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Bekenntnisse eines Berlin-Verächters
von David Harnasch

Berlin ist arm und unsexy. Das sind andere Städte auch – aber Gelsenkirchen behauptet wenigstens nicht, der Weltmittelpunkt zu sein. Eine Polemik über die Möchtegernmetropole von Exilfreiburger David Harnasch.

Ein Kollege beschwerte sich kürzlich, es sei einfacher, einen Termin mit mir im Urlaub in Tel Aviv zu vereinbaren, als in Berlin, wo wir beide arbeiten. Er hatte völlig recht: Wenn ich in Berlin bin, habe ich keine Zeit – hätte ich welche, verbrächte ich sie sicher nicht in der Hauptstadt. Hier halte ich mich auf, weil der Traumjob es verlangt. Als Inhaber eines solchen bin ich in der Minderheit. Mit mir im Zug aus Freiburg saß kürzlich ein frischentlassener Arbeitsloser. Er zog nach Berlin, nicht wegen eines Stellenangebots, sondern weil das Leben hier billiger ist. Frei nach Sinatra: If you can’t make it anywhere - Berlin, Berlin.

Mehr noch als die beeindruckende Unfreundlichkeit der Einwohner, das miese Wetter und die erschreckende Armut nervt an Berlin die vollkommen gestörte Selbstwahrnehmung: Dreieinhalb Millionen Spießer machen nur aufgrund ihrer schieren Masse noch lange keine Weltmetropole. Urbanität äußert sich z.B. in Dichte. In echten Weltstädten kann man Zeit kaufen: Eine zentral gelegene Wohnung ist in London, Madrid oder New York unbezahlbar. Dafür ist man in zwanzig Minuten an allen relevanten Orten - des Landes, nicht nur der Stadt. Fast alle Hauptstädte der Welt sind wesentliche Wirtschaftsmotoren ihrer Staaten, ihr BIP pro Kopf liegt stets weit über dem jeweiligen Durchschnitt. Berlin hingegen kennt man bundesweit als Regierungssitz und Heimatstadt der „Arche“. Selbst die paar Leute, die hier eine Arbeit haben, leben vom Staat: Als Beamte, als Angestellte staatseigener Firmen oder staatsnaher Stiftungen, Parteien und Vereine. Ich bin keine Ausnahme, denn die Medien der Hauptstadt leben von einem Rohstoff, der ihnen gratis vom Staat geliefert wird: Poltische Informationen.

Die kulturelle Szene entschädigt für nichts. Hier wird tolle Kunst produziert, wer sie aber sehen will (oder sich gar leisten kann), der reist im Juni nach Basel. Drei Opernhäuser findet man in keiner anderen deutschen Stadt, in der Summe und pro Einwohner bieten aber die kleinen Großstädte der Republik ein Vielfaches. Während das Stuttgarter Staatstheater sich inzwischen mit Harald Schmidt schmücken kann, blockiert Peymann jeden klugen oder originellen Gedanken am Berliner Ensemble. Besucherrekorde verzeichnet derweil die glitzernde Lobotomierten-Bespaßung im Friedrichstadtpalast, gegen die sämtliche Lloyd Webber-Verbrechen sich ausnehmen wie Alexander-Kluge-Monologe. Das legendäre Nachtleben verbringt man zu gleichen Teilen im Taxi und in Kassenschlangen, wo man frierend darauf wartet, für dieselben DJs, die Donnerstags in Tel Aviv gratis zu hören waren, horrenden Eintritt zu zahlen. In Baiersbronn teilen sich 16.000 Einwohner zwei Dreisternerestaurants, in Berlin gibt es kein einziges. Dafür aber große no-go-Areas, in denen kein Taxifahrer seine Schildbeleuchtung anschalten würde. Jede Einladung zum Bier ist ein Belastungstest für die Freundschaft: Wem ist meine Gegenwart eine fünfzigminütige S-Bahnfahrt durch innerstädtische Brachen wert?

Natürlich hat auch Berlin charmante Stadtteile. Namentlich jene, die aussehen wie Frankfurt Sachsenhausen oder die Freiburger Wiehre. Dort wohnen logischerweise hauptsächlich jene, die aus dem hübscheren Rest der Republik zugezogen sind, gebürtige Berliner sind in der Minderzahl. Damit die Neuberliner es aber nicht zu gemütlich haben, zündet man ihnen regelmäßig die Autos an – so drückt der Ureinwohner aus, dass ihm der Erhalt der ursprünglichen Sozialstruktur gelegen ist. If you can make it here – ziehst Du nach Potsdam.


