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 > „In Berlin will ich nichts werden“

Berliner Republik

David McAllister„In Berlin will ich nichts werden“

Interview mit David McAllister 21. August 2012
picture alliance
Niedersachsen,Ministerpräsident,McAllister,CDU
Als Nachfolger von Christian Wulff trat David McAllister sein Amt an
Schrift:

David McAllister, Niedersachsens Ministerpräsident, steht vor einer schwierigen Landtagswahl im nächsten Jahr. Dafür kopiert er das Erfolgsrezept von Hannelore Kraft – er setzt voll auf die Landespolitik und streitet Ambitionen auf Höheres ab. Er habe schließlich noch viel Zeit.

Seite 1 von 3

Herr McAllister, was haben Sie eigentlich gegen Berlin?
Gar nichts. Berlin ist meine Geburtsstadt. Ich bin für Berlin. In Charlottenburg bin ich aufgewachsen und habe dort bis 1982, also bis zu meinem elften Lebensjahr gelebt. In Berlin komme ich ohne Navi und Karte klar. Unsere Hauptstadt ist historisch spannend, kulturell vielseitig und zu Recht ein Magnet für Besucher aus aller Welt.

Aber mit dem politischen Berlin haben Sie nicht viel am Hut?
Im Gegenteil. Im Schnitt bin ich zweimal pro Woche in Berlin – ob im Präsidium und Bundesvorstand der CDU, im Bundesrat oder bei anderen wichtigen Treffen. Dort bin ich hundertprozentig präsent, wenn es um die gezielte Durchsetzung niedersächsischer Belange geht. Landespolitik wird auch in Berlin gestaltet. Zu bestimmten Umgangsformen im Berliner Politikbetrieb halte ich Distanz. Manche Gepflogenheiten sind einfach nicht mein Stil – etwa das Durchstechen vertraulicher Unterlagen oder Gesprächsinhalte an die Medien oder das Schlechtreden politischer Freunde in sogenannten Hintergrundkreisen. Um sich mit seinen politischen Inhalten Gehör zu verschaffen, muss man auch nicht zwingend jedes Mikrofon ungefragt und ununterbrochen ansteuern.

So hat Kurt Beck aus Mainz auch mal von Berlin geredet. Es ging nicht lange gut.
Kurt Beck ist als SPD-Parteivorsitzender an innerparteilichen Intrigen und der mangelnden Solidarität seiner Genossen gescheitert. Was mich angeht, so habe ich zu den Spitzen der Bundes-CDU ein sehr gutes Verhältnis. Daher bin ich ganz entspannt.

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Warum?
In Berlin will ich nichts werden. Keiner muss fürchten, ich wolle ihm oder ihr einen Posten wegnehmen. Mein Platz ist in Niedersachsen. Dieses Land ist meine Heimat. Hier bin ich froh und glücklich mit dem, was ich bin. Hier mache ich meine Arbeit und bin für die Menschen da. So einfach ist das.

Auch das hat schon mal einer gesagt und galt dann erst recht als derjenige, der Merkel ans Leder wollte: Ihr Vorgänger Christian Wulff.
Dass in der Berliner Republik alles aus der Sicht der Bundeshauptstadt wahrgenommen wird, verstehe ich. Aber es gibt in Deutschland auch ein reiches politisches, wirtschaftliches und kulturelles Leben außerhalb des Berliner Regierungsviertels. Landespolitik ist spannend und nah an den Menschen. Gerade Letzteres ist mir besonders wichtig. Als Ministerpräsident kann ich viel für das schönste Land der Bundesrepublik tun. Für mich ist es eine große Ehre, in vergleichsweise jungen Jahren dieses Amt bekleiden zu dürfen.

„Du musst auch mal den Arm heben", hat Ihnen Ihr väterlicher Freund Peter Harry Carstensen empfohlen. Was ist falsch an der Empfehlung?
Die Empfehlung ist richtig. Alles zu seiner Zeit. Und ich habe noch ganz viel Zeit.

Seite 2: „Politik ist nicht das permanente Schielen auf einen neuen Job"

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