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Berliner Republik

Benedikt, ein Papst in deutschem Namen

Von Alan Posener25. Januar 2010
Schrift:
Wie so mancher Angehöriger seiner Generation hat auch Joseph Ratzinger, Jahrgang 1927, beim Blick auf die Gräuel des Nationalsozialismus ein selektives Gedächtnis.
Man kommt ja doch nicht umhin, die berühmte Bild-Schlagzeile zu zitieren, also bringen wir’s hinter uns: „Wir sind Papst!“ So jubelte Deutschlands Leitmedium – der Chefredakteur ist bekennender Katholik – am Tag nach der Wahl Joseph Ratzingers zum Bischof von Rom. Aber wie deutsch ist Benedikt XVI.? Joseph Alois Ratzinger selbst scheint zu glauben, sein Deutschsein sei etwas, das er nach Belieben an- oder ablegen könne. Nur so ist zu erklären, dass er als Papst bei seinem Antrittsbesuch in der Heimat seines Vorgängers sagte, er komme nach Polen „vor allem als Katholik, nicht als Deutscher“. Als könnten die Polen je vergessen, woher der ehemalige Hitlerjunge kam. Als dürfte es der ehemalige Hitlerjunge je vergessen. Freilich ist der Wunsch, diese als Kainsmal empfundene Identität los zu werden, aufzugehen in ein größeres Kollektiv, etwas sehr Deutsches. Nirgendwo ist sie ausgeprägter als bei Ratzingers Altersgenossen, die man euphemistisch nicht „Hitlerjugendgeneration“, sondern „Flakhelfergeneration“ nennt. Die Bezeichnung soll an alliierte Flächenbombardements erinnern und die flächendeckende Indoktrination vergessen machen. Wie so mancher Angehöriger seiner Generation – man denke an Günter Grass – hat auch Joseph Ratzinger ein selektives Gedächtnis, wenn es um diese Jahre geht. Zwar mag man es als Witz abtun, wenn Benedikts Sprecher Federico Lombardi noch im Mai 2009 beteuert, der Papst sei „nie, nie, nie“ in der HJ gewesen, obwohl Ratzinger das in seiner Autobiografie erwähnt hat: Wie alle Zöglinge des Traunsteiner Priesterseminars war er mit 14 zwangsweise in die NS-Jugendorganisation aufgenommen worden. Weniger witzig ist es, wenn Ratzinger in dieser Autobiografie eine Legende um seine Familie und seine oberbayerische Heimat strickt: wenn er behauptet, sein Vater, der Landgendarm, sei wegen seiner Gegnerschaft zu örtlichen Nazis versetzt worden, obwohl sich in dessen Personalakte keine Spur eines solchen Vorgangs findet; wenn er die Mitgliedschaft seiner Mutter in der NS-Frauenschaft verschweigt; wenn er überhaupt das idyllische Bild eines wegen seiner katholischen Frömmigkeit gegen den Nazi-Ungeist immunen Völkchens zeichnet. Dass er dabei seinen Großonkel Georg Ratzinger verschweigt, einen Priester, Publizisten und nach eigener Bekundung „sozial-klerikalen Reichsfeind“, der die Juden als „Läusekrankheit unserer Zeit“ bezeichnete, mag man als, nun ja, Chuzpe durchgehen lassen. Wenn Ratzinger aber im Gespräch mit einem italienischen Journalisten meint, die „giftigen Keime des Nationalsozialismus“ seien „nicht die Frucht des österreichischen und süddeutschen Katholizismus, sondern allenfalls der dekadenten kosmopolitischen Atmosphäre Wiens am Ende der Monarchie“, so ist da Unheimlicheres im Spiel. Galten doch die Signalworte „dekadent“ und „kosmopolitisch“ seit jeher allen Reaktionären als Synonyme für „verjudet“. Auf diese Weise anzudeuten, die späteren Opfer des Nationalsozialismus seien irgendwie für dessen Entstehung verantwortlich – das ist unerträglich. Und was Ratzingers Heimat betrifft: Der vier Jahre jüngere Thomas Bernhard, der aus dem „dekadenten und kosmopolitischen“ Wien kommend in den dreißiger Jahren in Traunstein aufs Gymnasium ging, empfand die „oberbayerische Idylle“ als „katholisch und erzkatholisch, nazistisch und erznazistisch“. Benedikt aber ist nicht nur darin typisch für Deutsche seiner Generation, dass er ein Bild Deutschlands vor der Machtübergabe an Hitler zeichnet, in dem der Nationalsozialismus als etwas Fremdes, im Wortsinne Äußerliches erscheint. Diese Machtübergabe selbst, an der die katholische Zentrumspartei nicht unwesentlich beteiligt war und der sich im Reichstag nur die SPD widersetzte, erscheint in seiner Darstellung als eine Art Überfall. Ausgerechnet in Auschwitz, ausgerechnet in der Rede, mit der er die Scharade aufgab, „vor allem als Katholik, nicht als Deutscher“ unterwegs zu sein, zeigte Benedikt, wie wenig er in der Lage ist, deutsche Schuld und Verantwortung zu akzeptieren. Er komme, sagte Benedikt, „als Sohn des Volkes, über das eine Schar von Verbrechern mit lügnerischen Versprechungen, mit der Verheißung der Größe, des Wiedererstehens der Ehre der Nation und ihrer Bedeutung, mit der Verheißung des Wohlergehens und auch mit Terror und Einschüchterung Macht gewonnen hatte, sodass unser Volk zum Instrument ihrer Wut des Zerstörens und des Herrschens gebraucht und missbraucht werden konnte.“ Dass diese „Schar von Verbrechern“ eine Massenpartei anführte und von Anfang an klarmachte, dass Ehre, Größe und Wohlstand der Nation vor allem von der „Lösung der Judenfrage“ abhingen; ja, dass der radikale Antisemitismus einen Teil der Faszination der NSDAP für die Deutschen ausmachte – das verschwieg Benedikt ausgerechnet am Ort der Endlösung; ausgerechnet dort sprach er von den Deutschen als einem belogenen, betrogenen, terrorisierten, eingeschüchterten und missbrauchten Volk, als wären sie die eigentlichen Opfer der Nazis gewesen. Man wird unweigerlich an die Worte erinnert, mit denen sich die Täter selbst reinzuwaschen versuchten. Hans Fritzsche etwa, Ministerialdirektor im NS-Propagandaministerium, Chefkommentator des Rundfunks und Leiter der Abteilung Presse, klagte 1947 vor Gericht: „Ich bin von Verbrechern vom Schlage eines Hitler oder Goebbels getäuscht worden. Ich bin geistig genauso missbraucht worden wie viele andere körperlich.“ Wie viele Deutsche seiner Generation hat Ratzinger bei aller abstrakten Einsicht in die deutsche Schuld es nie wirklich vermocht, wohl auch nicht versucht, den Nationalsozialismus aus dem Blickwinkel der Opfer zu sehen. Nur so ist zu erklären, dass er unbeirrt an der Seligsprechung des unseligen Papstes Pius XII. festhält, dessen Antijudaismus, Sympathie für autoritäre und faschistische Regime und Feigheit gegenüber Nazideutschland gut dokumentiert sind. Seine Haltung gegenüber jüdischer Kritik an diesem Vorgehen kann mit den Worten umschrieben werden, die er 1980 fand, als jüdische Organisationen Kritik an antijüdischen Passagen der Oberammergauer Passionsspiele äußerten: „Antisemitismus kann man auch herbeireden; deshalb möchte ich alle, insbesondere auch unsere jüdischen Freunde, bitten, mit dem Vorwurf des Antisemitismus aufzuhören.