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 > Nicht mehr weit zur Gesinnungsdiktatur

Berliner Republik
Wulff und das Präsidentenamt

Nicht mehr weit zur Gesinnungsdiktatur

von 
Alexander Marguier
28. Dezember 2011
picture alliance
Bundespräsident Christian Wulff, Weihnachtsansprache
Eine biedere, holprige Weihnachtsansprache war das

Die Diskussion wegen Christian Wulffs Fehlverhalten ist ein Schmierentheater der ganz hässlichen Art. Sie macht vor allem deutlich, wie wenig Respekt mache Politiker vor den Institutionen unserer Demokratie haben. Eine kleine Würdigung der dümmsten Sprüche

Seite 1 von 2

Gute Nachricht aus Berlin: Das Amt des Bundespräsidenten ist unbeschädigt. Zumindest bin ich heute Morgen daran vorbei gefahren und konnte keine Trümmer oder Risse im Mauerwerk entdecken. Im Gegensatz zum Bundeskanzleramt, das laut aktueller Bild-Berichterstattung „vergammelt“ („Moos-Wucher, Beton-Risse, Rost am Dach“), macht Schloss Bellevue mit seiner pastellgelben Fassade einen geradezu trotzig adretten Eindruck. Nur der Christbaum steht ein bisschen schief davor und mag auf diese Weise an die Weihnachtsansprache des Hausherrn erinnern, die nicht nur an biederer Bemühtheit kaum zu übertreffen war („Europa ist unsere gemeinsame Heimat und unser kostbares Erbe“), sondern auch derart fahrig, uninspiriert und verhaspelt vorgetragen wurde, dass sogar Christian Wulff eher wohlgesinnte Bürger Zweifel daran bekommen konnten, ob da der richtige Mann am richtigen Platz sei.

Bildergalerie: Christian Wulff - Bürgerfreund oder Konzernkumpane?

 

Wenn ihm sogar zur Mordserie der Zwickauer Terrorbande nur die üblichen Stanzen aus dem Handbuch für politische Sonntagsreden einfallen („In unserem Land gibt es aber keinen Platz für Fremdenhass, Gewalt und politischen Extremismus“), ist das ärgerlich. Denn es ist ja inzwischen offenkundig, dass es nicht nur einen Platz dafür gibt, sondern sogar ganze Landstriche. Dass der Bundespräsident dieses Thema aufgreift, ist ausdrücklich zu loben. Sich aber in diesem Zusammenhang läppische Überleitungen zu seinem dreieinhalbjährigen Sohn zu erlauben nach dem Motto, Offenheit für Fremde und Fremdes fingen „ganz im Kleinen und vor allem bei den Kleinen an“, das berührt mich doch sehr unangenehm.

Es war die gequält würdevolle Art, die dieses schlechte Schauspiel zu einer der würdelosesten Veranstaltungen ihrer Art machten – und zwar ganz unabhängig von der Wulff‘schen Kreditaffäre. Oder eben doch nicht ganz. Denn wenn es die Causa Geerkens nicht gegeben hätte, wäre dem Volk von interessierter Seite nicht gebetsmühlenhaft in Erinnerung gerufen worden, mit welcher schier unermesslichen Würde dieses Amt verbunden sei. Da wird mitunter eine quasi-religiöse Heilsgeschichte erzählt, die einen fast vergessen machen könnte, dass es sich beim Bundespräsidenten eben auch nur um einen von Menschen gewählten Menschen handelt und nicht um ein höheres Wesen, das zwar protokollarisch an erster Stelle steht, aber deswegen noch lange nicht auch moralisch.

