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Berliner Republik

Euro-KriseDer Austritt Griechenlands rückt näher

Von Eric Bonse25. Juli 2012
picture alliance
Rösler, Griechenland, Troika, Euro
Die Zeichen stehen auf Sturm, Brüssel bereitet sich auf den Ernstfall vor
Schrift:

Der Austritt Griechenlands aus dem Euro rückt näher, schon im September könnte es so weit sein. Dabei kann sich die Eurozone derzeit keine ungeordnete Pleite leisten, auch Deutschland ist verwundbar

Seite 1 von 3

Was war die Krise schön! Noch im Frühjahr konnten deutsche Politiker in aller Seelenruhe zuschauen, wie Griechenland scheinbar unaufhaltsam auf die Pleite zusteuerte. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble durfte öffentlich mit dem „Grexit“, dem Austritt aus dem Euro, drohen. Und Kanzlerin Angela Merkel konnte es sich sogar leisten, Wahlempfehlungen zu geben und vor Alexis Tsipras, dem Chef der Linkspopulisten, zu warnen.

Wenn die Griechen nicht spuren sollten, würde man sie eben aus der Währungsunion werfen, dachte man damals in Berlin. Das Risiko für Deutschland schien beherrschbar. Schließlich hatte man die „Brandmauer“ des neuen Rettungsschirms ESM so hoch gezogen, dass ein Übergreifen der Flammen unmöglich schien. Und die deutschen Banken hatten ihre Investitionen in Griechenland rechtzeitig in Sicherheit gebracht.

[gallery:Griechenland unter: Karikaturen aus zwei Jahren Eurokrise]

Das muss auch Philipp Rösler durch den Kopf gegangen sein, als er am Sonntag sein „Sommerinterview“ im ZDF gab und mit Unschuldsmiene kund tat, ein Austritt Griechenlands habe für ihn seinen Schrecken verloren. Der liberale Bundeswirtschaftsminister dachte wohl, er sage nur Altbekanntes. Dass sich die Lage in den letzten Tagen und Wochen grundlegend geändert hat, hat er offenbar ebenso wenig bedacht wie das gewaltige Medienecho.

Röslers Interview beherrschte am Montag die Schlagzeilen in ganz Europa. Die Börsen brachen auf breiter Front ein, die EU-Kommission reagierte genervt. „Wir kommentieren keine Gerüchte“, bügelte der Sprecher von Währungskommissar Olli Rehn die groß aufgemachten Berichte aus Berlin ab, wonach Athen kurz vor der Pleite stehe. „Griechenland muss und wird in der Euro-Zone bleiben“, fügte der Sprecher trotzig hinzu.

Was ist nur in die Deutschen gefahren, fragt man sich seitdem in Brüssel. Denn die Unruhe, die Rösler und seine redseligen Mitstreiter aus FDP und CSU auslösen, kommt aus EU-Sicht zur Unzeit. Schließlich hat man noch andere, dringendere Sorgen. Griechenland ist nur ein Teil des Problems, womöglich noch der geringste.

Seite 2: Ausgerechnet Deutschland blockiert den neuen Stabilitätsfonds ESM

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wie sich jeder große und kleine Geist durch irgendwelche unbedachten und unverantwortlichen Äußerungen profilieren will und darf. Dass nun Rößler die halbe Welt durcheinander bringt, zeigt auch, wie niedrig der level ist, auf dem man sich nervös machen läßt. Rösler ist ja nun wirklich keiner, dem man überhaupt zuhören kann. Es ist einfach nichts, was er von sich gibt und ich würde schon erwarten, dass Frau Merkel dem Kindergeschwätz ab und an mal Einhalt gebietet.

