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Angetreten zum Gender Mainstreaming: Die rot-grünen Ministerinnen am Internationalen Frauentag
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Die Gender Mainstreaming-Strategie
von Bettina Röhl

(Cicero Online Spezial)

Utopie oder Wirklichkeit?

Wie eine hauchdünne Funktionärsschicht in der Politik hinter den Kulissen den Boden für eine „Gender-Gesellschaft“ bereitet


Spült der lautlos heranrollende Tsunami namens „Gender Mainstreaming“ das unbekannte Wesen „Mann“ fort? Diese Frage scheint berechtigt, wenn man sich die neue Politik des so genannten Gender Mainstreaming auf der offiziellen Website der Bundesregierung genauer ansieht. Die Bundesfrauenministerin Renate Schmidt finanziert seit Oktober 2003 die Einrichtung des GenderKompetenzZentrums an der Humboldt-Universität für die Dauer von zunächst vier Jahren mit jährlich 340.000 Euro. Das Zentrum, so heißt es auf der Website der Ministerin, „initiiert Forschung, bündelt Wissen und unterstützt so die Einführung von Gender Mainstreaming in alle Bereiche der Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung.“ Seit ein paar Jahren baut das Frauenministerium systematisch die„Gender Mainstreaming-Strategie“ aus, die 1995 auf der Vierten Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen in Peking beschlossen wurde und die vorsah, dass „geschlechtsspezifische Belange in die Konzeption aller Politiken“ integriert werden müssten.

Das Ministerium führt aus, was die EU mit dem Inkrafttreten des so genannten Amsterdamer Vertrages vom 1. Mai 1999 beschlossen hat: „Die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern ist nach Art. 2 und 3 Abs. 2 des EG-Vertrages verpflichtende Aufgabe bei allen Tätigkeiten der Gemeinschaft im Sinne der Gender Mainstreaming-Strategie.“ Die entsprechenden Beschlüsse der Bundesregierung lauten: „Mit Kabinettbeschluss vom 23. Juni 1999 hat die Bundesregierung auf der Grundlage des in Art. 3 Abs. 2 Satz 2 GG festgelegten Staatsziels die Gleichstellung von Frauen und Männern als durchgängiges Leitprinzip ihres Handelns anerkannt und beschlossen, diese Aufgabe mittels der Strategie des Gender Mainstreaming zu fördern. In Ausführung dieses Beschlusses wurde am 26.7.2000 in § 2 der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien die Verpflichtung aller Ressorts festgelegt, diesen Ansatz bei allen politischen, normgebenden und verwaltenden Maßnahmen der Bundesregierung zu beachten (…)“

Gender Mainstreaming, kurz GM, heißt das Zauberwort der jüngsten Stufe des Feminismus - von dem bis heute kein Mensch weiß, was das genau ist. Alice Schwarzer postulierte schon vor dreißig Jahren: Du wirst nicht als Frau oder Mann geboren, sondern als „Mensch“ und entscheidest dich später selbst, was du sein willst. Jeder soll ein neues so genanntes kulturelles, „soziales Geschlecht“ bekommen, ein Gender, das er selbst bestimmen kann und dies völlig unabhängig von seinem biologischen Geschlecht. GM ist, wie es vielerorts in den Leitpapieren und Eckdaten der Gender Mainstreamer heißt, „Abschied vom Verständnis einer geschlechtsneutralen Politik.“ Was hier als Gleichberechtigung daher kommt, ist jedoch tatsächlich Frauenbevorzugung und Männerbenachteiligung mit zweifelhaftem Nutzen für Frauen und zweifellosem Schaden für Männer. Ein Beispiel: Wird statistisch festgestellt, dass es 30 % Architektinnen und 70 % Architekten gibt, werden solange nur noch Architektinnen ausgebildet und gefördert, bis zumindest Gleichstand erreicht ist, und dies unabhängig davon, ob es mehr weibliche oder männliche Bewerber gibt. So heißt es in den „Eckpunkten für den Gender Mainstreaming-Prozess“ in dem Beschluss des Bundeskabinetts zum Gendermainstreaming als "durchgängiges Leitprinzip der Bundesregierung", hg. vom BMFSFJ von 1999: „…diese Strategie der Gleichstellungspolitik dient der Anerkennung und Verwirklichung von Frauenrechten als Menschenrechte….“ Unter dem Punkt „Notwendigkeit der Erhöhung des Frauenanteils in Verwaltung und Politik“ heißt es: „… dies erfordert gezielte Frauenförderungsmaßnahmen, um den Frauenanteil auf allen Hierarchieebenen, insbesondere an Entscheidungs- und Leitungspositionen zu erhöhen.“ An anderer Stelle heißt es:„Gezielte Frauenförderungsmaßnahmen sind notwendig, um bestimmte Benachteiligungen von Frauen schnell und wirksam begegnen zu können und so die Voraussetzungen für die Umsetzung des Gender-Mainstreaming-Konzeptes zu verbessern.“

