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Regisseur David Sieveking, meditierend
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17.02.2010
„Wie kommt der Mann auf solche kranken Ideen?“
Interview mit David Sieveking

Die „Transzendentale Meditation“ ist die größte New-Age-Sekte der Welt, ihr Gründer
Maharishi Mahesh Yogi war Guru der Beatles und von David Lynch. Auf dessen Spuren hat sich der junge Filmemacher David Sieveking ins Herz der ominösen Organisation begeben, und bizarres zutage gefördert. Ein Interview über die Schattenseiten einer scheinbaren Friedensbewegung.


Herr Sieveking, es heißt, bei der 4jährigen Recherche zu ihrem Dokumentarfilm über die Transzendentale Meditation folgten sie den Spuren David Lynchs, um an die Quelle seiner Inspiration zu kommen. Bei allem Respekt: Aber der letzte Ort an dem man sein will, ist doch der, an dem David Lynchs Höllenfantasien entspringen, oder nicht?
Na ja, dieser Ort muss aber auch sehr faszinierend und mysteriös sein. Ich selbst stamme aus paradiesischen, wohlbehüteten, bürgerlichen Verhältnissen. Das drängt mich heute gerade als Filmemacher dazu, Abgründe aufzutun. Bei Lynch selbst ist das übrigens ähnlich: Der war Pfadfinder, genau wie ich, kam auch aus einem heilen Elternhaus, und man fragt sich: Wie kommt der Mann auf solche kranken Ideen? Wo kriegt der die bedrückenden Motive in seinen Filmen her? Warum hat ausgerechnet er die extremsten Bösewichter der Filmgeschichte erfunden? Und dann sagt er selbst: Die Transzendentale Meditation ist der Schlüssel zur Kreativität. Den wollte ich auch haben.

David Lynch ist heute für die TM-Bewegung das, was Tom Cruise für die Scientology ist: Eine Art Botschafter und Außenminister der Organisation. Sie sind ihm in dieser Funktion begegnet. Wie war das?
Das war eigentlich die Initialzündung zu meinem Film. 2005 wurde ein Kurzfilm von mir auf ein New Yorker Festival eingeladen, zu dem auch Lynch angekündigt war. Ich dachte: „Geil!“, weil der Typ eigentlich als Öffentlichkeitsscheu bekannt ist. Dann kam er auf die Bühne, ließ sich 10 Minuten lang vom Publikum über seine Filme befragen, und den gesamten Rest der Stunde ging es dann plötzlich nur noch um Transzendentale Meditation. Es kamen Anzugträger auf die Bühne, es wurde eine Hirnwellenmessung live präsentiert, und für mich war’s total verwirrend. Ich dachte erst, das wäre ein genial inszeniertes Kunstprojekt. Dann hab ich recherchiert und festgestellt: TM, das ist ein eingetragener Markenname, eine Organisation, eine bestimmte Meditationstechnik, die man in Kursen lernen kann.

Worin besteht das Heilsversprechen dieser Technik?
Die Idee wie Lynch sie mir erklärt hat: Man wird die Negativität, seine Sorgen und Probleme los, und kann sich so voll auf die Arbeit konzentrieren. „You don’t have to suffer, to show suffering“, sagte Lynch. Er selbst zeigt ja das Grauen und das Leid dieser Welt in seinen Filmen, aber er muss es nicht ertragen, dank TM, behauptet er. Ich glaube dagegen, dass er sich vor allem durch sein Filmemachen therapiert, und nicht nur durch die Meditation. Jedenfalls kamen mir selbst auch nach reichlicher Meditation nie solche Ideen.

Was sie bei der TM suchten, war also weniger die Antwort auf existentielle Sinnfragen, sondern eine Technik zur Leistungssteigerung?
Genau, das war gar nichts religiöses, sondern reiner Pragmatismus. Ich wollte praktische Lebenshilfe. Deshalb wurde ich währende der Dreharbeiten für ein Jahr Anhänger der TM-Bewegung.