Den größten Nonsens in diesem unseligen Schmierentheater erlaubte sich die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt: „Aus Respekt vor dem Amt sollte die Diskussion unverzüglich eingestellt werden.“ Diesen Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Denn juristisch ist „unverzüglich“ gleichbedeutend mit „ohne schuldhaftes Zögern“. Was also heißt, dass alle, die wegen Wulffs Sonderkredit und seiner kostenlosen Urlaubsfahrten zu den Freunden aus der Hannover-Connection noch ein paar Fragen haben, Schuld auf sich laden. Damit wäre dann wirklich alles auf den Kopf gestellt, was die Grundlagen eines demokratischen Rechtsstaats ausmacht. Gerda Hasselfeldt plädiert für monarchische Unantastbarkeit und stellt nicht nur die Freiheit der Presse mal eben kurz zur Disposition, sondern erklärt sie auch noch zu einem quasi-kriminellen Akt. Es ist eine Schande, dass solche Leute als Volksvertreter im Bundestag sitzen.

Seite 2: Die Gesinnungsdiktatur wäre nicht mehr fern

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Gesinnungsdiktatur?

Die Artikel von Cicero heben sich wohltuend vom allgemeinen Empörungssturm der meisten anderen journalistischen Quellen ab. Dieser Kommentar hier jedoch hinterlässt bei mir Fragezeichen. Die Interpretation einiger (sehr weniger) Zitate von Politikern ist zwar ein hübsches Spiel, ebenso wie Übertreibung und Zuspitzung ein übliches Stilmittel ist, doch es sollte im Rahmen bleiben.
Gabriel sagte, "niemand kann sich einen Rücktritt wünschen". Dass es doch Leute tun, bedeutet nicht, dass er eigentlich sagen wollte "niemand darf es sich wünschen". Vielmehr wollte er wohl zum Ausdruck bringen, dass "unter Berücksichtigung von X und wenn man mal genauer über X nachdenkt, dann wäre der Rücktritt das letzte, was man sich wünschen kann, weil sonst nämlich Z die Folge wäre". In dem verkürzten Satz schwingt mit, dass Gabriel weiß, dass einige den Rücktritt wollen, er dieses aber nicht nachvollziehen kann und es für gedankenlos hält. Eine Äußerung also, in der unterschwellig Argumente mitschwingen, die gegen einen Rücktritt sprechen, welche er aber bei Genossen und anderen Bürgern vernachlässigt sieht.
Daraus den Strick zu drehen, wir würden uns auf eine Gesinnungsdiktatur hinbewegen, halte ich für fraglich - zumindest wäre dieser Strick nicht reißfest.

  • Antworten
Julia B.28.12.2011 | 14:26 Uhr

... Gesinnungsdiktatur

@Julia B
Ich halte den Artikel von Herrn Marguier für sehr gelungen. Was ist denn von einem Politiker zu halten, dessen Stellungnahme erst von geneigter Seite aus dem Publikum mit gedrechselten Windungen erläutert werden muss?

  • Antworten
Wolfgang Schäfer28.12.2011 | 15:38 Uhr

Wulff - kein selbstbestimmter Bundespräsident!

Sehr geehrter Herr Marguier,

ich kann's nur wiederholen: Die selbstbestimmten Bürger, die in ihrer Gesamtheit das Deutsche Volk bilden, können nur von einem selbstbestimmten, also nicht fremdbestimmten Bürger vertreten und nach Außen hin repräsentiert werden. Dies setzt zudem noch voraus, dass ein solch selbstbestimmter Bürger zuvor von einer Mehrheit aller wahlberechtigten Bürger gewählt wurde und nicht von einer obskur zusammengesetzten Bundesversammmlung, die dem gesondert geschützten Art. 20 GG widerspricht.
Wulff - seine Vorgänger nicht minder - erfüllen all diese Voraussetzungen nicht.
Es gibt in Deutschland für das Amt eines Bundespräsidenten genügend Frauen und Männer, die selbstbestimmt sind und nicht durch fremde Interessen, wie Parteiinteressen, Religionsinteressen oder Wirtschaftsinteressen geleitet werden.
Bert Steffens
Freier Philosoph
Andernach

