|
||||
![]() | Diesen Artikel finden Sie in der Ausgabe November 2009
» Heftarchiv » Ausgabe bestellen » Kostenloses Probeheft |
| Ihre Meinung zu diesem Artikel |
| Leserkommentare |
| Paul Linder (Bern) | 01.07.2010 |
| Leistungsträger der Gesellschaft sind in erster Linie die Millionen "kleinen" Angestellten, die täglich ihre Arbeit verrichten und nicht zuletzt auch den Dreck der "Erhabenen" waschen, putzen, entsorgen und teils sogar ausbaden müssen und dies zusehends auf Dumpinglohnniveau Das ist in der Schweiz nicht anders und auch dort wird der Mittelstand zusehends ausgehöhlt, mit freundlicher Genehmigung der Politik. Ein möglichst breiter Mittelstand ist aber enorm wichtig für ein befriedetes Zusammenleben. Wer ihn aushöhlt, fördert Gewalt, das erkannten bereits die alten Denker. Gewalt von unten (nichts mehr zu verlieren) nach oben und umgekehrt (alles zu verlieren), darauf steuern wir zu. PR, Marketing, Werbung uä tun ihr übriges dazu, uns eine bunte, friedliche Konsumwelt vorzugaukeln, mit freundlicher Unterstützung von Grosskonzernen und deren Gewinnmaximierungswahn. So zerbricht die Gesellschaft in ihren Grundfesten, wenn weiter derart gewurstelt wird. Jeder sollte mal 2 Jahre in seinem Leben obligatorisch von Hartz lV leben müssen, inklusive Manager und Politiker. Ich denke, das würde einige zu anderen Ansichten führen. Gönner sind auch keine Alternative dazu. Mir graut jeweils, wenn ich zB. englische Prinzenherrensöhne in einem afrikanischen Dorf medial inszeniert Geschenke verteilen sehe und nach einer Stunde verschwinden sie wieder, haben ihre Schuldigkeit getan und horten bereits wieder afrikanische Ölaktien auf ihr Konto. So kanns wirklich nicht mehr weitergehen, ohne irreparable Schäden an der gesammten Gesellschaft. Aber vielleicht ist es eh zu spät und einmal mehr werden Extremisten diverser Farben das Ruder an sich reissen. Ein Teufelskreis der menschlichen Natur, quasi die Doppelhelix der DNA, der wir in Zyklen nie entrinnen können? | |
| Thomas Kutzer (Offenbach) | 28.01.2010 |
| Zählen Modefilosofen auch zu den Leistungsträgern? | |
| BBirke (Leverkusen) | 27.01.2010 |
|
Herr Sloterdijk benutzt im Artikel einen höchst streitbaren Begriff des Leistungsträgers, setzt ihn mit Steuerzahler gleich, oder gar das Einkommen mit Leistung. Doch zwischen den abfällig "prekäre Existenzen" genannten Menschen und den von ihm so genannten Leistungsträgern fehlen Gruppen. So die rapide wachsende Gruppe prekärer Leistungsträger: gezwungene Ex-HartzIV-Empfänger und verelendete Mittelständler, die in Leiharbeitsverhältnisse zum halben Lohn wechseln. Und jene, die zwar hohe Einkommen und Steuerabgaben haben, aber dies ganz oder teilweise von leistungslosem Gelderwerb in Form von Besitz- und Kapitalerträgen oder Spekulationsgewinnen. Eine entscheidende Frage für Sloterdijk ist offenbar, wie sich die kleinen bis prekären Leistungsträger verhalten: Muss man, um sie als politische Kraft anzusprechen, den Sozialneid nach unten schüren, gegen H.IV-Empfänger mit Flasche, Fluppe und Flachbildschirm, sollte man ihr Verhältnis zu anderen Klassen (solche bilden sich nämlich derzeit wieder verstärkt) in Ruhe lassen, oder soll man ihren Anspruch unterstützen, doch einen größeren Anteil von den Großen zu bekommen? Die SPD hat es mit dem Sozialneid nach Unten versucht, Koch macht es auch, aber die SPD hat sich damit ihr eigenes Grab geschaufelt, zumal ja die Agenda 2010 auch der Verarmung