15.02.2008
von Markus C. Hurek
Berlin – Der umstrittene Verleger David Montgomery fordert Deutschlands Journalisten zu einem radikalen Umdenken auf: "Moderne Journalisten müssen ihre Inhalte mehrfach verwerten", sagte Montgomery dem Politikmagazin "Cicero" (Märzausgabe). "Die Zeiten, da ein einzelner Journalist eine einzelne Information für ein einzelnes Medium darbietet, sind vorbei. Deswegen sage ich den deutschen Journalisten: Euch wird es genauso gehen wie allen Journalisten auf der Welt: Eure Jobs werden revolutioniert."
Montgomery, der den britischen Mecom-Konzern leitet, hatte 2005 den Berliner Verlag samt "Berliner Zeitung" und dem Boulevardblatt "Berliner Kurier" übernommen Am Donnerstag sprach die Redaktion der "Berliner Zeitung" dem Chefredakteur und Geschäftsführer, Josef Depenbrock, und Montgomery das Misstrauen aus.
Das "Cicero"-Inteview mit dem Finanzinvestor wurde vorher geführt. Darin kündigte Montgomery weitere "Überraschungen und neue Produkte" für den deutschen Medienmarkt an: "Deutschland ist für uns wichtig, nicht nur weil es die Schlüsselökonomie Europas ist, sondern weil es ungewöhnlich anspruchsvollen Journalismus und hohes Managementkönnen birgt. Diesen Schatz wollen wir heben", sagte der Verleger.
Desweiteren setzt sich Montgomery gegen Vorwürfe der redaktionellen Einmischung zur Wehr. "Wir achten die Redaktionsfreiheit sehr wohl", sagte er dem Politikmagazin. Es sei "nicht nur unfair, sondern auch falsch" ihm "Heuschreckengebaren" zu unterstellen. Alle Kritik ändere "nicht an der Tatsache, dass ich mich in redaktionelle Belange nicht einmische und Statuten immer achte", betonte der Medienunternehmer.
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