Gründer der Transzendentalen Meditation ist der bärtige, Guru Maharishi Mahesh Yogi, zu dem schon die Beatles, Mia Farrow, die Rolling Stones oder Clint Eastwood gepilgert sind. Woher kommt dieser Celebrity-Appeal?
Man muss sich einmal klar machen, wie Maharishi damals in den 60ern in Kalifornien aufgetaucht ist: Als mitteloser Mönch, als Heilandfigur, aus den Bergen des Himalaja, im weißen Gewand mit einer Blume in der Hand. Das war ein Mitauslöser der Flower-Power Bewegung, und das alles zu einer Zeit, in der die westlichen Utopien bereits gescheitert waren. Sinnsucher schauten nach Osten, und von dort kam dann ein Mann, der sagte: Ihr müsst umdenken, ich habe hier eine Meditationstechnik, die Euch von den Wurzeln auf ändern kann, und den Frieden bringt.

Dagegen werfen Sektenbeauftragte der TM-Bewegung heute vor, sie verfolge eine totalitäre politische Ideologie auf der Grundlage eines Hindu-Fundamentalismus, betreibe einen aktiven Kampf gegen demokratische Staatsformen und wende sich gegen allgemeine Menschenrechte. Ist das begründet?
Grundsätzlich vorweg: Ich finde es schwierig, dass die Sektenbeauftragen in Deutschland alles Kirchenvertreter sind. Eigentlich bräuchte es neutrale Stellen, um so etwas objektiv zu beurteilen. Aber ich weiß genau, worauf diese Kritik sich bezieht, weil Maharishis Vorstellungen im Kern Hinduistisch geprägt sind. Und er ist auch insofern fundamentalistisch, als er seine Lehre auf die Zeit vor dem Hinduismus, die vedische Kultur rückbezieht. Und bei aller Kritik muss man sagen: Wenn man die TM Leute trifft, sind es zuerst einmal sehr angenehme Menschen, die den Weltfrieden befördern wollen, da gibt es wirklich Schlimmeres.

Trotzdem sind Sie Kritiker der Bewegung, warum?
Ein erster Punkt ist, dass man nicht bekommt, was einem angeboten wird. Nehmen sie beispielsweise das „Yogische Fliegen“: Eine Technik, die es Menschen, die genügend weit entwickelt sind, angeblich ermöglicht sich frei in der Luft zu bewegen.

Das klappt?
Das klappt natürlich nicht. Die Leute hopsen auf Schaumstoff-Matratzen herum, und sprechen von einem Gefühl des Fliegens. Aber die sind dann überzeugt davon, nur die erste Stufe erreicht zu haben: Das yogische Hopsen. Der nächste Schritt wäre dann das yogische Gleiten, erst auf der dritten Stufe soll man Fliegen können. Das wird dann wissenschaftlich erklärt damit, dass sich die Quanten regulieren lassen, indem man sich mit den Naturgesetzen in Einklang bringt. Das lassen die dann sogar von einem Quantenphysiker erklären – wissenschaftlich totaler Humbug, aber wenn man davon nichts versteht, macht das einen riesigen Eindruck: Das ist alles erklärbar, denkt man, keine Glaubensfrage, sondern Wissen. Aber es gibt ein zweites Gesicht der Bewegung, was sich erst offenbart, wenn man eingestiegen ist. Was sie dir verkaufen, ist nicht das, was dahinter steckt.

Was dahinter steckt, haben sie im Laufe ihrer Filmrecherche aufgedeckt. Auf dem Pressezettel ist von „Wohlgehüteten Geheimnissen“ die Rede. Worin bestehen die?
Zum Beispiel, dass das Mantra, was einem bei der Einführungszeremonie verliehen wird, nicht wie behauptet individuell gefunden, sondern einfach nach einer Altersliste zugeteilt wird. Und vor allem sind sie nicht bedeutungslos, wie die Bewegung behauptet, sondern sie rufen nach hinduistischer Vorstellung indische Gottheiten herbei.

