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Der ehemalige Chef der US-Zentralbank, Alan Greenspan
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von Alan Greenspan
Aber in den vergangenen 20 Jahren stiegen die Realeinkommen der qualifizierten und vor allem der hoch qualifizierten Erwerbstätigen überdurchschnittlich, während die Steigerungen der Reallöhne für die weniger qualifizierten Arbeitnehmer unterdurchschnittlich bis nicht existent waren. Diese unterschiedliche Entwicklung deutet darauf hin, dass wir zumindest relativ gesehen einen Mangel an hoch qualifizierten und einen Überschuss an gering qualifizierten Erwerbstätigen haben.
Viele, die sich grundsätzliche Gedanken darüber machen, dass mehr qualifizierte Beschäftigte ausgebildet werden sollten, können sich des Gefühls nicht erwehren, dass unsere Probleme nicht vorübergehender Natur, sondern in unserem Bildungssystem verwurzelt sind. Viele Schüler und Studenten schöpfen ihr Potenzial nicht aus, und das führt offensichtlich zu einem Überangebot bei rückläufiger Nachfrage.
DIE HYPOTHESE, dass wir den Wissensstand unserer Schüler und Schülerinnen auf dem Weg vom Kindergarten bis zur 12. Klasse verbessern müssen, wird auch im internationalen Vergleich unterstützt. Eine im Jahr 1995 von der Lynch School of Education hier am Boston College durchgeführte Studie ergab, dass unsere Schüler zwar im vierten Schuljahr überdurchschnittliche Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften zeigten, im letzten High-School-Jahr aber deutlich unter den internationalen Durchschnitt gesunken waren. Es sind große Anstrengungen nötig, um diesen Rückstand aufzuholen.
Unser System der weiterführenden Bildung muss die Erwerbstätigen auf die Anforderungen vorbereiten, die mit den wirtschaftlichen Veränderungen einhergehen. Der Ruf Amerikas als weltweiter Führer in der weiterführenden Bildung beruht darauf, dass die Bildungseinrichtungen die praktischen Bedürfnisse der Wirtschaft erfüllen. Sie lehren und bilden aus, und vor allem setzen sie das kreative Denken frei, das unsere Wirtschaft nach vorne bringt.
Die meisten Menschen würden es zweifellos vorziehen, in einer Umgebung mit weniger Stress und Konkurrenzdruck zu arbeiten. Andererseits fordern wir als Verbraucher erbarmungslos niedrige Preise bei hoher Qualität. Diese Anforderungen haben letztlich zu unserer derzeitigen angespannten Wettbewerbssituation geführt. Denken die Einzelhändler bei der Auswahl ihrer Lieferanten, ob im Ausland oder Inland, nicht an erster Stelle an den Preis und die Qualität, riskieren sie es, ihre Kunden an die Konkurrenz
zu verlieren. |