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Berliner Republik

Wulff und die Kredit-AffäreDas Netz als Gosse

Von Christoph Seils23. Dezember 2011
picture alliance
Demokratie, Transparanz, internet, Wulff
Internet-Kapriolen – Manchmal würde man am liebsten den Stecker ziehen
Schrift:

Netzaktivisten schwärmen von der demokratischen Öffentlichkeit der digitalen Medien, sie wehren sich gegen jeden staatlichen Eingriff, schreien sofort „Zensur“, wenn der Staat im Internet Regeln etablieren will. Doch die Netz-Debatten um den Bundespräsidenten zeigen: Die Internetuser werden ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht gerecht. Ein Kommentar

Seite 1 von 2

(Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel erschien Ende 2011 bei CICERO ONLINE)

Die Kredit-Affäre scheint der Bundespräsident vorerst überstanden zu haben, er hat sich zwei Tage vor Heiligabend öffentlich erklärt, Fehler eingeräumt, Bedauern geäußert und seinen Sprecher entlassen. Nach den Skandalierungsregeln des Medienbetriebes wird die Aufmerksamkeit jetzt abnehmen und die Schlagzeilen werden wieder kleiner. Es werden ein paar Blessuren bleiben, aber Christian Wulff hat im kommenden Jahr jede Gelegenheit, seine präsidiale Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Dass jetzt Weihnachten kommt, hilft. Wer will schon in den besinnlichen Tagen politischen Krawall inszenieren? Selbst Journalisten freuen sich auf ein paar freie Tage. Und die Bild-Zeitung schmückt sich für ein paar Ausgaben nicht mit einem Pin-up-Girl, sondern mit der Heiligen Jungfrau Maria.

Man sah es dem Bundespräsidenten in seiner kurzen Ansprache am Donnerstag an, wie schwer es ihm fiel, über den „Grenzbereich zwischen Dienstlichem und Privatem“ zu sprechen. Aber immerhin räumte er ein, dass es für Politiker wichtig ist, „zwischen Amt und privat die erforderliche Transparenz herzustellen“.  Auch für Journalisten ist es heikel, über Vorwürfe gegen Politiker in diesem Grenzbereich zu berichten. Denn wie jeder andere Mensch hat auch der Bundespräsident ein Recht auf eine Privatsphäre. Die ist für Journalisten und Medien tabu.

Sieht man von einigen wenigen Grenzübertretungen ab, dann haben sich die traditionellen Medien in der Berichterstattung der letzten Tage über Christian Wulff, seinen Privatkredit und Urlaubsreisen im Großen und Ganzen an die journalistischen Regeln, die für eine demokratische Gesellschaft existenziell sind, gehalten.

Nur im Internet scheinen diese Regeln nicht zu gelten. Dort kursieren über Christian Wulff und seine Freunde, sein Privatvermögen und über sein Privatleben die wildesten Gerüchte und Viertelwahrheiten. Nichts ist bewiesen, manches erstunken und erlogen. Einige anonyme Blogger kennen dabei kein Tabu mehr, für sie scheinen weder die Regeln des Anstands noch das Presserecht zu gelten. Es gibt für die Betroffenen kaum Möglichkeiten, dagegen juristisch vorzugehen – und keinen Presserat, der mahnend seine Finger heben könnte. Der Bundespräsident steht dem völlig hilflos gegenüber.

Schleichend breitet sich das Gift der üblen Nachrede in der digitalen Welt aus. Irgendwann werden auch die traditionellen Medien sich diesem Gift nicht länger entziehen können. Und sei es, dass die Bild-Zeitung sich schließlich voller Verlogenheit über die „üblen Gerüchte im Internet“ empört. Man muss nicht prüde sein, um festzustellen, dass sich das Internet zur Gosse entwickelt hat. 

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Bundespräsident

Der Bundespräsident hat nur deshalb infrage gestellt, weil er selbst für private Absichten Vorteile annahm, die nach politischen Gegenleistungen gieren. Ein Präsident mit einem oder mehreren Flecken an der Weste, kann nicht stillscheigend akzeptiert werden, weil er sich dann durch nichts von anderen Politikern unterscheidet. Er hat in einbem demokratischen Cremium nicht die Whrheit gesagt sich selbst beschädigt. Auch wenn er im Amt bleiben sollte, wird er fortwährend hinterfragt, ohne dass Fragen formuliert werden.