Das klingt eher unheimlich.
Ja, ich kenne Menschen die einer Religion angehören, Juden oder Christen, für die das richtig schlimm war, als sie erfuhren, dass sie unbewusst indische Götter zu sich gerufen hatten - die fühlten sich betrogen. Mir ist das egal, ich bin Atheist, aber sie hätten es mir trotzdem sagen müssen. Und das Mantra darfst du niemandem verraten, es sei ein Geheimnis. Aber in der Wissenschaft sollte es keine Geheimniskrämerei geben, es geht ja darum Rätsel aufzuklären. Die TM-Leute behaupten von sich, nicht religiös zu sein, tatsächlich wird aber schon bei deiner Einweihung eine Opferzeremonie vollzogen. Es werden vor einem Guru-Altar Früchte geopfert, und der TM-Lehrer spricht in Sanskrit Formeln, die du nicht verstehst. Schon komisch für eine angeblich wissenschaftsbasierte Technik.

Vor allem haben Sie auch Ungereimtheiten innerhalb der Organisation aufgedeckt, welche zum Beispiel?
Na ja, erstens dokumentiere ich im Film einen Machtstreit um die Führung der Bewegung nach Maharishis Tod. Das ist interessant, denn wenn sie es nicht einmal fertig bringen, in den eigenen Reihen für Frieden zu sorgen, wie sollen sie dann die ganze Welt befrieden? Später habe ich herausgefunden, dass sie ihren Spendern Dinge versprechen, die nicht umgesetzt werden. Hunderte von Millionen Dollar an Spendengeldern versickern stattdessen in undurchsichtigen Kanälen.

In den Bergen des Himalaja haben sie dann nach langer Suche einen Zeitgenossen Maharishis aufgespürt, der ihnen ebenfalls von Ungereimtheiten im Leben des TM-Gründers berichtet...
Genau. Dieser alte Mönch, übrigens in Indien selbst ein angesehener Guru, wurde gemeinsam mit Maharishi von einem Guru ausgebildet, von dem Maharishi immer behauptet hat, er habe ihm den Auftrag erteilt die TM Lehre zu verbreiten. Der alte Mönch im Himalaja sagt, dass sei alles gelogen. Vor allem kommt Maharishi gar nicht aus der Kaste der Brahmanen, also der Priesterkaste, sondern aus der Händlerkaste, und darf aus klassischer hinduistischer Sicht gar keine spirituellen Lehren verbreiten. Und nach der Tradition seines damaligen Gurus durfte er sich weder Yogi, noch Maharishi, - was „großer Seher“ heißt, nennen. Außerdem habe ich entdeckt, das Maharishi kein zölibatär lebender Mönch war, wie er immer behauptete, sondern im Gegenteil, Sex mit vielen Frauen hatte. Also alles ein ziemlicher Fake.

Und außerdem doch sicher ziemlich ungemütlich für die TM-Bewegung. Wie reagieren die? Mit Klagen? Bedrohung und Verfolgung?
Also, TM ist nicht Scientology. Insgesamt sind das bei TM echt sehr nette, angenehme Idealisten. Vor meiner Tür standen nie Typen im schwarzen Anzug oder so. Aber David Lynchs Anwalt hat schon während des Drehs mit Klagen gedroht. Und es wurde schon versucht, an Informationen über meinen Film zu kommen. Sie wollten mir zum Beispiel einen Cutter für den Film organisieren, oder ich habe mehrmals Post von einem Komponisten aus Hollywood bekommen, der aus heiterem Himmel für meinen Film komponieren wollte, aber eigentlich wusste noch niemand außerhalb der TM-Bewegung, dass dieser Film überhaupt existiert. Einmal haben sie mir sogar angeboten, die Finanzierung meines Films zu übernehmen. Nur unter der Bedingung könnte ich weiterdrehen und meine TM-Kurse weitermachen, hieß es. Weil ich nicht zu kontrollieren war, flog ich aus dem Kurssystem raus. Dabei habe ich denen von Anfang an gesagt: Meine Dokumentation ist eine Reise mit offenem Ende, kein Werbefilm.