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Leserkommentare
Vikteur (Hannover) 23.02.2010
ha!
da kann ich herrlich drüber lachen. ich komme aus berlin und liebe es von ganzem herzen. und ohne die david harnaschs würde gewiss etwas fehlen... schade nur, dass er freiburger ist - eine stadt, von der ich mir viel versprach und herb enttäuscht wurde. man höre bei tocotronics 'liebeserklärung' an diese stadt mal genau hin. aber zumindest ist die landschaft da unten schön!
Vikteur (Hannover) 23.02.2010
ha!
da kann ich herrlich drüber lachen. ich komme aus berlin und liebe es von ganzem herzen. und ohne die david harnaschs würde gewiss etwas fehlen... schade nur, dass er freiburger ist - eine stadt, von der ich mir viel versprach und herb enttäuscht wurde. man höre bei tocotronics 'liebeserklärung' an diese stadt mal genau hin. aber zumindest ist die landschaft da unten schön!
BerntHoffmann (Berlin) 14.02.2010
Wer der David doch in Freiburg
geblieben. Früher sang man , wärst du doch in Düsseldorf geblieben........
McNasty (Berlin) 10.02.2010
Schade, eine vertane Chance Berlin mal wirklich volle (und berechtigte) Breitseite zu geben. Als ich dachte, der Rant würde jetzt so richtig, detailierter, durchstarten, fand der Text auch schon sein Ende. Berlin ist an sich imho keine wirkliche Metropole, da sich viele Bewohner tatsächlich eher über ihren Bezirk definieren, mit solch abstrusen Folgen, dass ein kompletter Bezirk für einen geringen Teil seiner Bewohner in Sippenhaft genommen wird. Prenzlauer Berg ist da ein Paradebeispiel.
Das war jetzt alles mal wieder viel zu diplomatisch für einen Friedrichshai...*hust* Berliner, deswegen muss jetzt doch noch mal meinem unfreundlichen, spießigen Gemüt freien Lauf lassen: ich hoffe ernsthaft, dass sich die deutsch-südländische Twentysomething Boheme diesen Text über FB und Twitter zukommen lässt, von mir aus auch ausdruckt und eine Umzugrücktrittsversicherung abschließt, damit schnellstmöglich noch ein besser geeigneter Einfallort auserkoren wird. Sachsen, zB. Ehrlich, das hätte was!

Zum Schluß noch ein Link (falls erlaubt) zu einem ähnlich gelagerten Diss in der TAZ, aller dings ne Nummer kleiner: ein Bezirksdiss
Carsten Klein (Saarlouis) 10.02.2010
Eine amüsante Polemik, nur argumentativ natürlich völliger Schwachsinn.

Mit dem Versuch, Urbanität an der Relation Theater pro Einwohner oder gar an der Arbeitslosenquote oder der Funktionalität des ÖPNV zu messen, entlarvt sich der Autor als mindetens genauso piefig wie er es den Berlinern zu sein unterstellt.

Und: Ist die Dauersubventionierung der Hauptstadt tatsächlich ein deutsches Alleinstellungsmerkmal? Sind Hauptstädte nicht immer eine Ansammlung von Denkmälern, die sich die politische Klasse setzt? Ist es denn wirklich so wünschenswert, dass die Hauptstadt neben der politischen Rolle auch noch die dominierende Wirtschaftsmetropole ist?

Berlin ist die Hauptstadt eines föderalistisch strukturierten Gemeinwesens. Und das ist auch gut so.

Man kann an Berlin rummeckern wie man will: Es ist eine lebendige Stadt, in der aus den Umbrüchen der letzten Jahrzehnte neues entstanden ist. Das macht sie vielleicht nicht zur Weltmetropole, aber sicher zur interessantesten Stadt unseres Landes.