“ Wenn ihr nicht aufhört, den katholischen Antisemitismus zu kritisieren, können wir auch anders! Deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass Benedikt sich um die Rücknahme der Exkommunikation der Bischöfe der Piusbruderschaft bemüht. Dass sich unter ihnen auch ein offener Holocaust-Leugner befand, wurde vom Vatikan als Ergebnis einer Informationspanne hingestellt; jedoch ist Joseph Ratzinger ausgesprochen gut über die ideologischen Positionen der Piusbrüder informiert, da er bereits als Chef der Kongregation für die Glaubenslehre mit der Causa intensiv beschäftigt war. Er weiß sehr wohl, dass die Piusbrüder jenen alten katholischen Antijudaismus pflegen, der bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil in der Kirche vorherrschend war und dessen Beitrag zum Rassenantisemitismus unbestritten ist – und doch, wie wir gesehen haben, von Benedikt bestritten wird. Außerhalb des Vatikans mag man sich fragen, wie ausgerechnet ein deutscher Papst daran denken kann, Abtrünnige in den Schoß der Kirche zurückzuholen, die sich offen zu der Ansicht bekennen, die Juden seien „Gottesmörder“. Aber dieser Papst hat ein schrecklich gutes Gewissen. Während seiner viereinhalb Jahre als Erzbischof von München und Freising schaffte es Ratzinger kein einziges Mal, die Gedenkstätte auf dem Gelände des früheren KZ Dachau zu besuchen, die keine halbe Automobilstunde von der erzbischöflichen Residenz entfernt liegt. Als er jedoch im Auftrag Johannes Pauls II. an den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der alliierten Landung in der Normandie teilnahm, ließ sich Ratzinger umgehend die halbe Automobilstunde von Omaha Beach zum deutschen Soldatenfriedhof La Cambe chauffieren. „In dieser Stunde verbeugen wir uns in Ehrfurcht vor den Toten des Zweiten Weltkriegs; wir gedenken der vielen jungen Menschen aus unserer Heimat, deren Zukunft und Hoffnung in den blutigen Schlachten des Krieges zerstört wurden“, sagte der Kardinal. Sein Besuch war offenkundig als Demonstration gegen den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder gedacht. Der war von den Alliierten zu den Feierlichkeiten eingeladen worden, hatte aber einen Besuch in La Cambe abgelehnt, weshalb der Sozialdemokrat vom CSU-Politiker Peter Ramsauer als „Antipatriot“ beschimpft wurde. Jedoch fehlte es Schröder nicht an Patriotismus; eher fehlte es Ratzinger an Feingefühl. Denn unter den zehntausend in La Cambe begrabenen Soldaten befinden sich mehrere Hundert Angehörige der berüchtigten Waffen-SS-Panzerdivision „Das Reich“, so zum Beispiel SS-Sturmbannführer Adolf Diekmann, der in Oradour-sur-Glane das Massaker fast der gesamten Dorfbevölkerung, darunter 207 Kinder und 254 Frauen, befehligt hatte. Vor solchen Gräbern also sagte Ratzinger: „Es muss uns als Deutsche schmerzlich berühren, dass ihr Idealismus und ihr Gehorsam von einem ungerechten Regime missbraucht wurden. Aber das entehrt diese jungen Menschen nicht …“ Da haben wir sie wieder, die rhetorische Figur von den missbrauchten Idealisten. Sicher, die gab es auch; wer aber vor den Gräbern von Verbrechern nicht auch von Verbrechen reden will, sollte lieber schweigen. Ratzinger aber hat nicht nur in La Cambe davon gesprochen, dass die dort begrabenen Soldaten „ganz einfach ihre Pflicht zu tun versucht“ hätten; tags zuvor hatte er beim offiziellen Gedenkgottesdienst in der Kathedrale von Caen behauptet, „auch die von einem Verbrecher geleitete Regierung“ Nazideutschlands habe nach kirchlicher Lehre „den Rechtsgehorsam des Bürgers und die Achtung vor der Autorität des Staates einfordern“ dürfen. Dass diese nachträgliche Legitimierung des millionenfachen Mitmachens ausgerechnet in einem Gottesdienst zu Ehren der Männer vorgetragen wurde, die ihr Leben gaben, um Europa von der deutschen Tyrannei zu befreien, verschlägt einem schier den Atem. Und natürlich liegt hier – in der unkritischen Akzeptanz der „Autorität des Staates“ unabhängig von der Verfassung des Staates – der benediktinische Hund begraben. Während Ratzinger ungerührt in Bezug auf den Nationalsozialismus von Ehre und Größe der Nation, Idealismus, Pflichtbewusstsein und Rechtsgehorsam der Bürger redet, kritisiert er den pluralistischen, demokratischen Staat als „Diktatur des Relativismus, die nichts als definitiv anerkennt und als letztes Maß nur das Ich und seine Bedürfnisse lässt.“ Der in diesen Zeilen implizit aufscheinende Wunsch nach einem Staat der Diktatur der Wahrheit, der das Relative, Kontingente, Offene, Unabgeschlossene und Ungefähre ebenso wenig gelten lässt wie „das Ich und seine Bedürfnisse“, bei dem also nicht der einzelne Bürger, sondern die Staatsräson im Mittelpunkt steht, erinnert fatal an den politischen Lehrer dieser Generation, Carl Schmitt, und seine Kritik der Demokratie: „Aus immer neuen Gelegenheiten entsteht eine immer neue, aber immer nur occasionelle Welt, eine Welt ohne Substanz und ohne funktionelle Bindung, ohne feste Führung, ohne Konklusion und Definition, ohne Entscheidung, ohne letztes Gericht, unendlich weitergehend, geführt nur von der magischen Hand des Zufalls …“ („Politische Romantik“, 1919) In seinem autoritären Denken ebenso wie in seiner Unfähigkeit, Schuld zu benennen und Verantwortung zu übernehmen, ist Benedikt geradezu prototypisch für eine deutsche Geisteshaltung, mit der erst die Rebellion von 1968 aufräumte. Es ist bezeichnend, dass Joseph Ratzinger der Konfrontation mit den 68ern an der Universität Tübingen auswich, sich geradezu fluchtartig nach Regensburg verzog, wo er seine Weltsicht ungestört von jeder Konfrontation mit der Wirklichkeit und den Befindlichkeiten eines sich modernisierenden Landes pflegen konnte. Dass Benedikt XVI. ein Deutscher von vorgestern ist, auf eine Weise deutsch, wie es nicht mehr allzu viele Deutsche sind, ist eine Sache. Dass er hierzulande – und eben nicht nur vom Boulevard, sondern von einem modischen Salon-Katholizismus und einem an der Demokratie irre gewordenen Feuilleton – immer noch als geistige und moralische Größe gehandelt wird, ist eine andere, die zu denken gibt.
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zumindest muss man der Zeitschrift cicero zugute halten, dass sie auch die kritischen Kommentare stehen lässt. Danke.

