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 > Der Teppichkäufer von Kabul

Berliner Republik

Niebels ZollaffäreDer Teppichkäufer von Kabul

Von Daniel Martienssen11. Juni 2012
picture alliance
niebel entwicklungsminister teppich afghanistan
Ein Minister auf Abruf?
Schrift:

Dirk Niebel gönnte sich auf einer Dienstreise nach Afghanistan als Mitbringsel einen Teppich aus Kabul. Die Einfuhrsteuern blieb er schuldig. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft. Ist Niebel in seiner Vorbildfunktion als Minister gescheitert?

Seite 1 von 2

„Wir kehren nichts unter den Teppich“, so unfreiwillig komisch kommentierte Dirk Niebels Sprecher am Freitag dessen Souveniraktion aus Kabul. Der FDP-Entwicklungsminister ließ sich bei einem dienstlichen Besuch im März dieses Jahres afghanische Teppichhändler in die deutsche Botschaft einbestellen, um für umgerechnet 1.100 Euro einen 30 Kilogramm schweren Teppich zu erstehen.

Die neun Quadratmeter große Auslegware passte anscheinend nicht mehr in das Linienflugzeug, das Niebel zurück nach Deutschland brachte. Deshalb beauftragte er am 20. Mai den Präsidenten des BND, Gerhard Schindler (FDP), das Transportgut bei seinem Rückflug von Kabul nach Berlin mitzubringen. In der Zwischenzeit lagerte das gute Stück gebührenfrei in der Botschaft. Der Geheimdienstler ging davon aus, es handle sich bei dem Teppich um ein offizielles Gastgeschenk.

Noch am Rollfeld in Berlin nahm einer von Niebels Fahrern das Souvenir in Empfang. Er brachte es unverzüglich im Dienstwagen zur Privatwohnung des Ministers. Kauf erfolgreich abgewickelt.

Der Zoll bekam den Teppich indes nicht zu sehen. Er blieb unversteuert. Niebel sagt zu dem Vorgang, er habe es unterlassen, den Fahrer zu bitten, die Formalitäten zu erledigen.

Bildergalerie: Eine Partei zerlegt sich selbst: Die Krise der FDP

Ist das schon ein antizipiertes Sommertheater? Ein hochgekochtes Süppchen, in der die Opposition schnell Morgenluft wittert und „Steuerhinterziehung“ schreit?

So einfach ist das nicht. Inzwischen prüft die Berliner Staatsanwaltschaft einen möglichen Anfangsverdacht wegen versuchter Steuerhinterziehung. Ob die Tatsache, dass Niebel den Teppich nachverzollt hat, ihn wirklich vor der Strafverfolgung bewahren kann, werden die Staatsanwälte jetzt zu erörtern haben. Wenn die Tat vorher schon ganz oder zum Teil entdeckt worden war, hier womöglich durch die telefonische Anfrage des „Spiegel“, kann der Minister nach dem Gesetz nicht darauf vertrauen, sich selbst angezeigt zu haben, um so einem Strafverfahren zu entgehen.

Steuern zu hinterziehen, ist in der Bevölkerung längst Volkssport geworden. Auch in der Wirtschaft wird getrickst und konstruiert, um den Fiskus möglichst leer ausgehen zu lassen. Dem Staat entgehen in der Folge Steuereinnahmen in Milliardenhöhe, wie aktuell das Beispiel der Unternehmensfusion von VW und Porsche zeigt. Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, sondern behindert staatliche Stellen der Daseinsvorsorge nachzukommen und den öffentlichen Raum angemessen zu bewirtschaften und instand zu halten.

Stürzt Niebel über die Teppich-Affäre?

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Rausschmiss was sonst?

Menschen mit solchen Denkstrukturen gehören nicht in die Politik und schon gar nicht als Minister in eine Regierung!

Werden andere doch schon bei verlorenen Wahlen geschasst, in anderen Parteien in der Vergangenheit in die Bundespolitik befördert. Nach solch einem Verhalten muss eigentlich umgehend gehandelt und entlassen werden, das Ministerium sollte dabei auch nicht wieder neu besetzt werden!

Oder hat Frau Merkel da wieder ein Problem wegen der FDP "auszuschauckeln"?

  • Antworten
Konrad B.11.06.2012 | 11:53 Uhr

Ganz sicherlich muss Niebel den Teppich verzollen,eine stramme

Strafe zahlen fuer das Versaeumnis und damit ist gut denn in Zeiten wo uns praktisch die Welt um die Ohren zusammen zu brechen droht haben wir ganz andere Probleme und sollten den geschmuggelten Teppich aus den Schlagzeilen nehmen.Aber nun arbeiten sich die Presse und erklaerte Niebelfeinde an diesem Kram ab.Genug ist genug.

  • Antworten
Karin S.Bryant11.06.2012 | 14:55 Uhr

Mit solchen Leuten?

Mit solchen Leuten wird es nie tragende Lösungen zur Rettung der Welt geben, Rausschmiss und schon ist Ruhe!

  • Antworten
Konrad B.11.06.2012 | 16:11 Uhr

Abgesehen davon, dass der

Abgesehen davon, dass der halbe Artikel einseitiges FDP-Bashing ist, muss dem Tepich nun wirklich nicht soviel Wert geschenkt werden.

Wenn Niebel den wirklich am Zoll vorbeischmuggeln wollte, dann hätte er den Tepich bestimmt nicht dem BND sondern kompetenteren Leuten anvertraut.

  • Antworten
Marque11.06.2012 | 18:14 Uhr

Der Teppichkäufer von Kabul

Infantiler Kleinkram - es gibt andere Probleme.
Ich bin kein FDP-Wähler!

  • Antworten
Augustinus11.06.2012 | 18:35 Uhr

Niebel

Wer so als 'good governance' Gouvernante handelt, hat in dem Amt nichts verloren.. Auffällig, dass keiner der involvierten subordinierten Beamten offensichtlich Mumm hatte, zu widersprechen. Abenteuerliche Geisteshaltungen allerorten.

  • Antworten
Christoph Müller-Hofstede11.06.2012 | 23:42 Uhr

Otto Normalverbraucher

würde einfach heftig zur Kasse gebeten, und müsste zu den anfallenden Verzollungskosten auch noch eine saftige Strafe zahlen. Ohne Wenn und Aber.
Das muss auch für den Herrn Bundesminister gelten.
Sein neckisches Bundeswehrmützchen soll er dann doch bei der Gartenarbeit als Privatier tragen.
Nicht mehr ganz mediengerecht, aber vielleicht schützt es den Kopf vor einem Zuviel an Sonne, dass ihm so etwas nicht ein zweites Mal "passiert"

  • Antworten
esther scheiner15.06.2012 | 13:31 Uhr

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