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 > Zerknirschungs- und Entrüstungstheater vom Feinsten

Berliner Republik
Wulffs TV-Beichte

Zerknirschungs- und Entrüstungstheater vom Feinsten

von 
Alexander Kissler
4. Januar 2012
picture alliance
Bundespräsident Christian Wulff
Bundespräsident Christian Wulff im TV-Interview

20 Minuten lang stellte sich Christian Wulff  in ARD und ZDF einem Interview. Er räumte in der Kreditaffäre Fehler ein und gelobte Besserung, er verteidigte sein Recht auf Privatleben und lehnte einen Rücktritt ab. Nur wirklich überzeugend wirkte Wulff dabei nicht, eher wie ein Getriebener. Ein Kommentar

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Und also sprach Gretchen zum Teufel: „Bist du ein Mensch, so fühle meine Not.“ An diesen Satz aus Goethes „Faust“, einer deutschen Tragödie, ist unbedingt zu erinnern im Angesicht der demütigenden Bußübung, der sich Christian Wulff nun unterzog. Für 20 Minuten stieg er von Schloss Bellevue herab in ein Berliner Fernsehstudio, um sich von Moderator Ulrich Deppendorf (ARD) fragen zu lassen: „Wie sind Sie eigentlich auf die BW-Bank gekommen?“ Und um sich von Moderatorin Bettina Schausten (ZDF) vorhalten zu lassen, sein Plädoyer für die freie Presse sei ein „Lippenbekenntnis“.

Was hat den armen, den schlingernden Bundespräsidenten in diese peinliche Lage gebracht? Auf jeden Fall die dringende Erkenntnis, nur durch eine solche beispiellose Tat sein Amt retten zu können – woraus unmittelbar folgt: Die gleich zu Beginn der 20-minütigen Bekenntnisschlacht als Zeugen der Weltgeschichte aufgerufenen „Bürgerinnen und Bürger, Freunde und auch Mitarbeiter“ können in ihrem von Wulff rapportierten Begehren, ihn noch möglichst lange im Amt zu sehen, nicht gar so repräsentativ sein. Hätte er sich dieser Tortur unterzogen, ginge es nur darum, ein kleines Häuflein Querulanten und Nörgler zufriedenzustellen? Wohl kaum.

Bildergalerie: Christian Wulff - Bürgerfreund oder Konzernkumpane?

Richtig also und entgegen seiner ersten Aussage hat Wulff erkannt, dass er ein gehöriges Glaubwürdigkeitsproblem hat und dass ein Präsident ohne Glaubwürdigkeit kein Präsident mehr ist. So folgte ein Parforceritt durch die Seelenlandschaft des Christian Wulff, in der es in diesen Tagen noch zerklüfteter aussehen muss als ohnehin. Er gab nämlich einerseits wenig Schmeichelhaftes mit treuherzigem Augenaufschlag zu Protokoll: Er habe einen „schweren Fehler“ begangen, als er bei dem Chefredakteur der „Bild“-Zeitung anrief, um gegen eine missliebige Berichterstattung vorab zu protestieren. Er habe nicht immer „Respekt vor den Grundrechten, auch dem der Presse- und Meinungsfreiheit“ gezeigt. Er habe seine „Bringschuld gegenüber der Öffentlichkeit, Transparenz herzustellen“, nicht erkannt. Er habe „die Dinge“ nicht stets im Griff gehabt. Er sei nun lebensklüger und „auch ein bisschen demütiger“. Er habe viel gelernt und wolle „auch im Umgang mit (…) eigenen Fehlern Lernfortschritte unter Beweis“ stellen.

Mit einem Wort: Christian Wulff plädierte in der Kredit- wie in der Mailbox-Affäre auf mildernde Umstände, da er noch Novize sei in diesem schwierigen Amt, Bundes-Azubi gewissermaßen. Die volle Amtszeit, fünf Jahre, will er sich genehmigen.