Jan Kliemann (Dresden) 09.02.2010
Im großen und ganzen habe ich bei Cicero die besten Artikel gelesen, die mir je untergekommen sind. Aber manchmal werden in diesem Blatt Texte veröffentlicht, bei denen ich mich frage, ob es denn niemanden gibt, der sich um die Qualitätssicherung kümmert. Ein solch substanzloser Artikel muss doch abgelehnt werden.
Die größte Frechheit finde ich, dass gerade ein Süddeutscher sich darüber aufregt, dass in Berlin so viele Spießer leben würden. Denn meine Erfahrung ist nicht, dass die in Berlin geborenen Menschen die Spießer sind (ich kenne einige, und ich habe nie jemanden von denen mit ihrer Stadt kokettieren hören), sondern die, die zugezogen sind, und zwar vornehmlich aus dem Süden der Republik. Diese pseudointellektuellen Klugquatscher aus Bayern und Baden- Württemberg, die die ehemaligen Alternativviertel Prenzlauer Berg und Friedrichshain immer mehr überfluten, und sie zu Spießerhochburgen machen. Gerade die finden Berlin ja so toll und wollen unbedingt da wohnen. Gerade die hatten halt keinen Bock mehr auf provinzielle Städte, wie Freiburg oder Stuttgart und nehmen dafür gern in Kauf, in einer nicht so schönen, dafür aber lebendigen Stadt zu leben. Ich denke, es sind gerade die Wahlberliner, die Berlin so in den Himmel heben. Also Leute, die wie der Autor zugezogen sind, und wenn Herr Harnasch sich also mit jemandem darüber streiten will, wie Scheisse Berlin ist, dann soll er das bitte mit seinesgleichen tun und die gebürtigen Berliner in Ruhe lassen!
Wolfram Wiesel (-D-51503 Rösrath) 09.02.2010
Berlin zu beschimpfen, das steht mir nicht zu. Auch im (ver)-urteilen möchte ich mich zurückhalten. Ich hätte nur eines gerne, dass Berlin seine Rechnungen selbst bezahlt. Alle Aufwendungen, die nun mal mit dem Regierungssitz verbunden sind, die sollten großzügig erstattet werden. Punkt! Mehr nicht. Und sollen die Berliner doch machen , was sie wollen. Aber bitte nicht 'herum-tönen' und sich die Musik von anderen bezahlen lassen.
Aber so wird es nicht kommen-
und Berlin ist da ja nicht alleine.
Achim (Halle) 09.02.2010
"wo man nicht mehr lieben kann, da soll man – vorübergehn! –
Also sprach Zarathustra und ging an dem Narren und der großen Stadt vorüber."
David (Berlin) 09.02.2010
Berlin. Provinzdeutsche kamen nie mit kreativen Chaos zurecht. Angst vor dem Ungeordneten und nicht Vorhersehbaren. Angst vor anderen Lebensentwürfen. ARTE schauen und doch nicht verstehen dass die Welt so wunderbar verschieden ist. Deswegen kehren Sie ja alle wieder in ihre auf den Tod langweiligen Nester zurück - ins Erbhaus zu Mutti. Sicherheit und Routine. Einstimmigkeit in der Beurteilung, wer nicht so wie wir sind - sind eben verachtungswürdig. Sauerbraten und Deckchen. Denn wenn Sie NY sagen, meinen sie nicht Bronx und Haarlem und die verrückten Kreativen, sondern Shopping und Shopping. Und natürlich muss alles sauber sein und gerade - wie bei Mutti oder in München in der langweiligsten Stadt Deutschlands die ihre Unberührbaren vor die Stadt fährt und ablädt wie Müll.
tillmann () 09.02.2010
Endlich, ENDLICH!
Endlich spricht es mal jemand laut aus. Meine Güte, diese Berliner. Lange ist her, dass die Welt so ein Volk gesehen hat -- falls sich die Welt denn nicht zu schade ist, überhaupt in diese Provinz zu schauen, wer sogar hinfährt ist selber schuld. Der Autor hat voll und ganz zu recht gesagt, dass das Leben in Berlin nicht schön ist. Von hinten wie von vorne, Ghetto pur, neudeutsch: abfuck. Und dass in Prenzlberg und Co Nachts regelmäßig Autos abgefackelt werden, aus Spaß, Jux und Tollerei, ist eher ein Allgemeinplatz denn erwähnenswert. Dieser Umstand ist allgegenwärtig. Da wundert es auch nicht, dass der kleine Immi-Domian-Juppi-Isaak-Orpheus-Tubidalidu, von seinen Freunden nur IDJOT genannt, auf seiner Visitenkarte als Hobby 'Feuerwerkann' angibt.
Wie auch immer, jede Kritik soll ja konstruktiv und nicht nur beweihräuchernd sein. Daher sei angemerkt, dass ein entscheidendes Charakteristikum des Ur (!)-Berliners im Allgemeinen nicht expliziert wurde, obwohl dies doch unabdingbar der Fall sein muss: Alle Berliner sind arrogant! Mein lieber Herr Gesangsverein, unglaublich. Wo man steht und geht, die Nasen sind gen graue Wolken. Halten sich für was besseres. Und alles natürlich nur, weil se seit ein paar Jährchen Hauptstadt sind. Sind doch alle Neuankömmlinge in dieser tristen Stadt so hipp, die Berliner sagen nur, sie seien hässlich. Die neuen denken sie 'bereichern' die Stadt, die Berliner sehen immer nur die verarmende Diversität in der Sozialstruktur, ergo völlig überbewertete Aspekte wie soziale Verdrängung. Schon lustig irgendwie. Da fällt gleich mal auf, dass die Berliner auch dumm sind. Schließlich basiert die hoch-signifikante Auswechslung der Anwohner im den Szenebezirken auf der simpelsten aller Marktgleichungen: S=D. Wer dafür mal wieder zu doof ist: Im Gleichgewicht gilt Angebot gleich Nachfrage. Die Folge, wer mehr zahlt, der strahlt. Der andere sucht sich eben ne neue Wohnung. Die Neuen haben das irgendwie besser verstanden, oder verdienen bei ihrem Traumjob einfach genug.
Es tut mir darüber hinaus von ganzem Herzen Leid, dass der Autor aus dem schönen Freiburg wegziehen musste und dieser unsäglichen Stadt nun dauerhaft mit dem Unschönen des Lebens konfrontiert ist, abgesehen natürlich vom Traumjob. Wie der Autor finde auch ich besonders fies, wie von den Berlinern bzw. ihren politischen Vertretern mit dem Kulturaspekt umgegangen wird. Ich weiß wovon der gute Mann redet. Nach über zwei Jahrzehnten in dem großen Loch Berlin hab ich endlich den Ausbruch geschafft. Das Ziel der Flucht: Bayreuth. Mei, hier ist's fei am Schönsten. Wirklich Klasse. Fast keiner der 70 Tausend Einwohner ist ein Spießer. Da hatte ich in Berlin 50 mal so viel. Was ne Erleichterung! Und dann diese Kultur, Wahnsinn. Pro Kopf mit Sicherheit um Welten geschlagen. Allein zwei Opernhäuser. Wenn man die Spielpläne und Zugänglichkeit ignoriert, als Berliner ein leichtes, dann bin ich hier bestens bedient. Einmal im Jahr reitet sogar die ganze Schickeria und noch mehr wichtige Leute ein, um hier K-U-L-T-U-R zu erleben. Toll. Zentrum der Welt. Zwar brauche ich von hier Stunden, um überhaupt mal sowas wie ne Stadt zu sehen, aber dafür kann ich mich jeden Abend entscheiden, ob ich in das eine kleine Kino gehe, TV gucke, mich zulaufen lasse, tatsächlich doch das spärlich gesäte Theaterangebot wahrnehme oder mir (zurecht) völlig entgeisterte Kommentare zu Artikeln durchlese, über die ich doch so herzlich lachen kann.
Nochmals, vielen vielen Dank, dass das mal ausgesprochen wurde. So ein prächtiges Stück Müll in Buchstabenformat hab ich lange nicht gehabt.
Hans Kuhnert (Berlin) 08.02.2010
Ich kann gut verstehen, warum man leicht eine unnötig ablehnende Haltung zu komplexen Streitfragen einnimmt.
Das heutige Berlin ist offensichtlich historisch nicht aus einem Kern gewachsen, wirkt dezentral. Das macht es schwer, eine nicht kiezbezogene Gesamtidentität zu entwickeln. Vor allem mit so viel zugezogenen (Neu-)Berlinern.
Auch verstehe ich sehr gut, dass Berlin (geographisch, historisch, szenisch, etc.) ein Spannungsfeld darstellt und damit polarisiert. Wer hält die Stadt schon für "so lala.."?