der mittelständischen Leistungsträger diente, dass Löhne durch Zeitarbeit und gezwungene H.IVler beliebig gesenkt werden konnten. Dazu kam, dass sich die Regierung Schröder als großteils von Interessenten der Reformen gekauft erwiesen hat, siehe Schröder (Gazprom), Clement (RWE, Zeitarbeitfirmen) oder Peter Hartz (VW). Sie hat damit jene Wähler gewonnen, die vom Sozialneid nach unten getrieben sind und "Faule" entweder zwingen oder verhungern lassen wollen, und welche die gebetsmühlenhaften Parolen von der Notwendigkeit dieser Art Reformen glauben. Und Sloterdijk rät der SPD an, genau weiterhin auf diese Klientel zu setzen, diesen Teil der "linken Mitte". Das hat sie ins Unglück geführt, und es ist kaum zu erwarten, dass diese Klientel mehr als 10-20% der Wählerstimmen bringt. Schauen wir, was Sloterdijk noch will: Stolzkultur. Aber Stolz worauf? Dass man sich für 6,50 Euro die Stunde abrackern darf, um nicht zu verhungen, dabei noch videoüberwacht wird und jederzeit fliegen kann? Sicher gibt es bei manchen auch solchen Stolz, und der ist leicht verletzt, wenn jemand anderes dann viel mehr Freizeit und einen größeren Fernseher hat als man selbst, ohne sich die Mühe zu machen. Aber was hat man von diesem Stolz, wenn in der sozialen Hierarchie ja noch etliche andere über einem stehen? Es klingt eher nach Stolz der Großen, dass sie "was Bessseres" sind! Doch die soziale Schicht ist in der Regel vorgegeben, die kleinen Aufstiegsleitern können einen Angestellten zum leitenden Angestellten, aber niemals zum Topmanager machen, einen Rekruten zum Gefreiten oder Feldwebel, aber niemals zum General! Folglich ist dieser Stolz vor allem soziale Arroganz, darauf, in eine bestimmte Schicht geboren zu sein. Denn Einkommen repräsentiert vor allem eines: Macht. Der Topmanager verdient nicht deshalb das 100fache eines Angestellten oder das 1000fache eines für ihn tätigen, chinesischen Fabrikarbeiters, weil er das 100- oder 1000fache leistet, sondern weil er eine Machtposition besetzt, wo er einmal ein hohes Vermögen verwaltet und sich zum anderen das Einkommen daraus nahezu beliebig selbst festsetzen kann. Der chinesische Fabrikarbeiter hat dagegen keine Macht und kann sich nicht dagegen wehren, dass er nur 100 Euro im Monat kriegt und der mächtigere Topmanager die Differenz zum viel höheren Leistungsertrag selbst in seine Tasche steckt. Der Gipfel dieser Macht stellt freilich der völlig leistungslose Gelderwerb der Besitz- und Kapitalerträge dar, das, was an Dividenden, Zinsen oder Shareholder Value aus der Wirtschaft gezogen wird. An dieser Stelle wird die Gleichsetzung von Wohlhabendem, Großsteuerzahler und Leistungsträger endgültig ad absurdum geführt. Die FDP ist nun die Partei derjenigen, die, vor allem durch Geburt und Elternhaus, etwas durch eigene Leistungen wie Studium, höhere oder ganz hohe Machtpositionen erreicht haben und die dadurch erzielten Erträge nicht geschmälert wissen wollen aus Überlegungen, dass sie vielleicht einen überproportionalen Anteil an den Leistungserträgen, verglichen mit der Leistung, haben. Diesen Leuten geht es nun um Profitmaximierung, darum, sich zu seinen 20 Luxusvillen noch eine 21. dazu zu bauen und dafür Arbeitslose verhungern zu lassen und prekären Leistungsträgern den Arzt zu verweigern. Kurz: sie maximieren ihre Erträge zu Lasten der anderen und wollen dadurch noch mehr zu Leistungsträgern in ihrem Sinne werden, wozu sie die in der Tat