  • Antworten
Ulrich09.02.2010 | 00:00 Uhr

Mit erfreulicher Deutlichkeit enttarnt der Autor, Alan Posener, den "deutschen Papst" als "kirchlichen Heuchler". Dabei ist es doch gerade die katholische Kirche, die auf die Wahrheitsliebe (8. Gebot) pocht. Gilt dieses achte Gebot etwa nicht für Päpste, Priester und andere kirchliche "Würdenträger"? Für mich bleibt die katholische Kirche das, was sie immer schon war: eine unglaubwürdige Institution. Und eine solche Organisation will "den Glauben" verkünden? Das dies alles nicht zusammenpasst, bemerken immer mehr "Gläubige". Gut so.

  • Antworten
Yvonne Walden10.02.2010 | 00:00 Uhr

Immer wieder habe ich mich gefragt, wie doch eigentlich recht intelligente und gebildete Menschen auf eine Ideologie wie den Nationalsozialismus hereinfallen und ihn gar noch verteidigen konnten.
Wenn ich den Artikel von Herrn Posner lese, muss ich leider feststellen, dass es diese Menschen auch heute noch gibt: Menschen, denen jede Äußerung, jedes noch so abwegige Argument dazu dient, es ins Gegenteil zu verkehren, alles aus der Umgebung, losgelöst von jedem geschichtlichen und rechtlichen Zusammenhang, zu verdrehen und zu ihren Gunsten auslegen. Mit dem einen Ziel, das Gegenüber, das sie im Visier haben, zu einem Ungetüm werden zu lassen, das keinerlei Achtung verdient, weil es zutiefst unmoralisch ja amoralisch ist.

Nur gut, dass Herr Posner über das alles erhaben ist und rein sachlich argumentiert.
Zumindest ist er offensichtlich davon überzeugt.

  • Antworten
Ingrid Fischer10.02.2010 | 00:00 Uhr

Auch ich habe mich darüber gewundert, dass der Cicero sich für Papstkritik auf diesem Niveau hergibt. Es bleibt - um dem Ganzen wenigstens etwas Positives abzugewinnen – zu hoffen, dass diese Provokation bereichernde Reaktionen nach sich zieht.

