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| Ihre Meinung zu diesem Artikel |
| Leserkommentare |
| Detlef Suhr (26188 Edewecht) | 14.08.2010 |
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Ralph Giordano hat recht, wenn er in Bezug auf die Vertreibung von 14 Millionen Deutschen am Ende des 2. Weltkriegs meint: „Kein Verbrechen von Deutschen rechtfertigt Verbrechen an Deutschen“. Es ist ihm ebenfalls zuzustimmen, wenn er darauf hinweist, dass die Vertreibung der Deutschen nicht in einem „historischen Vakuum“ stattfand, sondern dass ihm furchtbare, von Deutschen begangene Verbrechen vorausgingen. Daraus lässt sich jedoch keine „Primärverantwortung“ der Deutschen für die Vertreibung ableiten. Denn auch der Aufstieg Hitlers und der NSDAP sowie die daraus resultierenden Verbrechen fanden nicht in einem historischen Vakuum statt, sondern hatten ihre Vorgeschichte. Die am rechtsradikalen Rand agierende NSDAP stieg in der von den USA auch nach Deutschland getragenen Weltwirtschaftskrise in den späten zwanziger Jahren von einer bis dahin völlig unbedeutenden Splitterpartei zu einem politischen Machtfaktor auf. Grund war die zunehmende Verelendung weiter Bevölkerungskreise, weil anders als in allen anderen Staaten in Deutschland zusätzlich zur Weltwirtschaftskrise astronomisch hohe Reparationsleistungen an die Siegermächte des 1. Weltkriegs zu bewältigen waren. Die Siegermächte begründeten die Aufbürdung der Reparationsleistungen im Versailler Vertrag mit der angeblichen Alleinschuld Deutschlands für den Ausbruch des 1. Weltkriegs. Die Historiker sind sich jedoch einig, dass der Ausbruch dieses Krieges durch ein komplexes Geflecht von Bündnisverpflichtungen der europäischen Staaten ermöglicht wurde. Liegt also die „Primärverantwortung“ für die Vertreibung der Deutschen vielleicht bei den alliierten Siegermächten des 1. Weltkriegs? An welchem Datum setzt „Primärverantwortung“ ein? Diese Frage ist nicht zu beantworten, weil Geschichte eine endlose Abfolge von einander bedingenden Ereignissen darstellt. Es bleibt nur die unumstößliche Feststellung, dass verantwortlich für seine Taten stets der ist, der sie begangen hat. Übrigens waren es nie die Völker selbst, welche schuldig wurden, sondern stets ihre politisch Verantwortlichen und deren Schächer. Wenn aber Ralph Giordano meint, dass „primärverantwortlich für jeden Zivil- und Militärtoten des Zweiten Weltkriegs Hitler und das nationale Kollektiv seiner Anhänger“ seien, so ist das nichts anderes als ein wenig verklausulierter Kollektivschuld-Vorwurf gegen alle Deutschen jener Zeit. Erstaunlich ist, wie wenig Widerstand sich in Deutschland heute gegen solche absurden pauschalisierenden Aussagen regt. |
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| Zimmermann (Boeblingen) | 09.08.2010 |
| Herr Giordano trifft zwei zentrale Punkte. Die Konstruktion der deutschen Vertriebenen als Opfer und nicht als Angehoerige eines Kollektivs von Taetern war falsch von Beginn an. Genauso ein Mythos ist die Konstruktion der Vertriebenen als Gruppe, die mehr gelitten haben unter dem Krieg und seinen Folgen als alle anderen Deutschen. Durch diese Konstruktionen entstanden und entstehen Missverstaendniss en masse. | |
| David_ (Berlin) | 07.08.2010 |
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Liebe Brüder und Schwestern! Wie hat man die Vertriebenen in Kern-Deutschland nach ihrer Ankunft behandelt? Es waren schliesslich 12. Millionen! Hurra ihr seid willkommen! Oder? Das ist die Frage des Tages! . |
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| Heimann (Köln) | 06.08.2010 |
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Punkt genau. Leider in der Sprache zu zurückhaltend. Bornierte Menschen wollen einfach nicht verstehen. Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Heute steckt doch nur noch die verkappte Absicht darin, für verlorenes Vermögen und Liegenschaften Entschädigungsleistungen zu erhalten. |
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| Jens (Idstein) | 02.08.2010 |
| Herr Giordano sitzt in seinem Sessel im Jahre 2010 und urteilt -offenbar ohne jeden (Sach)verstand- über eine charta von 1950. Die große Errungenschaft dieses Dokumentes ist es ja gerade, nicht gegen die Nazi-Verbrechen aufrechnen zu wollen und eben nicht revancistische Gedanken weiterzuführen. Daher auch der Verzicht auf Rache - die Angst vor einem weiteren dt. Angriffskrieg war doch durchaus da, deshalb wurde Deutschland doch zerstückelt. | |