Von spezifischen Männerrechten oder dem Ausgleich von klassischen Männerbenachteiligungen, die es auch gibt, ist in den bisher veröffentlichten Texten zu GM an keiner Stelle die Rede. Bist du Frau, bleibst du Frau, bekommst aber alles, was die Gesellschaft zu bieten hat. Zudem werden Förderprogramme für dich aufgelegt, wie der bereits eingeführte „Girlsday“ – offenbar reichen die Frauenbeauftragten, Gleichstellungsstellen und Quotenfrauen den Gender Mainstreamern nicht mehr, damit du endlich Männerberufe ergreifst, die du bisher ignoriert hast. Bist du Mann, kannst du wählen, ein bisschen oder auch ein bisschen mehr Frau zu werden, wenn dir danach ist. Du kannst zwar keine Kinder bekommen, aber dafür werden dir Lernprogramme angeboten, ab jetzt die Kinder großzuziehen und die Alten zu pflegen, als Kompensation dafür, dass diese Arbeiten in den vergangenen 20 000 Jahren von Frauen erledigt wurden. In den Berufen, in denen Männer bisher dominierten, zum Beispiel in Ingenieursberufen und Technikberufen, bekommst du, Mann, Quoten, die durchaus ungerecht sein dürfen, wegen der bereits genannten historischen Gerechtigkeit. So heißt es ausdrücklich "Ungleichbehandlung und Fördermaßnahmen (positive Aktionen) könnten sich daher als notwendig erweisen, um die Diskriminierungen der Vergangenheit und Gegenwart auszugleichen."

Gender Mainstreaming heißt im Klartext kompletter Umbau der Gesellschaft und Neuerfindung der Menschheit. Gender Mainstreaming ist eine Art totalitärer Kommunismus in Sachen Sex und Geschlechterbeziehung. Die real existierende Welt wird unterschwellig das (zu eliminierende) Patriarchat genannt, und die Frau und auch die Gesellschaft sollen zu ihrem Glück in Gestalt eines Matriarchats auf leisen Sohlen gezwungen werden: Frauen in den Beruf und an die Macht, sprich in die Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Kultur. Männer an den Herd und in die traditionell zu 100 % von Männern besetzten Schwerstarbeiten, wie Untertagebau, Kampftauchen, Firefighter (die ausdrücklich von der Frauenministerin nicht genannt werden). Kinder in die Krippen, Mädchen in die GM- Förderprogramme, Jungs in die Gender Mainstream-Umerziehungsschule, wo sie die historischen Verbrechen der Männer an den Frauen büffeln. Und die Familie? Abgeschafft – das ist letztlich das in den Leitgedanken des Gender Mainstreaming konkret benannte und sich aus den Konzepten ergebende Bild dieser Politik. Das Wort Mainstreaming hat hier etwas Massenbewegtes, etwas Obrigkeitszwanghaftes, etwas unschön Gruppendynamisches, das alle Skepsis-Sensoren wach schalten sollte. Wer zu Ende denkt, was das Frauenministerium gendernd und quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit bereits in die Tat umsetzt, muss feststellen, dass schon jetzt ein erheblicher Wertunterschied zwischen Jungen und Mädchen gemacht wird. Nur schwach kann GM verbergen, dass hier eine Art pseudowissenschaftlicher „Rassismus“ und letztlich auch Sexismus zwischen den Geschlechtern initiiert wird, an dessen Ende eine männerlose Welt stehen könnte. Eine Allmachtsphantasie.

Die Genderer - Politiker, Sexologen und Feministen - haben GM bisher vollkommen undemokratisch installiert. Wie viele der 3 Milliarden weiblicher Wesen auf dieser Welt haben von der so genannten Weltfrauenkonferenz in Peking überhaupt je etwas gehört? Geschweige denn, sich demokratisch an der Wahl der Vertreterinnen, die die Gender Mainstreaming-Strategie im Laufe der letzten zehn Jahre verfolgt haben, beteiligt?