Dass in sozialdemokratischen Kreisen teilweise andere Ansatzpunkte hinsichtlich der deutschen Vergangenheitsbewältigung vertreten werden als in konservativen ist hinreichend bekannt; eine gewisse traditionelle Nähe katholischer Milieus zu den Konservativen ebenfalls. Insoweit bietet der Artikel daher weder wesentlich Neues, noch vermag er sich ansatzweise über schlichte Polemik zu heben.

Im Kern seiner politischen Mission wendet sich Herr Posener gegen Überzeugungen, die er Benedikt XVI. anhand verschiedener Äußerungen unterstellt. Befürchtet wird ein Wiederbelebungsversuch politischer Einstellungen, die bereits abschließend von der 68er-Studentenrevolte widerlegt und damit obsolet geworden seien. Zwei Fragen drängen sich mir dennoch auf:

1. Finden sich Tendenzen der dem Papst attestierten Skepsis gegenüber individueller Freiheit verbunden mit dem Rückzug auf ein festes ideologisches Fundament nicht gerade auch bei der 68er-Bewegung?

2. Müsste man einen gegen den Papst gerichteten Vorwurf einer gewissen Unmodernität nicht erweitern auf die Wiederbelebungsversuche von Argumentationsmustern einer Studentenrevolte die immerhin auch schon über 40 Jahre zurückliegt?

  • Antworten
Tobias Schädle12.02.2010 | 00:00 Uhr

In einigen Leserinnen- und Leserkommentaren klingt durch, dass die Papst-Kritik des Verfassers Alan Posener "ungehörig" oder unziemlich sei.
Warum sollte ein Papst nicht kritisiert werden dürfen ? Schliesslich kritisiert er seinerseits auf vielfältige Weise ausserkirchliche Zustände oder Vorkommnisse, die nicht dem Weltbild seiner Kirche, der römisch-katholischen, entsprechen.
Die Zeiten, in denen die Kurie in Rom das europäische Meinungsmonopol innehatte, sind seit dem späten Mittelalter - Gott sei Dank - vorbei. Wer zu früheren Zeiten Glaubenszweifel äusserte oder sich den Weisungen der römisch-katholischen Kirche widersetzte, hatte mit harten Sanktionen zu rechnen, wurde als "Ketzer" geschmäht, drangsaliert, aber auch gefoltert und eingekerkert. Eine ungezählte Anzahl dieser "Ketzer" (oder auch "Hexen") ging in den kirchlichen Kerkern elend zugrunde. Der inzwischen bekannte französische Buchautor Victor Hugo beschrieb in seinem grossartigen Roman "Der Glöckner von Notre-Dame" derartige kirchlich-klerikale Praktiken, weshalb dieses Buch sofort auf den Index der von der Kirche verbotenen Bücher gelangte und von Katholikinnen und Katholiken nur unter Begehung einer "Todsünde" gelesen werden durfte. Leider hat die römisch-katholische Kirche mit dem allgemeinen Menschenrecht der Meinungsfreiheit noch immer nicht ihren Frieden geschlossen. Ein Grund mehr, den Papst und seine Kirche immer wieder kritisch zu betrachten und permanent "einen Finger auf diese Wunde der kirchlichen Bevormundung" zu legen.

  • Antworten
Yvonne Walden15.02.2010 | 00:00 Uhr

Die übliche Papst-Beschimpfung

*gähn*

  • Antworten
Thomas19.02.2010 | 00:00 Uhr

Aufklärung tut Not. Danke für diesen Artikel. Die Arroganz der Katholischen Kirche -als Allein-Seeligmachende Glaubensinstitution-ist unerträglich geworden.
Es freut mich, daß Cicero hier nicht-aus falscher Rücksichtnahme-klare Tatsachen "verniedlicht".Diese Kirche war und ist weltfremd.
Siehe die gegenwärtigen Diskussionen um Mißbrauch,etc.

  • Antworten
baumann06.03.2010 | 00:00 Uhr

Bitte tauschen Sie diesen Kommentar gegen den bereits veroeffentlichten aus. Danke!

Fast interessanter und aufschlussreicher als der Papst-Artikel sind die meisten Leserzuschriften, die, man weiss zunaechst nicht so recht weshalb, von "Hasspredigt", "widerlichen Erguessen", "unterste Schublade" und dergleichen sprechen.

Sind die Reaktionen so gehaessig, weil der ganz und gar nicht heilige "Vater" von einem, na, sagen wir schonend, 'Kosmopoliten' enttarnt wird, oder fuehlen sich hier wieder stramm gewordene Deutsche beleidigt, dass immer wieder an die unsaegliche Vergangenheit erinnert wird, die noch lange nicht abgeschlossen ist - so lange jedenfalls, bis auch die letzten Wahrheiten der geistig-moralischen "Verstrickung" des Gros der Deutschen in das NS-Regime aufgedeckt werden.

Was allein im letzten Jahrzehnt an unangenehmen, nestbeschmutzenden historischen Tatsachen zutage gefoerdert wurde, beispielsweise, wieviel die Deutschen in Wirklichkeit ueber die Ermordung der Juden bereits Anfang der Vierziger Jahre gewusst haben, ist mehr erschreckend als erdrueckend.

Dieser Papst ist ein typischer Vertreter der "Flakhelfer-Generation", von denen ich (Jahrgang 1941) immer wieder hoeren konnte, dass sie und ihre idealistischen Eltern von den Nazi-"Schergen" "verfuehrt" und um ihre Jugend betrogen wurden.

Von einem dieser Apologeten (Jahrgang 1928) hoerte ich vor nicht allzu langer Zeit gar, dass seine Eltern (Nazis, wie die Mehrheit der Deutschen) innerlich "Widerstand" geleistet und sich grosser Gefahren ("Verbringung" in ein KZ!!) ausgesetzt haben, weil sie als Musikliebhaber heimlich Mendelssohn-Stuecke hoerten...

