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Auf geht's zur Wahlparty der Linken!

Von Josef Girshovich27. September 2009
Schrift:
Auf der Wahlparty der Linken geht es schroff zu. Selten erfährt man so viel Flegelhaftigkeit wie in der Berliner Kulturbrauerei. "Sozial" stellt man sich eigentlich anders vor. Und dabei geht es nur um ein Foto für die Presse.
Ein freundliches, tolerantes, solidarisches Miteinander sieht anders aus. Die Halle am Ende der Berliner Kulturbrauerei ist voll. Zur Wahlparty der Linken strömen immer mehr Menschen. Alt- und Jung-Kommunisten, enttäuschte Ostberliner, aber eben auch junge Familien und pazifistische Studenten. Menschen, wie man sie ehemals nicht von der Linken, sondern von SPD und Grünen her kannte. Wenden sich die sozialen Basen von Rot-Grün also endgültig der Linken zu? Rasch bekommt man das Gegenteil zu spüren: Diese Genossen haben offenbar nie gelernt, dass soziales Verhalten im Kleinen, im alltäglichen Miteinander beginnt. Mein erstes Ziel: Ich möchte ein Bild von der Menge machen, die sich da versammelt hat. Aber wie kommt man durch? In einigen Metern Entfernung steht eine zwei Meter hohe Betonsäule; sie dient vielleicht als Gegengewicht für die Streben der Zelthalle. Darauf kauernd, ein anderer Journalist. Mühselig ist der Weg durch die Menge. Kaum jemand mag einen durchlassen. Auf höfliches Bitten hin wird man angepöbelt. An der Säule lehnt ein Mann mittleren Alters – längeres weißes Haar, eine Bierflasche in der Hand. Genau dort, wo er steht, befindet sich eine Einkerbung, wie geschaffen, um hochzuklettern. Höflich, wirklich höflich, bitte ich den Herrn, mich kurz herauf zu lassen. Ich will ihm keinesfalls seinen Platz wegnehmen. Im Gegenteil, hat er mich erst einmal durchgelassen, wird er viel mehr Platz haben. Seine Antwort ist bezeichnend. Sie fasst die ganze Mentalität der Linken zusammen. Wer immer nur von „sozial“ spricht, meint häufig, Verantwortung auf andere schieben zu wollen, Toleranz von anderen einzufordern, aber nicht von sich, Solidarität für, aber nie von sich zu beanspruchen. Noch einmal: Ich wollte nur kurz an der Betonsäule hochklettern; niemandem wollte ich seinen Platz wegnehmen. „Würden Sie mich kurz hochklettern lassen?“ „Warum sollte ich das tun? Ist doch nicht mein Problem, wenn Sie hier nicht hochkommen.“ Die Sturheit war offenkundig. Breitbeinig und überzeugt von seinem Recht auf Flegelhaftigkeit steht der Unterstützer der Linken da. Nein, hier ist kein Gespräch möglich; hierum kann man nur einen Bogen machen. Die andere Seite der Betonsäule sieht besser aus. Da steht eine junge Familie. Der Kinderwagen lehnt ein wenig abseits an der Säule; das Kind hält die Mutter auf ihrem Arm. Auch hier könnte man, über einen Mülleimer hinweg, hochklettern. „Dürfte ich kurz an dem Kinderwagen vorbei? Ich möchte nur ein paar Fotos schießen.“ Demokratie lebt von Toleranz; die Chance, mitzureden, setzt voraus, dass man auch andere mitreden lässt. Setzt die Linke da an, wo die SPD aufgehört hat zu existieren? Ist die Linke der neue Manager eines offenen und toleranten Sozialstaats? Ich fand meine Bitte, den leeren Kinderwagen kurz, wirklich nur kurz, beiseite schieben zu dürfen, weder dreist noch aggressiv, weder intolerant noch asozial. Das müsste bei einer sozialen Partei doch eine Rolle spielen. „Von welchem Blatt sind Sie? Von Cicero? Kannst Du vergessen, ich lasse Dich nicht durch!“ Ein Foto gibt es trotzdem. Foto: Josef Girshovich
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Bezeichnend, diese Erfahrung. Auch ich habe mehrfach das wenig soziale Verhalten der Links - Anhänger erlebt. Man fragt sich, ob diese Sympathisanten sich auc bei einer Bewerbung oder auf den Ämter genauso verhalten...

  • Antworten
Alfons Warschburger28.09.2009 | 00:00 Uhr

Ja das Verhalten war nicht ok, aber rate mal warum die Linke und ihre Unterstützer sehr unfreundlich gegenüber journalisten sind? Weil sie oft genug gegen sie hetzten! Monitor Magazin verdrehte ein Interview mit Christel Wegner so, als wolle sie die Stasi wieder und andere konservative Journalisten bezeichnen die Linke als "DDR-Totalitarismus-Partei" oder "linksextrem".
Das heißt natürlich nicht, dass es unter Linke-Wählern keine menschlichen Schweine gibt...die gibt es unter den Wählern jeder Partei

  • Antworten
Hannes Beier28.09.2009 | 00:00 Uhr

@Hannes Beier, genau das ist ein Qualitätsmerkmal von Totalitarismus. Anderswo geht man mit kritischer Berichterstattung wesentlich entspannter um.

  • Antworten
Matthias28.09.2009 | 00:00 Uhr

Der ideologische Schrott der Linken ist sowieso nur angeschminkt, der tatsächliche Aussagewert tendiert gegen null......bei anderweitig gesticken Ideologen könnte das allerdings ähnlich sein -).

Das Erlebns des Fotografen hat möglicherweise auch viel mit der versifften Spießermetropole Berlin zu tun, die peinlicherweise gerne Weltstadt spielt.

  • Antworten
Maik29.09.2009 | 00:00 Uhr

@Matthias: Mitnichten. Hannes Kommentar ist völlig harmlos und würde einem wohl bei vielen Parteien entgegen gebracht.
Das auch nur irgendwie mit totalitaristischen Tendenzen in Verbindung zu bringen, ist meines Erachtens pietätlos.

Ich persönlich würde aus einer ganzen Reihe von Gründen nicht die Linken wählen.. aber dass sie häufig keine faire Berichterstattung erfahren mussten, habe ich auch festgestellt. (deswegen wird ihr Programm allerdings trotzdem nicht besser *g*)

  • Antworten
Thomas29.09.2009 | 00:00 Uhr

Das ist genau das Bild, das ich selbst von den Linken habe. Ich wurde in meiner Berufskleidung (Anzug) mehrmals grundlos beleidigt.

Ich sei einer von den Bankern, ich spiele "Ego-Shooter", weil ich so ein großes Banker-Ego hätte.
Eine Partei, wo die Welt in Ordnung ist und man sich höflich begegnet und die Regierung befeiert und Parteivorträgen lauscht. Parteiintern höflich, die Regierug Lafontaine, und seine Hassreden.
Das ist sie nunmal, die Welt der Linken.

  • Antworten
Sascha30.09.2009 | 00:00 Uhr

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