  • Antworten
hallertauer25.07.2012 | 11:24 Uhr

Kommentar zu hallertauer

Hallo zusammen,

Lieber hallertauer es ist wie mit deinem dummen Geschwätz. Wenn Du noch keine 18 Jahre alt bist kann ich es verstehen. Ich habe keine Ahnung in welcher Beziehung Du zu den Griechen stehst. Als Verwandter mit einem oder einer Griechin erklärt alles, aber dann solltest du das in deinem Kommentar erwähnen. Und selbstverständlich steht dir offen die Griechen mit deinem privaten Vermögen entsprechend zu unterstützen. Ich habe noch keinen Griechen kennengelernt der mich mit einem Penny unterstützt hätte. Im Gegenteil ich fühlte mich im Urlaubsland Griechenland immer abgezockt.

  • Antworten
Alois Schollerer25.07.2012 | 13:58 Uhr

"Mein lieber Scholli,"

würde man da bei uns im Norden sagen, "da hast du es aber dem hallertauer mal so richtig gegeben", "dummes Geschwätz" und so. Wie gut, dass es den Alois gibt, der mit sachlichen Berichten über das Urlaubsland Griechenland die Dinge mal so richtig gerade rücken kann.

  • Antworten
ingwersen25.07.2012 | 19:18 Uhr

Alois soundso

Herr Alois,
sind sie Rössler's Frau? Geliebte? Tochter? Ein Schrieblerling aus der FDP Zentralle gerade rauskommend? Was sollen die blöden Beleidigungen bezwecken?

  • Antworten
andreas. tannenbaum25.07.2012 | 20:22 Uhr

Wenn ...

ein Schuldenschnitt von 100 Milliarden Euro und Hilfskredite von 130 Milliarden Euro nicht ausrichen, eine Staatsverschuldung von ursprünglich 250 Milliarden Euro in den Griff zu kriegen, dann fehlt es entweder an der notwendigen wirtschaftlichen Substanz. Die Volkswirtschaft ist also nur noch funktionsfähig wenn sie in immer größerem Ausmaß Geld verbrennt, oder am Willen der entsprechenden Regierung unproduktive Bereiche der Gesellschaft, die erhebliche Ressourcen verbrauchen zu limitieren. In Griechenland ist offensichtlich beides der Fall. Der Plan, große Teile der Beamtenschaft bei vollem Gehalt abzubauen um Geld zu sparen, sagt eigentlich alles. Der Affentanz mit Griechenland ist einfach nur noch lächerlich.

  • Antworten
Christoph Kuhlmann25.07.2012 | 19:34 Uhr

Ein Segen für Griechenland und ein Segen für Deutschland

Ein griechischer Staatsbankrott mit Rückkehr zur Drachme wird eine echte win-win Situation für Griechenland und für Deutschland. Griechenland wird wieder wettbewerbsfähig, sobald sich Investitionen wegen der eigenen Währung dort wieder lohnen. Die reichen Griechen haben so viel Geld und Sachwerte im Ausland gebunkert, dass sie für ein kleines Wirtschaftswunder sorgen werden, sobald sie dieses Geld zu einem günstigen Kurs in Drachme wechseln und im Land investieren können. Die Griechen können nach einer harten Übergangszeit von einigen Monaten - im Winter sollte die EU mit Nahrungsmitteln und Erdöl helfen - wieder als freie Menschen für ihren eigenen Lebensunterhalt aufkommen. Deutschland verliert den lästigen Kostgänger und muss nicht weiterhin Fiskalpolizist spielen. Außerdem bekommen wir einen Testfall für die Zerlegung der nicht mehr funktionierenden Währungsunion und können die Erfahrungen bei größeren Exits rechtzeitig berücksichtigen.

Dass wir 80 Mrd. Forderungen abschreiben müssen, ist ärgerlich, aber nur das Eingeständnis dessen, was bereits passiert und nicht mehr zu heilen ist. Gutes Geld schlechtem hinterherzuwerfen war noch nie eine gute Idee, sondern immer die Garantie für noch größere Verluste.

  • Antworten
Karl Schade26.07.2012 | 14:06 Uhr

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