Ein anderer, der allerdings zur Taeter-Generation gehoerte und dem ich mal nahe stand, unfreiwillig, besonderen Umstaenden folgend, hat es nach dem Krieg tatsaechlich hingekriegt, sich als "Mitlaeufer" bei den Entnazifizierungsverfahren einstufen zu lassen - er war ehemals ranghoher SS-Offizier, der unter anderem von Himmler persoenlich als Schulungsleiter der SS im RSHA ausgesucht wurde und spaeter auch die im Osten eingesetzten Mordtruppen der Daluege'schen Ordungspolizei weltanschaulich unterrichtete.

Eine feige Generation, die Vor-68 iger, zu der, obwohl nicht schuldig geworden, auch der bayrische Papst gehoert.

Benedikt XVI, Kohl und Grass koennen von Glueck reden, dass sie nicht 20 Jahre vorher geboren wurden - dann haette man sie vielleicht an die Seite von Globke, Kiesinger, Filbinger und so viele andere Ehrenmaenner stellen koennen, die im Nachfolgestaat des Dritten Reichs ungestoert Karriere machen konnten, bis die Luecken in ihren Lebenslaeufen aufgedeckt wurden und sie sich den Fragen stellen mussten, die sie stellvertrend fuer ihre Zeitgenossen mit gesenktem Haupt nur erbaermlich hinstammelnd beantworten konnten.

Benedikt XVI ist nicht einer, der aus Versehen ins Fettnaepchen tritt. Er ist ein kalter, berechnender, machiavellistischer Macht-Mensch, nicht weniger reaktionaer als sein Vorgaenger oder der Nazi-Sympathisant Pius XII, der jetzt, ausgerechnet vom ehemaligen HJ-Mitglied Ratzinger selig gesprochen werden soll.

Die fuer frei und humanistisch denkenden Menschen als Peinlichkeiten empfundenen Auftritte und Amtshandlungen dieses "schlimmen alten Manns in Rom" (Reinhard Mey) muessten auch dem tolerantesten Katholiken in der Tat zu denken geben.

Ich kann es nicht anders sagen: Dieser "unser" Papst ist eine tiefe Schande fuer Deutschland und die ganze katholische Welt.

  • Antworten
Wolfgang Leander06.03.2010 | 00:00 Uhr

Bravo fuer diese mutige, ehrliche und offenlegende Berichterstattung. Einen Artikel dieses Formates habe ich einem FDP-finanzierten Blatt gar nicht zugetraut. Sie haben einen neuen Leser gewonnen.

Interessant waere jetzt
ein Artikel zum Afghanistankrieg aus der "christlichen" Perspektive der CSU.

  • Antworten
Rainer Winters08.03.2010 | 00:00 Uhr

Man kann die katholische Kirche und diesen Papst gerne kritisieren für ihre falsche Politik. Aber wenn im gleichen Atemzug darüber diese sog. 68er wiedereinmal zu Helden werden, ist für mich die Argumentation disqualifiziert.

Welche heute mehrheitlich als 'gut' empfundenen Werte haben diese Leute denn in die Welt gebracht, die nicht vorher schon von anderen unter grösseren Entbehrungen gedacht und formuliert wurden?

Welche Diktatur haben die bekämpft? Gegen welchen mit absoluter Macht ausgestatteten Tyrannen haben die aufbegehrt?

Ihr sog. 68er, bitte glaubt nur nicht, dass wir Jüngeren unsere Vorbilder bei euch finden. Die tragen alle andere Namen. Und die wären auch sicher nicht unter euch gewesen.

  • Antworten
Nachgeborener11.03.2010 | 00:00 Uhr

Vielen Dank für die Auflistung von Papst-Äußerungen, die man in dieser Dichte nicht verfolgen kann. Zusammengesetzt ergeben sie einen Einblick in die Gedankenwelt des Stellvertreter Gottes auf Erden. - Wem dient dieser Papst? Wie definiert er seine Aufgabe? Eine spannende Frage, wo er doch die maßgebliche Bibelinterpretation für die mehr als 1 Milliarde Katholiken vorgibt. Ein mächtiger Mann.

  • Antworten
M. M. Nack12.03.2010 | 00:00 Uhr

Ein ganz übler Schwätzer, dieser Posener, wirklich ein ganz übler.
An Menschen wie ihm wird diese Gesellschaft zugrunde gehen.
Aber zum Glück wird es dann immer noch die katholische Kirche und den Papst geben.

  • Antworten
mikathi05.05.2010 | 00:00 Uhr

Eine hervorragende Analyse.

Bislang wurde die geistige Nähe des Katholizismus zum Nazitum selten so klar beschrieben.

Der Autor hat sich sehr gut in die geistige Welt des Herrn Ratzinger hineingearbeitet. Vieles ergibt erst jetzt einen Sinn, auch die "Informationspanne" im Fall der Piusbrüder.

Wenn ich nicht schon lange aus der Kirche ausgetreten wäre: spätestens jetzt wäre ich.

  • Antworten
Claudio Meyer23.06.2010 | 00:00 Uhr

Eine hervorragende Analyse.

Bislang wurde die geistige Nähe des Katholizismus zum Nazitum selten so klar beschrieben.

Der Autor hat sich sehr gut in die geistige Welt des Herrn Ratzinger hineingearbeitet. Vieles ergibt erst jetzt einen Sinn, auch die "Informationspanne" im Fall der Piusbrüder.

Wenn ich nicht schon lange aus der Kirche ausgetreten wäre: spätestens jetzt wäre ich.