Hat die Bewegung sich denn einen Werbefilm von ihnen erwartet?
Na ja, am Anfang wurde mir gesagt: „Mit deinem Film werden wir die Jugend erleuchten“. Ich hab immer versucht, diese Erwartung zu dämpfen, aber das hat nie ganz geklappt. Während der Dreharbeiten gab es dann mit dem Rajah, also dem Oberhaupt von Deutschland die vehementeste Auseinandersetzung. Der hat mich schon während meines Einführungskurses aus seinem Palast geworfen! Später bat er mich noch mal zur Audienz und sagte, ich sei ein Dilettant, ich würde nie wieder Filme machen, wir würden alle Pleite gehen, und so weiter. Aber den Mann kann man nicht ganz ernst nehmen. Das ist ja der gleich Typ, der in Berlin auf der Pressekonferenz zum geplanten TM-Turm auf dem Teufelsberg sagte, Deutschland würde unbesiegbar werden. Einer im Publikum antwortete, Hitler hätte das auch gewollt, und der Raja rief: „Ja, aber leider hat er es nicht geschafft, weil er nicht die richtige Technik hatte“.

„David wants to fly“ wurde jetzt auf der Berlinale das Erste Mal öffentlich gezeigt und sie haben sich damit unwiderruflich mit einer großen, undurchsichtigen, globalen Organisation angelegt. Haben sie ein mulmiges Gefühl im Bauch?
Ja, meine Angst ist, dass es ihnen gelingen könnte den Film zu blockieren. Die haben jedenfalls das Geld, um einen Rechtsstreit vom Zaun zu brechen. Aber nach meinem Rechtsempfinden ist mein Film eine faire, unvoreingenommene Berichterstattung und gegen die Polemik von Borat, oder Michael Moore-Filme komme ich mir ziemlich harmlos vor. Natürlich kann es jetzt anstrengend werden. Denn wenn man das was in meinem Film verhandelt wird an sich heran lässt, würde für viele TM-Anhänger eine Welt zusammen brechen. Dagegen wehrt man sich natürlich. Die Frage ist aber auch, ob sie uns überhaupt den Gefallen tun uns zu verklagen, denn das gäbe erst richtig Publicity.

Danke sehr für das Gespräch!

Das Interview führte Constantin Magnis



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Leserkommentare
Rolf Stöckel (Hamburg) 30.08.2010
Wohin und zu welchen Ergebnisen die Methoden des Maharishi Mahesh Yogi führen, kann man unter der folgenden website nachlesen. Sie focussiert sich auf staatliche und unabhängige öffentliche Narichtenquellen und wird regelmäßig aktualisiert:

http://fakten-zu-transzendentaler-meditation.de
Paul Stefan Kauerz (Timmendorfer Strand) 23.02.2010
Lieber David Sieveking

vielen Dank, dass Sie all diese Fragen zu David Lynch und TM aufwerfen!

Schade dass sie beim Yogischen Fliegen nicht aufmerksam zugehört haben: hier für Ihre weiteren Recherchen die Fakten: 1. Yogisches Fliegen wurde vor ca. 2000 Jahren von Maharishi Patanjali , dem Begründer der Yoga Philosophie als Technik zur direkten Erfahrung der Schwerkraft entwickelt und präzise in seinem Hauptwerk den Yoga Sutras wo ursprünglich auch alles andere über Yoga seinen Ursprung hat beschrieben. Es wird von TM nicht! als Fortbewegungsmittel oder Zirkusnummer gelehrt sondern als Bewustseinstechnologie die vor 2000 Jahren Patanjali entwickelt hat.

2. Die primäre Innen- und Außenwirkung wurde in vielen hundert Experimenten erforscht:
Innen: Extase in Verbindung mit hoch geordneten Gehirnwellen.
Außen: Abnahme von negativen Tendenzen z.B. wie beim Washington Projekt 1983, wo unter den Augen des Polizeipräsidenten Al Gore und weiteren neutralen Beobachtern dokumentiert die Kriminalität nach drei Wochen Yogischen Fliegen um 30% zurückging.

Schade dass sie bisher keine Zeit hatten sich mit diesen Themen neutral auseinaderzusetzen. Aber das können Sie ja nachholen.

Mit freundlichen Grüßen
Theo Fehr (Wesel) 23.02.2010
Berlinale 2010: DAVID WANTS TO FLY

Dem jungen Regisseur David Sieveking geht es um Publicity. Er hätte es eigentlich besser wissen können: Jahre nach unserer Veröffentlichung im REPORT PSYCHOLOGIE zu den Absonderlichkeiten um die TM-Organisation fällt David Sieveking auf dieselbe herein und wundert sich anschließend.