  • Antworten
Otmar Schütze 23.12.2011 | 12:52 Uhr

Das Internet als Gosse

".... Es scheint keine verantwortungsvolle demokratische Öffentlichkeit im Internet zu geben, keine Selbstregulierungskräfte, die den Dreck zurückweisen, gegebenenfalls deren Löschen veranlassen. Es gibt keine Regeln und vor allem keine Sanktionsinstanz...." schreibt der Autor des kuriosen Artikels über das Internet als "Gosse", nachdem er zuvor, vermutlich meint er damit sich selbst, eine groteske Selbstbeweihräucherungssuada über den sogenannten "professionellen" Journalismus absondert. Steckt dahinter eine Absicht, oder hat der Schreiber hier den Bock mit dem Gärtner verwechselt? Denn dieser [zitierte] Satz trifft ja wohl in erster Linie auf den Bundespräsidenten selbst zu. Es scheint keine verantwortungsvolle demokratische Öffentlichkeit im Bundespräsidialamt [mehr] zu geben, keine Selbstregulierungskräfte, die den Dreck [Anruf bei BILD, Döpfner und Frau Springer] zurückweisen. Und es scheint niemanden zu geben, der gegebenenfalls "Löschen", also hier "Nicht Anrufen" veranlasst. Scheinbar gibt es auch im höchsten Staatsamt keine Regeln und keine Sanktionsinstanz mehr.

Es muss wieder einmal konstatiert werden, dass die rauhe, nicht immer gut riechende Luft, die den Herrschaften "oben" von der Strasse unten" entgegenweht, immer gleich als Gosse abqualifiziert wird. Leider unterlässt es der Schreiber, wie in den Kommentaren schon angemerkt, Beweise für seine Vorwürfe vorzulegen.

Dagegen kann das hier gescholtene Internet leicht belegen, was es in den vergangenen Monaten an Demokratieverständnis und Transparenz weltweit vorzuweisen hat. Die Stichworte dazu heissen: Abu Ghraib, Arabischer Frühling, Bradley Manning, Guttenberg, Koch-Mehrin, um nur ein paar wenige zu nennen. Die Liste lässt sich gewiß erweitern.

  • Antworten
Dezarat02.01.2012 | 22:46 Uhr

Das Internet

DAS INTERNET als Gosse zu bezeichnen zeugt nicht gerade von intellektueller Größe. Es zeigt eher, dass hier unterschwellig eine tiefe Abneigung gegen das Neue, gegen das sich entwickelnde Internet ausgedrückt wird, der Überwachung und Kontrolle das Wort geredet wird (wie sollte sonst jede Rufschädigung im Netz verhindert werden können?) und eine Ablehnung neuer möglicher Demokratieformen gezeigt wird, denen der Autor anscheinend sehr negativ gegenüber steht. Beteiligung = Gosse?
Interessant ist vor allem zu beobachten, dass der Autor nicht ein einziges nachvollziehbares Beispiel nennt. Ich weiß also gar nicht, worüber genau er hier schreibt, außer dass das Internet anscheinend die neue Gosse ist.
Auch interessant, dass dieser Artikel hier im Internet erscheint - in der Gosse!
Vielen Dank für diesen Artikel und ein frohes Fest!

  • Antworten
gth23.12.2011 | 13:59 Uhr

Sage mir, mit wem Du umgehst und ich sage Dir, wer Du bist

"Sage mir, mit wem Du umgehst und ich sage Dir, wer Du bist".
Eine altbekannte Volksweisheit bringt es auf den Punkt.

Ein intelligenter Mensch wie der studierte Jurist Christian Wulff mußte wissen, daß sein Umgang etwa mit dem berühmt-berüchtigten AWD-Gründer Carsten Maschmeyer Risiken in sich birgt. Denn Herr Maschmeyer ist durch eine äußerst kritische Fernseh-Berichterstattung (ARD) stark "ins Gerede gekommen".

Wulff nahm sich offenbar ein Beispiel an Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder, der schon früher mit Maschmeyer kungelte. Daraufhin übernahm Maschmeyer "großzügig" seine Wahlkampfkosten, die ihn schließlich íns Bundeskanzleramt führte ("Ein Niedersachse muß Kanzler werden").