Wie viele der 40 Millionen deutschen Frauen wissen überhaupt, was GM ist? Wie viele kennen das Wort „Gender Mainstreaming“? Wie viele haben sich darüber Gedanken gemacht und darüber diskutiert? Wie viele Frauen haben anderen Frauen Mandate gegeben in Kenntnis dessen, dass die Mandatierten mehr oder minder klammheimlich die Welt gendermäßig umkrempeln wollen? Will die Mehrheit der Frauen die Erziehung ihrer Kinder abgeben? Wollen alle Frauen im Beruf stehen? Will die Mehrheit der Frauen, dass ihre Söhne systematisch von GM benachteiligt werden als Buße für historische Ungerechtigkeiten, tatsächliche und behauptete? Im Hintergrund werden unter dem Stichwort Genderbudgeting die Geldströme der Haushalte für die Durchsetzung der nebulösen Strategien manipuliert. GM basiert auf dem richtigen Gedanken, dass eine Frauenbenachteiligung beseitigt werden muss, die im Detail steckt und in tradierten Systemen nicht mehr hinterfragt wird. Indes ist GM nicht ungefährlich - wegen antimaskuliner Parteinahme, wegen historisch begründeter Rachelegitimationen und weil GM nicht am Zusammenleben der Geschlechter interessiert ist, sondern an der Schaffung neuer Herrschaftsverhältnisse unter dem hehren Wort der Gleichberechtigung.

Kaum vorstellbar, dass man die Biologie abschaffen kann oder darf. Erstaunlicherweise sind es die Gender-Leute, die selber oft an den Haaren herbeigezogene, biologistische Argumente für die Geschlechterauflösung, also das Gender Mainstreaming, heranziehen. Schließlich lässt sich der rote Leitfaden des GM, den man sich hütet, offen zu legen, auf folgende Gleichung verkürzen: Östrogen bedeutet Friedlichkeit, Fruchtbarkeit, Frohsinn. Testosteron dagegen bedeutet Teufel, Terror und Tyrannei. Die Gender Mainstreamer sind so wie die gescheiterten Kommunisten im Begriff, ihre Weltformel mit pseudowissenschaftlicher Massenliteratur zu unterlegen, in Gesetze zu pressen und lautlos in allen Ministerien zu implementieren. Wie man hört, soll der 8.März, der Weltfrauentag, den für beide Geschlechter geltenden Tag der Arbeit am 1. Mai letzten Endes ersetzen. Ist Gender Mainstreaming eine Sekte? Ein Parallelapparat in Bundesregierung und Landesregierungen, von dem die Mehrheit der Bundesbürger noch nichts gehört hat ? Es sei jedem empfohlen, die einschlägigen Veröffentlichungen des Frauenministeriums und die angrenzende Literatur zu lesen, um sich ein Bild über den simplen Geist dieser Veranstaltung zu machen. http://www.gender-mainstreaming.net/gm/definition.html

Hat der gute alte Feminismus, der sich am Mann abarbeitete und dessen Existenz voraussetzte, das wirklich verdient? Werden Frauen, die sich mühsam einen eigenen Kopf erkämpft hatten, hier kopflos gemacht und in die Irre geschickt, indem man sie vordergründig mit ein paar zweifelhaften Vorteilen lockt? Tatsächlich muss man GM inzwischen sehr ernst nehmen. Der Bundeskanzler und sein Vize, die beide um die neue Macht dieser Frauencliquen wissen, unterzeichnen jährlich das GM-Konzept, das ihnen die zuständigen Ministerinnen auf den Kabinettstisch legen, obwohl beide privat zu den letzten Mohikanern der Gattung des „herkömmlichen“ Mannes gehören - was plötzlich etwas irgendwie Beruhigendes hat. Kein Mensch hat ein Patentrezept, wie Mann und Frau paradiesisch zusammen leben könnten, aber GM hat dieses Patentrezept wohl am allerwenigsten. Vorsicht vor Ideologien. Keine Dämonisierung des Mannes, die möglicherweise auch eine 20 000 Jahre alte Geschichte hat, die noch nicht aufgearbeitet worden ist. Es gibt eben eine lange währende Kultur von Männern und Frauen, über Frauen zu reden, wie es eine lange währende Kultur gibt, den nackten Frauenkörper auszustellen. Vielleicht sind die Männer besser, als allgemein gedacht wird. Um dies beurteilen zu können, müssten sich die Heteromänner zeigen und sich dabei vielleicht an dem positiven Vorbild ihrer schwulen Geschlechtskollegen orientieren.