Aber meine Kritik: Die Stadt mit Welt-Metropolen (damit meine ich nicht München!) wie New York oder Paris (et al.) zu vergleichen, ohne sich auf die Stadt je eingelassen zu haben, ist nur eines:

naiv anmaßend.

In diesem Sinne. Ernsthafte Polemik bitte.

PS@Andrea: So "virtuell" habe ich Berlin noch gar nicht warhgenommen!? Im Gegenzug würde ich der HH-Hansestadt eine mindestens genauso reelle Identitätskrise unterstellen. Der i.e. mächtigste innerdeutsche Migrationsstrom in Berlin wurde nach der Wende von Bayern,BW und vor allem HH gestellt.

Denk mal nach.
Marcus (Berlin) 08.02.2010
Das Ressentiment der Provinzdeutschen gegen die einzige Metropole, die dieses Land hervorgebracht hat, ist alt.

Berlin war immer anders. Regelrecht undeutsch. Es war ein Mittelpunkt der Revolution von 1848, die Stadt der aufsteigenden revolutionären Arbeiterbewegung, es war das jüdische Berlin, das freizügige-avantgardistische Berlin der 20er, die Stadt der großen politischen Kämpfe, und seit 1990 wieder die deutsche Hauptstadt der Armut und doch der Kultur.

München, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt - alles irgendwie statisch, piefig, verbürgerlicht. In Berlin dagegen ist was los. Hier bewegt sich was, weil die Terrains noch nicht abgesteckt sind, und auch weil jeder dazugehören kann, während andernorts Stil, Herkunft und Konformismus die Eintrittskarten sind.

Berlins Charme erkennen vor allem die Ausländer. In Paris, in Tel Aviv, in New York schwärmt die Jugend von Berlin, diesem nonkonformistischen Sozialbiotop, das jungen, aber nicht mit Goldlöffelchen Geborenen die Möglichkeit gibt, Leben als Leben zu genießen. Leben bedeutet halt mehr als nur für's Bruttoszialprodukt zu schuften.