Andererseits war er bemüht, sich als Vorbild und Opfer zugleich darzustellen, als Vorbild in seinem aufopfernden und „nachhaltigen Interesse an unserem Land, es voranzubringen.“ Das heißt: Weil er Patriot ist, will er standhaft „durch solche Bewährungsproben hindurch“. Er will weiterhin ertragen, dass Medien „das Innerste nach außen“ kehren, bis hin zu seiner eigenen „schwierigen Kindheit“, seiner eigenen „schwierigen Familie“ und den „Fantasien“, die über seine Ehefrau im Internet kursierten. Er will weiterhin auf sein Recht pochen, auch ein „privates Leben“ führen, auch „Freunde“ haben und deren Hilfen in Anspruch nehmen zu dürfen. Er habe nie gegen Gesetze verstoßen. Das Darlehen der Unternehmergattin Edith Geerkens, das ihm den Hauskauf zu Großburgwedel ermöglichte, sei „ordentlich verzinst“ gewesen. Als er es in das günstige Darlehen der BW-Bank umwandelte, sei alles mit rechten Dingen zugegangen; die Zinsen – bekanntlich zwischen 0,9 und 2,1 Prozent – seien aufgrund der „Kreditmarktbereitstellung“ bei einer „60-Prozent-Finanzierung“ eben „ganz normale übliche Konditionen“ gewesen. Bei alledem dürfe man nicht vergessen: „Man ist Mensch und man macht Fehler.“ Auch für Bundespräsidenten gälten die Menschenrechte. Ergo: Gerade das reihum kritisierte Verhalten macht ihn, Christian Wulff, echt menschlich.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie der Bundespräsident seine Wutrede auf der Mailbox von Kai Diekmann erklärte und sich dabei hinter einem kleinen Wort versteckte

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Neues Dossier anlegen:

Der "Pattex-Präsident" hat ausgedient!

Es ist mittlerweile schon fast unerträglich, wie Herr Wulff an seinem Sessel im Berliner Schloss Bellevue klebt. Einen derartigen "Pattex-Präsidenten", dem es ganz offensichtlich am Gespür für den einzigen noch möglichen, schon überfälligen Schritt mangelt, hat unser Land, hat Deutschland nicht verdient.

Herr Wulff, bitte besinnen Sie sich auf den von Ihnen geleisteten Amtseid:

"Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe."

Herr Wulff, bitte beenden Sie mit Ihrem Rücktritt dieses unwürdige Schauspiel der letzten Wochen, das so langsam die Dimension einer unendlichen Geschichte annimmt. Ein letzter Dank ist Ihnen dafür gewiss.

Und danach? Danach möge bitte Herr Gauck dem Amt des Bundespräsidenten seine Autorität und Würde zurückgeben.

  • Antworten
Guido Schümann04.01.2012 | 23:07 Uhr

Nachfolger von Herrn BP Wulff

"Und danach? Danach möge bitte Herr Gauck dem Amt des Bundespräsidenten seine Autorität und Würde zurückgeben."

Vorher käme aber noch Herr Horst Seehofer, der seit dem 1. November 2011 Präsident des Bundesrates ist.

"Artikel 57 des Grundgesetzes sieht vor, dass der Präsident des Bundesrates die Befugnisse des Bundespräsidenten wahrnimmt, wenn dieser verhindert ist."

Vielleicht eine Antwort auf die Frage warum die BILD nicht schon früher mit den Enthüllungen über Herrn Wulff rausrückte und weshalb der Seehofer gestern so spitzbübig grinste ...

  • Antworten
Charly W.05.01.2012 | 16:52 Uhr

Nachfolger von Herrn BP Wulff

Dazu fiel mir eben noch ein, dass Herr Seehofer ein politisches Comeback vom Guttenberg wünscht. Dabei denkt der doch hoffentlich nicht daran, dass möglicherweise bald das Amt des BP neu besetzt werden muss. Der CSUKT wurde kürzlich 40 und wäre damit alt genug für diesen Job. Was da grad politisch bei uns so abläuft ist kaum zu glauben aber leider wahr – nur soweit, dass wir einen Herrn zu Guttenberg als BundespräsidentenKandiaten bekommen, wird es ja wohl nicht auch noch kommen.