Die Desorientierung in Sachen Sex und Gesellschaft, die jüngst wieder in den Medien thematisiert wurde, ist eine wesentliche Stütze der GM-Theoretiker: Patchwork-Familien, temporäre Lebenspartnerschaften, Abschaffung der Monogamie und das Lockern der festen Bindungen zu den eigenen Kindern, das Revitalisieren von Sex und Liebe durch Seitensprünge – all diese Ladenhüter, mit denen die 68er sich selbst und ihre Kinder schon in den Siebzigern ausgiebigst gequält haben, tauchen da plötzlich wieder wie völlig neue Heilsbotschaften auf. Selbst vor dem Rückgriff ins Tierreich, wo nach geeigneten Analogien oder passend erscheinenden Umkehrschlüssen gesucht wird, schrecken die neuen Biologen der Partnersuche nicht zurück. Man glaubt es kaum, dass nach den äußerst unguten historischen Erfahrungen ausgerechnet in Deutschland wieder Menschenzucht-Gedanken hoffähig gemacht werden, indem Wörter wie „Genshopping“ fallen oder der bessere Samen des „Hallodri“ gegenüber dem des im Hause vorhanden „Pantoffelhelden“ gepriesen wird: eine Vermischung von Mediensprech mit primitivster Vulgärwissenschaft. Die Psychologie der Einfaltspinsel, die in den Medien immer wieder als neuester Stand der Geschlechterforschung vorgeführt wird, ist allzu oft auf erschütternder Weise niveaulos und pietätlos im Angesicht des schönsten und größten Geheimnisses von Männern und Frauen, der sexuellen Anziehungskraft zwischen Menschen.


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Leserkommentare
Heike Fleischmann (Freiburg) 28.01.2010
Der größte Feind emanzipierter Frauen ist eine andere Frau!

Wie schade, dass sich das mal wieder in diesem Artikel bestätigt. Finden sie es nicht peinlich, sich derart polemisch zu etwas zu äußern, dass sie nicht einmal verstanden haben, Frau Röhl?

GM ist ein Konzept, dass _beide_ Geschlechter aus ihren tradierten und begrenzten Rollenerwartungen verhelfen will. Zudem hat nicht Alice Schwarzer, sondern Simone de Beauvoir gesagt, dass man nicht als Frau geboren, sondern zur Frau gemacht wird.
Veraltete Rollenvorstellungen begrenzen ja nicht nur Frauen, sondern auch Männer! Oder will jeder Mann in die Führungsetage, körperlich hart arbeiten und 80h die Woche in seinem Job verbringen? Klar gibt es auch noch Benachteiligung von Männern - aber seit wann ist es Aufgabe der Frauen(bewegung), das zu ändern?
Zudem halte ich es für fatal, Individuen die Verantwortung struktureller Benachteiligungen zuzuschreiben. Das ist und bleibt Aufgabe der VertreterInnen, die wir dafür gewählt haben.

Ich bin von ihnen enttäuscht!
palatino (Köln) 28.01.2010
messerscharf.
brillant.
hammerhart.
mir fehlen die worte. es klingt kitschig, aber ich danke ihnen, frau röhl, für diesen text.
habe ihn regelrecht verschlungen, zeile für zeile. sehr kraftvoll, man spürt, das ist authentisch, es kommt "von innen", ist ihnen ein persönliches anliegen.
mann, in der tat, gm ist eine katastrophe. wenn ich so an meinen und andere verkorkste lebensläufe denke; siehe auch den kommentar von Helga Zießler unten. ja, unglückliche menschen vom fließband. und das in unserer wohlstandsoase. es ist zum heulen. die leute haben verlernt, das wesentliche zu erkennen. eine familie, kinder. settle down and marry, da ist man schon zu 90 % happy. aber nein, es muss ja alles verkompliziert werden. einer frau die tür aufzuhalten, gilt ja schon fast als chauvinistisch. ich kenne männer, die haben mit 30 noch nie sex gehabt. es fehlt denen einfach an elementaren kenntnissen zu männlichen rollenverhalten. nicht in der lage, zu flirten. könnte ja als frauenfeindlich aufgefasst werden. kein wunder, wenn die irgentwann im flieger nach bankog oder pattaya sitzen. du meine güte, was für eine riesen-malaise ...
SammyBlue (Dortmund) 31.12.2009
@EH

Was pöbeln Sie? Frau Röhrl hat absolut recht. Wenn Sie den Marxismus des Genderwahns nicht begreifen, müssen Sie sich selbst die Schuld und nicht anderen geben.