Natürlich nicht ohne Hintergedanken.
Heute wissen wir, daß die sogenannte "Riester-Rente" ein vom Finanzdienstleister AWD entwickeltes Produkt ist, das Maschmeyer "politisch" durchsetzen konnte.
Dadurch konnte sein ehemaliges Finanzdienstleistungsunternehmen AWD Millionengewinne einfahren. Was Viele nicht wissen: Sowohl die SPD als auch Die GRÜNEN wurden daraufhin von Maschmeyer mit üppigen Parteispenden bedacht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

"Eine Hand wäscht die andere", so war das eben bei den Herren Schröder und Maschmeyer. Leider wurden diese skandallösen Aktivitäten eines Gerhard Schröder nicht ausreichend publik, um ihn zumindest ins Gerede zu bringen.

Auch Christian Wulff suchte offenkundig "die helfende Nähe" zu Maschmeyer, was schließlich dazu führte, daß Maschmeyer eine Publicity-Aktion für Christian Wulff' s Buch finanzierte. Und ihn - zu günstigsten Konditionen - in seiner Finca auf Mallorca urlauben ließ.

"Wer die Gefahr liebt, kommt darin um", heißt eine weitere Volksweisheit.
Christian Wulff wußte um die jetzt sichtbar gewordenen Klippen und konnte es trotzdem nicht lassen, sich mit den "Mächtigen" gemein zu machen.
Jetzt muß er auch die Konsequenzen tragen. Ein Rücktritt wäre ehrlicher als ein "weiter so", denn der Makel des Käuflichen haftet bis zum Ende seiner Amtszeit an ihm.

  • Antworten
Yvonne Walden23.12.2011 | 18:06 Uhr

sage mir mit wem du umgehst und ich sage dir wer du bist

und in den "Sprüchen der Väter" (Pirke avot) steht schon, man halte sich fern von den Mächtigen.

  • Antworten
hanna zweig24.12.2011 | 12:51 Uhr

Nicht nur das Netz ist Gosse

Sie (Herr Seils) liegen falsch, wenn Sie den "traditionellen Medien" bescheinigen, sie hätten sich "...im Großen und Ganzen an die journalistischen Regeln, die für eine demokratische Gesellschaft existenziell sind, gehalten.", über die Netzgosse jedoch urteilen, "...das Gift der üblen Nachrede breite sich in der digitalen Welt aus. Irgendwann werden auch die traditionellen Medien sich diesem Gift nicht länger entziehen können..."
Fakt ist, dass sie sich nicht nur nicht dieses Giftes länger entziehen können, sondern bereits hochgradig vergiftet sind. Fakt ist noch vielmehr, dass die "traditionellen Medien" die Grundlage für jedwede Kolportierung und Überziehung schaffen - nicht allein die BILD-Zeitung. Recht haben Sie allerdings mit dem schönen Wortspiel "Skandalierungsregeln des Medienbetriebes". Es beschreibt bestens, dass und wie hier skandaliert wird. Ein Skandal wird erst zu dem gemacht, wenn gesellschaftlich untergeordnete Vorgänge (Abschreiben und Kopieren, Kredit) zu Staataffären gemacht werden - von den traditionellen Medien. Gemachte Empörung. Nichts weiter. Den Alltag berührt es überhaupt nicht, ob zu Guttenberg da oder weg ist, auch nicht, ob ein Bundesprädident mehr oder weniger ehrlich ist. Lediglich den Alltag zweier Bevölkerungsgruppen bereichert solche Skandalisierung und Empörungsmaschinerie: Journalisten, die keine relevanteren Themen finden oder dem Druck der Quote erliegen und die politische Opposition, die keinen Einfluss auf die Tagespolitik hat und sich dann eben stänkernd zu Wort melden muss, um ihren Auftritt zu haben...

  • Antworten
mehlboggxer23.12.2011 | 20:20 Uhr

Nicht nur das Netz ist Gosse

Für Ihren Kommentar bin ich Ihnen dankbar. Er entspricht voll und ganz meiner Meinung. Wenn man Ihre Gedanken weiterdenkt, werden wir von nach Quoten und damit nach Geld hungernden Journalisten manipuliert !

  • Antworten
Gerhard Vögtle24.12.2011 | 12:02 Uhr

Internet und Demokratie?

