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 > Acht Jahre Merkel sind wie drei Jahre Schröder

Berliner Republik

Zur Lage der NationAcht Jahre Merkel sind wie drei Jahre Schröder

Von Christoph Schwennicke10. Januar 2013
picture alliance
Acht Jahre Merkel sind wie drei Jahre Schröder
Eine stille Geste, eine Marke, eine Frau – Merkel
Schrift:

CDU und Grüne starten gestärkt ins Wahljahr, der Zustand von SPD und FDP hingegen ist erbärmlich. Neu ist, die Demarkationslinie verläuft nicht entlang der politischen Lager. Das könnte ein entscheidender Trend des Bundestagswahlkampfes werden

Seite 1 von 2

Neulich haben wir an dieser Stelle das Kauder‘sche Gesetz vorgestellt. Volker Kauder, Unionsfraktionschef und über die Jahre mit vielen politischen Wassern gewaschen, hat die Erfahrung gemacht: Wie man in die politische Weihnachts- und Neujahrspause reingeht, so geht man auch aus ihr heraus. Nur entweder geht es den Parteien anschließend noch schlechter. Oder noch besser. Je nachdem...

Dieses Kauder-Theorem bestätigt sich gerade. Der Politikbetrieb kommt wieder aus dem Knick, die Parteien und Fraktionen gehen zu Jahresbeginn in Klausur, der politische Aschermittwoch steht bevor, die Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar wird eine wichtige Wasserscheide für die Bundestagswahl 2013. Sie wird nicht unmaßgeblich festlegen, ob das Wasser auf dieser oder jener Seite des Berges herunterläuft.

Bildergalerie: 20 Gründe, warum Merkel Kanzlerin bleiben muss

Eine gute Zeit für einen Bericht zur politischen Lage der Nation im Wahljahr. Festzuhalten ist: Von den vier entscheidenden, für diverse Koalitionen in Frage kommenden Parteien im kommenden Herbst stehen zwei sehr gut da, und zwei sehr schlecht. Interessant dabei ist: Die Linie zwischen gut und schlecht verläuft nicht entlang der Demarkationslinie der beiden politischen Lager; Links hier und Bürgerlich da. Sie läuft mitten durch. Es gibt in dieser Hinsicht im Moment eben gerade keine klare Wasserscheide. Das Wasser läuft den einen und den anderen Hang gleichermaßen hinab.

Erst zu den Guten. Wenn die Forschungsabteilungen der Pfannenindustrie auf der Suche nach einem noch besseren Antihaftmittel als Teflon sein sollten, dann sollten sie sich um eine Hautprobe von Angela Merkel bemühen und diese sehr genau untersuchen. Nichts bleibt an der Kanzlerin und CDU-Vorsitzenden kleben. Die, in der Anmutung schlechteste Regierung seit Menschengedenken, wird von ihr kurzerhand zur besten aller Nachkriegszeiten erklärt. Dann ist das eben so. 

Gegen die lebensgefährliche Viruserkrankung ihres Koalitionspartners FDP ist die Regierungschefin auf wunderliche Weise immun, eine Tröpfcheninfektion findet nicht statt. Man hat höchstens eine diffuse, eher gar keine Ahnung wofür eine Merkel-CDU steht, sie ist eher ein flüchtiges Gas als ein Fels mit festem Ort. Man ist es schon müde, aufzuzählen, wie viele Kehrtwenden Angela Merkel und ihre CDU vollzogen haben, wie vielen Dingen sie abgeschworen haben, die zum Glaubensbekenntnis der Partei gehörten.

Die Grundsätze sind weg – aber Merkel ist immer noch da. Und wie. Es gibt keinen Verdruss an ihr in der Bevölkerung, die Leute sind sie nicht leid. Weil sie sich mit ihrer Art nicht so schnell verschlissen, verbraucht hat wie etwa ein Heißsporn Schröder. Sieben, knapp acht Jahre Merkel fühlen sich an wie drei Jahre Schröder. Und ohne dass überhaupt noch jemand genau durchblickt, umwabert die Kanzlerin der Nimbus, dass sie schon alles im Großen und Ganzen richtig und zum Wohle Deutschlands macht in der Euro-Krise. Je mehr da die Griechen zetern und sie bei Besuchen mit Hitler-Bärtchen empfangen, desto sicherer sind sich die Deutschen in dieser Einschätzung.     

Zu den Guten zählen auch die Grünen. Wer geglaubt hatte, ihr Fukushima-Peak werde wieder vorübergehen, sieht sich getäuscht. Der GAU von Fukushima ist bald zwei Jahre her, und die Grünen stehen nach einem kleinen Zwischentief weiter in den Höhen, die die FDP vor fast vier Jahren zum Erstaunen aller erklommen hatte.

Dieser grüne Höhenflug ist ein Phänomen. Ist denn ihre historische Mission nicht erfüllt? Der Atomausstieg, die Energiewende, das nachhaltige Wirtschaften, der Einklang von Ökonomie und Ökologie, von Schöpfung und Wertschöpfung, wie die CDU vielleicht sagen würde?