Der Sozialismus/Kommunismus ist überall in Europa präsent und auf dem Vormarsch. Noch nicht gemerkt? ÄHm sorry - ich wollte EUDSSR schreiben.
EH () 03.12.2009
Geehrte Frau Röhl,
Sie schreiben uber das GM wie über eine Seuche - selbst vor einem Vergleich mit dem Kommunismus schrecken Sie nicht zurück. Das Ziel des GM ist eine Gleichstellung der Geschlechter, natürlich führt dies vorerst zu einer Benachteiligung der Männer, die jedoch zu dem Zeitpunkt an dem die Gleichberechtigung eingetreten ist wieder verschwindet.
An dieser Stelle hätte ich mir einen argumentativ hochwertigen anstatt eines radikalisierenden Artikels gewünscht.
MfG
E.H.
Helga Zießler (Gross Groenau) 14.09.2009
Auch wenn er nicht mehr ganz jung ist - dieser Essay ist taufrisch in seinen Aussagen und hoch-aktuell. Was GM angerichtet hat und bis heute anrichtet, kann man jeden Tag beobachten, ob in der Familie, in Schulen und Unis, im Berufsleben. Frauen und Männer, die sich von GM haben beeinflussen lassen, gehören zu den unglücklichsten Menschen. Ich bin froh, dass ich meine Kinder (Junge und Mädchen) weitgehend davor bewahren konnte.
Große Schuld an dieser Entwicklung liegen bei Alice Schwarzer & Co - einschließlich der heute agierenden und mit ihr sympathisierenden Politikerinnen (Merkel, v.d. Leyen, Zypries etc.)
Thomas J. Hartmann (Augsburg) 03.04.2007
Frau Röhl muss mit ihrem Artikel, da politisch unkorrekt, zwangsläufig auf Ablehnung stoßen, vor allem bei den IdeologIinnen. Nun war die Politik schon immer von einer machtorientierten Verlogenheit geprägt, wovon die der Geschlechter natürlich keine Ausnahme bildet. Dass die Belange und auch zunehmenden Defizite im Leben von Männern überhaupt nicht registriert werden, wobei im Gegenzug, die Frauenbewegung, sich an ihren Opferstatus klammernd, weiterfordert in einer Endlosschleife, untermauert diese Erkenntnis. Interessant ist auch, dass bei den Damen, wenn sie sich dann in Machtpositionen befinden, von der berühmten Empathie, Aufrichtigkeit und Sensibilität kaum noch was vorzufinden ist. Sie sind dann plötzlich so einfach zu durchschauen, ja so menschlich, was die längst überfällige Entglorifizierung des weiblichen Wesens nach sich ziehen muss. Sitzen wir nicht alle in einem Boot? Bettina Röhl jedenfalls ist zu ihrem mutigen Artikel, in einer Zeit einseitig medialer Gehirnwäsche, zu gratulieren. Alle KritikerInnen, die den Artikel madig machen, sollten entweder ihre wahren Motive überdenken, oder sich einfach schlichtweg informieren.
ideologiekritik () 19.03.2007
Einfach mal ein gutes Buch über Gender Politik lesen und schon sieht die Welt anders aus...
PS: Frau Röhl kann leider auch nicht anders und kämpft immer noch gegen die Dämonen ihrer Kindheit - Kommunismus, Emanzipation und alles was nur in irgendeiner Verbindung mit 1968 steht...
Insgesamt wäre der ganze Artikel aufgrund seiner sprachlichen Brillianz und inhaltlichen Präzision besser in den Katholischen Nachrichten oder im CSU Ortsgruppenblatt aufgehoben, aber Cicero -Kopf hoch- man muss sich eben ständig neue Leserschichten in diesen marktbewegten Zeiten erschließen.
Niels Warnecke (Henstedt-Ulzburg) 18.03.2007
Interessanter Artikel. Aber leider unterliegt er meines Erachtens einem nicht unerheblichen Irrtum, in dem er den Feminismusanteil des GM selbigen gleichsetzt. Es geht eben nicht um eine Quotierung (das hatten wir in der jüngeren Geschichte ja auch schon) oder Gleichmacherei, sondern darum, letztlich alle Organisationsfragen unter Berücksichtigung der Geschlechterindividualität zu betrachten und die Entscheidung dieser Fragen eben daran auszurichten. Ich kann erstens nichts schlechtes daran finden, wenn weibliche Empathie Einzug in vermeintlich rein logisch-ausgerichtete Berufe hält. Gleichermaßen ist aber auch mal die Frage zu stellen, warum sich viele männliche Führungskräfte allein über die