Berlin ist cool, weil es als Hauptstadt Deutschlands so herrlich undeutsch ist. Das muss einem neukonservativen Spießerblatt wie dem CiCERO natürlich missfallen. Aber hey, Harnasch, niemand hindert Dich nach Freiburg zurückzukehren. Für Deinen Arbeitsplatz stehen gewiss zehn Kreative bereit. Keiner vermisst Dich ;-)
Jörg (Bei Hameln) 08.02.2010
Eins vorweg: Ich komme aus einem kleinen Dorf in Niedersachsen (ca.1200 Einwohner). Ich war mehrmals für ein paar Tage in Hamburg und fühlte mich so wohl, wie man sich als Landbewohner in einer Großstadt nur fühlen kann. Ich war einmal in München und fand die ganze Stadt versnobt und arrogant. Ich war ein Wochenende in Köln und halte Köln für egozentrisch. Bei den 4 Tagen in Berlin fühlte ich mich fast wie in unserem Dorf, nur mit dem Unterschied das in unserem Dorf keiner so pampig ist wie die Berliner und unser Dorf nicht versucht große Welt zu spielen.
hani Prechter (Frankfurt - Marseille - Pisa) 08.02.2010
Der Mann spricht mir aus dem Herzen!
Die Selbstgefälligkeit dieser Stadt war nur zu ertragen, nachdem sie eine auf die Schnauze bekommen hatte. Ich meine damit die Bombardierung im 2. Weltkrieg und die schöne Mauer. Beides wurde leider rückgängig gemacht. Das ist Schade!
Berlin hatte trotz seiner unzähligen Dilettanten in allen Berufsfeldern einen Charme, da es der Ort zerstörter preußischer Arroganz war. Der Ort, an dem eine Siegessäule ein ironisches Zwinkern der Geschichte darstellte. Leider baut sich die preußisch-berliner Arroganz wieder ungebrochen auf.
Matthias (Berlin) 08.02.2010
Sie haben Recht und doch nicht Recht. Aber eins ist klar: So wie Sie schimpfen und selbst als Träger "besserer" Kultur sehen, sind Sie schon ganz und gar in Berlin angekommen. So schön meckern und sich wichtigmachen kann nur ein "echter" Berliner. Wir sind hier übrigens alle, ob in diesem, dem letzten oder vorletzten Jahrhundert zugezogen. Der Ur-Berliner ist ein Mythos. Berlin ist ein melting pot, nur halt (auch durch die jahrelange Insellage) sehr provinziell. Deshalb fühlen sich ja soviele Westdeutsche hier "irgendwie" wohl. Und daß es sich in Tel Aviv schöner lebt, ist (für mich)auch keine neue Erkenntnis...
Dr. Morad Ghaemi (Köln) 08.02.2010
Endlich spricht es mal jemand aus: Berlin nervt. Danke David Harnasch!
Norma (Berlin) 08.02.2010
Ich frage mich, welchen Job der von Aversion schier zerfressen zu sein scheinende Autor nicht bekommen, welche herzzerreißende Liebe sich nicht erfüllt und wie viele sensationelle Ecken dieser Mensch nicht gesehen hat... in Berlin. Vielleicht war er ausschließlich im Winter hier - zugegeben, zu dieser Jahreszeit ist diese Stadt durchaus eine Zumutung. Aber im Frühling? Und im Sommer? Im Herbst? Ich bitte Sie! Im Sommer findet so viel Leben auf der Straße statt! Die Menschen genießen gemeinsam. Nicht nur in Kneipen, Cafés oder unzähligen Parks, am Wasser.. sogar an den Unis - ja, denn es gibt auch Bildung in Berlin... Es wird gemeinschaftlich genossen, wenn die Sonne scheint. Und das macht sie hier recht häufig, im Vergleich zum Rest der Republik. Welche Metropole dieser Welt kann von sich behaupten, keine Schmuddelecken zu kennen? Ok, Singapur vielleicht, aber ich glaube, dieses kleine Eiland kurioser Absurditäten muss gesondert betrachtet werden - generell. Da kann man sich eben eine Kaugummi- und Kippen-Polizei, eigens dafür abgestellt, noch leisten...

Berlin war schon immer so eine Art "Unterschlupf", ein Molloch für alle, die vor irgendwas oder vor sich selbst weggelaufen sind, auch schon zu Zeiten, in denen die Mauer noch stand. Natürlich sind soziale Probleme hier allgegenwärtig - wo sind sie das aber nicht? Und, mit Verlaub, die sozialen Probleme, die dieses Land hat, nicht nur diese Stadt, wären durch die Tatsache, dass man sie eben nicht überall sehen und am eigenen Leib erfahren muss, wohl kaum gelöst, nicht wahr?!

Ich finde, man muss selbst entscheiden, ob man den DJ, den man letzte Woche noch, ach wie exklusiv, in Tel Aviv für lau gesehen hat, erneut ertragen will, und dafür "horrende Summen" zahlt, sich in die Schlange dieser vereinheitlicht hippen Partygänger der so genannten „Szene“ einreiht, bei Minusgraden, nur, um sich dann letztlich von einem Türsteher, der gemeinhin als "Eisenmann" bekannt und gleichermaßen gefürchtet wird, auf dem letzten Meter doch noch abweisen zu lassen. Kann ich das selbst entscheiden? Ja, das kann ich. Will ich mir das antun? Nein, das will ich nicht. Aber ich will in dieser Stadt leben! Weil diese Stadt lebt!