Das hätte er leichter haben können: Die Möglichkeit, Transzendentale Meditation zu akzeptablen Gebühren und unabhängig von der TM-Organisation zu lernen, bestand schon Jahre, bevor er sich an die TM-Organisation kritisch heranmachte.

Ein wenig Differenzierung zwischen Meditationstechnik und Organisation täte gut.
http://www.tm-independent.de
Paul Stefan Kauerz (Timmendorfer Strand) 23.02.2010
Lieber David Sieveking

vielen Dank, dass Sie all diese Fragen zu David Lynch und TM aufwerfen!

Schade dass sie beim Yogischen Fliegen nicht aufmerksam zugehört haben: hier für Ihre weiteren Recherchen die Fakten: 1. Yogisches Fliegen wurde vor ca. 2000 Jahren von Maharishi Patanjali , dem Begründer der Yoga Philosophie als Technik zur direkten Erfahrung der Schwerkraft entwickelt und präzise in seinem Hauptwerk den Yoga Sutras wo ursprünglich auch alles andere über Yoga seinen Ursprung hat beschrieben. Es wird von TM nicht! als Fortbewegungsmittel oder Zirkusnummer gelehrt sondern als Bewustseinstechnologie die vor 2000 Jahren Patanjali entwickelt hat.

2. Die primäre Innen- und Außenwirkung wurde in vielen hundert Experimenten erforscht:
Innen: Extase in Verbindung mit hoch geordneten Gehirnwellen.
Außen: Abnahme von negativen Tendenzen z.B. wie beim Washington Projekt 1983, wo unter den Augen des Polizeipräsidenten Al Gore und weiteren neutralen Beobachtern dokumentiert die Kriminalität nach drei Wochen Yogischen Fliegen um 30% zurückging.

Schade dass sie bisher keine Zeit hatten sich mit diesen Themen neutral auseinaderzusetzen. Aber das können Sie ja nachholen.

Mit freundlichen Grüßen
Detlev Wulf (Ratingen) 23.02.2010
Anscheinend hat Herr Sieveking einen Dreh gefunden, ausgedehnte Reisen zu finanzieren, indem er sich sich u.a. die finanzielle und propagandistische Unterstützung von Kräften gesichert hat, die nach 30-jähriger Gehirnwäsche kirchlicher Hassprediger die Bekämpfung spiritueller Minderheiten für ihre heilige Christenpflicht halten. So fördert "das Land Nordrhein-Westfalen" beispielsweise rechtswidrig auch "Informations"-Seiten, auf denen unter der Federführung vorgeblich neutraler Theologen versucht wird, harmlose spirituelle Minderheiten .u.a. mit (Zitat aus den Suchbegriffen) "Spuk, Pendeln, Gläserrücken, Geister, Gehirnwäsche, Exorzismus, Dämonen, ...Satanismus, Satan, Teufel, Teufelsglaube, Satanssekte.... " zu assozieren. Ich finde, daß man unsere Steuergelder besser investieren kann, und daß man lieber mal einen Dokumentarfilm über die volksverhetzenden Machenschaften solcher Leute machen sollte. Aber das ist vielleicht etwas für kompetentere Leute, die auch gründlich recherchieren können (s.u.), und leider wird man dafür wohl auch keine Fördergelder bekommen.

Übrigens stammt Maharishi (ebenso wie viele andere große spirituelle Meister der vedischen Tradition) nicht aus der Kaufmanns-Kaste, sondern aus der Krieger-Kaste (Kshatryas), aus der in Indien traditionell u.a. auch die Könige/Rajas kommen. Daß Herr Sieveking das nach 4 Jahren Recherche nicht herausgefunden hat, zeigt, was seine Recherchen wert sind. Ein Dokumentarfilm kann aber nicht besser sein, als die zugrundliegenden Recherchen, und man kann kaum erwarten, daß jemand, der so simple Fakten nicht präzise wiedergeben kann, der objektiven Darstellung komplexerer Zusammenhänge wie der Bedeutung und der Auswirkungen der TM gewachsen ist.

Herzliche Grüße:
Detlev Wulf
David (Berlin) 22.02.2010
Nächste Projekte von Daivd Sieveking.