Anzahl der Wochenarbeitsstunden und die Anzahl der Termine definiert. Genau hier setzt GM an, und das finde ich als ebenfalls oftmals gestresster männlicher Scherge gut. Und warum soll ich mich als Mann nicht auch um meine Familie kümmern? Warum sollte eine Frau im Umkehrschluss nicht auch in einem technischen Beruf einbringen können? Folgt man der Argumentation Ihres Artikels und führt sie konsequent weiter, dann bliebe als Ergebnis das Rollenmodell des "Frauen an den Herd". Ich denke, dass wir in den letzten 30 Jahren als Gesamtgesellschaft da doch einige Fortschritte gemacht haben - und die sollten nicht so leichtsinnig negiert werden...
Manfred Steinröx (Hamburg) 13.02.2007
Wahrscheinlich darf man "GM" tatsächlich nicht einfach als Relikt aus der 68er-Mottenkiste abtun. Denn das Demokratie-Unverständnis, das dahinter steht ("...Frauen sind so beeinflußt, daß sie zu einer wirklich freien Meinung nicht imstande sind"
..."), hindert alle Mitglieder der Gesellschaft letztlich an einem individuell selbstbestimmten Lebensweg. Die "Zwangsbeglückung" durch Politik-FunktionärInnen hat System - und leider noch mehr Facetten: parteienübergreifend wird z.B. aktuell die Forderung nach mehr Krippenplätzen (also der Erziehung schon der Kleinkinder durch staatliche Institutionen) als Familienpolitik ausgegeben. Das ist wirklich die Widerbelebung totalitären Gedankenguts!
Stefanie Schulz (Kiel) 02.02.2007
Ihre Ansicht über GM ist sehr einfältig und scheint mir nicht sehr weit gedacht. Jungen Menschen im Irak wird von klein auf erzählt, das es das Schönste ist für die eigene Überzeugung (die ihnen ebenfalls aufgezwängt wird) zu sterben. Kleinen Mädchen in Deutschland vermittelt die gesamte Gesellschaft (sowohl direkt als auch unterschwellig), dass es toll ist für die eigenen Kinder jahrelang auf den Beruf zu verzichten. Man denkt als junge Frau dann kaum mehr darüber nach, ob das wirklich das ist, was man selbst am liebsten möchte. Man muss sich schon eingängig mit dem Thema befassen um aus dieser Art des Denkens heraus zu kommen. Die Frage, ob Frauen also wirklich die Hausfrau- und Mutterrolle aufgeben "wollen", ist völlig irrelevant, da die meisten Frauen von der Gesellschaft und der von ihnen erwarteten Rolle so beeinflusst sind, dass sie zu einer wirklich freien Meinung nicht im Stande sind. Und dieses ist nur einer der vielen Punkte, die ich an diesem Artikel zu kritisieren habe.
Elke Edelmann (München) 09.01.2007
Ich bin schockiert, was hier passiert ! Soll nun eine neue Rasse Mensch "entwickelt" werden ? Gerade die Vielfältigkeit macht das Leben aus und ein Mann soll auf jeden Fall ein Mann bleiben. Es wird Zeit, dass sich die Frauen von ihrer Opferrolle lösen und ihr Leben auf ihre Weise leben.
Eric Nykiel (Buhlenberg) 05.07.2005
Guten Tag Frau Röhl,
ich habe soeben mit großer Faszination alle drei Artikel von Ihnen gelesen. Mich fasziniert neben Ihrem brillianten Sprachstil vor allem die Aufdeckung der Heuchelei in der Geschlechterdebatte. Man steht unter ständiger moralischer Überwachung in der Gesellschaft, ob man sich korrekt gegenüber dem eigenen und anderen Geschlecht verhält. Vielleicht sollten wir uns von der Moralisierung der Thematik befreien und jedem Menschen einen Lebensentwurf zugestehen, der ihm/ihr gefällt. Das darf dann Hausfrau/Hausmann, Manager/Managerin, Geburtshelfer/Hebamme oder was auch immer sein. Aber heute hat ja jeder Mann ein schlechtes Gewissen, der nicht gerne bügelt - und jede Frau hat ein schlechtes Gewissen, die gerne bügelt. Auf alle Fälle ist die Debatte spannend und bleibt ständig aktuell. Ich freue mich schon auf Ihren nächsten Artikel.
Mit freundlichen Grüßen,
Eric Nykiel
Holger H. Petruschke (Hamburg) 11.05.2005
Ein mutiger und einseitiger Artikel! Ist es nicht merkwürdig, dass ausgerechnet eine Frau solch einen Artikel schreibt? Wo sind die Männer?