Zitat: "...dann schlägt im Internet nicht länger das Herz einer digitalen Demokratie. Stattdessen bildet es den Nukleus einer totalitären Gesellschaft..."
Genau so verläuft mittlerweile die Entwicklung. Man nehme als Fallbeispiel nur einmal das allseits gepriesene Wikipedia. Totalitär, verklüngelt, ausgrenzend... Und die Journalisten der "traditionellen Medien" bedienen sich ganz selbstverständlich dort. Sie wähnen sich in einem Rechercheparadies und befinden sich in einer Manipulationshölle. Persönlichkeitsrechte werden mit Füßen getreten.

  • Antworten
mehlboggxer23.12.2011 | 20:40 Uhr

Hätten die Massenmedien mal

Hätten die Massenmedien mal in den letzten Jahrzehnten bei wichtigen Themen nicht weggeschaut, müssten Sie jetzt nicht mit solchen billigen actionen gegen das Internet vorgehen, um nicht noch mehr Leser zu verlieren!
Ich bin jedoch fest überzeugt dass die Massenmedien noch zu Kreuze kriechen werden oder zumindes Selbst ins Internet ausweichen werden müssen, da immer mehr Leute merken das sie uns das Sie uns das Blaue vom Himmel lügen oder Schöne Wölkchen vor`s Gewitter blasen!

  • Antworten
Harry24.12.2011 | 11:24 Uhr

Cicero-Redaktion muss einen Eid auf das Grundgesetz ablegen

Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, die alle Staatsbürger -
Christoph Seils eingeschlossen - achten sollen.

Mit welchen Recht soll der Souverän von dem alle Macht ausgeht, der Meinungsmache privater Betriebe - also Zeitungseigentümer, Magazinmacher und der Regenbogenpresse mehr öffentlichen Einfluss zugestehen als dem Souverän selber, der mittels zeitgenössischer Webpublishing seinen Willen artikuliert.

Die Idee die Meinungsbildung im Internet unterbinden zu wollen ist eine Ausgeburt priviligierter Meinungsmacher, die um ihren Einfluss fürchten. Dieser Versuch ist ganz klar ein Verstoss gegen die Meinungsfreiheit. Unterschiede sind nur dann zu rechtfertigen, wenn dadurch das öffentliche Interesse gefördert wird.

Das öffentliche Interesse ist die Integrität seiner Amtsträger. Eine Ausnahme von dieser Regel - öffentliche Amtsträger die gleichen lockeren gesellschaftlichen Verkehrsregel zuzugestehen, so wie es die Cicero fordert, ist ein Angriff auf die Demokratie.

Denn die lockeren gesellschaftlichen Verkehrsregeln und Chancen zur Vorteilsnahme sind die lockeren Verkehrsregeln der höheren Schichten. Es ist nicht der einfache Handwerker und der Facharbeiter, der über persönlichen Klüngel an einen zinsgünstigen Privatkredit kommt.

Die Cicero schlägt also vor, die Gepflogenheiten des Nespotismus und der Klüngelei der höheren Mittelschichten als ethische Verhaltensmassregel für öffentliche Amtsträger zu installieren.

Der Vorstoss gegen Internet-Blogger vorzugehen, ist ein klarer Ausdruck der Cicero-Redaktion für die Bevorzugung gewisser Kreise für das Amt des Präsidenten.

Das verstösst gegen den Geist der Verfassung. Was bedeutet das Grundgesetz und die Republik für Christoph Seils.

Der Artikel ist eine Parteinahme für den Privatmann Wulff und eine Spitze gegen die Würde des Präsidialamtes. Die Amtswürde hat den Privatmann in seinen öffentlichen Gebahren zu erziehen und zu disziplinieren. Wenn man das umdreht, dann stülpt man dem Präsidialamt, das Interesse des Privatmannes über.

Herr Christoph Seils mag im Einzelnen Recht haben im Zivilrecht gegen üble Nachrede vorzugehen. Sein Artikel erklärt aber eine generelle Feindseligkeit gegen die Meinungsfreiheit, d.h. gegen den Geist des Grundgesetzes. Daher ist zu wünschen, dass die Cicero-Redaktion einen Artikel - besser einen Eid auf das Grundgesetz schwört.

  • Antworten
Herr Heinrich25.12.2011 | 03:58 Uhr

Sells Polemik ist fakten- und

Sells Polemik ist fakten- und sinnfrei. Aber im WWW kann ich selbst recherchieren, wogegen die Journaille dieses nur noch selten tut.

Wulff 2000 ueber Rau "Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben", sagte er damals.