| mandis (zürich) | 02.08.2010 |
| Bitte hört endlich mit diesem Theater auf. Die Vertreibung ist einmal in der Vergangenheit passiert und basta. Das ist Historie. Die Finnen gedenken auch nicht der Vertreibung durch die Russen, die Griechen jammern nicht über die Vertreibung vom heute türkischen Festland. Alle haben eine neue Heimat gefunden und den meisten geht es gut. Also schliesst endlich diesen deutschen Jammerklub, es reicht jetzt. | |
| Gerhard Thiel (22926 Ahrensburg) | 02.08.2010 |
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Die Gründe, die Herr Giordano für die Vertreibung nennt, sind richtig. Ob deshalb die CHARTA verändert werden MUSS, ist sehr fraglich, zumal in ihr ein Schuldiger weder gesucht noch verantwortlich gemacht wird. Ohne die CHARTA im Detail zu kennen, glaube ich - als 75jäh- riger Heimatvertriebener -, daß die Betroffenen trotz allem er- fahrenen Schmerz ihr Schicksal akzeptieren und von der grausamen Gesamtgeschichte der Vertreibungen einschließlich ihrer eigenen nichts mehr wissen wollten. Gerhard Thiel |
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| Gunther Thriene (Göttingen) | 02.08.2010 |
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Diese Charta ist natürlich eine "Spielkarte", den politischen Mißbrauch der Deutschen, des Deutschtums, was mehr ist als nur die Passdeutschen, immer und immer wieder fortsetzen zu können: Als 1953 geborener Sohn einer Reichenbergerin hatte ich das Glück, einmal im Jahre 1992 auf Anregung und Einladung meiner jüngsten 'DDR'-Cousine aus Cottbus, eine Stippvisite von mehreren Tagen zur Reisegruppe auch meiner Eltern und ihrer weltweit verstreut lebenden Jugendfreunde eben nach Reichenberg/Liberec in Tschechien zu machen: In diesen Tagen habe ich nicht ein revanchistisches Wort von auch nur einem dieser alten Menschen gehört. Alle hatten ein schwieriges Schicksal zu meistern gehabt - und haben es ganz individuell gemeistert. Diese Verbände sind teilweise garantiert für Politverbrecher "ein gefundenes Fressen": Meine Mutter gehört damals 1992 als 1920 geborene noch zu den 'jüngeren' Alten. Wer lebt denn de facto noch aus dieser Generation mit dieser riesigen Lebenstragik? Heute und in Zukunft braucht Deutschland und Europa Brückenbauer, die in der Lage sind, aus der Erinnerung dieser Geschichte - was mehr sein muss als Kranzniederlegungen am Volkstrauertag - wirkliche Zukunft zu gestalten. |
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| Drahtesel (Berlin) | 31.07.2010 |
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Wie kann eine Charta von 1950 heute korrigiert werden? Natürlich würde sie heute nach einem anderen Erkenntisstand formuliert werden. 1950 war 1950 und alle Wunden noch nicht verheilt. So wie immer wieder auf die Verbrechen Nazideutschlands hingewiesen wird, so weisen die Vertriebene auf das Unrecht hin, das den vielen nicht schuldig gewordenen Deutschen, den Millionen Kindern und Enkeln geschah. Das kann Giordano nach seinem Verständnis der Humanitas doch nicht verbieten. Wen soll sein vorwurfsvoller Ton treffen? Wo bleibt seine Ermahnung an die Deutschen, sich ihrer eigenen Vertriebenen anzunehmen, nachdem die Opfer der Deutschen in aller Welt anerkannt wurden? Giordano schürt mit seinen Anschuldigungen Abwehr und Feindschaft. Die Vertriebenen haben gebüßt, bis in die nächsten Generationen hinein. Auch sie haben aus ihren Erfahrungen längst Erkenntnisse gewonnen. Trauern wir mit ihnen, damit die Zukunft in einem gemeinsamen Europa gestaltet werden kann. Das ist visionärer als Kritik an vergangenen Formulierungen. |
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| Carsten Pickert (Sant Josep(Ibiza)) | 31.07.2010 |
| Auf Verbrechen mit Verbrechen antworten ist ein Verbrechen. | |
| Sascha (Berlin) | 31.07.2010 |
| 1. Die deutschen Heimatvertriebenen haben die Greueltaten nie ignoriert oder relativiert. Das unterscheidet sie von unseren Nachbarn in den Vertreibungsgebieten, wo dies nicht nur unter der Kommunistischen Herrschaft versucht wurde. 2. Die Vertreibung ist nach unbestrittener Rechtslehre eine Völkerrechtsverletzung. Wer die geplante und kollektive Vertreibung der Deutschen mit vorausgegangenem Unrecht rechtfertigt, begibt sich auf die Ebene der Rechtsbrecher! | |
