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| Ihre Meinung zu diesem Artikel |
| Leserkommentare |
| B.Birke (Leverkusen) | 20.01.2010 |
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Der Sozialstaat ist eben keine Droge, sondern er schafft erst Freiheit, allerdings auch nur dann, wenn diese Sicherheit nicht ständig bedroht ist durch willkürliche Kürzungen oder ein generell ungenügendes Maß. Die Möglichkeit, im Ernstfall auf ALG zurück greifen zu können, gibt dem Arbeitnehmer erst die Freiheit, sich Hungerlöhne, Bespitzelung und sonstige prekäre Arbeitsverhältnisse nicht gefallen zu lassen! Sie haben in den letzten 60 Jahren dafür gesorgt, dass Arbeitnehmer erfolgreich Forderungen nach einer menschenwürdigen, leistungsgerechten Entlohnung durchsetzen konnten! Sonst würden heute für das Gros der Arbeitnehmer Verhältnisse wie in der 3. Welt herrschen, während einige wenige den gesamten Wohlstand an sich reißen; es würden Kinder auf der Straße verhungern, während in den Villen Kaviar und Trüffel vergammeln, weil zuviel davon da ist, und das überschüssige Geld würde schon viel länger in immer neuen Blasen verbrannt. Freiheit setzt immer auch Schutz voraus, genau so, wie der Staat Gewalttäter und Kriminelle daran hindern muss, unsere Freiheit einzuschränken und uns in unseren Rechten zu beschneiden, muss er die Reichen und Mächtigen daran hindern, die Menschen auszubeuten und durch Abhängigkeit, weil es einen Arbeitnehmerüberschuss gibt, in faktischer Sklaverei zu halten! |
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| B.Birke (Leverkusen) | 20.01.2010 |
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Es gibt echte und Pseudo-Freiheit. Echte Freiheit ist beispielsweise die, seine Meinung äußern zu dürfen, ein Sexualleben seiner Wahl führen und im Bücherregal, auf Leinwand, Bildschirm und Computermonitor die Inhalte zu sehen, die einem gefallen, ohne dabei mit staatlichen Gesetzen im Sinne spießbürgerlicher Normvorstellungen gegängelt zu werden. Es gibt aber auch falsche Freiheit: Beispielsweise, wenn einem körperlich starken Menschen erlaubt wird, andere nach Lust und Laune zusammen zu schlagen und zu erpressen, weil man ja seine persönliche Freiheit nicht einschränken will. Dazu gibt es die "goldene Regel", die sich auch im Grundgesetz wieder findet: Jeder hat ein Recht auf Entfaltung seiner Persönlichkeit, solange er keinen anderen damit beeinträchtigt; wenn auch leider mit bedenklichen Einschränkungen ("Sittengesetz" als faktische Konterkarierung, was Freiheit etwa in Sexualität und Unterhaltungsmedien angeht). Und genau da steht der Wirtschaftsliberalismus für eine falsche Freiheit: Er ist, analog zur Freiheit des Schlägers, keine echte Freiheit, sondern nur eine für jene, die sie sich leisten können, Recht des Stärkeren, Freiheit zum Ausbeuten! Wirschaftliche Freiheit ist sicher so lange in Ordnung, wie sie Freiheit von Willkür und unnötigen Einschränkungen bedeutet (z.B. Bürokratie). Aber heute richten sich fast alle wirtschaftsliberalen Bestrebungen vor allem gegen die grundsätzlichen Aufgaben des Staates, nämlich allen Bürgern elementares Auskommen und Sicherheit zu schaffen: Essen und Trinken, Unterkunft, Alters- und Gesundheitsversorgung und vor allem Unabhängigkeit, beispielsweise eine schlechten Job kündigen zu können, ohne dadurch in eine Notlage zu kommen. Denn Abhängigkeit ist genauso ein Freiheitskiller wie enge Relements, gesetzliche Handlungsbeschrängungen und Verbote; der Abhängige ist in seiner Freiheit durch die Willkür Mächtigerer beschränkt. Diese Abhängigkeit aufzuheben und somit auch jenen Freiheit zu gewähren, die sie sich von Natur aus nicht leisten können, ist der zentrale Sinn von Sozialleistungen wie ALG2. Der Markt belohnt nicht Leistung, sondern die Besetzung gesellschaftlicher Machtpositionen, wo man möglichst viel Leistungserträge anderer abschöpfen kann. Eine reine freie Marktwirtschaft bewirkt folglich eine Verelendung eines Großteils der Bevölkerung und die Konzentration des Wohlstands bei wenigen, wobei dies keineswegs ihre Leistung wieder spiegelt. Siehe Frühkapitalismus, USA (vor allem seit den 1980er-Jahren), viele Drittweltländer und in der Tendenz das Deutschland der letzten 10-15 Jahre! Aufgabe