  • Antworten
Charly W.05.01.2012 | 17:29 Uhr

Der Pattex-Präsident

Jeder politisch Interessierte sollte sich in Erinnerung rufen, wem wir diesen Präsidenten verdanken. Das zarte Pflänzchen der Begeisterung der Deutschen für ihr Gemeinwesen, das sich in der Kandidatur Joachim Gaucks gezeigt hat, hat diese Kanzlerin umgepflügt, die Bevölkerung störte nur bei ihren Machtspielchen, sogar bei einem Amt ohne echte Macht. Wenn nun der Pattex-Präsident nicht freiwillig geht, wird die Beziehung der Deutschen zu ihrer Politik weiter Schaden nehmen. Vielen Dank, Frau Merkel!

  • Antworten
Helgoo04.01.2012 | 23:07 Uhr

Wulff

Ich möchte keinen Präsidenten, der mit eigenen Worten erklärt, dass er in Sachen Demokratie Lernbedarf hat. Ich möchte einen Präsidenten der die Demokratie in der Postmoderne mit eigenen Gedankenanstrengungen weiterbringt. Dazu ist dieser Mann komplett unfähig. Ob Gauck es kann, ich weiß es nicht, aber der hat wenigstens Intellekt.

  • Antworten
Robert Mosberg04.01.2012 | 23:18 Uhr

Die Spiegelgesellschaft

Wir projizieren heute vorbildliche Eigenschaften in Ämter und deren Personen, die wir selber verloren haben und sind enttäuscht, wenn der Amtsinhaber sie uns nicht zurückspiegeln kann.

  • Antworten
Heinz Pelzer05.01.2012 | 09:24 Uhr

Preisfrage: Richard von

Preisfrage: Richard von Weizsäcker - Roman Herzog - Horst Köhler - Christian Wulff: Wer paßt nicht in die Reihe?

  • Antworten
Mike Weiler05.01.2012 | 09:54 Uhr

Müssen Katholiken Heuchler sein?

Christian Wulff ist getaufter Katholik. In seinem "zweiten Leben" (sofern es eine Wiedergeburt gibt) sollte er katholischer Geistlicher werden; er könnte es bis zum Papst, zumindest jedoch bis zum Kardinal bringen.

In diesem Leben sollte er sich jedoch bereits des päpstlichen Sprachgebrauchs bedienen und nicht von sich mit "ich", sondern mit "wir" sprechen, so wie dies die Päpste bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts praktizierten. Das anonyme "man sollte" ist jedenfalls eines Bundespräsidenten unwürdig.

Nach der angeblichen "Beichte" dieses Bundespräsidenten bleibt nur ein nachhaltiger Eindruck: Herr Wulff ist und bleibt ein Heuchler, der es blendend versteht, Tatsachen zu verschleiern oder zu unterdrücken, die ihm nicht passen oder ihm nicht genehm sind. Nach außen gibt er den Sanftmütigen, hinter den Kulissen kann er jedoch knallhart und eiskalt agieren.

Die Würde eines Bundespräsidenten hat er aufgrund dieses schlingernden, heuchlerischen Verhaltens längst verspielt. Warum tut er sich nicht selbst den Gefallen und dankt ab?

  • Antworten
Yvonne Walden05.01.2012 | 10:54 Uhr

Wulff und kein Ende.

...die Reden, Ansprachen etc. von WULFF & Co. höre ich mir schon lange nicht mehr an. Mehr kann ich leider nicht für mich tun.
Die moralisierenden TV-Größen sind mir genauso zuwider.

  • Antworten
Wolfram Wiesel05.01.2012 | 11:23 Uhr

Wulf

Deutschland braucht keinen Bundespräsidenten !