Wer zwingt mich denn dazu, die Latte-Macchiato schlürfenden, jung-dynamischen Mütter, und, um politisch und sozial korrekt zu bleiben, auch die Väter im Prenzlberg zu ertragen, die Mia, Johannes, Carla und Paul über die überfüllten Spielplätze scheuchen? Wer trägt mir auf, die bleichgesichtigen Praktikanten-Kinder, vielleicht aus Gelsenkirchen, renommierter Werbeagenturen in Mitte cool zu finden, nur weil diese den unausgesprochenen Wettbewerb ausfechten "Wer hat das allerhäßlichste Outfit aus der Schmutzwäsche gezogen?!"? Niemand tut das.
Ich bin in der Lage, selbst zu entscheiden, was ich erleben will und was nicht. Auch der Autor kann dies tun - und wenn er lieber in Tel Aviv lebt, weil da alles besser ist, nun, dann ist das eben so. Aber nur weil das so ist, gleich so hanebüchen über eine ganze Stadt und ihre Bewohner herzuziehen... nun, das erscheint mir doch ein wenig befremdlich. Schade, dass er nie das Berlin kennen gelernt hat, das ich kenne...
L (Berlin) 08.02.2010
weder spart man in moskau zeit noch werden sie da besonders freundlich behandelt. london ist für sein gutes wetter nun auch nicht bekannt

in new york gibt es sehr viel mehr armut als in berlin, ebenso in washington, was dazu ebenso, wie sie's bemängeln, reiner regierungssitz, voll mit K-Street lobbyisten und think tanks ist, und eben nicht wirtschaftsmotor.

das zentralistisch organisierte paris legt nachts totentille über die innenstadt.

in tel aviv sind sie nur deshalb innerhalb von 20 minuten an allen relevanten plätzen des landes weil sie innerhlab von 20 minuten praktich durchs ganze land fahren können

die arroganz und verschobene selbstwahrnehmung der new yorker, pariser, moskauer übersteigt um längen die der berliner

wenn ihr sinn von charme "Frankfurt Sachsenhausen oder die Freiburger Wiehre" ist, sollten sie vielleicht in Freiburg und Frankfurt bleiben. Wenn sie schon angst vor den "no go areas" in berlin haben, wären die randbezirke von paris oder new york nun wirklich nichts für sie.

man hätte über die jahre meinen können die ablehnung der berliner gegen die "schwaben" u.ä. wäre übertrieben, sie leisten hier den eindrucksvollen gegenbeweis.

der freidrichstadtpalast ist nicht ihr geschmack, meiner auch nicht, ebensowenig wie die große masse der broadway revues

sie wollen freiburg-bayreuth-baiersbronn in groß, aber bloß keine großstadt.
Michael () 08.02.2010
Das ist ein wenig übertrieben, aber trotzdem im Kern durchaus richtig. Meine Besuche in Berlin lassen mich stets mit dem gleichen schalen Mundgefühl abreisen, das dieser Kommentar evoziert.
Heiner (Köln) 08.02.2010
Berlin stinkt.
pete.jackson (Berlin) 08.02.2010
Schade, der Harnasch wird mir immer unsympathischer. Gar nicht mal, weil er Berlin nicht mag - das kann ich gut verstehen - aber wegen dieser überflüssigen Schnellschüsse.

Berlin total blöd zu finden, Herr Harnasch, ist etwa so, wie Berlin total hip zu finden. Sie befinden sich da in bester Gesellschaft und wiederholen nur Altbekanntes.

Aber was solls. Von jemandem, der ein Foto von sich zeigt, mit dem er sich auf die Stelle des Filialleiters der Volksbank von Villingen bewerben könnte, ist diese Kritik verständlich. Immerhin: in Villingen ist alles zu Fuß erreichbar! Ach... und Freiburg erst. Ein einziger Traum.
thomas (wien) 08.02.2010
jetzt muss ich aber als wiener für berlin eine lanze brechen..
traumhaft die beiden opernhäuser..um ein drittel der wiener preise aufführungen auf hohem niveau...
toll auch die berliner philharmonie...und was mich am meisten erstaunt, man bekommt auch kurzfristig karten..
das flair der stadt ist wunderbar, die umgebung super, der herbe charme der berliner durchaus interessant
Norman (Berlin) 08.02.2010
Süß! So subtil wurde ich das letzte Mal in der 5. Klasse provoziert (Hat sogar funktioniert..ein kleines Bisschen).
Ostberlin wünscht dir eine gute Heimfahrt!
TN (Berlin) 08.02.2010
Ich schätze die Beiträge von David Harnasch normalerweise sehr, aber dieser war zum Gähnen. Berlin-Bashing gab's bei Claudius Seidl et. al. schon besser und wesentlich amüsanter.

Als jemand, der in den 90ern fünf Jahre in New York gelebt hat, habe ich den Verlust an Dichte und Metropolen-Gefühl gerne gegen die niedrigeren Lebenshaltungskosten in Berlin eingetauscht. Meine letzte Wohnung in New York war ein 20qm großes Zimmer in einer 3er WG für $1500 im Monat. Jetzt habe ich eine 5-mal so große Wohnung für mich alleine und das zum annähernd halben Preis.

