10 Jahre Merkelzitate - „Dann ist das nicht mein Land“

Kolumne: Leicht gesagt. Es war ein starker Satz, den Angela Merkel vor zwei Tagen den Kritikern ihrer Flüchtlingspolitik engegnete. Und es war nicht der einzige, wie eine Auflistung der in Erinnerung gebliebenen Kanzlerinnenzitate aus zehn Regierungsjahren zeigt

Angela Merkel: Was sie sagt, hat automatisch Gewicht.
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Autoreninfo

Wulf Schmiese ist ZDF-Hauptstadtkorrespondent. Als FAZ-Korrespondent schrieb er zuvor ein Jahrzehnt lang über Parteien, Präsidenten, Kanzler und Minister.

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Manches sagte sich für sie leicht als Bundeskanzlerin, bei manchem ließ sie sich ewig Zeit, bis sie Worte fand. An diesem Freitag vor zehn Jahren schlug Kanzlerkandidatin Angela Merkel denkbar knapp Kanzler Gerhard Schröder bei der Bundestagswahl. Den Wahlabend prägten noch Schröders Sätze in der legendären Elefantenrunde im ZDF. Doch ihrer – eingeschüchtert ausgesprochen – bewahrheitete sich. Es folgte ein Jahrzehnt Kanzlerinnensprüche.

18. September 2005: „Also, ähm, ich werde meinen Weg finden, auch mit den Sozialdemokraten zu sprechen, auch wenn sich das hier heute Abend wie im Wahlkampf weiter fortsetzt."

27. Juni 2006: „Es ist wahr: Europa ist kein Christenklub. Aber wahr ist auch: Europa ist ein Grundwerteklub. Hier bei uns gelten Menschen- und Bürgerrechte. Diese Menschen- und Bürgerrechte beruhen bei uns ganz wesentlich auf dem Menschenbild des Christentums."

14. April 2007: „Man bekommt beim Schweigen ganz gut ein Maß für die Zeit."

5. Oktober 2008: „Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein."

1. Dezember 2008: „Man hätte einfach nur die schwäbische Hausfrau fragen sollen… Sie hätte uns eine Lebensweisheit gesagt: Man kann nicht auf Dauer über seine Verhältnisse leben."

18. Februar 2009, über ein Gesetz zur Enteignung von insolventen Banken: „Ich halte das Vorgehen für alternativlos."

9. April 2010: Trauerfeier für in Afghanistan Gefallene: „Ich verneige mich vor Ihnen, Deutschland verneigt sich vor Ihnen.“

19. Mai 2010: „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.“

5. Oktober 2010, zum ersten Rettungspaket für Griechenland: „Die beschlossenen Hilfen sind alternativlos.“

2. Mai 2011: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, Osama bin Laden zu töten.“

9. Juni 2011: „Fukushima hat meine Haltung zur Atomenergie verändert.“

4. Dezember 2012: „Gott hat die FDP vielleicht nur erschaffen, um uns zu prüfen.“

19. Juni 2013: „Das Internet ist für uns alle Neuland, und es ermöglicht auch Feinden und Gegnern unserer demokratischen Grundordnung, mit völlig neuen Möglichkeiten und völlig neuen Herangehensweisen unsere Art zu leben in Gefahr zu bringen.“

24. Oktober 2013: „Das Ausspähen von Freunden geht gar nicht.“

10. Dezember 2014, Merkel erinnert sich an den Mauerfall vor 25 Jahren: „Da habe ich mich fast noch einmal in den Arm gezwickt.“

18. Juni 2015, vor einer Einigung mit Griechenland: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“

31. August 2015: „Wir haben so vieles geschafft. Wir schaffen das!“

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15. September 2015: „Und wenn wir jetzt anfangen müssen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.“

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