vorhandene, strukturelle Sozialdemokratie des Staates abbauen wollen. Und die kleinen und prekären Leistungsträger leisten nach der Definition immer weniger. Der Aufbruch dieser Art Leistungsträger hat schon früher begonnen, man denke an die Gründung und Agitation der Arbeitgeber-Organisation "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM). Als Wahlpartei ist die FDP heute das, was sie früher fast immer war, eine Kleinpartei, die als Koalitionspartner gebraucht wird und darum überproportionale Macht hat. Die Stimmengewinne zur Bundestagswahl sind schon wieder großteils verflogen; einen Teil dürfte sie auch von Leuten bekommen haben, die auf Bürgerrechtsthemen, wie Überwachung, Datenspeicherung oder autoritäre Medienpolitik (Internetzensur, "Killerspiel"-Verbot usw.) ansprechen. Die werden auch enttäuscht sein, und nicht jeder, der deswegen FDP gewählt hat, teilt auch die Absicht der Wohlstandskonzentration. Diese selbsternannten Leistungsträger werden also als Wahlpartei auch künftig nur eine begrenzte Rolle spielen. Bedeutsamer werden sie wohl mit Versuchen, Politik durch die Hintertür, durch Lobbyismus, Propagandanetzwerke oder schlicht den Einkauf von Politikern zu erlangen. Die besagte INSM ist das sicher erfolgreichste Beispiel für so einen "Aufbruch der Leistungsträger". |
|
| Martin (El Alto/Bolivien) | 18.01.2010 |
|
Sarrazin hat rassistische Stereotypen bedient. Daran gibt es nichts zu ruetteln. Kritik an muslimischen Einwanderern ist mehr als angebracht. Aber verallgemeinernde "Kritik" ist es nie. |
|
| Dr.Michael Sciuk (Melisourgio /Kreta) | 13.01.2010 |
|
Wo bekommt man eine so scheuklappenarme Brille? Der Artikel fordert öfter gelesen zu werden und meine geistige Verdaung. |
|
| Moped City (koblenz) | 06.01.2010 |
| Dies ist mit Abstand die beste politische Analyse unseres Landes, die ich in meinem Leben gelesen habe - und als Journalist muss ich viel lesen.... | |
| Wolfram Wiesel (D-51503 Rösrath) | 05.01.2010 |
|
Zuwanderer als Lösung? 1973 gab es ca. 3,5 Mio Zuwanderer in Deutschland von denen ca. 2 Millionen einen "sozialversicherungspflichtigen" Arbeitsplatz hatten 2007 gab es ca. 7,5 Millionen Zuwanderer in Deutschland von denen ebenfalls ca. 2 Millionen einen "sozialversicherungspflichtigen" Arbeitsplatz hatten. D.h. ca. 4 Millionen Zuwanderer sind 'irgendwie' im Transfersystem Deutschlands gelandet. Man kommt eben kaum nach Deutschland, um hier unter Opfern und mit überdurchschnittlicher Leistung etwas 'aufzubauen'. Man kommt in den "Deutschen Solzialstaat". |
|
| colorcraze (Berlin) | 05.01.2010 |
|
ich konnte sonst mit Sloterdijks Texten eigentlich noch nie was anfangen, aber bei diesem hier habe ich nun den Eindruck, daß er einen derzeit sehr relevanten Aspekt des Politischen - eine von den jetzigen Verhältnissen gestellte Gestaltungsaufgabe - ein ganz wichtiges Stück weit überhaupt mal begreift. - Wie ein Leser sagte , "Das Problem mit dem wir in Europa konfrontiert sind, ist nicht, dass die einkommenstärksten 5% für 40% des Haushalts aufkommen, sondern dass die intellektuellsten 5% nur 40% des Systems verstehen." - Das auch, oh ja. |
|
| Yves J.L. Latour (Zürich) | 31.12.2009 |
|