des Staates ist es, diesen durch Macht konzentrierten Wohlstand rückzuverteilen ("Umverteilung" ist falsch, weil zumindest den Arbeitnehmern die erwirtschafteten und abgeschöpften Erträge zum Teil wieder zurück gegeben werden) und darüber hinaus all jenen elementare Sicherheit zu geben, die auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft keinen Platz finden. Die Erträge der Gesamtwirtschaft reichen hierzu locker aus! Wer Freiheit will, muss auch dafür sorgen, dass die Menschen sie sich leisten können, und dazu sind bedingungslose Leistungen zur Minimalversorgung erforderlich. Freiheit nur für wenige, die sie sich leisten können, ist keine! Die FDP vertritt folglich gar keine echte Freiheit (auch, wenn sie vor der Wahl einige Themen von den Piraten klaute), sondern das Recht des Stärkeren, andere in ihrer Freiheit einzuschränken und auszunutzen, während die Bürgerrechtsanliegen der Piraten für echte Freiheit stehen. Und dass wirtschaftliche Freiheit zum Ausbeuten und individuelle Freiheit (z.B. Sexualität, Lebensstil, Unterhaltungsmedien wie "Schundromanen", Horrorfilmen, Pornos, "Killerspielen") zusammen hängen, ist ein Märchen! Dann müsste Freiheit auch bedeuten, den Schläger zuschlagen zu lassen, und das werden wohl auch die Liberalsten nicht wollen, sofern sie nicht selbst als Schläger davon profitieren würden. |
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| Peter (Halle) | 10.12.2009 |
| Ein super Artikel! Herzlichen Dank. | |
| Moritz (Frankurt) | 25.11.2009 |
| Ich habe nichts gegen FREIHEIT. FREIHEIT ist wichtig. Sogar sehr wichtig. Doch wird immer vergessen, dass durch FREIHEIT nicht automatisch alles besser wird. Im Gegenteil! Ich würde sofort die FDP wählen, wenn FREIHEIT Dumpinglöhne abschafft, die Wirtschaft ankurbelt, die Ausbeutung stoppt, Arbeitsplätze schafft und Bildung fördert. Doch dies KANN im Kapitalismus nicht geschehen und deshalb muss die FREIHEIT zugunsten der GERECHTIGKEIT ein stück einbüßen (auch wenn das einbußen den Freiheit in diesem Text sehr dramatisiert wird). Man kann sein Leben noch sehr frei gestalten und muss sich nur an einen paar "Richtlinien" halten. | |
| Rainer Karow (oeversee) | 18.11.2009 |
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Der Aufsatz hätte von mir sein können. Und deshalb wollen wir die Kernsanierung, eine neue Verfassung, Deutschland für Europa zurück, die Bereinigung und Aufarbeitung der Geschichte auch mit Polen und Russland und Preußen etc., eine Neuausrichtung Deutschland mit und für Europa, wie den Eintritt ins 21. Jahrhundert und die Freiheit und Verantwortung des Einzelnen zurück. Siehe auch den Verfassungsentwurf in www.internet-magazin-les-art.eu Herr Bolz sollte auch für uns schreiben. |
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| R. Palme (Köln) | 18.11.2009 |
| Wenn die Freiheit des Marktes und die Freiheit der Medien ohne vorbehalte funktionieren würden, und das zeigt uns die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise, wobei der Niedergang der Realwirtschaft noch nicht einbezogen ist, dann hätte die liberale Vorstellung, trotz angeblicher Selbstbeschränkung, gerade das bewirkt, über das wir uns so ärgern, daß es letztlich nur um die allgemeine Ausbeutung geht und das hat große Geschichte.Wenn es so weiter geht, dann wäre die nahe Zukunft sogar vorhersehbar. | |
| Norbert Berger (Usingen) | 12.11.2009 |
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Mit weiten Teilen ihres Artikels gehe ich mit ihnen d'accord. Nun ja, ihre Aussagen zur Piratenpartei sind allerdings ausgesprochen oberflächlich, sogar irrational. Sie meinen, die Mitglieder der Piratenpartei sind durchweg gebildet, intelligent und arbeiten natürlich in Positionen, die einen IQ von mindestens 130 erfordern. Ich kann genauso behaupten, dass in dieser Partei in der Mehrheit gefährliche Kinderschänder, bescheuerte Bombenbauer, illegale Hacker, voyeuristische Informationsdiebe und Computersaboteure heimisch sind. Die Piratenpartei - verrückter Weise ist der Begriff "Pirat" positiv besetzt - ist keine politische Partei, sondern ein unzivilisierter Haufen, vergleichbar mit den Autonomen und ähnlich gepolten Anarchisten. Norbert Berger |