| Nachdenklicher Zwischenton (Hessen) | 31.07.2010 |
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Ich schätze Herrn Giordano sehr und habe großen Respekt für sein Lebenswerk. Ich frage mich aber, ob seine heutige Interpretation der Charta tatsächlich die damaligen Umstände genügend berücksichtigt. Die Vertriebenen damals haben erlebt, wie man sie aus ihrer Heimat gejagt hat und wie sie den größten Teil ihres Besitzes verloren haben. Bei den im Zuge der Vertreibung auftretenden Exzessen wurden Menschen misshandelt, vergewaltigt und getötet. Nicht alle, die die Behandlung zuvor erfahren hatten, haben in der Nazizeit selbst Schuld auf sich geladen. Der Zorn der Befreiten traf Nazi-Verbrecher, aber auch völlig Unschuldige, z. B. auch viele Kinder. Vor diesem Hintergrund ist der Verzicht auf Rache und Vergeltung in der Tat bemerkenswert, denn wie Giordano selbst sagt, kein Verbrechen von Deutschen rechtfertigt Verbrechen an Deutschen. Giordanos Interpretation der Charta lässt zu vieles außer Acht, bemüht sich zu wenig um die Perspektive derer, die tatsächlich schuldlos zum Opfer der Vertreibung wurden. |
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| Ralf (Ostpreußen) | 30.07.2010 |
| nein das ist keine hetze hier aber ein hinweis auf hitler in der charta,wozu?weiss doch jeder! | |
| Amanitus Mucarius (Hamburg) | 30.07.2010 |
| Es darf nicht vergessen werden, dass die Polen bereits ab 1918 versuchten die Deutschen zu vertreiben, und Massaker an ihnen verübten. Das Geschah also VOR dem 2. WK, wird aber stets unterschlagen. | |
| Vertriebenenkind (Erlangen) | 30.07.2010 |
| Ehrlich gestanden, weiß ich nicht, wieso ein Bezug zwischen dem Mord an Juden und der Vertreibung der Deutschen so sinnvoll wäre. Stalin hat Polen doch nicht einen Teil Deutschlands "geschenkt", weil er so voller Mitleid über jüdische Schicksale gewesen wäre. An und für sich habe ich Herrn Giordano eine differenziertere Betrachtungsweise zugetraut. Und für so altbacken halte ich die Charta auch gar nicht. Denn daß man mit Terror, auf den die heimatvertriebenen Deutschen verzichtet haben, durchaus einiges erreichen könnte, zeigt ja das Beispiel Kosovo. | |
| Yvonne Walden (41334 Nettetal) | 30.07.2010 |
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In den Vorständen des Bundes der deutschen Heimatvertriebenen und ihrer Landsmannschaften herrschte und herrscht offenbar bis heute eine sonderbare Ängstlichkeit vor der geschichtlichen Wahrheit, denn sonst gäbe es die sogenannte "Charta" heute, im Jahre 2010, längst nicht mehr oder lediglich noch in einer der Wahrheit und Wirklichkeit angepaßten Form. Ralph Giordano als vollkommen unverdächtiger Zeitzeuge ("Die Bertinies") weist zu Recht auf die historische Blindheit führender Vertriebenen-Funktionärinnen und führender Vertriebenen-Funktionäre hin. Hoffentlich nicht weiterhin vergeblich ! |
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| joe_rulez (Berlin) | 30.07.2010 |
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Hallo Herr Giordano! Natürlich hatte die Vertreibung eine Vorgeschichte. Aber waren die Heimatvertriebenden in irgendeiner Weise schuld an dieser? Nein, sie hatten nur das Pech am falschen Ort zu leben und gute Sündenböcke zu sein. Außerdem wahren es ja eh alles "Junker" da in Ostpreußen und da hat kann ein kleines bischen Vertreibung nicht schaden... Dieser Artikel ist nichts als die typische Hetze gegenüber den Vertriebenen. Gruß, Joe |
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| Klaus Langenburg (Berlin) | 30.07.2010 |
| Da versuchen Vertriebene ihren neuen Platz in der Gesellschaft zu finden. Nach all dem furchtbaren Erleben. Ohne ein in den Staub sich werfen und dem Kult um mea culpa unmöglich, so kann der Tenor Giordanos empfunden werden. Wann hört das endlich auf? | |
| Wolfgang Schäfer (Bonn) | 30.07.2010 |
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Dr.Giordano - wortmächtiger und überzeugender denn je. Chapeau! Ein Exzerpt dieses Artikels gehört nach meiner Meinung in jedes gute Schulbuch der Sekundarstufe II. |
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| Nema () | 30.07.2010 |
| Eigentlich ja nicht weiter erwähnenswert, oder? | |
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