Und New York ist eben nicht nur Manhattan: Wer beispielsweise aus Budget-Gründen (wie wir zu Anfang) in Brooklyn wohnte, der brauchte auch mal gut und gerne 2 Stunden um mit dem dämlichen G-Train zur nächstbesten Bar zu kommen. Unsere Station Hoyt-Schimmerhorn galt damals statistisch als die 'zweitgefährlichste' in ganz New York. Die (hauptsächlich) pakistanischen Taxifahrer weigerten sich regelmäßig Fahrgäste außerhalb Manhattans abzuliefern, und wenn, dann verfuhren sich auch oft mal gerne. Wenn man von JFK kam, hatte man immer das Gefühl, man werde verarscht (das war vor der flat-fee). Sich über so etwas oder über No-go-Zonen in einer Millionenstadt aufzuregen, ist schon ziemlich kleinkariert.

Natürlich ist Manhattan toll zum Schlendern (Brooklyn, die Bronx, Queens und Staten Island allerdings nicht so sehr) Aber wo bitte soll man denn Hinschlendern, wenn man sich bald nichts mehr davon leisten kann, und wenn die gesamte Straßenkultur letztlich aus austauschbaren Franchising-Unternehmen besteht? Nichts gegen Starbucks, Virgin, Gap, Banana Republic oder Barnes & Noble, die ich alle gerne zuweilen besuche, aber der Mix macht es eben aus, und da steht Berlin meiner Meinung nach im Moment wesentlich attraktiver da, weil eben nicht alles auf Business ausgelegt ist sondern tatsächlich vieles ein Stück weit Idealismus, Eigeninitiative und ein gewisses Maß an Verschrobenheit mit sich bringt. Selbstredend ist auch hier, wie in allen großen Städten, der Anteil an Posern, Wichtigtuern und Szene-Idioten ein wenig höher als anderswo. Allerdings ziehe ich das jederzeit dem seltsamen, studentischen Ökospießertum vor, das sich in Harnaschs Wahlheimat Freiburg ausgebreitet hat.

Was das Kulinarische angeht, so gibt es in Berlin vielleicht keine Restaurants von Weltrang (nochmal: wer kann sich die leisten?), aber es gibt alles was das Herz begehrt, auch meist in den jeweiligen Stadtteilen.

Das einzige, was ich vermisse, sind gut gekleidete Leute und eine höhere ethnische Diversität, die über einen großen Türken- und Vietnamesenanteil hinausgeht. Da ist New York in der Tat unschlagbar, aber wohl auch einzigartig in der Welt.
mladen (berlin) 08.02.2010
mist, der erste kommentator H hat mir die worte aus dem mund genommen. zu ergänzen wäre noch, dass ich von menschen in anderen großstädten in europa immer nur eins höre: berlin, da will jeder hin, berlin ist schon und wird noch viel mehr eine der wichtigsten europäischen stadte sein! das merkt man schon allein daran, dass hier, auch abseits touristischer ecken, ganz selbstverständlich französisch, englisch und spanisch parliert wird.
für seine städtebauliche unzulänglichkeit (die vielen kleinstädte) kann die stadt nix. das ist ja nun mal historischen tatsachen geschuldet.
macht nix, herr harnasch, ich schätze sie trotzdem für ihre arbeit. man kann ja auch mal verschiedener meinung sein....
Christian (Berlin) 08.02.2010
Kulturphobe Jammerdeutschte wie Herr Harnasch nach Tel Aviv und die coole Szene Israels nach Berlin: bin ich schwer dafür!!
Nicole Buchmann () 08.02.2010
Sehr geehrter Herr Harnisch,