  • Antworten
Matt Zungu25.12.2011 | 13:45 Uhr

Wie hätte ich IHN denn gern.....

Na klar, eigentlich so wie ich bin: Unfehlbar. Oder besser als alles übersteigerndes " Über - Ich ".Der Bundespräsident als Heilsbringer -
wäre das nicht schön? Gerade jetzt zur Weihnachtszeit. Am besten so
wie früher:Ein Bundespräsident Tadellos.Wenn ich in der Vergangenheit den Bundespräsident beurteilt hätte, wäre mir spontan das Attribut
"brav" eingefallen, oder zum Verhalten: "Bitte,bitte keine Fehler verursachen."Manchmal wünschte ich mir - fast im Geheimen - ach,könnt er doch nur einmal aus der förmlichen Rolle fallen.Darf er nicht !
Immer korrekt,förmlich,freundlich,lächeln,repräsentieren,Hände schütteln,auszeichnen...Betroffen sein, auch. Er ist das perfekte
Spiegelbild " vom so gewünscht sein." In IHM und mit IHM wollen wir nur eins: Das Ideal von uns erkennen. Die Unschuld: Ja,so möchte ich sein. Rein-sauber.Projektionsfläche für das Unerreichbare. Vorbild ohne Schwächen und Makel...absolut unbestechlich...wenn er doch nur
ein wenig so sein könnte wie wir...Oder?

  • Antworten
Bernd25.12.2011 | 14:49 Uhr

Ihr Tonfall liest sich nach

Ihr Tonfall liest sich nach einem Menschen der persönliche Moral und Skrupel längst aufgegeben hat. Ich selbst kann nichts ironisches finden an der Forderung nach einem unbestechlichen Politiker. Die Liste der Anforderungen ist auch so kurz genug.

  • Antworten
Rogue02.01.2012 | 22:04 Uhr

Ihr Tonfall liest sich nach..(Antwort Rogue)

So schnell gebe ich persönliche Moral und Skrupel nicht auf.Klar, das
Ideal eines Politikers sollte im Unbestechlichen liegen.So bleibt es beim Bemühen.Leider werden wir oft enttäuscht.Dann bleibt nur die Ironie,um es eträglicher im Selbstwert erscheinen zu lassen.Sokrates
hatte aber auch recht: Willst Du die Welt ändern - ändere Dich selbst.
Und so erkennen wir eben im Mißlichen häufig uns selbst...gerade im Fehlverhalten.

  • Antworten
Bernd 03.01.2012 | 15:33 Uhr

NEUE ELITE- NEOFaschosß

Das Netz ist eine Gosse.
Der Bundespräsident ist unser Vorbild.
5750 Europro Jahr eigene Vorteilnahme, ein Freund, der mir ein Buch spendiert, damit ich sympathisch rüber komme zu den Fußvölklern, eine schlanke Frau mit gutem Gebiß und Grazie-alles legal....
Und wo bleiben die (WIR)
anderen, kurzbeinigen?
Gucken die nie in den Spiegel?

  • Antworten
helga müller25.12.2011 | 21:13 Uhr

Hr. Seils, wie wäre es mit kritischer Selbstreflektion?

Hr. Seils, um ihrem Konvolut an Klischees, Viertelwahrheiten oder ganzen Wahrheitsverdrehungen mal ein paar Fakten entgegen zu setzen:

1)
„zu Netzaktivisten ... wehren sich gegen jeden staatlichen Eingriff, schreien sofort „Zensur“, wenn der Staat im Internet Regeln etablieren will“:
Anders als ihnen ist Netzaktivisten die Wirklichkeit nur allzu bewusst; während sie womöglich der Mär vom „rechtsfreien Raum Internet“ aufgesessen sind, wissen Netzaktivisten, dass Gesetze selbstverständlich auch im Internet gelten. In sofern spricht der Eindruck, den sie mit „wenn der Gesetzgeber versucht, im Internet rechtliche Regeln und juristische Sanktionsmöglichkeiten zu etablieren“ erwecken - so als würden die Gesetze das Internet von der Regelungshoheit ausnehmen - der Wahrheit Hohn. Jeder Jurist würde sie für ihre vor hanebüchene Bemerkung auslachen. Nicht weniger ist ihre Behauptung „Jeder kann schreiben, was er will,“ sachlich verfehlt (Heerscharen von Anmahnanwälten können davon ein Liedchen trällern) und bestenfalls grober Inkompetenz geschuldet, wenn nicht bewußter Wahrheitsverdrehung.
Sofern sie ihren „Zenzur“-Einwurf im Hinblick auf Internetsperren, pervers motivierte Kindesmissbrauchsdokumentation (fälschlich Kinderpornograhie genannt) und das ZugErschwG verstanden wissen möchten, so trifft dieser alleine schon deswegen nicht (neben vielen anderen stichhaltigen Argumenten), weil sich die Netzgemeinde mitnichten für Untätigkeit und Gewährenlassen aussprach (obwohl ihr genau das immer wieder implizit von Zensursula und anderen Internetsperren-Apologeten sachlich unzutreffend vorgeworfen wurde), sondern für Löschen! Selbst zu ihnen sollte doch das Motto „Löschen statt Sperren“ durchgedrungen sein.