  • Antworten
Bert Steffens28.12.2011 | 19:03 Uhr

Mich versetzten die

Mich versetzten die Äußerungen von Politikern auch immer wieder in Erstaunen, wenn diese fordern, dass berechtigte Kritik über amtierende Bundespräsidenten zu unterbleiben habe, weil sonst das Amt des Bundespräsidenten Schaden nehmen könne. Wie bitte ? Wir leben in einer postmodernen Gesellschaft, die demokratisch und republikanisch verfasst ist. Die Gewaltenteilung unseres Staates in drei Zweige ist nichts anderes, als ein in der Verfassung fest verankertes Mißtrauensvotum gegenüber Menschen in staatlicher Verantwortung, die gegenüber Recht und Gesetz verstoßen können. Wenn Amtsträger gegen unsere Rechtsordnung verstoßen, müssen diese auch mit allen möglichen Konsequenzen rechnen. Der eigene Rücktritt wäre die mildeste Form, die schärfte eine strafrechtliche Verurteilung. Warum um alles in der Welt, soll gegenüber Herrn Wulff berechtigte Kritik unterbleiben. Er gibt doch mehr als einmal dafür Anlass. Das Amt kann keinen Schaden nehmen, da auschließlich nur deren Amtsinhaber Schaden nehmen können. Die Institution des Bundespräsidenten kann aus der Natur der Sache nicht beschädigt werden. Wir leben nämlich im Zeitalter des Nominalismus, und nicht mehr im Universalismus. Es ist sehr bedauerlich zu sehen, welcher Untertanengeist in vielen Deutschen Knochen noch steckt. Schade. Ein Gustav Heinemann würde sich die Augen reiben, über solch einen Rückfall.

  • Antworten
gregor kampmann28.12.2011 | 19:19 Uhr

Zum Jahreswechsel

Die Wulffs und Böhmerles im Land symptomatisierten auch in diesem Jahr mit ihrem Sprech lediglich die Seichtheit nicht unerheblicher Teile der politischen Debatte. Selbiger wurden indes die Doppelpunkte zu einem Jahr gesetzt, dessen Herausforderungen nur noch in den Folgesatz zu fassen sind, daß große Ideen nicht in kleine Köpfe passen. Und ist ein Amt auch noch so hoch.

  • Antworten
Eule28.12.2011 | 19:39 Uhr

Was Herr Gabriel mit seiner

Was Herr Gabriel mit seiner Bemerkung "niemand kann sich einen Rücktritt wünschen" meint, weiß ich nicht. Bei seiner diesbezüglichen Stellungnahme zum aktuellen Wulff-Thema dachte ich erst: "Der kommt ja selber aus Hannover - ob der wohl auch mit dring hängt", aber dann stellte sich mir wieder die Frage, die mich seit der ersten BILD - Meldung über ein mögliches Fehlverhalten unseres Bundespräsidenten beschäftigt : "Was bezweckt die BILD, die eigentlich für ihre CDU Nähe bekannt ist damit, den amtierenden CDU Bundespräsidenten mit einer kritischen Berichterstattung ins Rampenlicht zu holen und damit seine Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen?"

Kürzlich sagte ein politischer Journalist im TV, durch diese Sache sei unser BP geschwächt, auch weil die Kanzlerin sich hinter ihn stellt, sei Wulff ihr gegenüber verpflichtet und würde zukünftig weniger kritisch als vorher ihre Arbeit bewerten.
Das kann ich nachvollziehen und ich sehe auch, daß die Presse, wie ich meine begründet, voll mit der Aufklärung über mögliche Fehlverhalten von Herrn Wulff beschäftigt ist, während Frau Merkels politisches Tun und Lassen kaum kritisch hinterfragt und kommentiert wird, wodurch sie von der Sache ein 2. Mal profitiert.

Möglichweise sieht das Herr Gabriel von der SPD auch so und er unterläßt es deshalb zum jetzigen Zeitpunkt einen Rücktritt des Bundespräsidenten zu fordern, der noch größere Wellen schlagen und von der politischen Arbeit der Kanzlerin ablenken würde.