Sloterdijk liegt in der Feststellung, dass Otto Steiger und Gunnar Heinsohn einen Paradigmenwechsel einleuten könnten, tendenziell richtig, aber leider ist seine Fähigkeit, schöne Texte zu schreiben, ausgeprägter, als jene, die logischen Schlüsse zu ziehen. Er sieht einen Konflikt zwischen den "Steueraktiven" und den "Steuerneutralen" und unterstellt damit, dass die im heutigen sozialnationalen System (aka Staatskapitalismus) Einkommensstarken auch gleichzeitig die Leistungsträger seien. Das ist zu oberflächlich gedacht. Die Steuerneutralen befriedigen zumindest einen Teil ihrer Bedürfnisse, wobei sie schlussendlich einen Teil der Einkommen der Steueraktiven erzeugen. Die wirklichen Leistungsträger sind ohne ein entsprechendes "unwinding" der komplexen Geldflüsse nicht zu identifizieren; spekulationsgemäss könnten aber Gruppen dazu gehören, die zwar hart arbeiten und Geld verdienen, aber ein unterproportionales Einkommen aus staatsgelenkten Ausgaben erzielen können. Um am Beispiel zu erläutern: Wieso sollte sich die Finanzelite an der Erhöhung der Staatsausgaben oder der Erhöhung der Steuern stören? Erstere sichert die Ausweitung des Kreditgeschäfts und zweitere die zu zahlenden Zinsen. Beides wirkt also einkommensfördernd, ohne dass der Leistungsdruck auf diese Gruppe von Steueraktiven zunimmt. Dies ist auch der Grund, weshalb viele Konservative mit dem derzeitigen System zufrieden sind. Sie sind neben den Steuerneutralen in der Rolle der Steueraktiven die Profiteure der staatlich gesteuerten Geldflüsse. Zu diesen Profiteuren könnte sogar Herr Sloterdijk persönlich zählen, da gerade die Massenhersteller, die ebenfalls zu den Profiteuren gehören, durch Kauf von Werbemöglichkeiten bei den Massenmedien, also weiteren Profiteuren, die Möglichkeit erschaffen, Herrn Sloterdijks Ideen zu verbreiten. Weitergedacht scheint es paradox: gerade die staatliche Umverteilung erzeugt die enorme Kaufkraft der Massen, die die Megaeinkommen und -vermögen der Steueraktiven zu verantworten hat. Und nun sollen ausgerechnet diese "Leistungsträger" den Aufstand erproben, schön nach dem Motto "auf wessen Ast ich sitze, dessen Apfel ich noch ess" ... oder so. Sollte tatsächlich ein solcher Aufstand erfolgen, wird er, wie in der Geschichte nachprüfbar, in etwas Unerwartetem enden (um die Klippen der Deutschen Geschichte zu vermeiden, sei nur die Abfolge frz. Revolution - Napoleon genannt). Das Problem mit dem wir in Europa konfrontiert sind, ist nicht, dass die einkommenstärksten 5% für 40% des Haushalts aufkommen, sondern dass die intellektuellsten 5% nur 40% des Systems verstehen. |
|
| köhler (berlin) | 31.12.2009 |
| Naja, Herr Sloterdijk, ob die Parteien"demokratie" als Feigenblatt der Diktatur des Kapitals dieser Beachtung wert ist? | |
| koblenz (koblenz) | 16.12.2009 |
|
Bhagwa(h)n lebt ! Friedman ist tot. An vorderster Front vertritt Sloterdijk die neue Parole: "Sozialismus für die Reichen". Sein Thymotisches Blasen-Geblubber will den Menschen weismachen, dass berechtigter Ärger asozial ist. Sloteredijk hat sein von Bhagwan bestimmtes elitäres, egoistisches Menschenbild nie reflekiert. Auch seine Definition von Freiheit hat dere ewige Bhagwan-Jünger aus der Esoterik. Begriffe wie Gemeinsinn, Solidarität und Mitgefühl sind dem eiskalten Zyniker völlig fremd. Mein Mitgefühl gilt seinen Angehörigen. |
|
| TreBon (Hamburg) | 15.12.2009 |
|
Was für ein pomadiges Gelaber. 1 Bio. € fliessen durch die Kassen des Staates, also muss es uns gut gehen .Herr S. davon bleiben 20% an Zinszahlungen und weitere 20% für unbeschäftigte Beamte "hängen". Der Rest lässt sich zu 50% auch ohne Staat "verwirtschaften". Issich voll konkrete Fehlsteuerung Ziehtsich immannte Nettoneuverschuldung zwingen nach. Ob nun FDJ Tante oder SPD SteinIrgendwas den Vorturner mimen, Ey, was dahinter läuft is Problem. Thema verfehlt setzen sechs. |