Ich meine, das Gender - Mainstreaming hat deutlich mehr Facetten als hier dargestellt. Es bringt auch viele Vorteile mit sich. GM erwartet, dass beide Geschlechter zu gleichen Teilen eingebunden werden sollen. Dazu gehört auch die soziale Verantortung in der Erziehung.

Ich denke der Artikel ist nicht ohne zwinkerndes Auge geschrieben worden.

Beste Grüße

H.H. Petruschke
Dr. Horst Wolfgang Boger (Berlin) 29.04.2005
Sehr geehrte Frau Röhl, ich finde Ihren Artikel ganz hervorragend. Nachdem Nationalsozialismus (d. h. Hitlerismus) und Marxismus-Leninismus (d. h. Stalinismus) sich als politisch, wirtschaftlich und moralisch bankrott herausgestellt haben - nur noch IdiotInnen können dies bestreiten -, versuchen die totalitären Geister eben mit Gender Mainstreaming die Menschen zu unterjochen. Leider gibt es viel zu wenige, die diesen »Weg zur Knechtschaft« (F. A. v. Hayek) als solchen erkennen.
Anja Gieselmann (Oldenburg) 25.04.2005
Warum müssen wir Deutschen so extremistisch sein? Auf extremes Gender Mainstreaming wird mit einem ebenso extrem polemisierenden Artikel reagiert. Dabei könnte alles so einfach sein. Schauen wir doch zu unseren schwedischen Nachbarn. Dort werden kleine Mädchen in der Grundschule ermutigt, sich an Mathematik heranzuwagen. Bei uns heißt es nach wie vor: "Mädchen brauchen in Mathe nicht so gut zu sein."

Wenn wir unsere Töchter genauso ermutigen und anspornen würden wie unsere Söhne, bräuchten wir vermutlich kein GM. Also, worauf warten wir?!
ANita Hickethier (Frankfurt am Main) 07.04.2005
Sehr geehrte Frau Röhl,

der von Ihnen wiedergegebene Gender-Begriff ist stark verzerrt. Sie setzen sich meines Erachtens damit gar nicht auseinander, sondern verurteilen Teile eines Programmes, die als Parolen bezeichnen mit Parolen, die sehr machoös sind. Ich bin überrascht, wie man darüber hinweg sehen, kann dass für die allermeisten Frauen die Karriereleiter sehr kurz ist - und das wegen blödsinniger Vorurteile die Frauen in ihrer Intelligenz und Kompetenz herabstufen. Ich finde, dass es Zeit wird, da einen Ausgleich zu iniziieren. Sie interpretieren das als ein "Schwanz ab". Ihr Beitrag hat weniger mit Aufklärung im Sinne von Wissensverbreitung zu tun als mit spöttischer Parteinahme und zeugt von einem Unverständnis der Materie.
mit freundlichen Grüßen
Anita Hickethier
Alexander Kindler (Basel, Schweiz) 01.04.2005
Hervorragender und zugleich erschreckender Artikel!

Eines Tages werden die hetero-Männer so ausweglos mit dem Rücken zur Wand stehen, dass der Geschlechterkrieg von heute einer gute-Nacht-Geschichte gleichen wird. Diese Männer werden sich einen Dreck um Fraunschutzgesetze scheren und mit gnadenloser Gewalt zurückschlagen. Und wer verteidigt dann die GM-Frauen? Sicher nicht schwächliche, hirngewaschene Männer....

mutiger Artikel, Frau Röhl!
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Bettina Röhl
Bettina Röhl arbeitete für Tempo und Spiegel TV und lebt heute als freie Journalistin in Hamburg.


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