„Altersdiskriminierung“ wirft Waldemar Hartmann den ARD-Vorderen vor, die ihn aus dem Moderatorengeschäft entlassen haben. Dabei hat Waldi noch ein ganz anderes Problem. Seine bayrische Herkunft.
Waldemar Hartmann ist wütend. Es soll ohne ihn weitergehen. Die ARD dankte Herrn Hartmann öffentlich für „seinen Einsatz und seine kompetente und leidenschaftliche Begleitung der Boxübertragungen“ und wies in der dargereichten Pressemitteilung dezent darauf hin, dass Waldi im März 2013 „das Alter von 65 Jahren“ erreichte. Das saß.
Vor einigen Monaten hatte die ARD den Sportmoderator bereits damit brüskiert, den Vertrag für seinen Nachttalk „Waldis WM-Club“ um nur ein Jahr zu verlängern. Waldi gab kurzerhand die ganze Sendung auf. Und nun wird ihm auch sein verbleibender Posten als Boxmoderator gestrichen.
„Altersdiskriminierung,“ schreit der so Geschasste auf und die Republik schaut hin. Denn alt sind heute viele, Waldi hat die Sympathien auf seiner Seite. Als selbsternanntes „Gammelfleisch der TV-Geschichte“ hat er schon vor Jahren auf seiner Alter herumgeritten. Als er selbst sein Arbeitsleben begann, musste John Wayne gerade sterben, erzählt er gern.
Sich über Altersdiskriminierung zu beschweren, ist heutzutage rechtens, ja doch. Was aber, wenn Waldis Problem gar nicht sein Alter ist? Wer ins Bild passt, der darf auch noch als Greis seinen Senf zu allem geben – denken wir an Helmut Schmidt. Waldi aber hat ein anderes Problem: Seine Herkunft. Er ist in zweifacher Hinsicht Außenseiter. Er ist alt. Aber vor allem ist er Bayer. Waldi steht für Weißbier, bayrisch-kumpeliges Geduze und Bierzeltatmosphäre.
Dieses kulturell-geografische Moment seiner Persönlichkeit wiegt viel mehr in Sachen Karrierefragen als sein Geburtsdatum. Denn das Bayrische ist dem Rest Deutschlands suspekt. Wanderurlaub, Volksmusik, Weißwurschtfrühstück. Das mag ja gerne alles sein. Geht es aber um etwas so Ernsthaftes wie Politik und Sport, versteht die Nation keinen Spaß. Und so wird das Bayrische mehr und mehr ausgemendelt.











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