  • Antworten
Claudio Meyer23.06.2010 | 00:00 Uhr

Guten Tag,
Vorbemerkung: Ich habe die Ka-tholische Kirche 1970 verlassen.
Der Artikel von Alan Posener zeichnet sich durch Schärfe, leider aber auch stellenweise durch Gehässigkeit aus. Nach dem Zitat Benedikts zum Vorwurf des Antisemitismus bei den Oberammergauer Festspielen kommt der Satz "Wenn ihr nicht aufhört, den katholischen Antisemitismus zu kritisieren, können wir auch anders!" Das ist kein Zitat, sondern eine gedankliche Weiterentwicklung, die vermutlich nicht im päpstlichen Hirn stattgefunden hat, sondern in jenem von Herrn Posener.
Hier wird aus joúrnalistischer Objektivität Polemik.
Ich selbst gehöre zum Jahrgang 1932, Benedikt zu 1927.
Ich war von 1943-1945 im Jungvolk der Hitlerjugend. Nach meiner Erinnerung wurde man mit 14 Jahren auf Antrag Mitglied der HJ.
Es wäre interessant zu erfahren, ob Joseph Ratzinger einen solchen Antrag gestellt hat.
Günter Henne

  • Antworten
dr. günter henne12.07.2010 | 00:00 Uhr

Es ist schon erstaunlich, dass gerade weltliche Kommentatoren, die der katholischen Kirche nicht wohlgesonnen sind und sie immer wieder der mangelnden Flexibilität bezichtigen, sich als solche "Hassprediger" outen, wie es Alan Posener hier tut. Er scheint ja aber ein intimer Kenner der Familienverhältnisse unseres Papstes zu sein und bei den entscheidenden Momenten von dessen Leben anwesend.

Mich wundert nur, wieso ein Magazin wie Cicero derartige widerliche Ergüsse zulässt. Ich bitte mich nicht misszuverstehen: konstruktive Kritik ist erwünscht und kann die einzig wahren Kirche Christi nur voran bringen, aber derartige Tiraden entsprechen doch eher einem Stürmer-Stil und damit weist sich Herr Posener als Steinewerfer im Glashaus aus.

Ich hoffe, ein solcher Artikel ist keine Vorausschau auf das, was uns bei Cicaro nach dem Chefredakteurswechsel erwartet. Es wäre schade um eines der wenigen guten Magazine am deutschen Zeitungsmarkt.

  • Antworten
Honekamp06.02.2010 | 00:00 Uhr

Alan Poseners medialer Kampf gegen den Papst wirkt schon sehr pathologisch. Sichtlich bemüht versucht er Benedikt XVI. in die von einer hysterischen und politisch/ideologisch bewusst agierenden Medienelite gepflegten Ecke des Antisemitischen/diffus "Rechten" zu drängen und gleichzeitig verschiedene Weisen des Deutschseins zu konstruieren. Die er natürlich moralisch kategorisiert. Jaja, die bösen Deutschen, wenigstens klappte das mit der "totalen Niederlage". Langweilig. Gab es alles schon. Was packt Posener in der nächsten WamS-Ausgabe aus? Die Kollektivschuldthese? Oder wird er spekulieren, dass der Papst unter einem Pseudonym im NPD-Hausblatt verworrene Gedankengebilde zur Auferstehung einer Herrenrasse publiziert?

Durch solche Behauptungen wie "[...]dass der radikale Antisemitismus einen Teil der Faszination der NSDAP für die Deutschen ausmachte[...]" verschwindet auch der letzte Funken seriöser historischer Urteilskraft.

Wenn Cicero auch nach dem überraschenden und befremdlichen Chefredakteurswechsel weiterhin das einzige deutsche Debattenmagazin auf höchstem Niveau sein möchte, gibt es anderen Autoren in der kommenden Ausgabe die Gelegenheit zur Widerrede.

  • Antworten
Roi Danton06.02.2010 | 00:00 Uhr

Zwei Dinge, gilt es zu fragen:
1. War der Autor des Artikels damals dabei?
2. In welche Reihe hätte sich damals der Autor gestellt?

Es scheint auch eine deutsche Eigenheit zu sein:
"Der Prophet ist im eigenen Land nichts wert".

  • Antworten
Don Camillo06.02.2010 | 00:00 Uhr

Um in einer Sprache zu sprechen die Herr Posener versteht: "Das ist Bullshit".

  • Antworten
Udo Jäkel06.02.2010 | 00:00 Uhr

Glückwunsch zu diesem längst überfälligen Artikel!

  • Antworten
Bessler06.02.2010 | 00:00 Uhr

Meine Güte, lese ich noch Cicero oder schon die Taz? Macht Ihr jetzt einen auf spitzfindisch kritisch. Ihr könnt ja die Richtung verändern aber bleibt bitte bei der der gewohnten Qualität

  • Antworten
stilfrage06.02.2010 | 00:00 Uhr

Komisch, dass das Staatsoberhaupt des Vatikan ein "Deutscher" sein soll, was heißt das für eine Person, die eine starre Rolle wahrnimmt? Ich hätte den Ratzinger außerdem immer in erster Linie als Bayern und Katholiken gesehen. Also keiner "von meinen Leuten". Als Protestant ist mir die Nationalität des Papstes egal. Seine Religion ist es nicht, denn sie bekämpft alle Werte, für die Preußen steht. Fürst Bismark wusste schon, warum er sich mit der Katholischen Kirche angelegt hat.

  • Antworten
Don06.02.2010 | 00:00 Uhr

Der Autor ist kein Anwärter auf einen Preis für Essayistik, sondern ein Fall für den Psychopathologen. Seine halluzinatorische Paranoia ist zu offenkundig, als dass man diesen realitätsvergessenen Mist kommentieren müsste. Dass richtige Stichwort ist in den Meinungsbeiträgen schon gefallen: Hasspredigt.