1) Wenn ein sehr wichtiger, weil sehr kompetenter und sehr leistungsfähiger Chefarzt einer sehr wichtigen Fachklinik es mit der ehelichen Treue nicht genau nimmt, sich einmal nach einer „Feier“ eine weniger folgenschwere Fahrerflucht leistet, sogar dann und wann ein „Geschenk“ eines „dankbaren“ Patienten annimmt oder von sich aus einem „Freund“ das beste Zimmer in seiner Klinik zuschanzt, wenn der Wichtige mehr oder weniger durchgängig wegen elitären Gehabes im „Volk“ Kopfschütteln hervorruft, dann sollte man den Mann trotzdem nicht vor die Krankenhaustür setzen – weil er eben – als Facharzt - sehr wichtig, sehr kompetent und sehr leistungsfähig ist. - Der Mann wird ja nicht für seine Moral sondern für die Wichtigkeit seiner Leistung bezahlt. Und leistungsfähige Leute kann man nie genug haben.

2) Aber wie wichtig ist ein deutscher Bundespräsident; wie und für was muß der kompetent sein, Leistungsfähigkeit zeigen – so daß man über etwaiges „Allzumenschliche“ an ihm aus pragmatischen, ergebnisökonomischen Gründen „vernünftigerweise“ hinwegsehen sollte ?

3) Nach dem Anforderungsprofil eines deutschen Bundespräsidenten – so hat man seit der Schaffung dieses Amtes beobachten können – muß der Amtsinhaber oder die Amtsinhaberin nur a) gut reden können, rhetorisch begabt sein; er darf dabei allerdings nur, das legt die deutsche Verfassung fest, ganz allgemein reden, philosophieren, möglichst ergreifend, im Augeblick, wenn man ihm zuhört. Niemals aber darf er sich öffentlich politisch operativ äußern, hier konkrete Vorschläge oder Kritiken anbringen - höchstens einmal Verbrecher Verbrecher nennen, dann aber schon nicht mehr konkret vorschlagen, wie mit Verbrechen umgegangen werden sollte. – Weiter sollte das Staats“oberhaupt“ b) kräftig mahnen und aufrufen können. Zum Patriotismus und zur Toleranz; zu Fleiß, Bescheidenheit und Sparsamkeit, Solidarität, Humanität und Liebe; zu Ehrlichkeit und zum Mut zur Wahrheit – alles in allem dazu, jeder Mensch solle ein guter Mensch sein oder werden. – Schließlich soll der/die Präsident/in c) Vorbild sein - zur Nachahmung durch alle „Mitbürger“ – Vorbild gemäß a) und b). - Und die Nummer Eins im Staat hat d) die übrigen Millionen zu „repräsentieren“.
4) Aber nun ist der deutsche Bundespräsident nicht ein König von - speziellen - Gottes Gnaden, ist nicht „auserwählt“ sondern nur vom Volk gewählt. Nur aus seiner Mitte, aus seinem Milieu heraus. Er ist für sein Amt nicht begabter, nicht mehr prädestiniert als der Durchschnitt aller Bürger - für das Amt des Bundespräsidenten. Alles, was ein Bundespräsident können muß - reden, mahnen, Vorbild sein, repräsentieren -, können Millionen Bürger im Land im Prinzip auch. Und moralisch besser als die Menschen allgemein und im Durchschnitt ist er sowieso nicht. Wie sollte er auch ? – Facit: Das Volk braucht ein derartiges Oberhaupt, eine solche Obrigkeit nicht; das Volk präsidiert, vertritt und repräsentiert sich selbst. Das Amt des Bundespräsidenten ist ein Selbsttäuschung des Volkes, ist „Gesslers Hut“. - Nicht nur Christian Wulf, gegen den das Volk – zu dem auch „die Presse“, „die Politik“ gehören – keinen Stein werfen darf wegen dessen Moral, der aber auch nicht - wie ein kompetenter Chefarzt - einen Ausnahmerang genießen sollte, lehrt uns dies.