David wants to dance:
Daniel Sieverking filmt um 8 Uhr die Eingangstür einer Disko.
Kommt nicht rein. Will das als Enthüllungs-Doku veröffentlichen.
Er hatte sich nur geirrt.
Es war 8 Uhr morgens.

David wants to surf:

Warum sitzt David S. in
Badehose vor dem Computer ?
Er will auch mal im Internet surfen. Hat schon Fördergelder für ne Doku beantragt.

In der Berliner TAZ vom 15.2. geht es da weniger lustig zur Sache, man spricht von einem „gehypten, aber leider völlig dummen Film in dem sich Sieveking als „investigativer Aufklärer inszeniert“


Friedrich Griess (Kierling, Östereich) 22.02.2010
Man sollte meinen, dass jeder halbwegs intelligente Mensch den Unfug von TM selbst durchschaut. Man sehe sich nur Entwürfe an, wie europäische Städte, zuerst Genf, "ayurvedisch umgebaut", sprich zerstört werden sollen. Da dies offenbar nicht so ist, ist es eine wichtige Aufgabe für verantwortungsvolle Journalisten, darauf hinzuweisen. Herzlichen Dank!
http://griess.st1.at
Markus (Osnabrück) 22.02.2010
"... für mich wars total verwirrend."

Aha, also nix verstanden aber einen Film drüber machen?

"Eigentlich bräuchte es neutrale Stellen, um so etwas objektiv zu beurteilen."

Richtig, mein Verstand ist so eine Stelle. Ich kann nämlich schon selber denken, Sie nicht?

"... da gibt es wirklich schlimmeres."

Ach, schlimmer als Weltfrieden?

"Mir ist das egal, ich bin Atheist."

Na super, ein Atheist will mir eine fremde Religion erklären. Sonst noch was?

"Also, TM ist nicht Scientology."

Mann, wie er sich auskennt

"meine Angst ist, dass es ihnen gelingen könnte den Film zu blockieren."

Wirklich gut platziertes Marketing.

Im Ernst, was soll dieses Sekten-Bashing? Mag ja sein, dass es nicht jeder begreift, aber die Bedrohung des eigenen Denkens geht nicht von religiösen Minderheiten aus.
Rupendra (Bremen) 22.02.2010
Der Film ist die Chance einer kompromisslosen und fairen
Vergangenheitsbewältigung seitens der TM Organisation.

Das Kleben an alten
Feindbildern auf beiden Seiten bringt keinen Fortschritt.

Die Kritikpunkte
aufgreifen und an einer Veränderung und Aufarbeitung arbeiten. Wo ist das
Problem?

Klagen und Rechtsanwälte seitens der TMO sind das falsche Signal.
Kompromisslose und faire Bilanz und eine neue Bereitschaft zur Kommunikation auf beiden Seiten sind das
Credo der Zeit.

Gut würde der TMO eine Betonung der eigenen Urteilskraft, Kritikfähigkeit, Selbständigkeit und Freiheit stehen statt des Eindrucks von Dogma und Fanatismus. Kein Anspruch auf die alleinige Lösung aller Probleme. Keine Heilsversprechen und keine Konkurrenz zur Lufthansa (Yoga Flieger). Keine Reduzierung der Persönlichkeitsbildung allein auf eine Technik.
Eine nachvollziehbare, seriöse und offene Finanzpolitik zu Preisen, die sich jeder leisten kann. Und das Wichtigste, es muss nicht jeder TM meditieren oder überhaupt meditieren, also kein Eindruck von Missionierungsgehabe und den Anschein einer Nur-wir-retten-die Welt-Philosophie.
Und bitte keine Unbesiegbarkeits- Schulen, Türme, Unis, etc. sondern eine Sprache, die auch auf der Straße verstanden wird.

David Harnasch (Berlin) 21.02.2010
Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Naturgesetz_Partei
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David Sieveking
David Sieveking ist Absolvent der Deutschen Film-Fernsehakademie Berlin und Regisseur für Kurz- und Dokumentarfilme. Auf der Berlinale 2010 präsentierte er seinen ersten Kinofilm „David wants to fly“ in der Sektion Panorama.


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