Was da wirklich läuft, das kann ich hier aus der tiefen Provinz nicht beurteilen, aber ich denke, die Tatsache, daß die BILD durch ihre Berichterstattung die Glaubwürdigkeit eines CDU Bundespräsidenten in Frage stellt, hat einen aussagekräftigen Hintergrund, der hoffentlich von demokratisch denkenden Presseleuten aufgedeckt und öffentlich gemacht wird.

  • Antworten
Charly W.28.12.2011 | 19:48 Uhr

nicht mehr weit zur Gesinnungsdiktatur

Schmierentheater!
In diesem Artikel trifft der Autor, meiner Meinung nach, sehr treffend die Darstellung unserer "Volksvertreter" in der Öffentlichkeit und wie diese damit umgeht: ein unwürdiges und stellenweise widerwärtiges Schmierentheater.
Und das was einige befürchten, bei einem Rücktritt des Bundespräsidenten, den Verlust des Vertrauens in die Politik, ist ja schon lange weit verbreitete Wirklichkeit.Der Fatalismus breiter Schichten der Gesellschaft:"Man kann ja so wie so nichts dran ändern" oder "so ist es nun mal", das ist das wirklich schlimme an diesem Schauspiel.Da nun mal die Politiker, der Staat eine der stärksten prägenden Kräfte in einer Gesellschaft sind, die Vorbilder einer "christlichen Leitkultur", schaffen diese, durch ihr verlogenes und heuchlerisches Verhalten, eine dementsprechende gesellschaftliche Gesinnung: dass man nur mit Lug und Trug zum Erfolg kommt, wo charakterliche Eigenschaften wie Redlichkeit und Aufrichtigkeit nur noch was für die "Dummen" ist, wo die Werte der "christlichen Leitkutur" billigerweise nur noch einen Preis und keinen Wert mehr haben.

  • Antworten
wolfram mertin29.12.2011 | 06:57 Uhr

Weihnachtsansprache

Eine treffende Zustandsbeschreibung liefert der Autor Herr Marguier. Ob es die Reaktionen auf die Rede, der moralingeschwängerte Inhalt oder die mögliche Beschädigungsquote auf das Amt, bzw. die Person des Bundespräsidenten war. - -Respekt!

Ergänzend muss angeführt werden, dass mit dieser Rede die Intelligenz des Zuhörers beleidigt wurde. Nicht nur der Zuhörer wurde beleidigt, sondern die anwesenden Statisten wurden, ob sie wollten oder nicht, es waren auch Kinder im dortigen Raum, mit in diesen Sog gerissen.

Ein Vorteilsnehmer, einer der sein Amt missbraucht, der sich von Leuten aushalten lässt, die sich Vorteile erhoffen, vom vermeintlichen Glanze profitieren, oder sonstige egoistische Motive ausleben, setzt diesen Vorgängen, setzt mit dieser Rede dem Istzustand die Krone auf.

Eine Krone, die beim normal intelligenten Betrachter Irritation, bei weiterer Betrachtung Ärger, Wut und vielleicht im besten Fall Fremdschämen hervorruft. Diese Eindrücke verstärkten sich progressiv mit der Fortdauer der Rede.

Der Griff zur Fernbedienung setzte bei sehr vielen Betrachters vermutlich früh ein. Mit der Hoffnung auf ein wenig Selbstironie, vielleicht Selbstkritik verzögerte sich das Wegschalten und zog den Betrachter zwangsläufig immer tiefer in den wabernden Gefühlsbrei.

Das Wegschalten von dieser Rede wirkte dann wie Befreiung. Mit diesem kleinen Druck auf die Tastatur war das bedrückende Gefühl der Verlogenheit nicht mehr sichtbar. Zurück blieb das vollkommene Unverständnis über das gerade gehörte; über die schier unglaubliche Doppelmoral.