5) Die wenige relevante Arbeit eines „Bundespräsidenten“ kann so aufgeteilt werden:
a) Als Sprecher des Volkes fungiert der Sprecher der Sprecher des Volkes, der Parlamentarier, also der Bundestagspräsident.
b) Wenn willkommene Staatsbesucher Deutschland besuchen wollen, empfängt sie zu politischen Gesprächen der Regierungschef (Akkreditierung ausländischer „Botschafter“) oder einzelne Minister, zu Höflichkeitsbesuchen der Bundestagspräsident. Für Reisen nach draußen gilt das Analoge.
c) Notariatsbeurkundungen von Gesetzesbeschlüssen nimmt ein freiberuflicher Notar vor.
d) Regierungen setzt ein und verpflichtet das Parlament. Schwüre nimmt Gott selbst entgegen.
e) Feierlichkeiten – wo auch immer im Land - durch Anwesenheit, Zeremonien und Reden zu illuminieren, bleibt jeweils anderen eingeladenen und geeigneten Bürgern überlassen.
Günter Woltmann-Zeitler
5247 Arnbach

  • Antworten
Günter Woltmann-Zeitler05.01.2012 | 13:56 Uhr

Wie lange noch ...

bis Herr Wulff beim Dschungelcamp mitmacht?

  • Antworten
Christoph Kuhlmann05.01.2012 | 14:22 Uhr

Wullf

der sprachliche ductus geht doch so: ich BITTE um entschuldigung!

und nicht: ICH entschuldige MICH.

herr wullf, da genau liegt der unterschied!!

bitte abtreten, rasch.

  • Antworten
Werner S. Böhmer05.01.2012 | 15:33 Uhr

Bundespräsident Wulff

Schade, dass auch Herr Wulff dieselben Fehler macht wie vor ihm schone einige Andere; zuletzt der Baron von Guttenberg.
Trotz alle dem sollten wir bedenken, dass die Deutschen keinen Bundespräsidenten finden werden, an dem die Medien nicht auch " 1 Haar in der Suppe finden ".
Der Bild kann ich nur sagen " wer im Glashaus sitzt soll nicht mit Steinen werfen ". Aufhören und ans Tagesgeschäft gehen!
Wulff's Reaktionen sind Notwehr.

MfG
Hillenbrand

  • Antworten
Erich Hillenbrand05.01.2012 | 15:39 Uhr

Wulff

Die Causa Wulff ist ein hervorragendes Beispiel für gelenkte Demokratie. Die Causa Wulff könnte auch im Kreml spielen. Nicht das, was Wulff sagt ist wichtig. Wichtig ist, was SIE nicht sagt. Sie schweigt. Sie lässt ihn zappeln und sich winden. Das erhöht seine Abhängigkeit und seine Dankbarkeit. Schließlich wird er 2012 für ganz hässliche Sachen gebraucht. Aber wir können sicher sein, sie bangt auch. Denn Wulff ist ihre Erfindung. Und fällt er, bekommt auch sie, zumindest, Gleichgewichtsstörungen. Man kann sicher sein, dass der Draht zwischen beiden in den letzten Tagen geglüht hat. Und sie hat ihm Durchhaltebefehle erteilt, die denen A.Hs. an Generalfeldmarschall Paulus vor Stalingrad in nichts nachstanden. Wenn Leute von einer Staatskrise reden, die ein Rücktritt Wullfs zur Folge hätte, mag das übertrieben sein - eine Krise IHRES Systems wäre es allemal.

  • Antworten
Rudolf Stein05.01.2012 | 16:29 Uhr

überall: Wulff

Keine NAchrichten, kaum ein Kommentar, wo inzwischen nicht abfällig, belustigt, maliziös über Herrn W. hergefallen würde. WAS soll er denn eigentlich noch sagen? Ist doch alles längst bekannt. Darum geht es aber vermutlich nicht mehr: die sog. 4. Gewalt im Staat fordert den Kopf des Delinquenten (was war eigentlich nochmal sein Vergehen?). Wahrlich, soviel Moralisiererei war selten! Und das ausgerechnet von Leuten, denen ansonsten nur wenig oder garnichts heilig ist. Wenn ich lese, wie über Anstand und Moral schwadroniert wird, dann wird mir schlecht vor soviel Heuchelei.
"Cicero"? Willkommen auf dem Boulevard!

