat auf den NachDenkSeiten heute treffend analysiert:
„Yes we Gauck“ – Springer hat sich durchgesetzt - "Die Präsidentschaft von Joachim Gauck ist ein Produkt der Springer-Presse. Der rechtskonservative Zeitungskonzern hat nicht nur zur Popularität Gaucks wesentlich beigetragen sondern den Kandidatenvorschlag durch FDP, CDU/CSU und SPD sowie durch die Grünen erst möglich gemacht. Mit Gauck hat Schwarz-Gelb einen willkommenen Wahlhelfer gefunden, zumindest aber ist er ein Garant gegen jede Alternative zu einer neoliberal geprägten Politik in Deutschland."

  • Antworten
Peter Rath-Sangkhakorn20.02.2012 | 14:09 Uhr

Der Theologie der Herzlosigkeit ...

Zum Kommentar Peter Rath-Sangkhakorn 20.02.2012 | 14:09 Uhr

Stimme weitestgehend zu. Was bei der Betrachtung des Umfeldes von Gauck unberücksichtigt bleibt, ist sein dubioser Familien stand: Verheiratet und nebenbei noch eine Freundin? Das passt 1. nicht zu einem ordentlichen Pfarrer 2. nicht zur Vorbildwirkung eines Staatsoberhauptes 3. nicht in die Akzeptanz durch das Volk. Für mich wäre das im Falle der Präsidentschaft Gaucks eine Überschreitung der Grenze zum moralischen Verfall unserer Gesellschaft. Vielweiberei im Schloss Bellevue – wo soll das enden?

  • Antworten
Klaus R.22.02.2012 | 11:06 Uhr

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