|
| Maik Strecker (Erfurt) | 12.12.2009 |
|
Ein Titel wie "Aufbruch der Leistungsträger" verpflichtet den Leser geradezu im Text nach einer Definition dieses Kampfbegriffes zu fahnden. Schließlich wird man auf der letzten Seite, nachdem man sich endlos durch nicht abwegiges, nicht uninteressant geschriebenes Geschwafel gewühlt hat, belohnt. Und sieht ob dieser Hohlheit seine bisherige Lektüre als ärgerliche Zeitverschwendung an! Denn laut Sloterdijk sind die "Leistungsträger" natürlich die Steuerzahler, genauer, die Einkommensteuerzahler. Er bemüht die Statistik weiter in seinem Sinne, um zu implizieren, dass nur die obersten 5% dieser Steuerzahler die richtigen Leistungsträger sind. Bleiben die üblichen Gegenargumente, die deshalb nicht weniger richtig sind. Um viel Steuern zu zahlen, muss man vorher noch viel mehr Geld erhalten haben. Das hat man mit Leistung viel weniger zu tun als mit Verteilung. Leistungsträger sind diejenigen, die durch ihre Arbeitsleistung tatsächlich das Bruttosozialprodukt erwirtschaften, seien es nun viele oder wenige. Und selbst das stimmt nur im streng ökonomischen Sinne. Würde ich nun damit anfangen, Leistungsträger wären auch jene, die dazu beitragen, dass eine Gesellschaft zusammenhält, stiesse ich hier, so fürchte ich, bereits auf strukturelles Unverständnis des Artikelverfassers. |
|
| Protarchos (B) | 12.12.2009 |
|
Wer einen Satz mit: "Die Wahrheit ist doch, ..." beginnt erweckt bei mir groesste Zweifel! Nichts desto trotz stimme ich Ihnen im Kern zu. Wuerde mir nur wuenschen, dass Sie einen eher sokratischen Stil der Aufklaerung pflegten, da der vernunftbegabte Mensch Freude an der selbst gewonnen Erkenntnis hat. Die westliche Gesellschaft ist gesaettigt von Wahrheiten und wahren Luegen. |
|
| gerhard monsees (berlin) | 06.12.2009 |
| "Neue Signale" des Zeitgeistphilosophen: "Hälfte den heimischen Leistungsträgern, Hälfte unserem Gemeinweisen" - Das ist mal wieder genau das, was ich an Peter Sloterdijk so mag, dass er seine Beiträge so very contemporary mit Revolutionssemantik füllt und so herrlich hausbacken mit Friede-Freude-Eierkuchen beendet. Verstehen sollte man aber schon, dass systemkritische Analyse heutzutage kaum noch durchzudringen vermag, wenn einer nicht gerade Sloterdijk heißt und am Ende Eierkuchen serviert. | |
| Reinhard Wilhelm (Ense) | 05.12.2009 |
|
Mit schönen Worten und anspruchsvollen Phrasen bildet der Verfasser zahlreiche Stereotypen und erweckt letztendlich den Eindruck, aufwendige Realitäten in das eigene Weltbild zu pressen. Leider bereichern solche Rundumschlag-Artikel nicht unbedingt die Diskussion, denn die einzelnen Thesen sind dermaßen gewagt, dass jede These alleine eine Diskussion wert gewesen wäre. Durch die Aneinanderreihung und die Verschachtelung von gewagten Thesen und Behauptungen verliert der Artikel seine Diskussionsfähigkeit. Mir stellt sich die Frage, ob der Artikel ein echter Diskussionsbeitrag darstellen soll, oder ob die Intention doch mehr die Selbstdarstellung und Bauchbepinselung von bestimmten Lesergruppen war. Reinhard Wilhelm |
|
| Jan Novak (Berlin) | 04.12.2009 |
| Bei diesem substanzlosen Geschwafel und der vielen Zustimmung die es erfährt, kann man sich nur fremdschämen. | |
| Hartung (Neuhaus) | 03.12.2009 |