  • Antworten
tom05.01.2012 | 18:23 Uhr

Was für ein Beispieloses

Was für ein Beispieloses Trauerspiel liefert Hr. Wulff und zieht damit das höchste Amt im Staat in den Dreck!
Wie viel Halbwahrheiten, Peinlichkeiten und Unzulänglichkeiten darf sich ihr Bundespräsident noch leisten Frau Merkel???

  • Antworten
M.Christof05.01.2012 | 18:29 Uhr

Sehr geehrter Herr Kissler,

Sehr geehrter Herr Kissler,

was müsste Herr Wulff sagen, damit Sie seine Entschuldigung akzeptieren? Noch zerknirschter Reden?

Das Problem ist: egal, was Herr Wulff sagt: es wird ihm negativ ausgelegt. Ist er zu demütig, halten das viele nicht mehr für präsidial, ist er zu "präsidial", halten viele das für Arroganz oder zumindest für eine Entschuldigung, die zu kurz greift.

Im übrigen geht das mit dem Geldmarktzins völlig in Ordnung. Ich habe selbst 2010 ein Übergangs-Hausdarlehen für 2,1 % (d.h. Euribor von 0,6 % und Aufschlag von 1,5%) bekommen - und das als normaler Bürger ohne jeglichen politischen Einfluss. Wenn man noch ein bisschen besser verhandelt und die Bonität eines Bundespräsidenten hat (lebenslang 200.000 EUR p.a.), dann bekommt man sogar noch bessere Zinsen. Hier handelt es sich also keinesfalls um Vorteilsnahme oder Klüngel.

Wir haben eigentlich kein Wulff-Problem sondern ein Medien-Problem. Wäre um Weihnachten wieder eine schlimme Katastrophe gewesen (Tsunami o.ä.), dann wäre Wulff längst wieder eine Randnotiz, weil die Medien ihre Seiten und Minuten anderweitig füllen könnten. Das ist die - leider - zynische Medienrealität!

Und wenn Frau Schausten vom ZDF behauptet, sie bezahle 150 EUR, wenn sie bei Freunden übernachtet, dann kann ich mich nur wundern ...

Mit freundlichen Grüßen
T. W.

  • Antworten
Dr. T. W05.01.2012 | 18:59 Uhr

Wulff

Die Bundesversammlung hat mit Herrn Wulff einen Kandidaten mehrheilich gewählt, der sich in zweiter Eheentscheidung einer tätowierten Frau versprochen hat. Hier hätten die Präsidentschaftskandidaten-Vorschlagenden bei ihrer Wahl bereits mehr Fingerspitzengefühl zeigen müssen! Wie sich nun herausstellt, war es ein mehrheitlicher(CDU/CSU-FDP)-Kardinalfehler. Wir deutschen Staatsbürger verdienen einen moralisch beispielhaften Menschen als Repräsentanten! Ein Präsident, der das Bild eines unzweifelhaften Staatsoberhauptes erst nach seiner Wahl erlernen muss, ist wohl fehl am Platz.
Wir dürfen die Hoffnung jedoch nicht aufgeben solang es Menschen wie Frau Käßmann in unseren Reihen gibt, die wissen, welche Konsequenzen man als öffentliche Person bei Verfehlungen ziehen sollte.

  • Antworten
Wolfgang Riedel05.01.2012 | 20:25 Uhr

Wulff

Gratulation Herr Kissler,
sie haben meine volle Zustimmung.

  • Antworten
Ferge,Siegfried05.01.2012 | 21:39 Uhr

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