  • Antworten
Stephan Mahlken06.02.2010 | 00:00 Uhr

Durch seine hinterhältig spekulative Argumentationsweise, die streckenweise sogar als Rufmord bezeichnet werden kann, charakterisiert Herr Posener sich als nicht glaubwürdiger und sogar gefährlicher Autor. Bürgern der ehemaligen DDR kommt diese dort seinerzeit oft zur Verleumdung von Gegnern praktizierte Methode sehr bekannt vor. Damit fällt ein äußerst schlechtes Licht auf die Medien, die dergleichen Elaborate veröffentlichen. Dass dies leider auch auf das bisher qualitätsbewusste Magazin für politische Kultur Cicero zutrifft, ist sehr bedenklich und ein hoffentlich nur einmaliger Fehltritt!

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Dr. Hänel07.02.2010 | 00:00 Uhr

Endlich einmal ein gut recherschierter Artikel, Hut ab! Einige der Leser scheinen mit der Wahrheit nichts anfangen zu können. Wenn man dann noch von der "einzig wahren Kirche Christi" spricht, deplaziert man sich schon selbst, genau wie jene die von Hasspredigt sprechen! Diese Leute sind Fanatisten und gehörten einer Gehirnwäsche unterzogen. Die ganze katholische Irrlehre ist ein über jahrhunderte aufgebautes Lügengebilde, dem immer mehr selbst denkende, aufgeschlossene Leute dahinter kommen. Für eine solch Weltfremde Organisation gibt es im 21. Jahrhundert schlicht weg kein Platz mehr auf dieser Welt!

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kurt mäschli07.02.2010 | 00:00 Uhr

Artikel mit einer Ausrichtung wie dieser konnte man schon viele lesen - aber nicht in Cicero. Herr Posener. der laut Wikipedia "als Kader des Kommunistischen Studentenverbands und der maoistischen KPD aktiv" war, und andererseits sagt "Ich greife den Papst an, weil er die Aufklärung angreift " kann vor mir aus schreiben, was er will. Aber wenn ich ohne etwas Böses zu denken Cicero lese und dann derartige Tiraden serviert bekomme - das ist traurig.

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Ulrich Mauser07.02.2010 | 00:00 Uhr

Nie mehr lese ich CICERO, das ist Hetze, wie es sie seit Goebbels nicht mehr gab! Null Wahrheit, 100 Prozent Verdreherei! Pfuiteufel!

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Johannes Lieb07.02.2010 | 00:00 Uhr

So einen Dreck zu schreiben ist eine Kunst. Seit gut 40 Jahren wird alles verdreht, es wird gelogen und was früher falsch war ist heute richtig. Deswegen ist auch alles völlig fertig. Wenn sich der gute Herr Posener mal die Wahlergebnisse der Nazi's angesehen hätte, dann würde er feststellen das eben jene in dem katholischen Bayern die mit Abstand schlechtesten Ergebnisse erzielt hat. Zudem sind mir (im Übrigen auch in Traunstein geboren) viele Fälle von erz-konservativen, katholischen Menschen bekannt die Massiv gegen die Nazi's waren. De facto sind es Figuren wie Herr Posener, die im Zeitgeist schwimmen - mal rot, mal braun! Das schöne an dem anstehendem Zusammenbruch ist, dass er uns seinesgleichen bald die Quittung dafür bekommen!

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Karl Barall07.02.2010 | 00:00 Uhr

Als Katholik ist mir die Weltanschaung von Posener fraglos fremd. Dennoch: Alles, was er schreibt als " Hasspredigt" abzutun ist primitiv und denkfaul. Da gibt es nun doch Einzelheiten in Poseners Artikel, die zu denken geben - etwa der Großonkel- Priester Ratzingers, der die Juden als „Läusekrankheit unserer Zeit“ bezeichnet haben soll. Es lässt sich wohl recherchieren, ob dies stimmt. Zudem: Ratzinger selbst kann dafür wohl nicht verantwortlich gemacht werden. Und da gibt es auch manches, was Unsinn ist. Pius XII hat sehr vielen Juden das Leben gerettet, von Feigheit kann nicht die Rede sein. Summa summarum: Bloße Wut über einen Kritiker ist und bleibt dumm. Zugegeben: Ein Gegenartikel mit durchdachten Argumenten wäre möglich, aber würde zu viel Mühe kosten - für die Vertreter der Hass-Reaktion, wie sie sich in manchen Leserbriefen zeigt.

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Peter Mueller07.02.2010 | 00:00 Uhr

Ein seltsamer Artikel. Einer von vielen in diesem Land. Zwei Fragen an diesen Autoren: Papst Johannes Paul II. war selbst verfolgt im 2. Weltkrieg. Glaubt der Autor wirklich, dass dieser Mensch Herrn Ratzinger zu einem seiner Vertrauten gemacht hätte, wenn nur die Hälfte der Unterstellungen richtig wären? Zweitens: es ist immer wieder bemerkenswert, wie die sog. Intelektuellen dieses Landes sich mit der Kirche auseinandersetzen. Warum können Sie es nicht gleichermaßen mit den aktuellen, wichtigen Problemen, wie Islamismus, Terrorismus, Verteidigung der aufgeklärten Lebensweise? Wahrscheinlich weil man damit nicht so schnell und billig Applaus erhaschen kann.