  • Antworten
Reiner Assmann29.12.2011 | 10:04 Uhr

Kritik am Bundespräsidenten

Ich halte diesen Artikel ebenfalls für sehr gelungen, sowohl in der Form als auch im Inhalt, muss den meisten der kritischen Anmerkungen in den vorhergehenden Beiträgen trotz allem zustimmen. Nichtsdestotrotz, ein wunderbar unaufgeregter und unterhaltsamer Beitrag zur causa Wulff.

  • Antworten
Gabriele Rack29.12.2011 | 12:49 Uhr

Deutschland ist keine

Deutschland ist keine Demokratie

Deutschland ist eine Parteiendiktatur. Stellen Sie sich doch alle einmal die Frage, was Sie als Wähler überhaupt entscheiden dürfen? Haben Sie das Recht, Ihre Abgeordneten direkt zu wählen, oder sind nicht zwei Drittel aller Landtags- und Bundestagsabgeordnete auf Parteilisten abgesichert und kommen auch ohne Ihre Stimme ins Parlament? Wählen Sie irgendeinen Minister, einen Ministerpräsidenten, einen Bundeskanzler, einen Bundespräsidenten, einen Generalbundesanwalt, einen Generalstaatsanwalt direkt? Haben Sie irgendeinen Einfluss auf die Wahl auf die Wahl der Richter des Bundesverfassungsgerichtes? Gibt es Volksentscheide zu den existenziellen Fragen der Politik, wie dem Afghanistan-Krieg, dem Atom-Ausstieg oder der Eurorettung? Wenn Sie alle diese Fragen mit Nein beantworten müssen, dann werden Sie feststellen, dass Sie gar nicht in einer Demokratie leben! Bevor noch irgendjemand in Deutschland gewählt wird, müssen diese Defizite der Demokratie beseitigt werden! Das heutige Problem ist das vollständige und gewollte Fehlen einer von den Bürgern Deutschlands in freiem Volksentscheid bestätigten Verfassung. In der täglichen Praxis ist das alte Grundgesetz von Parteien, von Politikern, von Verbänden und deren Lobbyisten, von den Medienzaren und ihren Hofberichterstattern, dem Kapital, der Finanzwirtschaft, den Industriekapitänen und allen möglichen Interessengruppen in den Würgegriff genommen und bis zur Unkenntlichkeit vergewaltigt worden. Diese Republik wird nicht mehr von gewählten Volksvertretern regiert, sondern von Lobbyisten aller möglichen Lager. Sie halten die Politiker wie ihre Marionetten und lassen sie auf der Bühne des Bundestages tanzen.

  • Antworten
Immanuel29.12.2011 | 13:49 Uhr

Sehr geehrter Herr Marguier,

Sehr geehrter Herr Marguier,

sie mögen wohl den Bundespräsidenten nicht.?
Sie behaupten, seine Rede zu Weihnachten sei
nicht gut gewesen. Sie schreiben, diese Rede
sei "derart fahrig, uninspiriert und verhaspelt
vorgetragen" vorgetragen worden. Ich weiss nicht,
welche Rede Sie gesehen haben, aber die ich
gesehen habe, war sehr gut! Herr Wulff hat die
richtigen Akzente gesetzt (u.a. z.B. gegen
Rassismus und Fremdenfeindlichkeit) und - wie
immer - sehr ruhig und staatsmännisch vorgetragen.
Wie gesagt, ich weiss nicht, welche Rede Sie gesehen
haben. Vielleicht ist ja mit Ihrem Fernseher etwas
nicht in Ordnung.

Es ist zwar schick geworden, kein gutes Haar an den
Politikern allgemein und an Herrn Wulff im Besonderen
zu lassen, aber man muss ja nicht jedem Zeitgeist-
gelabbere und -gesabbere hinterherhecheln.

Ein gutes neues Jahr!
wünscht
Dr. T. W.