| Dieser Artikel ist sehr gut und anspruchsvoll beim Begreifen der Zusammenhänge. Aber hat es eigentlich noch viel Sinn über diese Partei so viel Geist zu verbrauchen. | |
| gerhardthiel@gmx.de (22926 Ahrensburg) | 01.12.2009 |
|
Dieser Artikel sollte jedem Bundestags-und Landtags abgeordneten vorgelegt werden mit der Aufforderung innerhalb eines mittelfristigen Zeitraum eine kurze, persönliche Stellung nahme abzugeben. Vielleicht be- wirkt er dann etwas. |
|
| Frank Bach (München) | 01.12.2009 |
| Wie notwendig dieses Wachrütteln ist! Wie schön! Wie aussichtslos! Einige werden den Ruf aus der Wüste genießen. Die wenigsten werden wach. Immerhin registrieren ein paar den Hauch der Veränderung, die unsere Nachfahren zu Übenden eines ganz anderen Schlages machen wird. | |
| Friedrich Loock (Hamburg) | 01.12.2009 |
| Der Witz, mit dem Peter Sloterdijk Fehlentwicklungen der Achtundsechziger aufspießte, war vergnüglich und erhellend. Das ist lange her. Seit der „Kritik der zynischen Vernunft“ ist Sloterdijk wenig Originelles eingefallen. Heute versucht er, mit rhetorischem Imponiergehabe zu glänzen. Doch die semantischen Tricksereien, mit denen er privilegierte Steuerbürger zu Ausgebeuteten stilisiert, sind einfach nur peinlich. An dem Gedöns von der schönen Geste des Gebens stört mich am meisten, dass sich das Geben so schwer sozialisieren lässt. Gut betuchte Eltern geben ihren Kindern, was sie haben, Haltung und Vermögen werden weitervererbt. Und der ungehobelte Proll darf sich artig bedanken, wenn er was abbekommt. Wie soll man das verstehen, zynische Vernunft 2.0? | |
| H Georg Meyer (Hamburg) | 01.12.2009 |
|
Drei Wünsche: 1. Konzentrat auf einer Seite 2. Allseits glaubwürdige Persönlichkeit, die es sagt 3. Medien suchen, die es sich zu eigen machen... Danke Cicero! |
|
| Siegfried Niese (Wildruff) | 30.11.2009 |
| Ein wichtiger Beitrag - ich würde ähnliches auch gern von unseren Kandidaten für die Parlamente lesen - statt ihr Konterfei an unmöglichen Orten vor den Wahlen aufgehängt zu sehen. Dann wüßte ich wenigsten, wen ich wählen sollte. Wer über die Ausgaben von 1 Billion Euro zu befinden hat, sollte schon viele Kennnisse und ein Rückgrat, nicht nur Parteidisziplin besitzen. | |
| SeHe (AT) | 30.11.2009 |
|
Bravo!! (Mehr brauch ich nicht sagen) |
|
| Johann Schiessl (WI USA) | 30.11.2009 |
| Wie recht er hat und wie wenig der Plebs versteht was er meint beweisen wieder mal die Leserkommentare. Ein Ruf in der Wueste. | |
| wanninger (berlin) | 30.11.2009 |
|
lieber herr sloterdijk, in krisenzeiten ist "das volk" höchst unwillig zu abenteuern mit ungewissem ausgang. sie, als gescheiter kopf wissen das als privatmensch, wollen es aber als philosoph auf der medienbühne nicht wissen. ich bin immer ein eifriger und faszinierter leser ihrer bücher gewesen, aber seit der lektüre von "du musst dein leben ändern", bin ich doch etwas befremded. mit freundlichen grüssen wanninger p.s. weil wir nun mal leider keinen mann vom format eines obama haben, so haben wir doch immerhin eine frau als kanzlerin, die ihre sache nicht sonderlich schlecht macht; wenn man sich die politische verfahrenheit insgesamt, also aller parteien anschaut . |
|
| hso (Mexico,D.F.) | 30.11.2009 |
|
Einfach brillant-aber ca.90% der Bevoelkerung begreift das doch gar nicht.Nun gut,muss es auch nicht.Viele sind berufen,wenige aber auserwaehlt-zu den Letzteren gehoehren wieder 90 % unserer Politiker und Fuehrungskraefte. |
|
| Anzeige |
![]() |