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MCzoske07.02.2010 | 00:00 Uhr

Vielen Dank, lieber Posener, sehr sorgfältig beobachtet und gut berichtet. Das Ergebnis gefällt denen nicht, die diesen Mann nur
als Kirchenführer sehen und ver-stehen. Er ist auch ein Politiker.
Hier liegt sein größtes Versagen!

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E.Josep Bohr08.02.2010 | 00:00 Uhr

interessant … gruß, j.

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Sader08.02.2010 | 00:00 Uhr

Diese Schmutz- und Hetzkampagne von Herrn Posener gegen unseren Papst ist unwürdig und in jedem Maße unrichtig. Schlecht recherchiert, Wahrheiten verdreht und zuungunsten des Papstes ausgelegt. Aber Herr Posener ist ja für seine Papst-Hetze bekannt. Solche Artikel überhaupt zu bringen, ist verantwortungsloser Journalismus. Ich bin begeisterter Papst-Fan und stehe 1.000%ig hinter ihm.

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Heike Solms08.02.2010 | 00:00 Uhr

Consentio!

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68er08.02.2010 | 00:00 Uhr

Sie haben mir aus dem Herzen geschrieben. Ratzingerwar für mich immer ein rotes Tuch.Ein Inquisitor mit einem päpstlichen Mäntlein.Bravo und weiter so.

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Luggen Hans J.08.02.2010 | 00:00 Uhr

Zu denken gibt dieser Artikel.
Genau, 68er Generation,
es muss eben jede, koste es was es wolle, Autorität untergraben werden. Hoffentlich müssen Sie, werter Herr Posener nicht im Laufe Ihres Lebens an einer Autorität leiden, die Ihnen u.U. gar nicht gefallen wird.

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Renate Brunner08.02.2010 | 00:00 Uhr

Verstehe den Leser der den Cicero nie mehr lesen will auch wenn mir dazu die Konseuqnz fehlen würde.

Nachdem der Cicero sich in "Bunte" oder "Gala" Nähe begab mit der Titelstory "mein Mann ist eine Nachteule von Michele Obama, dann das "Finis" dem Wolfram Weimer nicht mehr taugt, nun diese Haßtirade auf das Katholische !!
Möchte nicht, wie von einem anderen Kommentator verlangt eine Dissertation mit Gegenargumenten verfassen, Deutsch ist nicht meine Muttersprache.
Möchte nur zwei Juden zitieren, die Benedikt und Pius XII würdigen und verteidigen :
SERGE KLARSFELD , ja der Nazi-Jäger, der in der Ausgabe von "Le Poinr" vom 1. Februar meint "Es gibt kienen Grund Pius XII nicht heilig zu sprechen" (http://www.lepoint.fr/actualites-societe/2009-12-24/interview-serge-klar...) und BERNARD HENRY-LEVY , der u.A. daran erinnert, daß Golda Meir sich bei PIUS XII bedankte http://www.bernard-henri-levy.com/in-defense-of-benedict-xvi-by-b-h-levy....
Her Posener ist gegenüber diese jüdischen "Schwergewichte"
nur ein kleiner Schreiberling, der sein Anteil an Holocaust business abhaben will.
Daß Cicero sich dafür hingibt ist ruchlos !

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Francois Weiss08.02.2010 | 00:00 Uhr

Ich bin kein Katholik. Was hier aber aufgetischt wird ist übelste Sorte. Eine Hasspredikt ala Colour! Es ist nur eins gefragt, nämlich der sich ewig verbeugende Deutsche und Parasit. Was ist das nur für eine Generation die soviewl Hass erzeugt und verschleudert und sie doch immer wider bei anderen als das Übelste darstellt.
Ich kann nur sagen, unterste Schublade.

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Jörg Böttger08.02.2010 | 00:00 Uhr

was für Kommentaren, um Gottes Willen! 'Fans' des Papstes'? Es geht hier über 'Fan-sein'? dann gehen Sie mal zu U2 oder wie die doch mal heißen. Kritische Vernunft, je was darüber gehört? Beweise sammlen, sich wundern und sich manchmal schämen für das eigene Ncht-wissen-wollen, wie ist damit?

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Nimue da Mare08.02.2010 | 00:00 Uhr

Der Papst ist vorgestrig - und damit wohl seiner Zeit voraus! Denn der Zeitgeist scheint abwegig, wie der Artikel von Posener verdeutlicht.
Übrigens: in La Cambe liegen in der Tat Waffen-SS Männer, die für ihre Tapferkeit zu ehren dem Papst hoch anzurechnen ist. Das taten übrigens schon Adenauer und Kurt Schuhmacher, indem sie diesen Soldaten der Waffen-SS ausdrücklich ihren Respekt zollten.

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peter traichel09.02.2010 | 00:00 Uhr

Eine völlig indiskutable Hasspredigt. Wer den Autor der antinationalsozialistischen Enzyklika "Mit brennender Sorge" als Feigling vor den Nazis bezeichnet (entgegen den Votum vieler Juden) und die 68er preist, die nun wirklich schlimme, manifest totalitäre ideologische Züge hatten, der ist nicht mehr ernst zu nehmen. Herr Posener sollte mal ein paar Nazi-Quellen über den Papst und die katholische Kirche studieren; die werden wohl am besten wissen, wer ihre Feinde waren. Poseners Verblendung und Aggressivität ist geeignet, antijüdische Ressentiments geradezu zu schüren. Dass so etwas in "Cicero" erscheint, ist schon verwunderlich. Aber hier sind ganz offenbar neue Zeiten angebrochen...

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Andreas Püttmann09.02.2010 | 00:00 Uhr

ja, ja, der Posener.
er kann es nicht lassen.
"rede von Amalek zu Deinen kindern."
er tut's...

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michael rinast09.02.2010 | 00:00 Uhr

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