als gebürtige Berlinerin habe ich Reißaus genommen aus der Hauptstadt. Warum? Weil in den vergangenen 20 Jahren so viele Deppen eingewandert sind, dass es einem als wirklichem Berliner viel abverlangt, tolerant zu bleiben. All' die Zugereisten, die sich tagtäglich in ihrem Hip-Sein übertreffen müssen, weil sie glauben, nur so wahre Berliner sein zu können... Das hält' kein wahrer Berliner aus. Der ist immer aufs Neue darum bemüht, sich neue Oase zu schaffen. Prenzelberg, Friedrichshain, Kreuzberg - kaum ist etwas übrig davon, das diese Oase einst lebenswert machte. Kaum findet sich noch eine dieser Eckkneipen, in denen von P bis P alles beisammen sitzt. Berlin - Mitte - ich könnte brechen, wenn ich all' diese vereinheitlichten, leblos gewordenen Straßenzüge entlang gehe und nichts mehr vom Berliner Leben atme, weil die viel besungene Berliner Luft-Luft-Luft eben raus ist. Aus Berlin. Wären Sie mal ein paar Jahre früher angereist - dann hätten Sie wirklichen Charme dieser Stadt vielleicht noch erahnen können.
Steeevyo () 08.02.2010
In Berlin wird tolle Kunst produziert da hat der Autor Recht. Und man bekommt auch tolle Kunst zu sehen. Hier luegt der Autor -der Pointe wegen-wenn er das Gegenteil behauptet. Fragen sie mal die Koelner die seit zehn jahren einen fortwaehrenden Exodus ihrer Glaerien nach Berlin erdulden mussten. Also wer nicht weiss wo er die findet, sollte mal ein wenig besser recherchieren oder hat vielleicht von Kunst keine Ahnung. In punkto Galerien gibt es wohl nur noch New York das Berlin den Rang ablaeuft.
Andrea (Hamburg) 08.02.2010
Gelegentlich muss auch ich nach Berlin. Ich bin dann froh, wenn ich nicht über Nacht bleiben muss, sondern der letzte ICE noch erreicht werden kann. Wenn ich in anderen Großstädten wie Hamburg, München oder New York oder auch Lissabon, wo ich ebenfalls regelmäßig bin, einen Club, eine Bar oder ein gutes Restaurant aufsuchen möchte, dann kann ich das in der Regel zu Fuß, nicht so in Berlin. Es gibt dort keine echte Innenstadt, kein kulturelles Zentrum. Berlin ist eine seltsame Ansammlung von provinziellen Kleinstädten, dabei ungemütlich, kalt, unübersichtlich, weitläufig, selbstverliebt, ohne eine echte Identität.
Man kann in Berlin nicht bummeln, man kann nicht vom Straßencafe in die Disco in die Bar wechseln, ohne eine Taxi oder gefährliche S-Bahnfahrt zu machen und wer sich nicht auskennt, der wird sowieso nicht das passende Abendprogramm finden. Wer danach sucht, stößt auf möchtegern „IN-Clubs“, „IN-Restaurants“, „IN-Bars“, die sich ihren hippen Berliner-Promi-Trend-Metropolenstatus reich entlohnen lassen, ohne etwas dafür zu bieten. Auf dem Weg dorthin trifft man auf Taxifahrer, die sich im großen Dorf selbst nicht auskennen und den fremden Fahrgast nach dem Weg fragen. Unterwegs trifft man auf ein seltsames Hauptstadtpublikum, das sich seine eigene virtuelle Wahrnehmung geschaffen hat. Einerseits die Alt-Berliner, die sehr oft in ihrer pöbelhaften Art sämtliche Klischees der ungebildeten, unfreundlichen und klugscheißenden Berliner Schnauze entsprechen, so dass jeder Fremde glaubt einen typischen Hauptstadt-Hartz-IVler vor sich zu haben, der sich für den Nabel der Welt hält, selbst wenn das im speziellen Fall gar nicht stimmen muss. Andererseits gibt es jene zugereiste Elite, die es auf der Suche nach dem angeblich coolsten, hippsten, kosmopolitischsten Ort der Republik nach Berlin verschlagen hat und die nun Berlin als jene virtuelle Stadt zelebrieren, die sie gesucht haben, die Berlin aber nicht ist und auch niemals sein wird. Wäre ich dazu verdammt, mich im Berliner Raum nieder zu lassen, auch meine Wahl würde auf Potsdam fallen.
Werner Köhne () 08.02.2010
Hinter dem ganzen Artikel steht ein Ich, das als schichtenspezifisches "Man" erscheint: ein geschmäcklerisches Gekleckere und Gejammere, das eine gewisse Klientel bedient. Es ist das Bild eines Berlin, das man im Foyer mit Lachsbrötchen in der fleischigen Hand bespricht. Warum ewig dieses über die Erfahrungen Hinwegplätschern, Vergleiche bemühen im Stil der neudeutschen Besserverdienenden ?
H (H) 08.02.2010
lächerlich..wahrscheinlich hat der Autor sein ganzes Leben in einer Kleinstadt verbacht und mit Sicherheit hat er auch nie das Nachtleben andere Großstädte kennengelernt. Auf jeden fall steht er mit seiner Polemik allein auf weiter Flur. Wohl kaum eine andere Stadt hat so viele Clubs mit herausragenden DJs zu günstigen Preisen und ein aktives Kunstleben (ganz im Gegenteil zu anderen Großstädten wie Paris). Es ist doch sehr verwunderlich, dass massenhaft junge Menschen aus Paris, London, Madrid, selbst aus Tel Aviv nach Berlin ziehen, wenn es angeblich eine so ätzende Stadt sein sollen. Gewiss Berlin ist nicht so beschaulich wie Freiburg dafür aber auch nicht so langweilig wie Freiburg. Gott sei dank, dann wüsste ich auch nicht mehr wo ich leben soll. Letzendlich ist das einfach nur ein großer Unsinn. Sorry!!
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David Harnasch
David Harnasch lebt in Berlin und Freiburg. Er kontempliert über Politik, Kultur und Wirtschaft und ist Mitglied im publizistischen Netzwerk „Die Achse des Guten“.


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