  • Antworten
Dr. T. W29.12.2011 | 16:18 Uhr

Ein irritierender Artikel

Mich wundert die Kernaussage des Artikels sehr. Eine Gesinnungsdiktatur hätte ich eher bei den Medien verortet. Es war der Cicero, der dereinst Eva Hermans Artikel "Die Emanzipation - ein Irrtum?" veröffentlichte. Bereits kurz darauf sprach Alice Schwarzer von einer Suada zwischen Steinzeitkeule und Mutterkreuz. Andere stellten gleichfalls einen - unbegründeten - Nazi-Bezug her. Als sie sich ein Jahr später auf einer Pressekonferenz ein wenig zu verschachtelt ausdrückte, wurde sie fehlinterpretiert und daraufhin fertiggemacht und verstoßen, und zwar von den Medien. So etwas nenne ich Gesinnungsdiktatur.

Auch wenn ich weder ein Wulff-Freund noch ein CDU-Wähler bin: Ich weiß bis heute nicht, was man ihm eigentlich vorwirft. Dass er sich zum Höhepunkt der Finanzkrise, als sich die Banken gegenseitig kaum mehr Geld liehen, ein Darlehen von einem guten Freund und nicht von einer Bank besorgte, ist nachvollziehbar. Dass er zwei Jahre später bei der BW-Bank einen zinsgünstigen Kreditvertrag abschloss, der bei näherem Hinsehen weit weniger günstig erscheint, und an dem die BW-Bank kräftig verdient haben dürfte, halte ich - im Gegensatz zur bisweilen geradezu überdreht auftretenden Presse - für völlig belanglos.

Auch ist der ihm entgegengebrachte Vorwurf einer vormaligen zu starken Unternehmensnähe ein wenig naiv, immerhin war er in den Jahren davor Ministerpräsident von Niedersachsen. Die meisten Verlagshäuser wären aber ohne Unternehmenswerbung überhaupt nicht überlebensfähig. Hier könnte man viel eher Abhängigkeiten vermuten.

Angesichts dessen, dass nicht sicher ist, ob es den Euro auch noch am Ende des Jahres 2012 gibt, überraschte die Schärfe und Penetranz der Vorhaltungen sehr. Wie andere fragte ich mich: Wer hat ein Interesse an einer solchen Debatte? Und warum gerade die BILD?
Denn dass die sog. Wulff-Kredit-Affäre ein Produkt der Medien und nicht einer vermeintlich aufgebrachten Bevölkerung war, zeigten neutrale Umfragen mit aller Klarheit. Hätten sich die Medien nicht dermaßen außerordentlich stark engagiert, hätte die Sache praktisch niemanden interessiert, zumal wir aktuell wichtigere Probleme haben.

  • Antworten
Peter Mersch29.12.2011 | 18:58 Uhr

Gesinnungsdiktatur

Wenn eine öffentliche Person in einem besonders ranghohen Amt sich vorwerfen lasse muss, Vorteile in Anspruch genommen zu haben, die kein anderer Bürger dieses Landes je bekommen hätte, dann iast das Wort von einer Gesinnungsdiktatur völlig falsch. Vielmehr ist eine breite und empörte Reaktion der demokratischen Öffentlichgkeit. Dass es dabei zu Ausrutschern kommt, ist mit erklärlich. Aber man darf die Ursache und die Wirkung nicht verwechseln.

  • Antworten
Otmar Schütze 30.12.2011 | 09:55 Uhr

Erzbengel Gabriel...

... ist ein Dummschwätzer!

  • Antworten
mehlboggxer30.12.2011 | 14:23 Uhr

Erzengel Gabriel hat seine Fluegel schuetzend ausgebreitet

ueber diesen Bundespraesidenten.Was verbirgt er dahinter? Hat er auch etwas am Kerbholz?

  • Antworten
Michael Miro04.01.2012 | 02:36 Uhr

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