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Ehsan Jami mit einem T-Shirt: Ich bin auch ein Ex-Muslim
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28.04.2008
Keine Christbäume mehr in Holland
Interview mit Ehsan Jami

Ehsan Jami ist aus seiner Religionsgemeinschaft ausgetreten. Nach einer alten Lesart des islamischen Rechts steht darauf die Todesstrafe. Jami musste untertauchen. Der Politiker hat einen Rat der Ex-Muslime gegründet, um auf sein Schicksal aufmerksam zu machen. Alexander Görlach hat mit ihm telefoniert.

Herr Jami, mit Ihnen in Kontakt zu kommen ist recht schwierig. Wo sind Sie eigentlich im Moment?
Der Geheimdienst hat mich angewiesen, niemandem zu sagen, wo ich mich aufhalte. Weil Sie es sind, kann ich sagen, dass ich irgendwo in den Niederlanden bin.

Was ist mit der Nummer, die ich gerade gewählt habe?
Ich nutze diese Nummer nur ein einziges Mal für dieses Gespräch. Danach nicht wieder.

Man würde nicht erwarten, dass jemand in einem freien Land wie Holland so leben muss, nur weil er seine Religionsgemeinschaft verlassen hat.
Das ist in der Tat eine Schande. Für Muslime bin ich ein Apostat, ein Abtrünniger, weil ich die Religion hinter mir gelassen und von ihr abgeschworen habe. Für das islamische Recht ist das ein schweres Verbrechen, das mit dem Tod bestraft werden muss.

Ist das eine Interpretation von einigen ewig Gestrigen oder würden Sie den Islam selbst dafür verantwortlich machen?
Es ist der Islam selber. Der Islam ist eine untolerante Religion. Es heißt im Koran unter anderem: „Tötet die Ungläubigen“. In dieser Aussage steckt nicht viel Interpretationsspielraum. Es gibt keinen guten Islam, es gibt höchstens gute Muslime, die nichts auf diese intoleranten Regeln ihrer Religion geben.

Wird sich etwas an ihrer Situation ändern?
Ich bin grundsätzlich optimistisch. Vielleicht wird die nächste Generation von Muslimen ein Leben in Freiheit mehr schätzen als die heute.

Der Film „Fitna“ hat viele Muslime wütend gemacht. Was denken Sie darüber?
Der eine Teil, der den Koran beschreibt, ist meiner Meinung nach korrekt. Der zweite Teil, in dem Herr Wilders die Zukunft in Holland beschreibt, ist reine Propaganda. Holland wird nie ein islamisches Land werden wie es „Fitna“ nahe legt. Die Menschen werden die Errungenschaften ihrer Kultur verteidigen.

Die niederländische Regierung hat sich stark für die Muslime eingesetzt und wollte die Veröffentlichung des Films verhindern.
Die Regierung verhält sich wie echte Dhimmis es tun. Ein Dhimmi ist ein Nicht-Muslim in der islamischen Gesellschaft. Er unterwirft sich den islamischen Regeln und der muslimischen Mehrheit. Dhimmis werden von Muslimen für dumme Esel gehalten. Unsere Politiker benehmen sich genauso wie Dhimmis in der islamischen Gesellschaft. Sie haben Angst vor Muslimen und gewalttätigen Reaktion. Zum Beispiel: Der holländische Botschafter wurde im Iran ins Außenministerium einbestellt, als Fitna herauskam. Jüngst war eine Demonstration im Iran, während der der Mord an Theo van Gogh glorifiziert wurde. Glauben Sie, der holländische Außenminister hier hätte den iranischen Botschafter einbestellt? Im Leben nicht.

Was ist ihre Einschätzung warum Muslime sich so benehmen?
Sie haben keinen Respekt vor unserer Kultur und unseren Werten.

Wird Europa derzeit islamisiert?
Oh ja, natürlich. Muslime in Holland wollen Christbäume verbieten oder dass in den Schulen Weihnachten gefeiert wird. Und wir haben schon Lehrer, die aus Angst vor Muslimen aufgehört haben, im Unterricht den Holocaust zu behandeln. Wie weit soll das noch gehen?

Haben Sie etwas auf Ihrer politischen Agenda, mit der Sie die Islamisierung aufhalten wollen?
Ich trete dafür ein, dass wir für, sagen wir zehn Jahre, keine neuen Immigranten aus islamischen Ländern nach Holland lassen. Wir müssen erst die Probleme mit den Migranten lösen, die schon hier sind, bevor wir diese durch mehr Migranten noch vergrößern.

Herr Jami, danke für das Gespräch!


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Ehsan Jami
Ehsan Jami ist niederländischer Politiker und Islamkritiker. Er stammt aus dem Iran.


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