2)
Weil manche „anonymen Blogger dabei kein Tabu mehr kennen“ (was auch immer das konkret heißen mag) ist direkt das ganze „Netz eine Gosse“? Ihr Motto der Sippenhaft zu Ende gedacht würde das ja bedeuten, dass man mit dem Verweis auf BILD die gesamte Journalistenschaft als Schmier- und Schmutzfinken titulieren kann. Oder noch pauschaler: „Weil“ Einzelne Hetzer sind, hat sich die Menschheit zur Gosse entwickelt? Etwa so, Hr. Seils?
Ist ihnen Differenzierung fremd oder warum scheren sie so dermaßen pauschal alle über einen Kamm und stilisieren ein paar anonyme Blogger zur Netzcommunity hoch?

3)
Der Kontext, in dem sie „Liquid Democracy“ benutzen, offenbart ein weiteres Mal ihre grobe Inkompetenz in Sachen Internet. Ihr Gebrauch ist in diesem Zusammenhang dermaßen verfehlt, dass es jeder Beschreibung spottet. Liquid Democracy hat nichts, aber auch rein gar nichts mit den von ihnen verzerrten Umständen zu tun (=> google/Wikipedia hilft).

[gekürzt. Hinweis der Redaktion: Bitte bleiben Sie sachlich.]

  • Antworten
Logos26.12.2011 | 10:05 Uhr

Wulff und Bildzeitung

Dass BP Wulff Dr. Döpfner und Herrn Diekmann anrief, sicherlich für ihn ein ganz normaler Vorgang, wenn man per du ist. Da spricht es sich locker auf einen AB des persönlichen Mobiltelefons der Vorgenannten. Und dass er nicht nachvollziehen kann, wenn die Zeitung bzw. alle Zeitungen, die zu diesem Verlag gehören mit ihm in einer für ihn so ungewohnten Form umgehen, in so einer Situation vergisst vielleicht jeder Mensch, ein Mensch bleibt er auch als BP, Form, Ton und Modalitäten. Aus seiner Sicht rief er vermutlich bei Freunden an. Sein Amt hat er inzwischen m. E. so geschädigt, dass er es zur Verfügung stellen sollte. Auch diese Handlung war eines Bundespräsidenten nicht würdig; er ist eben kein "Kumpel", der mal kurz seine "Kumpels" anruft und denen drohen kann. Und auch noch auf die Idee zu kommen, die allseits bekannte Integrität von Friede Springer in Frage stellen zu wollen - kaum zu fassen, dass ein Bundespräsident diesen Weg überhaupt versuchte - dazu noch persönlich.

  • Antworten
Cicero-Fan02.01.2012 | 20:48 Uhr

Ich weiß - noch - nicht, ob Cicero...

...ein Satiremagazin ist, der Artikel von Christoph Seils jedenfalls ist Satire, genauso, wie das Verhalten des höchsten Staatsrepräsentanten und der etablierten Medien, von der geforderten Fairness im Umgang miteinander - und dem Bürger - keine Spur. Üble Nachrede ist schlimm - was aber anderes tut Seils mit seinem Rundumschlag?

  • Antworten
Reinhard Kropp02.01.2012 | 23:17 Uhr

Kommentar des Herm Seils...

...ist ja so was von daneben. Und das nicht erst nach Bekanntwerden der letzten Klemptnerarbeiten des Herrn Wulff. Vor allem ist auch substanzlos. Wo ist den die Gosse, was fließt da? Konkret?

  • Antworten
Reinard03.01.2012 | 13:41 Uhr

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