Dafür gibt es nur eine Erklärung: das Patent ist politisch noch nicht abgelaufen. Die Generika sind billiger, aber die Leute kaufen immer noch lieber das Original. Oder um es anders zu veranschaulichen: Es gibt diese Pelzstiefel für Frauen, die so aussehen, als hätten die Damen für dieses Schuhwerk den Schafen das Fell eigenhändig über die Ohren gezogen. Die Originale kommen aus Australien und heißen, wie sie sind: hässlich. Inzwischen gibt es Regale voll von billigeren Plagiaten. Aber die jungen Damen, die was auf sich halten, kaufen für das doppelte bis dreifache Geld lieber das Original.

So ist das auch bei den Grünen. Die Grünen sind die Ugg Boots der deutschen Politik. Très chic – und so ursprünglich zugleich.

Seite 2: Lesen Sie, warum Jürgen Trittin die Angela Merkel der Ökos ist

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Umfragen und Medienkampagne

Auch dieser Artikel gliedert sich doch in die laufende MerkelErgebenheitskampagne ein.

Ich habe mich hier, wo ich wohne, kurz vor der letzten Wahl 2009 wirklich extrem über Steinbrück aufgeregt, der vor Sparkassendirektoren nin der Nähe von Darmstadt 90Minuten redete ohne auch nur ein Wort zum Wahlkampf zu sagen.
Ich habe mich üner wirklich durch Fakten beleegbare Kampagne gegen Ypsilanti aufgeregt, die zum Teil auch von den "Seeheimern" mit befeuert wurde.
Aber jetzt merken die "Seeheimer" plötzlich, dass es nicht um Steinbrück oder Ypsilanti oder Weil geht, sondern um die SPD als Ganze.
Und die soll niedergeschrieben werden, subtil und/Oder brutal.

Gleichzeitig keinerlei Kritik an Merkel. Gerade jetzt zerbröselt ein fester Beschluss zur Rentenaufstockung. Hier zeigt sich zum n-ten Mal, wie unseriös und schlampig Merkel regiert. Sie hat diesen Rentenkompromiss persönlich verantwortlich ausgehandelt und abgesegnet. Aber es war offensicht wieder kein ernsthaftes Regierungshandeln, sondern mal eben so gemacht.

Dass die Medien dieses von Merkel zu verantwortende schlampige Regieren nicht thematisiert, ist unfassbar.

Ich erwarte kritischen Journalismus, der auch einmal untersucht, wie die Umfrageergebnisse zustande kommen. Das kann doch nur durch die Wahrnehmung der Medien geschehen, die Steinbrück angreifen und Merkel schonen.

Getrud Höhler hat recht: Merkel und die ihr ergebenen JournalistInnen zerstören subtil die Demokratie in diesem Land! Parteien als demokratische Institutionen stören nur diesen Prozess:
es reicht, zu schreiben, kucken obs Schwarze/Gelb aufnimmt, wenn ja, positiv weiter schreiben und dann Umfragen einkassieren!!
Wozu in Parteien Programme entwickeln, wenn die Journalisten/innen es doch selbst besser können und sich noch nicht einmal einer Wahl stellen brauchen!!

  • Antworten
friedrich schreyer11.01.2013 | 12:45 Uhr

Acht Jahre Merkel..........

Trotz scheinbarer Kritik an ROT/GRÜN verzweifeltes Aufrütteln dieser
Gruppierung! Eben ein typisch LINKER Artikel von CICERO.
BEISPIELE:1) WARUM ist Merkels Regierung die "schlechteste seit Men-
schengedenken"??? Die Fakten (Arbeitslosigkeit, Einkommenszuwächse,
Exportquoten) waren noch nie so positiv. Merkels Anstrengungen zur
EURO-Regulierung verlangen ein Nehmen UND Geben. Sie muß auslöffeln, was uns Schröder unter ROT/GRÜN eingebrockt hat (Forcierung der Auf-
nahme Griechenlands trotz wichtiger Warnung von Fachleuten). Außerdem
muß(te) sie sich gegen neue Geschenke von SPD OHNE Gegenleistung (Euro
Bonds) wehren. Sicherlich machte sie dabei auch Fehler aber im Wesent-
lichen stimmen ihren Maßnahmen die Wähler zu.
2) Warum schreibt CICERO nicht vom "schlechtesten Auftritt eines SPD-
Kanzlerkandidaten" seit Gründung der Bundesrepublik???
3) CICERO schreibt fast in jeder Ausgabe über Wendemanöver von Merkel;
warum nicht vom totalen Wendemanöver des Herrn Trittin von seiner
früheren SEHR LINKEN Grundeinstellung (milde gesagt!!!) zu seiner
heutigen? Er hat eben erkannt, daß seine Partei eher mit einer
wohl grünen- aber BÜRGERLICHEN Haltung bessere Chancen hat als vor
Jahrzehnten und hat sich dementsprechend der Wählermeinung ange-
passt um in den Spätjahren seiner politischen Laufbahn viel-
leicht doch noch die Chance auf ein nennenswertes Regierungsamt zu
haben.

Aber darüber will eben ein LINKES Magazin nicht schreiben, ODER???
G. Thiel

  • Antworten
G. Thiel11.01.2013 | 18:27 Uhr

Es gibt tatsächlich Abnutzungserscheinungen

Die Masche fängt an zu nerven

  • Antworten
Karl Letis14.01.2013 | 12:48 Uhr

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