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| Jane Thompson (Berlin) | 10.11.2009 |
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So kann man nur schreiben wenn man am Leben nicht teilhat. Ich würde Ihnen raten mal etwas durch die Welt zu spazieren. |
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| lupus (Stuttgart) | 09.11.2009 |
| Sloterdijk, Bolz & Sarrazin. – Erstaunlich, aber zufällig? Ist es ein Zufall, daß sich ausgerechnet drei Herren, die ausgestattet sind mit den Privilegien der staatlich garantierten lebenslangen Festanstellung, über die angeblich so wohlstandsverwahrlosten Hartz IV-Empfänger und ähnlich andere Nutznießer staatlicher Wohltaten hermachen? Denken wir die Denkanstöße doch einmal weiter: Was macht die drei Herren denn so sicher, daß mehr „Freiheit“ von staatlicher Bevormundung nicht auch dazu führen könnte, einige Universitätslehrstühle und Bundesbankvorstandssessel für überflüssig zu erklären, um so der Verfettung akademischer und bürokratischer Institutionen entgegen zu wirken? – Die drei Herren sollten sich keine Schwachheiten einbilden. Kleines Gedankenspiel: Wessen Nichtanwesenheit in ihren jeweiligen Wirkungsstätten würde schneller bemerkt werden - die der Herren Sloterdijk, Bolz und Sarrazin oder die der jeweiligen Putzfrau? | |
| aloa5 (Freiburg) | 09.11.2009 |
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Freiheit ist ein Wert an sich. Das ist richtig - und die Freiheit ist innerhalb eines Staates immer bedroht. Und so zitiere ich kurz Talmond aus "die Ursprünge der totalitären Demokratie": "Von uns aus gesehen – von einem Beobachtungspunkt in der Mitte dieses zwanzigsten Jahrhunderts – erscheint in der Tat die Geschichte der letzten hundertfünfzig Jahre als die systematische Vorbereitung auf den schroffen Zusammenprall zwischen empirischer und liberaler Demokratie einerseits und totalitärer messianischer Demokratie andererseits – und das ist die Weltkrise von heute." Das kann man so sehen. Man muss jedoch aufpassen wenn man hingeht und den Sozialstaat als solches schlicht als Gegenpol der Freiheit zeichnet. Denn das ist auch nicht richtig. Irgendwann wird auch Freiheit totalitär. Grüße ALOA |
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| Andreas Oling (Schwerin) | 09.11.2009 |
| Jeder einzelne Satz dieses Artikels ist Goldstaub. Leider wird die breite Öffentlichkeit nie davon erfahren. | |
| Dr. Lawrence Jacoby (Berlin) | 08.11.2009 |
| Wie sagte noch eine brave Frau zu Zeiten der Reaganomics, als der Interviewer sie fragte, ob es nicht schön sei, dass Dank der Deregulierung in den USA Tausende neuer Jobs entstanden seien: "Stimmt - und ich habe drei davon." | |
| J. Wulfmeier (Osnabrück) | 08.11.2009 |
| Der Philosoph im Allgemeinen denkt ja nunmal sozusagen von Amts wegen sehr im Abstrakten. Das ist auch gut so. Denn so lassen sich Anstöße für die Fortentwicklung unserer Gesellschaft entwickeln. Gerade weil diese Anstöße aus einer Position kommen, die sich dem täglichen medialen Kampfgeschrei und dem Kleinklein der politischen Auseinandersetzung entzieht. Abstraktion wird aber dann gefährlich, wenn sie die Bezüge zum Konkreten verliert. Die mehr oder weniger pauschale Gleichsetzung der F.D.P. mit der Freiheit an sich ist ein gefährlicher Irrtum. Die F.D.P. ist nicht die Partei der Freiheit und wird es auch niemals sein. Die F.D.P. ist eine für unser Verhältniswahlrecht typische Klientelpartei. Schon jetzt hat diese Partei dafür gesorgt, dass Privilegien für Steuerberater und Apotheker geschaffen werden, die Märkte beschränken und Freiheit verkürzen. Das ist das Gesicht der F.D.P. Aufklärung würde bedeuten, genau diesen Etikettenschwindel zu benennen. Gerade weil die Freiheit ein so großartiger Wert ist, der in der Tat bedroht ist und ständig verteidigt werden muss. Noch schlimmer als Etikettenschwindel ist übrigens eine selbsternannte Aufklärung, die selbst nur vernebelt und verkürzt, weil sie eine Wirklichkeit unterstellt, die eigentlich doch ganz anders ist. | |
| marie (dresden) | 08.11.2009 |
| das beste essay seit langem!!!! | |
| Christine Herold (zzt. China) | 08.11.2009 |
| Ergänzung, richtig. Morgen ist ein Feiertag für mich, Freiheit - sagt 'ne Osseline!!!!! | |
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